Blick auf den neuen Mann: Pius Krätschmer

Pius Krätschmer wurde im Juni 1997 in Ulm geboren und startete seine fußballerische Laufbahn bereits im Alter von fünf Jahren bei der TSV Pfuhl. Von 2002 bis 2004 spielte er bei seinem Heimatclub, anschließend ging es zum SSV Ulm. Bei den Spatzen durchlief er in den folgenden Jahren den größten Teil seiner Jugendzeit und blieb bis zur U16 beim SSV. Durch gute Leistungen bekam er ein Angebot vom SC Freiburg und wechselte im zweiten B-Jugendjahr zu den Breisgauern. Beim SCF spielte er in der Saison 2013/14 in der U17-Bundesligamannschaft und war dort Stammspieler. 22 von 26 Begegnungen bestritt er, nur drei Mal wurde er eingewechselt. Wie zuvor in Pfuhl und in Ulm war Krätschmer zu dieser Zeit noch überwiegend Offensivspieler und steuerte 21 Scorerpunkte bei. Neben sieben Toren konnte er auch 14 Vorlagen geben. Mit Freiburg wurde er Neunter.


Im Sommer 2014 rückte er in die U19-Bundesligamannschaft auf und konnte sich dort im ersten Jahr als jüngerer Jahrgang gut behaupten. Er sammelte 21 Spieleinsätze in der Liga. Stammspieler war Krätschmer jedoch nicht, elf Mal spielte er von Beginn an. Weiterhin war er vor allem Offensivspieler und steuerte zwei Tore zum vierten Platz bei. Das Hinspiel gegen den FCS verpasste er, im Rückspiel wurde er für 16 Spielminuten eingewechselt. In seinem letzten Jugendjahr stand er bei den ersten beiden Spielen in der Startelf, darunter auch beim Duell mit dem FCS. Danach stand er aus unbekannten Gründen bis zum Winter überhaupt nicht mehr im Kader. Zum Jahreswechsel beendete er vorzeitig seine Jugendzeit und ging zur zweiten Mannschaft des Karlsruher SCs. Beim Oberligisten gab er am 20.Februar 2016 sein Aktivendebüt, Anfang März gelangen ihm die ersten Tore gegen Hollenbach. Allgemein kam er auf ordentliche Spielzeiten und absolvierte in der Rückrunde 13 Einsätze. Darunter fallen neun Startelfeinsätze und sieben Scorerpunkte. Das zweite Jahr in Karlsruhe verlief nur durchwachsen. Er war fast immer Ergänzungsspieler und kam bei 16 Einsätzen gleich 13 Mal von der Bank. Trotzdem verpflichtete ihn 2017 der TSV Rosenheim. Beim Regionalligisten aus Bayern bekam Krätschmer auch eine neue Rolle als Innenverteidiger verpasst und etablierte sich schon zu Saisonbeginn als Stammspieler und nach wenigen Spieltagen auch als absoluter Leistungsträger. Nach einer Verletzung in der Winterpause konnte er die Rückrunde nicht mehr eingesetzt werden. Dadurch stehen am Ende "nur" 22 Einsätze, alle von Beginn an, zu Buche. Nach seiner Genesung kehrte er im Sommer 2018 zurück und übernahm gleich wieder seine Rolle als Stammspieler. Über die komplette Saison war er nicht wegzudenken, am Ende wurden es 32 von 34 möglichen Einsätzen. Er überzeugte, Rosenheim spielte eine schwierige Saison. 2019 ging er den nächsten Schritt und wechselte zum FC Schweinfurt. Auch bei den Schnüdeln etablierte sich der Ulmer als Stammspieler und Leistungsträger und spielte in der Innenverteidigung als auch im defensiven Mittelfeld. Ab Anfang März sorgte dann die Pandemie für einen Abbruch der Saison. Krätschmer bestritt so 21 von 22 möglichen Spielen bei einer Spitzenmannschaft der Regionalliga Bayern. Krätschmer nutzte die Zeit für ein Probetraining in Nürnberg und überzeugte die Verantwortlichen beim Zweitligisten. Im September 2020 folgte der Transfer. Der ursprüngliche Plan ging jedoch durch den erneuten Abbruch der Regionalliga Bayern nicht auf, Krätschmer konnte keine Spielpraxis in der U23 sammeln. In der Profimannschaft hatte er es dagegen schwer. Er saß zwar bei den meisten Spieler auf der Bank, kam aber nicht zum Einsatz. Erst in den letzten drei Saisonspielen wurde er jeweils in der Schlussphase eingewechselt und durfte einige Minuten ran. Für die Saison kündigte sich keine Besserung an. Bei den Profis spielte er keine Rolle, stand auch nicht im Kader und bei der zweiten Mannschaft hatte er als "Ü23-Spieler" denkbar schlechte Karten. Nur am zweiten Spieltag gegen Schalding sammelte er 86 Minuten Spielpraxis als Abwehrspieler.


Auf den ersten Blick ist die Verpflichtung von Krätschmer ein Blick auf die Breite in der Abwehr. Angesichts von mangelnder Spielpraxis und Drittligaerfahrung kann er von Außen nicht als sofortige Verstärkung als Stammspieler gesehen werden. Die 2.Bundesliga oder der hohe Konkurrenzkampf in Nürnberg war scheinbar noch ein Stück zu hoch für ihn. Und doch hat er alle Möglichkeiten. Er hat in der Regionalliga seine Klasse über Jahre unter Beweis gestellt und kann hier mit 76 Einsätze punkten. Dazu hat er ein Jahr in der 2.Bundesliga trainiert und der Schritt zurück ist auch eine große Chance für den Spieler. Er ist noch nicht am Ende seiner Entwicklung, kommt aber langsam ist die beste Phase als Fußballer. In den Probetrainings hat er sowohl letztes Jahr in Nürnberg als auch vergangene Woche beim FCS zu überzeugen gewusst. Auch seine Vielseitigkeit ist ein Plus. Er ist die unbedingt benötigte Alternative in der Innenverteidigung, kann aber bei Bedarf auch im defensiven Mittelfeld oder als Linksverteidiger eine Option werden.



Daten


Geburtstag:16.Juni 1997
Geburtsort:Ulm
Nationalität:Deutsch
Größe:1,87 Meter
Starker Fuß:Links
Position:Innenverteidigung
Nebenposition:Defensives Mittelfeld, Linksverteidiger
Letzter Club:1.FC Nürnberg (2.Bundesliga)
Vertrag bis:30.06.2023



Stationen im Jugendbereich


VereinVonBis
TSV Pfuhl20022004
SSV Ulm200430.06.2012
SC Freiburg01.07.201231.12.2015



Stationen im Aktivenbereich


VereinVonBisSpielklasse
Karlsruher SC II01.01.201630.06.2017Oberliga BW
TSV Rosenheim05.07.201730.06.2019Regionalliga Bayern
1.FC Schweinfurt01.07.201913.09.2020Regionalliga Bayern
1.FC Nürnberg14.09.202004.08.20212.Bundesliga



Einsätze


AnzahlLigaTore
32.Bundesliga0
78Regionalliga Bayern5
29Oberliga Baden-Württemberg7
23U19-Bundesliga2
22U17-Bundesliga7

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