Die Vorbereitung des FCS im Rückblick

Das letzte Testspiel ist seit gestern absolviert und der FCS hat die Vorbereitung auf die zweite Drittligasaison nach dem Wiederaufstieg abgeschlossen. Nun wird es wieder Ernst. In wenigen Tagen steigt beim Aufsteiger TSV Havelse das erste Saisonspiel. Nach dem abschließenden Test in Karlsruhe bleiben Uwe Koschinat noch sieben Tage bis zum Spieltag. Es warten noch die letzten Trainingseinheiten sowie die Anreise auf den FCS und es gilt nun Frische in die Beine zu bekommen und an den letzten Details zu arbeiten. Zeit noch mal einen Blick auf die letzten Wochen zu werfen.


Positiv: Der größte Teil des runderneuerten Kaders stand bereits zu Beginn der Vorbereitung fest und der neue Trainer Uwe Koschinat konnte sein Aufgebot in weiten Teil selbst mitgestalten. Gleich 13 Spieler haben den Club im Sommer verlassen: Lukas Schleimer, Fanol Perdedaj, Tim Golley, Kianz Froese, José Vunguidica, Bjarne Thoelke, Ramon Castellucci, Jannick Theißen, Jayson Breitenbach, Anthony Barylla, Nicklas Shipnoski, Markus Mendler und Marin Sverko stehen nicht mehr beim FCS unter Vertrag. Erstmalig seit Jahren generierte der FCS für zwei Abgänge eine nennenswerte Ablösesumme. Zu Vorbereitungsbeginn waren dafür schon zehn Neue dar. Jonas Hupe (Bonn), Marcel Johnen (Leverkusen U19), Nick Galle (Aachen), Dominik Ernst (Magdeburg), Alexander Groiß (Karlsruhe), Dave Gnaase (Uerdingen), Tim Korzuschek (Gießen), Robin Scheu (Sandhausen), Justin Steinkötter (Gladbach U23) und Adriano Grimaldi (Uerdingen) standen zum Trainingsauftakt im Sportfeld. Im Laufe der Vorbereitung kam zudem noch Innenverteidiger Bruno Soares nach einem erfolgreichen Probetraining, nach nur acht Tagen endete seine Zeit beim FCS wieder. Ebenfalls dabei: Leihrückkehrer Marius Köhl und U19-Akteur Frederic Recktenwald. Der Kader umfasst damit momentan 25 Spieler und bietet weniger Fragezeichen als zu Beginn der vergangenen Saison. Die Transferaktivitäten beim FCS sind fast abgeschlossen, ein Innenverteidiger steht noch auf dem Programm. Außerdem dreht sich das Transferrad naturgemäß noch bis Ende August weiter.


