Lukas Kwasniok

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    Lukas Kwasniok wurde einen Tag vor Weihnachten 2019 vom FCS als Nachfrage von Dirk Lottner verpflichtet und nahm offiziell am 1.Januar 2020 seinen Dienst als FCS-Trainer auf. Zuvor war er rund drei Monate ohne Verein gewesen nachdem er im September 2019 nach einem schwachen Saisonstart beim Drittligisten Carl Zeiss Jena entlassen worden war. Angesichts der Drucksituation beim FCS bekam er erst mal nur einen Vertrag über sechs Monate.

    Durch den Aufstieg (leider nicht sportlich zu Ende gebracht) des FCS in die 3.Liga hat sich der Vertrag von Kwasniok durch eine "Klausel bei Aufstieg" um ein weiteres Jahr bis zum 30.Juni 2021 verlängert.


    Beim FC absolvierte Kwasniok mit der Mannschaft eine komplette Vorbereitung. Inmitten dieser Vorbereitung setzte er ein erstes Ausrufezeichen: Mit einer defensiv sehr starken Leistung gewann die Mannschaft im Pokal gegen Karlsruhe. Zum Auftakt der Regionalliga folgten Siege über den FSV Frankfurt und die TSG Balingen. Spielerisch tat man sich in diesen Spielen auf schwierigem Geläuf schwierig, konnte beide Spiele jedoch gewinnen und die Tabellenführung festigen. Auch im zweiten Pokalspiel gegen einen höherklassigen Gegner siegte der FCS. Dieses Mal war Düsseldorf das Opfer. Das wahrscheinlich beste Ligaspiel des FCS unter der Leitung von Kwasniok war die Begegnung bei Astoria Walldorf. Trotz eines Festivals an Chancen gab es die erste Niederlage in seiner Amtszeit. Anschließend wurde die Liga bekanntlich abgebrochen.


    Mutmaßlich hat noch nie ein FCS-Trainer (abgesehen von Interimstrainern) nach gerade einmal fünf Pflichtspielen eine Vertragsverlängerung bekommen. Unter seiner Regie gab es zwei Siege, zwei Unentschieden (mit zwei Siegen im DFB-Pokal) und eine Niederlage. Er hat die Mission seines Vorgängers im Pokal fortgesetzt und den FCS als ersten Viertligist bis ins Halbfinale geführt. Ein Weg der noch nicht beendet sein muss. Auch in der Regionalliga konnte der Vorsprung in der kurzen Zeit ausgebaut/gehalten werden. Mit dem Auftreten neben dem Platz konnte Kwasniok von Beginn an punkten. Trotzdem war die Zeit knapp sowie die Anzahl der Pflichtspiele gering und hinter Kwasniok steht für Außenstehende noch ein Fragezeichen. Seine Art Fußball spielen zu lassen hatte in den Ligaspielen einen großen Kontrast zwischen Licht und Schatten. In der kommenden Saison wird es für ihn auch darum gehen in der 3.Liga Fuß zu fassen und im Gespann mit der restlichen sportlichen Leitung die Fehler aus Jena zu vermeiden. Einen großen Vorteil hat er hier: Hinter ihm steht - anders als in Jena - eine funktionierende sportliche Leitung um Sportdirektor Jürgen Luginger und Vizepräsident Dieter Ferner.


    Karriere:

    Lukas Kwasniok wurde im Juni 1981 in Gliwice in Polen geboren. Laut einschlägigen Quellen besitzt er jedoch (auch) einen deutschen Pass und spielte in seiner Jugend auch für die U-Nationalmannschaften von Deutschland. Im Alter von sieben Jahre zog seine Familie aus der polnischen Stadt mit rund 200.000 Einwohnern nach Deutschland und fand eine neue Heimat in Karlsruhe. Hier begann er in der Nachwuchsabteilung des KSC auch seine Laufbahn als Spieler und durchlief als Abwehrspieler die verschiedenen Nachwuchsmannschaften der Karlsruher. Er absolvierte 18 Spiele für deutsche Auswahlmannschaften und spielte sich in den Fokus einiger Vereine. In der A-Jugend verließ er schließlich seinen "Heimatclub" und wechselte zu Arminia Bielefeld. In Bielefeld wurde er - auch aus verletzungsgründen - nicht glücklich und wurde schon nach einem halben Jahr an den SV Sandhausen ausgeliehen. In der ersten Mannschaft von Sandhausen (damals Oberliga) spielte er keine Rolle und wurde in der U19 des Clubs eingesetzt. Nach der Rückkehr nach Bielefeld spielte er weiter keine Rolle ehe beide Seiten den Vertrag im Dezember 2001 auflösten. Damit hatte sich auch seine mögliche Zukunft als Profifußballer erledigt. Kwasniok absolvierte eine Ausbildung und spielte nebenbei weiter Fußball für den FC Rastatt und den SC Friedrichstal. Beide Clubs waren in der Verbandsliga aktiv. Im Dezember 2007 beendete er schließlich seine aktive Karriere im Alter von 26 Jahren.


