Uwe Koschinat

  • Cheftrainer des 1. FC Saarbrücken

    Geburtsdatum: 01.09.1971 (50 Jahre)

    Herkunft: Deutschland, Koblenz

    Vorherige Vereine: TUS Koblenz, Fortuna Köln, SV Sandhausen

    Uwe Koschinat wurde im September 1971 in Koblenz geboren. Eine großartige Karriere als Spieler absolvierte er nicht. 1992 nahm er mit dem VfL Wolfsburg an den Aufstiegsspielen zur 2.Bundesliga teil und bestritt in der Folge auch drei Zweitligaspiele für die Wolfsburger. Als Profi etablierten konnte er sich jedoch nicht und spielte in den folgenden Jahren für die TuS Koblenz in seiner Heimat und war überwiegend in der Oberliga unterwegs gewesen. 2004 beendete er seine Karriere als Spieler. Schon in seiner letzten Saison als Spieler war er als Trainer für die U19 der TuS verantwortlich und blieb dies über mehrere Jahre. Er führte die Mannschaft im ersten Jahr auf den dritten Platz der Regionalliga Südwest. Die zweite Saison beendete man als Fünfter und in der Saison 2005/06 war man wieder Dritter hinter Mainz und dem FCS.


    Den Einstieg in das Trainergeschäft der Aktiven bekam er im Jahr 2006 geboten. Er übernahm den Posten des Co-Trainers in Koblenz und füllte diese Rolle in den folgenden fünf Jahren aus. Er konnte dort Erfahrungen in der 2.Bundesliga und der 3.Liga sammeln. Im Dezember 2009 übernahm er die Zweitligamannschaft kurzzeitig als Interimstrainer. Die Begegnung gegen den FSV Frankfurt verlor man jedoch. Im Frühjahr 2011 beendete Koschinat erfolgreich seinen Lehrgang zur Trainerlizenz, am Ende der Saison 2010/11 ging es für Koblenz aufgrund von finanziellen Problemen in die Regionalliga und Koschinat verließ den Club in der Folge. Er wechselte im Sommer 2011 zu Fortuna Köln und übernahm den Posten des Cheftrainers. Den Aufsteiger in die Regionalliga führte er in einer ruhigen ersten Saison auf den siebten Tabellenplatz. Bereits in der zweiten Saison war Köln eine Spitzenmannschaft, verpasste die Relegation jedoch hinter Lotte. Die Sportfreunde ließ man dafür in der Saison 2013/14 hinter sich und setzte den stetigen Aufstieg durch die Meisterschaft fort und gewann mit seiner Mannschaft in den Aufstiegsspielen gegen Bayern II.


    In der Saison 2014/15 trainierte er zum ersten Mal einen Drittligisten. Nach einem schwierigen Saisonstart konnte man sich stabilisieren und hatte über große Teile der Saison viel Vorsprung auf die Abstiegszone. Am Ende hatte man mit dem Abstieg nichts zu tun und landete auf Platz 14. In der zweiten Saison erlebte man eine schwere Hinrunde und stand lange auf einem Abstiegsplatz. Zu Beginn der Rückrunde war man dagegen kurzfristig sogar Sechster und konnte wieder frühzeitig den Klassenerhalt klar machen. Die Saison beendete man als Elfter. Trotz geringer Mittel hielt sich die Fortuna auch ein drittes Jahr in der 3.Liga. In der ersten Saisonphase war man noch im oberen Tabellendrittel zu finden und lag zum Ende der Hinrunde nur vier Punkte hinter dem Relegationsplatz. Im Frühjahr verlor man seine Form, fiel in der Tabelle zurück und sicherte den Klassenerhalt am vorletzten Spieltag. In der Endtabelle stand man auf Platz 16. Die Saison 2017/18 beendete Fortuna Köln auf Platz 8, lange Zeit hatte man um die vorderen Plätze mitgespielt. Er verlängerte seinen Vertrag und ging in ein weiteres Jahr in Köln. Nach elf Spieltagen lag er im Mittelfeld und wechselte dann auf eigenen Wunsch zum Zweitligisten Sandhausen.