Der Startschuss der Vorbereitung fiel nach drei Wochen Pause am 21.Juni. Durch den "späten" Start fiel die Vorbereitungszeit etwas geringer als üblich aus, die Verantwortlichen sahen nach der anstrengenden "Corona-Saison" jedoch keine andere Möglichkeit. Zum Trainingsstart hatte man in Robin Scheu einen erst kurz vorher verpflichteten Spieler dabei und auch auf den Rängen tat sich endlich wieder was. Nach Monaten von Geisterspielen und Geistertrainingseinheiten durften endlich wieder 300 Besucher ins Sportfeld und sahen einen lockeren Aufgalopp. Nach dem Start in die Vorbereitung folgte Dienstags der Laktattest und danach begann die Vorbereitung so richtig. Der erste Test stieg am Ende der ersten Trainingswoche. Nach einer pandemiebedingten Pause in der Vorsaison ging es traditionell wieder zur SpVgg Quierschied. Beim Saarlandligisten durften 500 Zuschauer endlich wieder Fußball vor Ort sehen und sich einen ersten Eindruck der neuen Mannschaft verschaffen. Der neue FCS zeigte sich spielfreudig und gewann klar mit 6:0. Ein Eigentor eröffnete die FCS-Tore ehe Jänicke, Grimaldi, Günther-Schmidt, Köhl und Scheu nachlegten. 20 Spieler wurden über eine Halbzeit eingesetzt, Alexander Groiß über die komplette Distanz. Nur wenige Tage später gab es beim Luxemburger Meister Fola Esch den ersten Härtetest der Saison, dieses Mal konnte Koschinat seine Mannschaft gänzlich in zwei Teams teilen und über je 45 Minuten spielen lassen. Der FCS hatte gegen einen Gegner kurz vor Pflichtspielstart mehr Ballbesitz und einige Chancen. Am Ende reichte es nach zwei individuellen Abwehrfehlern jedoch nur zum späten Anschlusstreffer durch Deville. Zum Ende der zweiten Vorbereitungswoche gab es beim belgischen Erstligisten KAS Eupen den dritten Test. Der FCS erreichte im Geisterspiel ein 1:1-Unentschieden, Grimaldi traf für die Blauschwarzen. 19 Feldspieler wurden eingesetzt, wieder wechselte der Trainer weitgehend zur Halbzeit aus. Nachdem in Esch mit Sama und Akdal zwei Testspieler am Start waren durften sich in Eupen dann Sama und Soares präsentieren. Nach einer weiteren Vorbereitungswoche wartete am 10.Juli der auf dem Papier schwerste Brocken. Es ging zu Bundesligist SC Freiburg. Hier gab der Trainer erwartungsgemäß eine andere Marschroute vor und ließ viele Spieler länger als eine Halbzeit spielen. Der FCS verteidigte vor allem und ging nach einer guten Pressingaktion durch Grimaldi früh in Front. Eine schlafmützige Phase nach der Halbzeit führte zu zwei Gegentreffern ehe der FCS auf den Ausgleich spielte. Der Treffer blieb trotz guter Chancen jedoch verwehrt. Letzte Woche gab es noch mal zwei Freundschaftsspiele. Am Dienstag in Mettlach bekamen viele Spieler noch mal Spielpraxis und auch einige Spieler aus der U19 worden eingebaut. Aussagekräftig ist der Kantersieg beim Sechstligisten (10:1) jedoch nur bedingt. Mehr Aussagekraft hat da die gestrige Generalprobe in Karlsruhe. Dieses Spiel beim Zweitligisten verlor man mit einer guten defensiven Leistung und einer ausbaufähigen Offensive mit 0:1.


Eine Bewertung der Vorbereitung ist wie gewohnt eine äußerst schwierige Angelegenheit, zumal man längst nicht alle Testspiele live im Stadion verfolgen konnte. Klar ist: Mit Esch, Eupen, Freiburg und zuletzt Karlsruhe hat man sich richtig starke Testspielgegner gesucht, hat gegen höherklassige Teams gespielt und dort wurden auch die vorhandenen Schwächen des Teams offenbart. In den Testspielen konnte die Malstätter guter Phasen für sich verbuchen, aber auch eine Menge Lernen. Auch die erhoffte Entwicklung der Mannschaft ist eingetreten. Sowohl in der Defensive als auch in der Offensive sind mittlerweile von Koschinat gewünschte Muster und Automatismen zu beobachten. Ohne Zweifel ist dieser Prozess längst noch nicht abgeschlossen und wird auch in der Saison noch fortgesetzt werden müssen. Auffällig unter dem neuen Trainer: Er hat viele Dinge im Laufe der Vorbereitung probiert, allerdings blieb es nach Möglichkeit bei den Spielern positionstreu und absolvierte dort nur wenige Experimente. Die einzige Position waren im Grunde die Außenverteidiger, da dort rechts wenige Alternativen zur Verfügung stehen.


