2.Test: Lehrreicher Test in Luxemburg

Die Vorbereitung beim 1.FCS schreitet voran und man befindet sich in Mitten der zweiten Woche. Nach dem eher gemächlichen Testauftakt wartete am Mittwoch mit Fola Esch der erste Härtetest. Der Luxemburger Meister bestreitet bereits kommende Woche sein erstes Pflichtspiel in der Champions Leaque-Qualifikation und nutzte die Begegnung als Generalprobe. Nach 90 Minuten trennten sich beide Teams vor den 300 zugelassenen Zuschauern im Stadion in Esch mit einem 2:1-Erfolg für die Gastgeber. Der FCS muss jedoch nicht mit einem schlechten Gefühl aus der Begegnung gehen, gerade Neutrainer Uwe Koschinat wird viele wichtige Erkenntnisse aus der Begegnung ziehen können.


Drei Spieler fehlten dem FCS durch Verletzungen. Der längerfristige Ausfall von Steven Zellner ist hinlänglich bekannt, auch Angreifer Sebastian Jacob steht weiter nicht zur Verfügung. Nach seiner Achillessehnenreizung trainiert er noch individuell. Verzichten muss der Trainer vorerst auch auf Neuzugang Alexander Groiß. Er zog sich am Montag im Trainingslager einen Rippenbruch zu. Außerdem ist Manuel Zeitz leicht angeschlagen und wurde in Esch geschont. Torhüter Marcel Johnen stand nicht im Kader. Erstmalig mit am Start war dafür Offensivakteur Justin Steinkötter. Nach Pfeifferschem Drüsenfieber konnte er am Montag ins Mannschaftstraining einsteigen. Die Innenverteidiger Stephen Sama (zuletzt Accrington Stanley) und Erdal Akdari (zuletzt Eskisehispor/2.Liga Türkei) stellten sich als Testspieler vor.



Taktik

20 Feldspieler standen dem Trainer zur Verfügung und Uwe Koschinat nutzte die Möglichkeit um die Spielanteile wieder großzügig aufzuteilen. Alle Spieler kamen über jeweils eine Halbzeit zum Einsatz. Taktisch gingen die Malstätter wieder in einem 4-2-3-1-System in die Begegnung. Defensiv blieb die Grundordnung bestehen, im eigenen Spiel verfolgte der FCS in einem 4-2-4-System zwei Ansätze. Einmal der Ansatz der langen Bälle auf Zielspieler Grimaldi, deutlich öfter setzte man jedoch auf ein geordnetes Aufbauspiel durch einen fallenden Sechser und einen fallenden Stürmer um die Bälle mit Tempo hinter die gegnerische Abwehr zu bringen. Dafür rückten unter anderem die Außenverteidiger hoch auf.


In der ersten Hälfte verteidigten Dominik Ernst, Rasim Bulic, Stephen Sama und Nick Galle vor Daniel Batz in der Viererkette. Testspieler Sama und Bulic verteidigten zentral, als rechter Verteidiger lief Ernst auf und Galle besetzte den Posten des linken Verteidigers. Im defensiven Mittelfeld begannen Luca Kerber und Tobias Jänicke. Die Flügelpositionen wurden von Robin Scheu (rechts) und Tim Korzuscheck (links) besetzt, die Position hinter der Spitze füllte Julian Günther-Schmidt aus. Im Angriff selbst begann Adriano Grimaldi. Nach der Halbzeitpause besetzten Recktenwald und Müller die beiden Außenverteidigerpositionen, im Abwehrzentrum durften nun Uaferro und der zweite Testspieler Akdari ran. Im Tor stand nun Jonas Hupe. Die beiden defensiven Positionen im Mittelfeld begleiteten Dave Gnaase und Sebastian Bösel, vor ihnen nahm Marius Köhl die Rolle des Zehners ein. Den rechten Flügel beackerte Maurice Deville, über die linke Seite kam Minos Gouras und als Stoßstürmer agierte erstmalig im FCS-Dress Justin Steinkötter. Nach 16 Minuten verlagerte der FCS über Grimaldi das komplette Spiel, die Flanke von Ernst fand jedoch keinen Abnehmer.



