Vorbericht: FCS im Finale in Elversberg zu Gast

41 Pflichtspiele hat der FCS seit dem vergangenen August absolviert, ab Mitte September stand in der komprimierten Saison 2020/21 kaum mal Zeit für ein Durchatmen zur Verfügung. Zum Abschluss der Runde steht nun die Nummer 42 an und ein letztes Mal fordert der Saarlandpokal seine Aufmerksamkeit. Holt sich der FCS den Titel, qualifiziert sich für den DFB-Pokal und krönt eine überragende Saison? Oder verteidigt Elversberg den Pokal und wirft bei den Malstättern einen Schatten auf die Spielzeit? Wieder einmal kommt es im Endspiel um den Saarlandpokal zum Duell der beiden besten saarländischen Mannschaften der letzten Jahre. Der FC hatte dabei im Halbfinale mächtig Mühe und setzte sich erst im Elfmeterschießen gegen den FC Homburg durch. Elversberg genoss dagegen das Privileg eines Freiloses und ist ohne Spiel in das Finale gekommen. Gespielt wird am Samstag, 29.Mai ab 14:00 Uhr.







TV-Übertragung

Trotz Finaltag der Amateure werden die Spiele in diesem Jahr nicht in Konferenzen in der ARD gezeigt. Dafür kann der saarländische Rundfunk das Endspiel nicht nur im Stream, sondern auch im Fernsehprogramm in voller Länge übertragen. Alle Informationen.



Stadion

Seit 2018 ist die Kaiserlinde Elversberg vom Verband als fester Spielort im Finale festgelegt worden. Zuvor hatte man das Stadion jeweils anhand der beiden Teilnehmer im Endspiel bestimmt. Ein Blick auf das Stadion.



Schiedsrichter

Regionalligaschiedsrichter Jan Dennemärker wird das Finale im Saarlandpokal pfeifen. Für den 27-Jährigen wird es sein erstes Finalspiel sein. Er pfeift seit 2018 in der Regionalliga Südwest und kam dort bisher auf 28 Einsätze. Als Assistent ist er seit 2019 bis zur 3.Liga aktiv. Dennemärker leitete bisher zwei Pokalspiele mit FCS-Beteiligung. Im September 2018 war er Spielleiter bei einem Gastspiel des FCS bei Oberligist Hertha Wiesbach. 14 Monate später pfiff das letzte Saarlandpokalspiel vor der Pandemie. Im Achtelfinale war der FCS zu Gast in Rohrbach. Beide Spiele gewann der FCS mit 4:0. Als Assistenten sind Luca Schiliro und Thorben Rech am Start.



Die Historie

Seit dem zweiten Weltkrieg haben sich die SVE und der FCS in insgesamt 39 Duellen getroffen. Gegen kein anderes Team hat der FC in diesem Jahrtausend öfter gespielt - nämlich schon 29 Mal - als gegen die SVE. Die allgemeine Bilanz spricht dabei mit 20 Siegen, sieben Unentschieden und zwölf Niederlagen relativ klar für den FCS. Die Molschder erzielten 68 Tore und kassierten 49 Gegentore. In diesem Jahrtausend ist die Bilanz mit dreizehn Siegen, fünf Unentschieden und elf Niederlagen ausgeglichener. Das letzte Ligaspiel im November 2019 verlor der FCS mit 3:0 in Elversberg und allgemein hat man in der Liga seit Mai 2007 nicht mehr an der Kaiserlinde gewinnen können. Im Pokal gelang dies dagegen zwei Mal. Im März 2011 setzte man sich durch einen Hattrick von Markus Fuchs und einem Treffer von Manuel Stiefler mit 4:2 in Elversberg durch. Im Finale 2019 gelang ebenfalls ein Sieg. Im Finale sorgten Tore von Zeitz und Jacob für einen 2:1-Sieg, obwohl man nach einer Ampelkarte gegen Kehl-Gomez rund 25 Minuten in Unterzahl agieren musste. Der SFV hatte allerdings gönnerhaft den Malstättern das "offizielle Heimrecht" für diese Begegnung zugesprochen.



Der Gegner: SV 07 Elversberg

Die 1907 gegründete (mit Auflösung in beiden Weltkriegen) Sportvereinigung 07 Elversberg/Saar ist aufgrund der räumlichen Nähe beim FCS bestens bekannt und kann wie der 1.FCS ein großes Lied von den Tücken der Regionalliga Südwest singen. Seit man 2014 nach einem einjährigen Ausflug in die 3.Liga wieder in die Regionalliga abgestiegen ist hat man Jahr für Jahr das Ziel vom Aufstieg auf der Fahnenstange und findet doch den Ausweg aus der Regionalliga nicht. Die Vereinsfarben sind schwarz und weiß. Als Hauptsponsor agiert seit vielen Jahren das Unternehmen rund um Frank Holzer. Durch diese Unterstützung kann Elversberg stets einen sehr guten Etat für die Regionalliga auf die Beine gehen und geht Jahr für Jahr als einer der Favoriten in die Saison. Der Aufstieg in die 3.Liga und das eine Jahr in der dritten Spielklasse stellt auch den größten Erfolg des Vereins dar. Im ersten Jahr nach dem Abstieg erreichte man in der Regionalligasaison 2014/15 den dritten Platz hinter Offenbach und dem FCS, in den folgenden beiden Jahren ging es in die Aufstiegsspiele. Die SVE scheiterte nacheinander an Zwickau und Unterhaching. 2017/18 spielte man keine Rolle im Kampf um die Aufstiegsplätze und wurde am Ende einer enttäuschenden Saison nur Fünfter. 2018/19 startete man schlecht und kam erst durch einen Trainerwechsel in Fahrt. Dies reichte am Ende noch zu einem vierten Platz, allerdings mit einem Rückstand von 28 Punkten auf den Meister aus Mannheim. Im Vorjahr lief man von Beginn an dem FCS hinterher, zum Zeitpunkt des Saisonabbruches war man Zweiter mit sechs Punkten Rückstand. Auch für dieses Jahr steht der Aufstieg als Ziel.



