Dieter Ferner

  • FCS Ikone.

    Anfang Mai 2016 bestellte der Aufsichtsrat Dieter Ferner zum Vize-Präsidenten.


    Ferner stammt aus dem bergischen Radevormwald, ist mittlerweile aber echter Saarländer. Er war Teil der einzigen FCS-Mannschaft, die den Klassenverbleib in der Bundesliga geschafft, einer der Helden die die Bayern 6:1 abgezogen haben und bin später, als Trainer zwei Mal hintereinander von der Oberliga in die 3. Liga aufgestiegen aufgestiegen ist. Der heutige FCS-Vizepräsident hat 62 Bundesliga-Spiele bestritten, 166 Zweitliga-Spiele, dazu zwei Partien für die deutsche B-Nationalmannschaft.


    Nach Stationen bei Bayer Leverkusen und Rot-Weiß Oberhausen war Ferner 1975 nach Saarbrücken gekommen.Es herrschte eine große Euphorie in jenen Wochen, in einem legendären Spiel schlugen die Saarbrücker im ausverkauften Ludwigspark Bayern München mit 6:1, schafften später den Liga-Verbleib.1980 verließ Ferner den FCS, nach einem Jahr beim 1. FC Bocholt wechselte er zu Chicago Sting in die US-amerikanische Profiliga. Und wurde 1981 als entscheidender Mann im Shootout durch ein 1:0 gegen Cosmos New York US-Meister.1983 wechselte Ferner aus den USA für ein Jahr zurück nach Oberhausen, beendete seine Karriere und betrieb in den USA eine Fußballhalle. Es dauerte aber nicht lange, da zog es Ferner wieder ins Saarland, wo er hinter der Grenze in Alsting ein Haus besaß. Er arbeitete beim Statistischen Landesamt. Und in den folgenden 30 Jahren trainierte er Amateur-Mannschaften wie den SC Altenkessel, seine erste Station, den FC Kutzhof, Borussia Neunkirchen oder zwei Mal den SC Friedrichsthal, der 2015 seine bisher letzte Station war. Beim FCS war er aber immer präsent – und sei es als Fan auf der Tribüne. Etwa 15 Jahre lang hatte er auch die A-Jugend oder die zweite Mannschaft damals in der Oberliga betreut.


    In der Oberliga begann 2008 ein märchenhaftes Kapitel, das einen großen Teil seines Rufs als Heilsbringer ausmacht. Nachdem der FCS als Tabellenvierter die Qualifikation für die neue Regionalliga verpasst hatte, übernahm Ferner den Neuaufbau. Was folgte, war kaum zu erwarten. 2009 der Aufstieg in die Regionalliga mit großem Vorsprung auf die Konkurrenz. Und 2010 der Aufstieg in die 3. Liga – übrigens nach zwei Niederlagen zum Auftakt, darunter ein 0:6 gegen die SV Elversberg im ersten Saisonspiel. „Wir waren damals nicht unbedingt fußballerisch die beste Mannschaft. Aber wir waren immer in der Lage, die entscheidenden fünf Prozent mehr als der Gegner in die Waagschale zu werfen“, erinnert sich Ferner, der seit 2012 in Güdingen wohnt. Der Jubel war riesengroß. „Ungeplante Aufstiege sind halt die schönsten.“


    Vor der ersten Drittliga-Saison musste er als Trainer aufgrund der fehlenden Lizenz als Fußball-Lehrer aufhören. Eine Entscheidung, die ihm und den Fans bitterlich wehtat. Er tat es klaglos – zum Wohle des Vereins. Das stand bei ihm stets im Vordergrund: ein weiterer Puzzlestein zu seiner Beliebtheit. Ferner wurde 2010 Sportdirektor. Half weiter bei der Zusammenstellung der Mannschaft. Und hatte fast immer ein gutes Händchen. Ob er Menschenkenntnis hat? „Ich glaube schon“, sagt Ferner. 2012 verabschiedete er sich vom FCS. Er wollte wieder Trainer sein. Nur vier Jahre später kehrte er zurück, wurde Vizepräsident und Leiter der AH-Abteilung. „Der FCS ist einfach mein Verein“, sagt er auf die Frage, was der Club für ihn bedeutet.


    Glücklich kann Ferner auch sein, wenn er sich ans Jahr 2004 erinnert. Er erlitt eine Hirnblutung. Motorische oder sprachliche Ausfälle blieben nicht zurück. „Es war an Christi Himmelfahrt. Es kam ohne Vorwarnung, von einer Minute auf die andere. Ob ein Leben mit dem FCS und dessen ständigen Aufs und Abs wohl gesund sein kann? „Wenn man immer Meisterschaften und Titel feiern möchte, dann ist man als Fan des FC Bayern München richtig. Wenn man alle Facetten des Fan-Seins miterleben will, ist man beim FCS richtig“, sagt Ferner.

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