Der Stand der Neuzugänge

Die Vorbereitung beim FCS neigt sich langsam dem Ende entgegen, nur noch zwei Testspiele in Mettlach und in Karlsruhe warten auf den FCS vor dem Ligastart in Havelse in rund zwei Wochen. In wenigen Tagen dürfte Trainer Uwe Koschinat so große Teile seiner Ideen zum ersten Spieltag aufdecken. Zeit um einen kurzen Blick auf die Lage der zahlreichen Neuzugänge zu werfen:


Jonas Hupe (TW)

Der aus Bonn gekommene langgewachsene Schlussmann hat bis dato 90 Minuten im FCS-Dress gespielt. Sowohl in Quierschied als auch in Esch spielte er jeweils eine Halbzeit, wurde in beiden Fällen jedoch nicht ernsthaft als Torhüter gefordert. Beim Gegentor in Esch war er machtlos. Auffällig: Er strahlt in jungen Jahren Sicherheit aus, wirkt ruhig in seinen Aktionen und lässt sich auch mit Ball am Fuß nicht aus der Ruhe bringen.


Marcel Johnen (TW)

Wie Kollege Hupe bekam auch Marcel Johnen bis dato 90 Einsatzminuten in der Vorbereitung. In Quierschied und in Eupen spielte er jeweils die zweite Halbzeit. Es waren mitunter die ersten Aktivenminuten für den jungen Keeper aus der U19 von Bayer Leverkusen. Er überzeugte bereits in Quierschied mit drei guten Situationen und wirkt für sein Alter ungemein abgeklärt in seinen Aktionen. Auch in Eupen konnte er sich auszeichnen und seine gute Ausbildung unter Beweis stellen.


Dominik Ernst (RV)

Der neue Rechtsverteidiger aus Magdeburg präsentierte sich bei seinen ersten 45 Minuten in Quierschied mit ungemein viel Offensivdrang und war mit der auffälligste Spieler auf dem Platz. Gegen den stärkeren Gegner von Fola Esch sah dies dann schon ein Stück anders aus, hier musste er mehr defensive Aufgaben verrichten und machte seine Sache gut. Angesichts der Kaderstruktur ist ein starker Rechtsverteidiger ungemein wichtig. Zuletzt in Eupen fehlte Ernst mit leichten muskulären Problemen und stand auch gestern in Freiburg nicht im Kader, obwohl er die Woche über im Training war.


Frederic Recktenwald (RV)

U19-Akteur Recktenwald durfte sich die ersten Sporen im Aktivenbereich verdienen. Anders als zunächst angekündigt absolviert er mindestens Teile der Vorbereitung bei den Profis und kam in den ersten beiden Tests zum Einsatz. Gegen Quierschied präsentierte er sich mit viel Spielfreude und guten Aktionen. In der zweiten Hälfte in Esch zahlte er dann in eigenen Aktionen noch Lehrgeld, zeigte trotzdem wieder viel Mut in seinen Aktionen und präsentierte sich als vielversprechendes Nachwuchstalent.


Bruno Soares (IV)

Am wenigsten bewerten kann man Bruno Soares, hier steht gerade mal die Halbzeit gestern in Freiburg als Referenz zu Buche. Dort zeigte er eine gute Leistung und war gerade im Spiel gegen den Ball ein auffällig guter Spieler beim FCS. Kann er dauerhaft an diese Halbzeit anknüpfen und bringt man ihn bis zum Ligastart in eine noch bessere körperliche Verfassung, so kann er die erhoffte Verstärkung in der Innenverteidigung werden.


Nick Galle (LV)

Der Linksverteidiger kam vor der Saison von Regionalligist Alemannia Aachen und kam in allen vier Testspielen über eine Halbzeit zum Einsatz. Diese Spielzeit ist nach einer Schulterverletzung wichtig, auch um sich an das höhere Niveau zu gewöhnen. In allen Spielen konnte er ordentliche Ansätze im Offensivspiel setzen, in der Defensive hatte er in den ersten Tests größere Schwierigkeiten. Zu oft kam der Gegner auf seiner Seite hinter die Abwehr. In Freiburg machte er dies bedeutend besser.


Dave Gnaase (DM)

Den besten Eindruck aller Neuzugänge in der bisherigen Vorbereitung hinterließ Dave Gnaase. Vor der Saison aus Uerdingen gekommen wurde er in den ersten drei Test jeweils über 45 Minuten eingesetzt und überzeugte im defensiven Mittelfeld komplett. Gestern in Freiburg spielte er über 90 Minuten und war wieder einer der auffälligsten FCS-Spieler. Er hat große Stärken gegen den Ball, ist ungemein Laufstark, geht keinem Zweikampf aus dem Weg und ist bei eigenen Ballbesitz auch aktiv im Offensivspiel dabei. Er hat in den bisherigen Tests viele Angriffe beim FCS mit eingeleitet oder sich selbst im letzten Drittel gezeigt.