Trainer: Horst Steffen

Seit Oktober 2018 ist Horst Steffen der Trainer der SVE. Der 52-Jährige hat vor rund einem Monat seinen Vertrag bis 2023 verlängert. Er übernahm damals das Amt vom glücklosen Roland Seitz und führte die SVE wieder in ruhigere Gefilde.



Transferaktivitäten

Im Laufe dieser Saison wurde der Kader in Elversberg verkleinert. Man hatte insgesamt über die Spielzeit zwölf Abgänge. Unter diese Abgängen fallen ehemalige FCS-Spieler wie Oliver Oschkenat (Aalen) oder Benno Mohr (Pirmasens), aber auch Spieler wie Außenverteidiger Nils Winter (Oberhausen) oder Angreifer Thomas Gösweiner (Homburg) wurden abgegeben. Dafür kamen neun neue Spieler. Im Tor hat man sich mit Jan-Ole-Sievers (ehemals FCK) verstärkt, in der Abwehr gab es nach einigen Abgängen drei neue Spieler. Laurin von Piechowski kam von West-Meister Rödinghausen, Kevin Conrad von Waldhof Mannheim und Maurice Neubauer vom FC Homburg. Im Mittelfeld konnte man mit der Verpflichtung von Nico Karger (1860 München) und Eros Dajac aufwarten. Dajac kam wie von Piechowski aus Rödinghausen. Für den Sturm kamen Luca Schnellbacher (Münster) und Vincent Boesen (Aachen), außerdem holte man Kevin Koffi aus Mannheim zurück.



Ehemalige FCS-Spieler

Drei ehemalige FCS-Spieler stehen im Kader der SVE. Yannick Haupts und Robin Fellhauer spielten dabei ausschließlich in ihrer Jugendzeit beim FCS. Lukas Kohler wurde ebenfalls beim FCS ausgebildet und spielte von 2005 bis 2013 und ein halbes Jahr in Rückrunde der Saison 2013/14 für den FCS.



Elversberg Saison in der Regionalliga

Der SVE gelang ein sehr vernünftiger Saisonstart. Obwohl man die ersten beiden Auswärtsspiele der Saison und am 8.Spieltag auch das Heimspiel gegen den FK Pirmasens verlor, war man zum Zeitpunkt der Saisonunterbrechung (Ende Oktober) auf dem dritten Platz und in Tuchfühlung zum Aufstiegsplatz. Der Restart ab Mitte Dezember verlief alles andere als wunschgemäß. Man startete mit vier Unentschieden in Serie (unter anderem gegen Steinbach und Freiburg) und hatte auch in der Folge noch einige Unentschieden dabei. Geraden Remis gegen Bayern Alzenau oder die TSG Balingen schmerzten. Anfang Februar verlor man auch das Heimspiel gegen den SSV Ulm mit 0:2. Nach dieser Niederlage lag Elversberg nur noch auf dem fünften Platz und hatte - obwohl die meisten Spiele - schon sechs Punkte Rückstand nach oben. Man ließ vier deutliche Siege folgen, ehe am 28.Spieltag ein Remis gegen Homburg folgte. Nach einem Sieg in Pirmasens folgte zwei weitere Unentschieden in Koblenz und gegen Frankfurt und der Rückstand auf die Spitze wuchs auf zehn Punkte an. Beginnend mit einem 4:1-Heimsieg über Eintracht Stadtallendorf hat Elversberg in der Folge alle neun Ligaspiele gewinnen können. Zuletzt gab es einen 2:0-Auswärtssieg bei der TSG Hoffenheim II und am vergangenen Freitag einen 1:0-Heimsieg über die TSG Balingen.


In der Tabelle der Regionalliga Südwest belegt man mittlerweile den zweiten Platz und hat möglicherweise auch noch Chancen auf den Aufstieg. Drei Spieltage vor Schluss liegt man fünf Punkte hinter dem Spitzenreiter SC Freiburg II und am vorletzten Spieltag kommt es in Elversberg noch zum direkten Duell. Allerdings hat man bereits ein Spiel mehr bestritten und sollte Freiburg am heutigen Mittwoch gegen Ulm gewinnen, so sind die Aufstiegschancen nur noch theoretisch. Elversberg hat 81 Punkte in 39 Spielen gesammelt und stellt mit 92 Toren die beste Offensive der Regionalliga Südwest. Auf der Gegenseite hat man 40 Treffer kassiert, dies ist der schlechteste Wert der TOP5. Die besten Torschützen der Mannschaft sind Israel Suero und Kevin Koffi mit jeweils 18 Saisontoren. Es folgten Luca Schnellbacher (14) und Luca Dürholtz (13). Auch in der Heimtabelle belegt man aktuell den zweiten Platz. In 20 Heimspielen gab es zwölf Siege, sechs Unentschieden und zwei Niederlagen.



Aufstellung gegen die TSG Balingen

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