Knappe Niederlage bei Generalprobe

Im letzten Testspiel setzte es für den FCS am Samstag eine knappe 0:1-Niederlage beim Karlsruher SC. Angreifer Hofmann traf nach 62 Minuten im Getümmel zum unter dem Strich verdienten Sieg für den Zweitligisten. Die Leistung des FCS ist gerade im defensiven Bereich als ansprechend zu bewerten und ein Grund um auf einen gelungenen Saisonstart zu hoffen. Im Offensivspiel wird sich die Mannschaft indes bis zum nächsten Samstag weiter steigern müssen.



Taktik

Statt der geplanten Spielzeit von vier Mal eine halbe Stunde wurde doch über die normale Spieldistanz von zwei Halbzeiten über je 45 Minuten gespielt. Hintergrund war die personelle Situation beim FCS. Durch zahlreiche Ausfälle konnten die Malstätter mit lediglich 17 Feldspieler (darunter mit Mittelfeldspieler Tim Wachall erneut ein Spieler aus der U19) den Weg nach Karlsruhe antreten. Neben Steven Zellner fehlten dem FCS auch Robin Scheu und Tim Korzuschek mit einem Muskelfaserriss. Beide Spieler sind für den Saisonstart kein Thema. Auch Außenverteidiger Frederik Recktenwald ist weiterhin verletzungsbedingt außen vor. Alexander Groiß (Entzündung), Sebastian Bösel (individuelles Training) und der leicht angeschlagene Torhüter Jonas Hupe sollen nach Möglichkeit am Montag wieder ins Mannschaftstraining einsteigen und könnten dann in Havelse zur Option für den Trainer werden.


Koschinat deckte in Karlsruhe wohl größtenteils seine Ideen für das erste Saisonspiel auf und agierte erneut im 4-2-3-1-System dieser Vorbereitung. Die ganz großen Überraschungen blieben aus. Vor dem gesetzten Daniel Batz im Tor verteidigte Dominik Ernst wie erwartet als Rechtsverteidiger und Manuel Zeitz und Boné Uaferro verteidigten im Abwehrzentrum. Großartige Alternativen stehen momentan nicht zur Verfügung. Auf der linken Abwehrseite bekam Nick Galle den Vorzug vor Mario Müller. Die Entscheidung ist eine kleine Überraschung, kommt nach der Vorbereitung aber auch nicht völlig unerwartet. In Abwesenheit von Bösel und Groiß begannen Kerber und Gnaase als Doppelsechs. Davor bekam Julian Günther-Schmidt den Vorzug vor Tobias Jänicke. Auf dem linken Flügel startete erwartungsgemäß Minos Gouras. Auf der rechten Seite verzichtete Koschinat auf "Experimente" mit Jänicke oder Steinkötter und ließ Maurice Deville von Beginn an auflaufen. Adriano Grimaldi begann wie in allen Testspielen in der Sturmspitze, angesichts des Trainingsrückstandes bei Sebastian Jacob war diese Entscheidung alternativlos.


Wie schon in Freiburg gab es zur Pause keine großen Personalrochaden mehr. Lediglich Mario Müller kam für Dominik Ernst ins Spiel. Müller verteidigte im zweiten Abschnitt links, Galle rückte auf die rechte Abwehrseite. Nach rund einer Stunde kamen Tobias Jänicke für Dave Gnaase und Justin Steinkötter für Maurice Deville. Jänicke interpretierte seine Rolle offensiver, der FCS agierte nun fast in einem 4-1-4-1-System. Zwanzig Minuten vor Spielende kam Sebastian Jacob statt Günther-Schmidt auf die Position hinter der Spitze. Acht Minuten später rückte er ins Sturmzentrum. Marius Köhl kam nun für Grimaldi, zeitgleich ersetzte Rasim Bulic Kerber auf der Sechs. Zwei Minuten vor Spielende durfte dann auch noch U19-Akteur Tim Wachall (für Gouras) erste Sporen gegen einen Zweitligisten sammeln.