    Nahtlos ging es in den Trainerbereich über und sammelte erste Sporen im Amateurbereich. Los ging es in der Rückrunde der Saison 2006/07 beim OSV Rastatt, einem Landesligisten. Die Mannschaft wurde Vorletzter und im Jahr darauf beendete man die Saison auf dem letzten Platz und stieg ab. Nach dieser Saison gingen beide Seiten dann auch getrennte Wege und Kwasniok übernahm den TSV Reichenbach in der Landesliga. Die Truppe übernahm er im Mittelfeld und bestätigte diese Situation in den ersten beiden Jahren mit den Plätzen 8 & 11 auch und führte sie dann langsam nach oben. In der Saison 2010/11 erreichte man so einen guten vierten Platz. Und 2011/12 führte er die Mannschaft schließlich zur Meisterschaft und dem Aufstieg in die Verbandsliga. Den Aufsteiger etablierte er dabei gleich im Mittelfeld und landete in der ersten Saison immerhin auf Platz 8 und die zweite Saison schließlich auf Platz 4. Nach sechs Jahren in Reichenbach ging es für Kwasniok schließlich weiter zum Karlsruher SC. Dort wurde er im Nachwuchsbereich eingesetzt und übernahm für 18 Monate die Geschicke bei der U17 des Vereins. 2014/15 führte er seine Mannschaft auf den dritten Platz der Bundesliga Süd/Südwest. Nur Stuttgart und Hoffenheim holten mehr Punkte. Beide Spiele gegen die U17 des FCS wurden gewonnen. 2015/16 lag er im ersten Halbjahr wieder gut auf Kurs und lag zur Winterpause auf Platz 5 in der Liga. In der Winterpause wurde er in die U19 des Clubs hochgezogen um dort die U19 des Clubs zu "retten". Den Tabellenletzten mit fünf Punkten Rückstand führte er in der Rückrunde noch bis ins Mittelfeld. In der Spielzeit 2016/17 spielte er mit seiner U19 eine mittelmäßige Saison und belegte am Ende den neunten Tabellenplatz mit einem größeren Puffer nach hinten. Im Dezember dieser Spielzeit übernahm er zudem als Interimstrainer für zwei Spiele die Geschicke der ersten Mannschaft. In seinen beiden Begegnungen holte er jeweils Remis und kehrte dann zu seiner U19 zurück. 2017/18 erreichte er schließlich den fünften Platz in der U19-Bundesliga und legte zudem im März 2018 noch seine Prüfung zum Fußball-Lehrer mit Erfolg ab. Kwasniok wurde in der Folge mit dem Traineramt in Aue in Verbindung gebracht, der FCE wollte die ausgerufene Ablöse des KSC in Höhe von kolportierten 250.000 € jedoch nicht bezahlen. Umso überraschender war dann das sich beide Seiten einen Monat später auf ein Ende der Zusammenarbeit verständigten. Nach etwa einem halben Jahr ohne Job wurde er im Dezember 2018 vom kriselnden Drittligisten Carl Zeiss Jena unter Vertrag genommen. Carl Zeiss war zwei Tage zuvor auf einen Abstiegsplatz abgerutscht. Sein erstes Spiel gewann er gleich in München mit 3:1 und schloss das Jahr mit einem Remis in Großaspach ab. In der Winterpause wurde er dann auch noch Sportdirektor in Jena. Von Januar bis März konnte kein Spiel gewonnen werden und Jena war sechs Spieltage vor Schluss eigentlich schon abgestiegen. Carl Zeiss gewann jedoch fünf der letzten sechs Saisonspiele und hielt damit doch noch die Klasse. In diese Saison konnte man diese Serie jedoch nicht mitnehmen. Man startete mit sechs Niederlagen in die Saison, nach zehn Spielen mit nur einem Punkt wurde er schließlich von seinen Aufgaben entbunden. Seither hatte er keine Traineranstellung mehr.


    Links:

    14.09.2020 - Tribünen Gespräch SR mit Kwasniok

    Saarnews - Erstes Training unter Kwasniok

    FCS: „Luki“ soll auf jeden Fall bleiben

    Der Sportschau Club mit Lukas Kwasniok

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Kommentare 1

  • Erweist sich immer mehr als Glücksfall für uns.