Das Spiel

Beide Teams starteten langsam in die Begegnung, auch wenn der FCS in der Anfangsphase den größeren Anteil an Ballbesitz für sich verbuchen konnte. Die erste strittige Szene nach fünf Minuten. Jänicke spielte durch die Schnittstelle der Abwehr auf Günther-Schmidt, der Schiedsrichter entschied strittig auf Abseits. Neun Minuten später stand wieder Günther-Schmidt im Fokus. Nach einem Steckpass von Korzuschek scheiterte er aus spitzen Winkel am Torwart. Dazwischen hatten die Gastgeber den FCS mit teils hohen Pressing vor Probleme gestellt, ohne jedoch zu ernsten Chancen zu kommen. Auffällig beim spielbestimmenden FCS waren in dieser Phase große Abstände zwischen der Viererkette und den Sechsern. Die sechs Offensiven störten weit in der gegnerischen Hälfte während die Abwehrkette gute 15 oder gar 20 Minuten dahinter stand. Offensiv blieb es beim Versuch das komplette Spielfeld zu nutzen, Räume zu schaffen und dann ins Tempo zu kommen. Zu oft leistete man sich jedoch Ungenauigkeiten beim letzten oder vorletzten Ball. Mangelnde Präzision sorgte für Probleme im letzten Drittel. Nach einer halben Stunde vertändelte Daniel Batz den Ball außerhalb des eigenen Strafraums und sorgte so für die Führung der Gastgeber mit dem ersten Schuss auf das Tor. Bis zur Halbzeit passierte anschließend wenig. Der zweite Abschnitt startete mit einem Distanzschuss von Müller über das Tor ehe Esch nach 51 Minuten erhöhen konnte. U19-Akteur Recktenwald verlor die Kugel im eigenen Ballbesitz, danach fand der aufgerückte FCS keinen Zugriff mehr. Aus kurzer Distanz trafen die Gastgeber zum 2:0. Danach wurden die Malstätter zielstrebiger in den Aktionen. Gnaase behauptete den Ball im Mittelfeld und spielte den umtriebigen Steinkötter frei, aus 15 Metern schloss er über das Tor ab (55.). Eine Minute später prüfte Bösel mit einem satten Distanzschuss den Keeper, mit einer guten Reaktion klärte er zur Ecke. Die Gastgeber agierten weiter fast ausschließlich aus FCS-Fehler heraus. So auch nach einer Stunde. Recktenwald ging an der Mittelinie ins Dribbling und nach Ballverlust ging es schnell. Freistehend am zweiten Pfosten schoss Esch jedoch über das Tor. Die Druckphase des FCS nahm jedoch zu und man erspielte sich weitere Torchancen. Der kleine Minos Gouras köpfte nach 65 Minuten knapp über die Latte, die Flanke kam von Deville. Vier Minuten später zeigte der Keeper nach einem Kopfball von Uaferro eine gute Parade. Mit Beginn der Schlussviertelstunde gewann Recktenwald den Ball im Mittelfeld, Gnaase fand Köhl hinter der Abwehr. Im Zwei gegen Eins verpasste der freistehende Gouras jedoch den Anschlusstreffer. Gouras bediente auch Köhl, doch wieder war das Torwart (dieses Mal mit dem Fuß) im Weg. Belohnen konnte sich die Blauschwarzen so erst sechs Minuten vor dem Spielende. Bösel fand die Schnittstelle in der gegnerischen Abwehr und schickte Gouras ins Tempo. Seine Flanke auf den zweiten Pfosten drückte Deville über die Linie. Die große Chance zum Ausgleich hatte Köhl kurz vor Schluss. Steinkötter kam hinter der Abwehr an den Ball und bei seinem Querpass fehlte Köhl ein Schritt.



Zweiter Eindruck

Man kann aus dem Spiel viel lernen. Esch war erwartungsgemäß ein ganz anderes Kaliber und forderte den FCS mehr. Der FC hatte viel mehr Ballbesitz, die bessere fußballerische Anlage und hat sich im Grunde gegen einen deutlich frischeren Gegner in der Defensiv selbst geschlagen. Ohne diese großen Fehler in der Defensive hat man kaum etwas zugelassen, umgekehrt war der frühe Zeitpunkt der Vorbereitung gerade im ersten Abschnitt zu sehen. Die Abläufe, die Automatismen sind noch nicht da und so konnte man viele aussichtsreiche Angriffe nicht zu Ende spielen. Für das Ergebnis ausschlaggebend war am Ende aber auch eine schlechte Effizienz vor dem Tor. Bis Saisonstart bleibt eine Menge Arbeit für Mannschaft und Trainer offen.


Nach nun insgesamt 90 Minuten bleibt eine Kurzbewertung der Neuzugänge nicht aus. Nick Galle blieb hinten links unauffällig im Offensivspieler und hatte Defensiv seine Probleme durch ein schlechtes Stellungsspiel oder schlechte Zweikampfführung. Auf der anderen Seite blieb Dominik Ernst auch deutlich unauffälliger als noch gegen Quierschied und tat sich mit der Präzision in den eigenen Aktionen schwer. Ähnliches gilt auch für Robin Scheu. Er überzeugte kämpferisch, spielerisch verpasste er den letzten Ball zu oft. Auf Linksaußen setzte Korzuschek in Hälfte 1 wenige Akzente, gerade sein fehlendes Tempo verhinderte einige Tiefenläufe. Mit Ball am Fuß glänzte er wieder mit guter Technik und Übersicht. Adriano Grimaldi agierte wie in Quierschied. Er hatte einige gute Aktionen, sein Rückstand ist aber noch enorm und er ist auch noch nicht in das Spiel der Mannschaft eingebunden. Jonas Hupe im Tor lässt sich weiter nicht bewerten. Trotz des Gegentreffers hat er wie in Quierschied nichts auf Tor bekommen. Frederik Recktenwald kann aus diesem Spiel sehr viel in Sachen Tempo ziehen. Er hat sich einige Male abkochen lassen und den Ball verloren. Mit zunehmender Spieldauer kam er besser ins Spiel und wurde ein offensiver Aktivposten. Dave Gnaase war im zentralen Mittelfeld erneut der auffälligste FCS-Spieler mit starker Leistung und einer guten Übersicht. Justin Steinkötter bewegte sich viel, war an den meisten offensiven Aktionen beteiligt und war ein klarer Aktivposten.



