4.Test: Guter Auftritt bei Bundesligist

Mit einer achtbaren 1:2-Auswärtsniederlage kehrte der 1.FCS am Samstag vom Testspiel beim SC Freiburg zurück. Beim letztjährigen Tabellenzehnten der Bundesliga hatte Angreifer Adriano Grimaldi die Malstätter frühzeitig in Führung gebracht, mit einem Doppelschlag unmittelbar nach der Halbzeitpause drehten die überlegenen Freiburger das Spiel schließlich zu ihren Gunsten. Aus Sicht der Saarländer lassen sich etliche positive Dinge aus dem Test ziehen, wie gewünscht zeigte der höherklassige Gegner aber auch noch Verbesserungspotenzial bei der Mannschaft von Trainer Uwe Koschinat auf.



Taktik

Der FCS reiste mit insgesamt 21 Akteuren in den Breisgau, darunter drei Torhütern. Nicht am Start waren Steven Zellner (verletzt), Sebastian Bösel (individuelles Training), Frederic Recktenwald (Unbekannt) sowie Dominik Ernst und Sebastian Jacob. Die beiden letztgenannten Spieler hatten die Woche über am Training teilgenommen. Bei Jacob und seinem Trainingsrückstand sowie auch bei Ernst nach seinen muskulären Problemen wird die Belastungssteuerung mutmaßlich der ausschlaggebende Punkt gewesen sein. Dafür mit dabei: Bruno Soares in seinem ersten offiziellen Spiel als FCS-Spieler und Alexander Groiß (nach Rippenbruch) und Manuel Zeitz (nach muskulären Problemen).


Uwe Koschinat blieb ihm erwarteten 4-2-3-1-System und Daniel Batz im Tor agierte als erster Keeper in dieser Vorbereitung über die vollen 90 Minuten. Rechts hinten musste der Trainer angesichts der Ausfälle von Ernst und Bösel basteln und probierte Offensivspieler Robin Scheu aus. Die Innenverteidigung bildeten Bruno Soares und Boné Uaferro. Der Brasilianer begleitete den rechten Part des zentralen Duos. Links hinten begann Mario Müller. Im defensiven Mittelfeld kehrte Alexander Groiß sofort in die Mannschaft zurück und spielte an der Seite von Dave Gnaase. Davor setzte man auf eine Dreierkette um Deville auf dem rechten Flügel, Jänicke hinter der Spitze und Gouras auf der linken Seite. Wie in bisher allen Testspielen begann Adriano Grimaldi in der Sturmspitze.


Zur Halbzeit nahm der FCS die ersten drei Wechsel vor: Manuel Zeitz kam für Soares in die Innenverteidigung, Luca Kerber ersetzte Groiß im defensiven Mittelfeld und Nick Galle kam für Maurice Deville ins Spiel. Galle besetzte seine angestammte Position des Linksverteidigers, Müller ging dafür auf die ungewohnte rechte Abwehrseite und Scheu zeitweise ins rechte Mittelfeld. Nach 57 Minuten kam Günther-Schmidt für Müller ins Spiel. Scheu ging wieder nach rechts hinten, Jänicke auf die rechte Außenbahn. Dann kam Steinkötter für Grimaldi ins Spiel und spielte ganz vorne drin. Eine Viertelstunde vor Spielende kamen noch Bulic für Scheu, Köhl für Jänicke und Korzuschek für Gouras ins Spiel. Neben Torhüter Batz absolvierten so Uaferro und Gnaase die kompletten 90 Minuten.



Das Spiel

Der Bundesligist startete mit mehr Ballbesitz in die Begegnung und zeigte erwartungsgemäß die bessere Spielanlage. Gerade die Tempowechsel im Spiel der Freiburger gingen für den FC in der ersten Phase bisweilen zu schnell. Große Chancen konnte die Defensive der Blauschwarzen jedoch - mit Ausnahme eines gefährlichen Kopfballs nach drei Minuten - zunächst verhindern. Die erste Offensivaktion des Drittligisten gab es nach sechs Minuten. Jänicke presste stark, holte sich das Leder und wurde gefoult. Der folgende Freistoß führte jedoch fast in einen Konter des Bundesligisten. Die Führung des FCS nach neun Minuten kam ob des Spielverlaufes überraschend. An der Mittelinie presste Adriano Grimaldi, holte sich die Kugel und leitete mit einem langen Sprint die Aktion selbst ein. Nach einem Doppelpass mit Jänicke tauchte er frei vor dem gegnerischen Tor auf und traf aus spitzen Winkel zur Führung. Keine Minute später fast der Ausgleich. Grifo prüfte Batz mit einem Schuss aus 21 Metern, der FCS-Keeper wehrte mit schöner Parade zur Ecke ab. Die nächsten gefährlichen Chancen gab es erst zehn Minuten später. Am Ende einer langen Belagerungsphase des FCS-Strafraumes kam Freiburg über rechts zum Flanken, der Kopfball ging über das Tor. Zwei Minuten später kam der SCF über links hinter die Abwehr, Batz wehrte den Abschluss ab und Müller klärte im Zentrum endgültig. Dazwischen hatte auch der FCS wieder eine Offensivaktion. Ein Schnittstellenpass fand den Weg zu Jänicke, trotz aussichtsreicher Position hatte der Routinier jedoch zu wenig Zug aufs Tor und die Chance blieb ungenutzt. Nach intensiven ersten 20 Minuten konnte der 1.FCS die Begegnung offener gestalten. Man kam nun mehr zu eigenen Ballbesitzphasen, ließ die Kugel laufen und spielte nicht mehr fast ausschließlich ein direktes Offensivspiel mit einer schnellen Überbrückung des Mittelfeldes. Bis zur Halbzeit passierte so vor den Toren nicht mehr viel. Nach 34 Minuten kam ein Schnittstellenpass der Freiburger durch, da der sonst starke Soares sich auf die falsche Seite drehte. Der Abschluss stellte Batz jedoch vor keine Probleme. Kurz vor der Pause ging ein Freistoß der Gastgeber ans Außennetz.