Das Spiel

Das Team von Uwe Koschinat kam besser in die Begegnung und konnte die ersten Annäherungen an das gegnerische Tor für sich verbuchen. Eine große Chance sprang in der Anfangsphase jedoch nicht heraus und nach den ersten Spielminuten taten die Gastgeber das gleiche Schema auf und zeigten sich erstmalig am und im FCS-Strafraum. Besonders gerne kam der KSC dabei über den Rücken der rechten FCS-Seite mit Ernst und Deville. Dort fanden sie Lücken in der ansonsten stabilen FCS-Defensive. Der Zweitligist hatte nun mehr Ballbesitz, die ersten größeren Chancen lagen jedoch auf Seiten des Drittligisten. Nach elf Minuten konnte Kerber mit Tempo Raum im Mittelfeld gewinnen und nach links zu Galle ablegen. Dessen Flanke ließ Deville über den Kopf rutschen, der Ball segelte am langen Pfosten vorbei. Vier Minuten später steckte Grimaldi zwischen zwei Verteidigern durch, Günther-Schmidt schloss aus vielversprechender Aktion neben das Tor ab. Die erste nennenswerte Offensivaktion der Karlsruher gab es nach 17 Minuten. Der FC klärte den Ball nicht vernünftig, den Abschluss aus 15 Metern fälschte Uaferro zur Ecke ab. Auch im Anschluss an diese Ecke konnten sich die Malstätter nicht befreien und gerieten in der zweiten Welle erneut unter Druck. Der FCS zeigte sich mit wenig Ballbesitz in wenigen Situationen in der Offensive, konnte aber immer mal wieder für Gefahr sorgen. Ernst lupfte hinter die Abwehr, die Flanke von Deville fand den Kopf von Grimaldi. Dessen Kopfball war jedoch zu zentral, der gegnerische Torwart konnte über die Latte klären. Es blieb ein intensiver Test, Batz parierte nach einem Eckball einen Aufsetzer von Hofmann während auf der Gegenseite Günther-Schmidt einen Freistoß in den Rücken der Abwehr spielte. Uaferro schloss ab, konnte den Keeper jedoch nicht überwinden. Bis zur Pause war es die letzte offensive Aktion des FCS. Nun wurde das Übergewicht des Zweitligisten immer größer, weiter stand jedoch die Defensive des FC. Man schaffte es immer wieder für Überzahlsituationen zu sorgen, zeigte eine große Laufleistung und drängte Karlsruhe immer wieder aus den gefährlichen Zonen heraus auf die Außenbahn. Zwei Chancen blieben dem KSC bis zur Pause noch. Nach 33 Minuten zog Cueto nach einem Dribbling aus 22 Metern ab, sein abgefälschter Ball landete neben dem Tor. Kurz vor der Pause rutschte Kaufmann eine Flanke ab und wurde aus diesem Grund gefährlich für das Tor von Batz. Ohne Tore ging es in die Kabinen.


Den zweiten Abschnitt begann man - ähnlich wie schon in Freiburg - mit mehr Unsicherheiten und mit weniger Stabilität als im ersten Abschnitt. Auch gelang keine Entlastung mehr. Große Chancen für den Gegner konnte man allerdings vermeiden. Taktisch verteidigte man in dieser Phase mehr in einem 4-4-2-System gegen die Dreierkette der Karlsruher. Den ersten Aufreger vor dem FCS-Tor produzierte man selbst. Der starke Nick Galle spielte einen scharfen Rückpass zum Torwart und zwang Batz zu einer Grätsche kurz vor der eigenen Torlinie (55.). Auch nach den nächsten beiden Wechsel fehlte es beim FCS etwas an der Abstimmung. Gerade die rechte Abwehrseite mit Galle und Steinkötter hatte zunächst große Probleme. So konnte ein Karlsruher ohne Bedrängnis den Ball hinter Galle schlagen, Batmaz ging frei durch und legte quer. Den ersten Versuch entschärften Batz und Uaferro noch, im Nachstochern traf Angreifer Hofmann doch zum 1:0 (62.). Eine nicht unverdiente Führung für die aktivere Mannschaft. Fast im Gegenzug der Ausgleich. Gouras brach über links durch, seine Flanke verpasste Steinkötter nur um Haaresbreite hinter dem Keeper (64.). Danach passierte zunächst nicht mehr viel. Karlsruhe hatte mehr Ballbesitz, ohne jedoch die FCS-Abwehr wirklich in Gefahr zu bringen während die Blauschwarzen zu ungenau in den eigenen Aktionen blieben. 17 Minuten vor Spielende schloss ein Karlsruher aus der Distanz über das Tor ab. Erst in den letzten zehn Minuten gab es wieder Lebenszeichen des FCS. Jänicke wurde rechts geschickt, seine Flanke verpasste der umtriebige Steinkötter am kurzen Pfosten nur knapp (81.). Eine Minute später zerlegte Uaferro die komplette Verteidigung des KSC, der durchgestartete Steinkötter wurde vom Keeper jedoch nach Außen abgedrängt. Sein Querpass fand lediglich einen Karlsruher. Bulic zielte aus 25 Metern weit über das Tor (84.) und leitete auch die größte Chance des FCS ein. Sein Pass fand Gouras hinter der Abwehr, der Flügelspieler traf freistehend vor dem Tor nicht. Es war die letzte FCS-Chance. In der letzten Minute hätte dann der KSC erhöhen müssen. Nach einem Konter tauchte Kother frei vor Batz auf, auch er zielte jedoch neben das Tor.



