Unser nächster Gegner ---- Erster Hansa-Auftaktsieg seit 2017 – Sorge um Verhoek

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    Julian Koch 19. September 2020 um 17:06 Uhr



    "Fürchterliche Viertelstunde"

    Es war durchaus eine kuriose Szene: Als 7.125 Zuschauer nach Spielende den Sieg bejubelten, stellte sich Jens Härtel mit versteinerter Miene vor seine Mannschaft – und sah sich einem Handtuch-Wurf von Jan Löhmannsröben ausgesetzt. "Er meinte, ich solle mal lachen", berichtete der Hansa-Coach anschließend am "Telekom"-Mikrofon. Zuvor war er Löhmannsröbens Aufforderung nachgekommen. "Anstatt zu früh zu jubeln, jubele ich lieber am Ende", erklärte Härtel seine Zurückhaltung, die er schon während der Partie gezeigt hatte. "Die Anspannung war einfach riesengroß."

    Denn dass Hansa gegen die Zebras als Sieger vom Platz gehen würde, hatte sich in der Phase zwischen der 30. und 45. Minute nicht angedeutet. "Das war eine fürchterliche Viertelstunde. Wir haben unfassbare Fehler gemacht und sind in Konter reingelaufen", bilanzierte Härtel schonungslos. "Wir konnten froh sein, dass wir nur mit 0:1 in die Pause gegangen sind." Nach dem Seitenwechsel brachte Härtel mit Korbinian Vollmann (für Litka) und Nils Butzen (für Pulido) gleich zwei neue Spieler. Eine Umstellung, die voll aufging. Erst drückte Jan Löhmannsröben eine Bahn-Ecke ins Tor (56.), dann schlug Pascal Breier zweimal zu (65. / 75.) und bescherte Hansa die drei Punkte. "Nach dem Standard waren wir drin", stellte Härtel fest und sah einen "viel, viel besseren Auftritt" im zweiten Durchgang. "Da waren wir richtig gut drin."


    Wohl Faserriss bei Verhoek

    Breiers Erfolgsgeheimnis war offenbar ein Schuh-Wechsel, nachdem ihm ein Duisburger auf den Fuß getreten war. "Mit den neuen Schuhen hat es dann geklappt", grinste der Stürmer, dem die Anfangsphase ebenfalls nicht gefallen hatte: "Wir haben zu viele individuelle Fehler gemacht." Breier selbst kann man dabei aber keinen großen Vorwurf machen, schließlich kam der 28-Jährige erst nach 33 Minuten für den verletzten John Verhoek. Der Niederländer hatte sich am Oberschenkel verletzt. "Es sieht nach einem Faserriss aus und wird wohl ein paar Wochen dauern", lautete die erste Einschätzung von Härtel. Ein Wermutstropfen also an einem Tag, an dem sonst alles für Hansa lief.

    Dazu zählt etwa, dass die Kogge erstmals seit Mai 2019 (2:1 in Osnabrück) wieder ein Spiel gedreht hat – einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit sei Dank. "Nicht rumeiern" lautete Härtels Vorgabe im Vorfeld der Partie mit Blick auf den Saisonstart – gegen Duisburg klappte das. Die Folge: Vorerst steht die Kogge zusammen mit 1860 München an der Tabellenspitze. Wirklich aussagekräftig ist das natürlich nicht, doch eine schöne Momentaufnahme stellt der Platz an der Sonne vor dem Auswärtsspiel in Saarbrücken am kommenden Samstag allemal dar.