Alexander Groiß (DM)

Einen sehr guten Eindruck hinterließ in den ersten Tagen Alexander Groiß, beim ersten Test in Quierschied spielte er dann auch gleich über 90 Minuten und empfahl sich mit seiner Zweikampfstärke und seinen Fähigkeiten im Aufbauspiel sowohl als defensiver Mittelfeldspieler als auch als Innenverteidiger. Durch einen Rippenbruch kam der Neuzugang aus Karlsruhe in den beiden anschließenden Tests nicht zum Einsatz. Mittlerweile ist er wieder voll ins Mannschaftstraining eingestiegen und spielte auch in Freiburg eine gute Halbzeit. Bis zum Saisonstart sollte der Rippenbruch kein Thema mehr sein, dann ist Groiß ein Kandidat für die Stammelf.


Robin Scheu (RM)

Pünktlich zum Vorbereitungsstart verpflichtete der FCS in Robin Scheu einen zweitligaerfahrenen Akteur vom SV Sandhausen. Er stieg am gleichen Tag in die Vorbereitung ein und kam in den ersten beiden Tests über 90 Minuten zum Einsatz. In Eupen wurde er schließlich mit einer Prellung geschont. Er passt mit seiner Spielweise auf der rechten Außenseite zum veränderten Spielstil beim FCS und ging schon in den Testspielen mit Einsatz und Kampfgeist voran. Spielerisch konnte er sich gerade in Esch nicht wie gewünscht in Szene setzen, wie bei allen Flügelspielern muss hier mit zurückkehrender Frische der entscheidende Schritt nach vorne kommen. Zuletzt in Freiburg musste er notgedrungen als rechter Verteidiger auflaufen, eine Position die sicher nicht seine Stärken in den Vorderung stellt.


Tim Korzuschek (LM)

Vom FC Gießen aus der Regionalliga gekommen scheint Korzuschek die neue Wundertüte des FCS zu werden. Der Linksaußen kam in den ersten drei Testspielen über eine Halbzeit zum Einsatz und vereint spielerische Stärke mit einer guten Übersicht und viel Laufarbeit. So kann er seine kreative Ader im Ballbesitz ausleben. In den Testspielen konnte er so eine Vielzahl von Chancen eingeleitet. Die fehlende Grundschnelligkeit könnte auf der Außenbahn zum Problem werden, er ist nicht der Spielertyp um hinter eine Kette steil geschickt zu werden und wird auch körperlich den Sprung aus der Regionalliga zur 3.Liga bewältigen müssen. Nur dann kann er auf der linken Seite Druck auf Minos Gouras verursachen. In Freiburg bekam er einen Kurzeinsatz und verletzte sich leider.


Justin Steinkötter (ST)

Die ersten Tage trainierte der Neuzugang von Gladbach II noch im individuellen Bereich und kam auch im ersten Test in Quierschied nicht zum Einsatz. Durch die lange letzte Saison in der Regionalliga bekam er so unfreiwillig etwas mehr Pause. Gegen Esch und Eupen spielte er dann jeweils eine Halbzeit in der Sturmspitze. In beiden Spielen zeigte er sich auffällig, ging viele Wege und präsentierte sich als vielversprechende Option für die Offensive. Ein Treffer gelang ihm noch nicht, auch er muss für die Umstellung von Regionalliga zur 3.Liga etwas Zeit bekommen. Dies sah man auch bei seinen rund 25 Minuten in Freiburg.


Adriano Grimaldi (ST)

In den ersten drei Testspielen kam der Angreifer über eine Halbzeit zum Einsatz und sammelte wichtige Spielpraxis, nachdem er zuvor in Uerdingen bedingt durch Corona seit Ende März nicht mehr eingesetzt werden konnte. Mit einem entsprechenden Rückstand ging er in die Vorbereitung und ist längst noch nicht bei 100 Prozent angekommen. Trotzdem steigerte er sich von Test zu Test und ließ immer wieder seine Fähigkeiten im gegnerischen Strafraum aufblitzen. Er agierte als Zielspieler für die eingestreuten langen Bälle und kann mit dieser Stärke eine neue Komponente ins FCS-Spiel bringen. In Freiburg erstmalig über eine Stunde aktiv, dort mit dem Tor und an den meisten Offensiven Aktionen unmittelbar beteiligt.

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