Der Eindruck

Trotz Niederlage ein ansprechender Auftritt des FCS! Dies gilt vor allem, so lange man sich mit der eigenen Defensive beschäftigt. Man hat sehr gut verteidigt, war diszipliniert in den eigenen Defensivabläufen und bot den Karlsruhern wenig an. So hatte der Zweitligist zwar viel mehr Ballbesitz, kam jedoch nur selten zu Torchancen. Gegnerische Chancen gab es vor allem nach Standards oder wenn die Ordnung in der FCS-Defensive nicht passte. Ansonsten war man Stabil, drängt Karlsruhe in ungefährliche Räume und zeigte sich Lauf- und Zweikampfstark. Umso bitterer das Gegentor. Man ist im Mittelfeld zu weit weg, bekommt keinen Zugriff und läuft fortan nur hinterher beziehungsweise ist Hofmann im Zentrum Handlungsschneller als die FCS-Spieler. Diese Tor war zu leicht geschenkt. In der Liga darf man sich - anders als in der Vorbereitung (auch in Esch und Freiburg war es so) - gute defensive Auftritte nicht durch einfache Gegentore madig machen. Der Sieg des KSC geht trotz der wenigen Chancen in Ordnung. Sie waren erwartungsgemäß die überlegene Mannschaft. Die Offensive des FCS wird in den kommenden Trainingstagen noch auf dem Programm stehen. Ohne Zweifel sieht die Anzahl und die Qualität der Chancen im Rückblick gegen einen Zweitligisten nicht so schlecht aus. Aber im Spielbetrieb waren es in Karlsruhe noch zu viele Unzulänglichkeiten und zu oft wurden gute Ansätze nicht zu Ende gespielt. Da bleibt Luft nach oben. Insbesondere in Phasen wo man nicht direkt den Weg hinter die gegnerische Abwehrkette findet braucht es mehr Lösungen um zu Torchancen zu kommen und für Gefahr zu sorgen. Gerade Gouras muss aber kurz vor Schluss den Ausgleich machen und das Unentschieden wäre in diesem Fall auch nicht gänzlich unverdient gewesen. Unter dem Strich kann man auf die Gesamtleistung aus diesem intensiven Test aufbauen.



Ligastart in der kommenden Woche

Am nächsten Samstag geht es los. Der FCS startet beim TSV Havelse in die Saison. Zuschauer und Gästefans sind endlich wieder erlaubt. Mit dem Anstoß in Hannover ist die Vorbereitung dann Makulator und man muss im Ernstfall den eigenen Leistungsstand unter Beweis stellen. Unsere Vorberichterstattung rund um das erste Saisonspiel startet am Montag. Am Sonntag wird zunächst einmal ein Rückblick auf die Vorbereitung folgen.



Spieldaten

Datum:Samstag, 17.Juli 2021 um 14:00 Uhr
Spielort:Grenke-Stadion, Karlsruhe
Zuschauer:500 (ausverkauft)



Tore

SpielstandSpielminuteTorschütze
1:062.



Taktik

System:4-2-3-1



Aufstellung


j9ikc.png%20



Ersatzbank

Marcel Johnen (ETW)Rasim BulicMario MüllerTim WachallJustin SteinkötterTobias JänickeSebastian JacobMario Köhl



Wechsel

SpielminuteEingewechseltAusgewechselt
46.Mario MüllerDominik Ernst
59.Tobias JänickeDave Gnaase
59.Justin SteinkötterMaurice Deville
70.Sebastian JacobJulian Günther-Schmidt
78.Marius KöhlAdriano Grimaldi
78.Rasim BulicLuca Kerber
88.Tim WachallMinos Gouras



Nicht im Kader

SpielerGrund
Steven ZellnerKnieverletzung
Sebastian Böselindividuelles Training
Frederik RecktenwaldVerletzt
Alexander GroißEntzündung
Robin ScheuMuskelfaserriss
Jonas Hupeangeschlagen
Tim KorzuschekMuskelfaserriss



Vorbereitungsplan im Überblick

DatumUhrzeitOrtHeim-AuswärtsErgebnis
Montag, 21.Juni14:00 UhrFC-SportfeldTrainingsauftakt
Dienstag, 22.Juni11:30 UhrSportschule SaarbrückenLaktattest
Samstag, 26.Juni15:00 UhrQuierschiedSpVgg Quierschied (Saarlandliga)-FCS0:6 (0:3)
Montag, 28.Juni
-
Mittwoch, 30.Juni
NohfeldenKurztrainingslager am Bostalsee
Mittwoch, 30.Juni19:00 UhrEschCS Fola Esch (1.Liga/Luxemburg)-FCS2:1 (1:0)
Samstag, 3.Juli16:00 UhrEupenKAS Eupen (1.Liga/Belgien)-FCS1:1 (0:1)
Samstag, 10.Juli15:00 UhrFreiburgSC Freiburg (1.Liga)-FCS2:1 (0:1)
Mittwoch, 13.Juli18:00 UhrMettlachSV Mettlach (Saarlandliga)-FCS1:10 (0:6)
Samstag, 17.Juli14:00 UhrKarlsruheKarlsruher SC (2.Liga)-FCS1:0 (0:0)

Kommentare 1

  • Externer Inhalt www.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne Ihre Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklären Sie sich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.