Die Testspieler

Sind nach jeweils einer Halbzeit ungemein schwer zu bewerten, zumal Fola nur wenige richtige Angriffe hatte. Beide Spieler leisteten sich keine größeren Patzer und spielten ruhig ihr Spiel. Auffällig waren beide nicht. Stephen Sama hinterließ im ersten Abschnitt den leicht besseren Eindruck. Er konnte ein gutes Stellungsspiel unter Beweis stellen, hat eine ordentlich Grundschnelligkeit vorzuweisen und zeigte sich sowohl in der Luft als auch am Boden als robuster Innenverteidiger.



Die restliche Vorbereitungswoche

Nach dem Test endete das dreitägige Trainingslager am Bostalsee mit insgesamt sechs Einheiten. Am Donnerstag gönnt Uwe Koschinat seiner Mannschaft einen Ruhetag, ab Freitag setzt man dann die zweite Woche der Vorbereitung fort. Morgens wartet eine Athletikeinheit, am Nachmittag wird wie am Samstagmorgen im Sportfeld trainiert. Den Abschluss der Woche bildet am Samstag ab 16:00 Uhr der dritte Test beim KAS Eupen. Dann sind leider keine Zuschauer erlaubt.



Spieldaten

Datum:Mittwoch, 30.Juni 2021 um 19:00 Uhr
Spielort:Stade Émile Mayrisch, Esch/Luxemburg
Zuschauer:300



Tore

SpielstandSpielminuteTorschütze
1:031.
2:051.
2:184.Maurice Deville (1.Tor)



Taktik

System:4-2-3-1



Aufstellung (1.Halbzeit)


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Aufstellung (2.Halbzeit)


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Ersatzbank

Jonas HupeFrederik Recktenwald
Boné UaferroErdal Akdari
Mario MüllerDave Gnaase
Sebastian BöselMarius Köhl
Maurice DevilleMinos Gouras
Justin Steinkötter



Wechsel

SpielminuteEingewechseltAusgewechselt
46.Jonas HupeDaniel Batz
46.
Frederik RecktenwaldDominik Ernst
46.
Mario MüllerNick Galle
46.
Sebastian Böse
Luca Kerber
46.
Dave GnaaseTobias Jänicke
46.
Marius KöhlJulian Günther-Schmidt
46.
Maurice DevilleRobin Scheu
46.
Minos GourasTim Korzuschek
46.
Erdal Akdari
Stephen Sama
46.
Boné UaferroRasim Bulic
46.Justin SteinkötterAdriano Grimaldi



Nicht im Kader

SpielerGrund
Sebastian JacobIndividuelles Training
Alexander GroißRippenbruch
Marcel JohnenNicht nominiert
Steven ZellnerKnieverletzung
Manuel ZeitzWadenprobleme



Vorbereitungsplan im Überblick

DatumUhrzeitOrtHeim-AuswärtsErgebnis
Montag, 21.Juni14:00 UhrFC-SportfeldTrainingsauftakt
Dienstag, 22.Juni11:30 UhrSportschule SaarbrückenLaktattest
Samstag, 26.Juni15:00 UhrQuierschiedSpVgg Quierschied (Saarlandliga)-FCS0:6 (0:3)
Montag, 28.Juni -

Mittwoch, 30.Juni
NohfeldenKurztrainingslager am Bostalsee
Mittwoch, 30.Juni19:00 UhrEschCS Fola Esch (1.Liga/Luxemburg)-FCS2:1 (1:0)
Samstag, 3.Juli16:00 UhrEupenKAS Eupen (1.Liga/Belgien)-FCS
Samstag, 10.Juli15:00 UhrFreiburgSC Freiburg (1.Liga)-FCS
Mittwoch, 13.Juli18:00 UhrMettlachSV Mettlach (Saarlandliga)-FCS
Samstag, 17.JuliOffenGrenke-Stadion/KarlsruheKarlsruher SC (2.Liga)-FCS


Ein paar Bilder rund um die Begegnung:


Kommentare 1

  • Fände das Spiel in 2-3 Wochen statt, würde Fola nicht als Sieger vom Platz gehen.


    Ansonsten speziell in den letzten 30 Minuten hat mir unsere Mannschaft gut gefallen.