Der große Saisonrückblick (Teil I) - Ein Traumstart

Nach sechs Jahren in der Regionalliga startete der FCS im September 2020 endlich wieder in der 3.Liga. Vor dem Start herrschten viele Fragezeichen rund um die Qualität von Kader und Trainer. Die Vorbereitung hatte man zwar gut bestritten, im Saarlandpokal gegen Homburg jedoch auch mit 0:3 verloren. Euphorie schürte die im September verkündete, kurzfristige Rückkehr in den Ludwigspark.


Am 19.September stand für den FCS jedoch zunächst das Auftaktspiel der 3.Liga beim VfB Lübeck an. Bei der Rückkehr auf die Profibühne geriet der FC früh in Rückstand und hatte lange Zeit große Probleme gegen den Mitaufsteiger und späteren Absteiger. In der zweiten Hälfte kam man besser auf, brauchte trotzdem lange Zeit für Torchancen. Tobias Jänicke sicherte dem FCS schließlich mit seinem Ausgleichstreffer noch einen Punkt. Eine Woche später kam Hansa Rostock zum FCS. Nach 1.757 Tagen kehrten die Malstätter in ihre Heimat zurück und durften immerhin 900 Zuschauer ins Stadion lassen. Man ging gegen den späteren Aufsteiger als Außenseiter in die Begegnung. Nach nicht einmal fünf Minuten traf Jacob per Elfmeter zur Führung und zum ersten Tor im neuen Park. Der FCS überzeugte in der ersten Hälfte mit Powerfußball und hätte höher führen müssen. Im zweiten Abschnitt galt es sich den stark aufkommenden Rostockern defensiv zu stellen. Neuzugang Shipnoski besorgte kurz vor Schluss den umjubelnden zweiten Treffer und machte den Auftaktsieg im neuen Stadion perfekt.


Einen Spieltag später sprang der FC an die Tabellenspitze: Im zweiten Heimspiel in Folge fegte man Halle mit 4:0 aus dem Stadion und begeisterte die 900 Zuschauer im Park. Einen Doppelpack gab es von Rückkehrer Deville, dazu trafen Shipnoski und Mendler. Leider war es das letzte Spiel vor Zuschauern in dieser Saison und in der Folge dominierten die ungeliebten Geisterspiele. Ein Spielausfall in Duisburg stürzte die Blauschwarzen wieder von der Spitze, doch die Malstättern begeisterten weiter mit tollen und packenden Spielen. Im Heimspiel gegen die SpVgg Unterhaching drehte man das Spiel spät, Sebastian Jacob traf in der Nachspielzeit zum Siegtreffer. Einen echten Husarenritt lieferte man drei Tage später bei 1860 München. Die "Revanche" für die Relegation 2018 gelang durch einen 2:1-Auswärtssieg. Breitenbach und Jacob trafen im Grünwalder Stadion. Zum Ende der englischen Woche gab es im Heimspiel gegen den starken Mitaufsteiger Verl dagegen eine späte Niederlage zu verzeichnen. Es war der erste echte Rückschlag in der Saison und die zweite Saisonniederlage folgte eine Woche später. Beim KFC Uerdingen dominierte der FCS, verlor jedoch durch einen Treffer in der Nachspielzeit mit 0:1. Diese Rückschläge schüttelte man ohne Probleme ab.


Das Nachholspiel beim MSV Duisburg gewann man mit 3:2 und setzte ein weiteres Ausrufezeichen an die Liga. Lange Zeit sah man wie der sichere Sieger aus, ließ die Gastgeber dann durch einen Doppelschlag zurück ins Spiel. In letzter Sekunde traf Jänicke zum Sieg. Der FCS war wieder Tabellenführer und verteidigte die Position auch im Heimspiel gegen Dynamo Dresden. Man geriet früh in Rückstand, bewies jedoch Moral und spielte beeindruckend gegen den TOP-Favoriten der Liga. Shipnoski erzielte mit dem Pausenpfiff den Ausgleich, Jacob traf in der Nachspielzeit zum verdienten Sieg. Der Höhepunkt des Traumstartes gab es am zehnten Spieltag. Bei Viktoria Köln siegte der FCS mit 2:0 und war auch in diesem Spiel klar die bessere Mannschaft. Ein Eigentor brachte den FCS in Führung, Shipnoski erhöhte in Überzahl kurz nach der Pause. Nie war ein Aufsteiger in der 3.Liga besser gestartet als der FCS, doch der Sieg war das Höhepunkt.


Die Malstätter verloren in den folgenden Begegnungen ihre defensive Stabilität. Los ging dies beim Heimspiel gegen Wiesbaden. In einem spektakulären Spiel reichten dem FCS drei eigene Treffer nicht, das Spiel endete 3:3. Jacob erzielte zwei sehenswerte Treffer. Bei Türkgücü München war der FCS über weite Strecken hoch überlegen, geriet jedoch zu leicht in Rückstand. Am Ende sorgte Mendler zumindest für den Ausgleich. Zum Ende dieses Woche kam es nach über 27 Jahren endlich wieder zu einem Pflichtduell gegen den FCK. Der FCS war deutlich schwächer als noch in den Spielen zuvor, trotzdem klar überlegen und hatte einiges Pech mit Schiedsrichterentscheidungen. Der Gegentreffer nach einer Stunde fiel wieder deutlich zu einfach und 20 Minuten lief man in Überzahl dem Rückstand hinterher. Maurice Deville erzielte kurz vor Schluss zumindest noch den Ausgleich. Zufriedenstellend konnte das Ergebnis trotzdem kaum sein. Eine Woche später flogen dem FCS die Probleme in der Defensive zum ersten Mal richtig um die Ohren. Bei Waldhof Mannheim ging man noch in Führung und spielte eigentlich eine starke erste Hälfte. Individuelle Fehler ließen die Gastgeber das Spiel drehen und in Hälfte 2 lief nicht mehr viel. Durch ein 1:4 setzte es die höchste Saisonniederlage und den Verlust der Tabellenführung. Auch das folgende Heimspiel gegen den FC Bayern II ging verloren. Wieder setzte es zwei Gegentreffer, da half auch der zwischenzeitliche Ausgleich von Jänicke nicht mehr viel. Im letzten Spiel des Jahres 2020 gegen Ingolstadt gipfelten die defensiven Probleme mit drei Gegentreffern nach 19 Minuten, die Mannschaft zeigte jedoch große Moral, spielte noch Remis und hätte die Begegnung gegen den späteren Aufsteiger noch gewinnen können. Als Tabellenvierter ging es in die kurze Winterpause.

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