Aus Sicht von Verletzungen ist es ein zweigeteilter Blick. In der ersten Phase der Vorbereitung war es in Ordnung. Man hatte kleinere Ausfälle wie bei Ernst, Zeitz oder Groiß, dafür aber keine längerfristigen Sachen und diesen Rückstand können die Spieler ohne Probleme aufholen. Ganz vermeiden lassen sich angeschlagene Spieler in einer Vorbereitung nicht. Viele Spieler konnten so Spielpraxis sammeln. Zuletzt hat sich die Situation dann verschärft. Frederik Recktenwald fehlt schon eine Weile wegen einer nicht näher definierten Verletzung, Robin Scheu und Tim Korzuschek fallen definitiv zum Saisonstart aus. Sebastian Bösel erlitt den Rückstand und war jetzt einige Tage nur individuell am Start. Schlecht lief es auch für Groiß. Den Rippenbruch gerade ausreichend regeneriert kam die Entzündung in den Weg. Trainingsrückstand wird zum Start nicht zu vermeiden sein. Immerhin hat man keinen langzeitverletzten Spieler dazu bekommen, es hätte in der letzten Phase der Vorbereitung aber auch angenehmer verlaufen können. Am Ende gilt es nun einen Schlussstrich unter die Vorbereitung zu ziehen. Am nächsten Samstag ist die komplette Vorbereitung mehr oder minder Makulatur und es wird wieder in Pflichtspielen ernst werden. Dann lässt sich der tatsächlich Stand der Mannschaft im Vergleich zu den Ligakonkurrenten nicht mehr verdecken.



Testspiele


Nr.DatumSpielortHeim-GastErgebnisTore
617.JuliKarlsruheKarlsruher SC (2.Liga)-1.FCS1:0 (0:0)
513.JuliMettlachSV Mettlach (SL)-1.FCS1:10 (0:6)Bulic (2), Jacob, Steinkötter (2), Köhl (2), Grimaldi (2), Gouras
410.JuliFreiburgSC Freiburg (1.Liga)-1.FCS2:1 (0:1)Grimaldi
33.JuliEupenKAS Eupen (1.Liga/Belgien)-1.FCS1:1 (0:1)Grimaldi
230.JuniEschFola Esch (1.Liga/Lux)-1.FCS2:1 (1:0)Deville
126.JuniQuierschiedSpVgg Quierschied (SL)-1.FCS0:6 (0:3)Grimaldi, Jänicke, Günther-Schmidt, Köhl, Scheu, ET



Torschützen


Tore (19)Name
5Adriano Grimaldi
3Marius Köhl
2Justin Steinkötter
2Rasim Bulic
1Maurice Deville
1Sebastian Jacob
1Minos Gouras
1Julian Günther-Schmidt
1Robin Scheu
1Tobias Jänicke
1Eigentor



Einsatzzeiten


SpielminutenName1.Pos2.Pos3.Pos
360Boné UaferroIV
348Luca KerberDM
343Minos GourasLM
333Nick GalleLV (288)RV (45)
322Adriano GrimaldiST
317Julian Günther-SchmidtOM
286Tobias JänickeDM (166)OM (102)RM (18)
284Maurice DevilleRM
274Dave GnaaseDM
270Daniel BatzTW
264Mario MüllerLV (252)RV (12)
253Rasim BulicIV (180)RV (61)DM (12)
237Justin SteinkötterST (116)RM (76)LM (45)
236Marius KöhlOM (176)ST (45)RM (15)
210Robin ScheuRM (147)RM (63)
180Dominik ErnstRV
180Manuel ZeitzIV
172Marcel JohnenTW
150Tim KorzuschekLM
135Alexander GroißDM (90)IV (45)
135Stephan Sama (Testspieler)IV
135Bruno Soares (Abgang)IV

134Sebastian BöselDM (90)RV (44)
90Jonas HupeTW
90Frederik RecktenwaldRV

65Sebastian JacobST (57)OM (8)
45Ekdal AkdariIV
45Yannick Ernst (U19)RV
29Tim WachallOM (27)LM (2)
8Elias Hartz (U19)TW
0Steven Zellner

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