    Er übernahm Sandhausen auf einem Abstiegsplatz und musste sich zum Ende der Saison um den Klassenerhalt kämpfen. Dieses Unternehmen glückte. Das zweite Jahr lief gut an, nach einer Serie von neun Spielen ohne Niederlagen war man zwischenzeitlich Neunter. Im Laufe der Rückrunde kehrte Sandhausen in den Abstiegskampf zurück, konnte sich jedoch erneut absetzen und beendete die Saison auf dem zehnten Tabellenplatz. In der laufenden Saison lief es schlechter. Nach neun Spieltagen hatte man lediglich acht Punkte auf dem Konto. Man lag zwar auf einem Nichtabstiegsplatz, trotzdem wurde Koschinat von seinen Aufgaben entbunden und ist seither ohne Club.


    Uwe Koschinat ist ein erfahrener Trainer und hat sich einen guten Ruf im Trainergeschäft erarbeitet. 163 Drittligaspiele, fast 70 Zweitligaspiele und über 100 Regionalligaspiele stehen in seiner Vita zu Buche. Er hat sowohl bei Fortuna Köln als auch beim SV Sandhausen gute Arbeit geleistet und jeweils gute Mannschaften auf die Beine gestellt. Die Rahmenbedingungen waren bei beiden Stationen nicht ideal. Gerade seine Zeit in der 3.Liga mit Fortuna Köln darf man hier hervorheben. Er hat diesen Verein in der 3.Liga etabliert und nach seinem Abgang ging es für die Fortuna zurück in die Regionalliga. Er agiert mit seinen Mannschaften gerne in einem 4-2-3-1-System und hat dieses System über viele Jahre in Köln etabliert. Bei seiner letzten Station in Sandhausen ging es oft in Richtung einer Dreierkette oder in ein Rautensystem.


    Das erste Jahr beim FCS dürfte sich auch Koschinat einfacher vorgestellt haben. Nichts ging einfach von der Hand, aller musste mühsam erarbeitet und erkämpft werden. Der Koschinat Stil ist gegenüber seinem Vorgänger weit weniger attraktiv. Seine Situation war aber ungleich schwieriger als die von Kwasniok. Das hat man aber selbst befeuert, mit Aussagen wie: Man wolle nicht schlechter sein als im vergangenen Jahr. Dazu eine nicht perfekte Kaderplanung, die meisten Transfers brachten nicht das, was man sich erhoffte und dazu Verletzungen und andere Dinge wie die Causa Erdmann, machten alles nicht leichter. Da sind die verlorenen Derbys noch nicht eingerechnet. So kam dann folgerichtig auch der Trainer in die Kritik, wenn du wie in Mannheim 80 Minuten nicht auf das Tor schießt oder zu Hause gegen Lautern auch völlig mutlos auf dem Feld herumläufst, dann hinterlässt das Spuren. Dabei waren die Ankündigungen von Koschinat ganz andere, so auch mit seinen Analysen, die meisten zulange im Kern aber immer nachvollziehbar sind. Analysiert wurde gut, dennoch immer und immer wieder die gleichen Problematiken, was man dem Trainer anlasten kann oder den fehlenden Optionen und da sind wir dann wieder bei der Kaderplanung. Galle, Groiß, Korzuschek und über lange Zeit auch Gnaase, Totalausfälle. Auch eine Problematik, die dem Trainer viel Kritik einbrachte, war Zeitz fast die komplette Vorrunde auf der IV Position zu belassen! Man könnte noch viele Dinge aufzählen, muss aber auch zur Kenntnis nehmen, es waren Umstände vorhanden, die hätten zu viel schlimmeren Dingen führen können und trotz allem war man bis zum 32. Spieltag in der Spitzengruppe dabei.
    Am Ende ist der Tabellenplatz und die Punktezahl völlig in Ordnung. Aber die Endphase der Saison, 8 nicht gewonnene Siege, die die Situation für Koschinat einfacher macht.




    Quelle Foto: Claus Kuhn http://www.saarnews.com


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