Zur zweiten Halbzeit hatte der FCS drei Positionen in der Abwehrkette neu besetzt und auch im defensiven Mittelfeld umgestellt. Die Stabilität ging in den ersten Minuten verloren und bereits nach zwei Minuten nach Wiederanpfiff fiel der Ausgleich. Nach einem Eckball verlor Kerber im Zentrum die Zuordnung, sein Gegenspieler köpfte in die lange Ecke ein. Weitere sechs Minuten später bekam der FC weder auf der eigenen linken Abwehrseite noch im zentralen Mittelfeld einen Zugriff, nach guter Spielverlagerung hinter Müller traf ein Freiburger freistehend zum 2:1. Erst danach stabilisierte sich der FCS wieder in der Defensive und kam nach 56 Minuten zur ersten Offensivaktion im zweiten Abschnitt. Kerber spielte aus dem Mittelfeld einen guten Ball hinter die Kette, Gnaase wurde aus 17 Metern jedoch in letzter Sekunde gestört. Nach etwas mehr als einer Stunde der nächste stark vorgetragene Angriff. Kerber spielte zu Gnaase, dessen Ablage leitete Grimaldi weiter auf Scheu. Der Flügelspieler scheiterte jedoch am gegnerischen Keeper. Auch nach 70 Minuten lag der Ausgleich in der Luft. Auf der rechten Außenbahn gewann der FCS den Ball, die Flanke von Jänicke konnte Gnaase im Zentrum jedoch nicht ordentlich verarbeiten und verpasste damit eine Monsterchance. Zwei Minuten später setzte sich der FCS auf links fest, Jänicke schloss eine Diektabnahme über das Tor ab. Eine Viertelstunde vor Spielende gewann man gegen den Torwart den Ball auf Außen, beim Ball ins Zentrum traf man jedoch die falsche Entscheidung. Korzuschek wollte quer spielten statt im Rückraum den völlig freien Gnaase zu bedienen. Der Bundesligist zeigte in dieser Phase quasi keine nennenswerten Offensivaktionen mehr. Bitter dann eine Situation nach 81 Minuten. Der FCS gewann einmal mehr einen Ball tief in der gegnerischen Hälfte, ein Freiburger kam im Zweikampf mit Korzuschek zu spät und verletzte den Außenbahnspieler. Zwar probierte er Korzuschek noch mal, musste jedoch wenige Minuten später das Spielfeld endgültig verlassen und der FCS beendete in Unterzahl die Begegnung. Zwei Chancen gab es noch: Kurz bevor Korzuschek vom Feld ging kam er nach Zuspiel von Gnaase einen Schritt zu spät am langen Pfosten und nach einer Spielverlagerung wurde ein Abschluss von Köhl aus 22 Metern zur Ecke abgewehrt.



Der Eindruck

Insgesamt ein verdienter Sieg für den Bundesligisten, viel fehlte der Mannschaft von Uwe Koschinat jedoch für ein Unentschieden nicht und gerade in der zweiten Hälfte hatte man ausreichend Gelegenheiten zum Ausgleich. Viel wichtiger: Eine Entwicklung der Mannschaft ist zu sehen und auch aus diesem Testspiel wird der Trainer eine Menge Erkenntnisse für die restliche Vorbereitung mitnehmen können. Der Sinn des Testspieles gegen eine deutlich stärker einzuschätzende Mannschaft hat sich entsprechend erfüllt und Freiburg war der erhoffte Härtetest. In der Offensive sind viele gute Ansätze zu verzeichnen, aber auch der Umstand noch zu oft ohne die letzte Genauigkeit agiert zu haben gehört zum Gesamtblick. Mit einer besseren Ballannahme in der einen Aktion oder einer minimal schnellen Handlungsschnelligkeit in der anderen Aktion hätte man noch für mehr Gefahr vor dem gegnerischen Tor sorgen können. Die Entwicklung sieht man unter anderem bei Grimaldi. Im Vergleich zum ersten Testspiel ist er deutlich weiter, konnte seinen Trainingsrückstand reduzieren und hatte wie in allen Testspielen wieder seine guten Aktionen. Defensiv hat man sich in der Phase nach der Halbzeit übertöpfeln lassen. Ansonsten war es über große Strecken eine runde Leistung. Obwohl die Abwehr mit Scheu als Rechtsverteidiger und dem Innenverteidigerduo aus dem ersten Abschnitt noch nicht eingespielt sein kann hat man sich den Angriffen des Bundesligisten gut erwehrt. Bei deren Klasse kann man nicht sämtliche Chancen vermeiden und Freiburg hätte schon in der ersten Hälfte treffen können. Viel Gefahr ging jedoch nach Standards von ihnen aus, aus dem Spiel heraus hatten es Uaferro und Soares oft im Griff. Soares hat allgemein einen runden Eindruck hinterlassen, hat sich sehr stark in den Zweikämpfen präsentiert und eine gute Halbzeit absolviert. Ihn gilt es mit Blick auf den Ligastart auf den Punkt zu bringen. Auffällig am Spiel: Der FCS kann Tempo gehen. Bis zu den vielen Wechseln zwischen der 70. und 75.Minute konnte man ein hohes Tempo halten und vor den Wechseln sogar noch erhöhen. Mit zwei Wochen kann man diese Zeitspanne auch auf die vollen 90 Minuten ausbauen.



Die vorletzte Vorbereitungswoche

Am Montag starten die Malstätter in die letzte echte Vorbereitungswoche ehe die unmittelbare Vorbereitung auf Havelse beginnt. Im Rahmen der anstehenden Woche warten noch mal zwei Testspiele auf den FCS. Am Dienstag (18:00 Uhr) spielt man beim Saarlandligisten SV Mettlach. Kommenden Samstag wartet dann die Generalprobe beim Karlsruher SC. Leider sind dann keine FCS-Fans beim Spiel erlaubt.



Spieldaten

Datum:Samstag, 10.Juli 2021 um 15:00 Uhr
Spielort:Dreisamstadion, Freiburg
Zuschauer:3.000 (ausverkauft)



Tore

SpielstandSpielminuteTorschütze
9.0:1Adriano Grimaldi (3.Tor)
47.1:1
53.2:1



Taktik

System:4-2-3-1



Aufstellung


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Ersatzbank



Wechsel

SpielminuteEingewechseltAusgewechselt
46.Manuel ZeitzBruno Soares
46.Luca KerberAlexander Groiß
46.Nick GalleMaurice Deville
57.Julian Günther-SchmidtMario Müller
64.Justin SteinkötterAdriano Grimaldi
75.Tim KorzuschekMinos Gouras
75.
Rasim BulicRobin Scheu
75.
Marius KöhlTobias Jänicke



Nicht im Kader

SpielerGrund
Dominik ErnstGeschont nach muskulären Problemen
Sebastian JacobTrainingsrückstand
Frederic RecktenwaldUnbekannt
Steven ZellnerKnieverletzung
Sebastian BöselIndividuelles Training



Vorbereitungsplan im Überblick

DatumUhrzeitOrtHeim-AuswärtsErgebnis
Montag, 21.Juni14:00 UhrFC-SportfeldTrainingsauftakt
Dienstag, 22.Juni11:30 UhrSportschule SaarbrückenLaktattest
Samstag, 26.Juni15:00 UhrQuierschiedSpVgg Quierschied (Saarlandliga)-FCS0:6 (0:3)
Montag, 28.Juni
-
Mittwoch, 30.Juni
NohfeldenKurztrainingslager am Bostalsee
Mittwoch, 30.Juni19:00 UhrEschCS Fola Esch (1.Liga/Luxemburg)-FCS2:1 (1:0)
Samstag, 3.Juli16:00 UhrEupenKAS Eupen (1.Liga/Belgien)-FCS1:1 (0:1)
Samstag, 10.Juli15:00 UhrFreiburgSC Freiburg (1.Liga)-FCS2:1 (0:1)
Mittwoch, 13.Juli18:00 UhrMettlachSV Mettlach (Saarlandliga)-FCS
Samstag, 17.Juli14:00 UhrKarlsruheKarlsruher SC (2.Liga)-FCS

Kommentare 2

  • Alles in allem Okay. Aber Müller...


    Der ist ein Phänomen. Kein unerfahrener Kicker und schaffts doch regelmäßig meilenweit von seinem Gegenspieler entfernt zu sein.

  • Ich bin absolut zufrieden mit dem gesehenen zu diesem Zeitpunkt.