Vorbericht: Derby entscheidet über Finaleinzug

Den ersten Part der Pokalwoche hat der FCS am Samstag ohne Mühe hinter sich gebracht. Beim Fünftligisten FV Diefflen siegte der FCS nach starker erster Hälfte und Verwaltungsmodus im zweiten Abschnitt mit 3:0 (3:0). Das Spiel hätte deutlich höher ausgehen können. Ein Schritt fehlt den Blauschwarzen nun noch um sich erneut für das Endspiel zu qualifizieren: Das Halbfinale muss siegreich gestaltet werden. Die Paarung hat es in sich, da auch in den anderen Viertelfinalspielen die Favoriten durchgesetzt haben. Es geht zum FC 08 Homburg und damit steht das große Saarderby im Pokal an. Ein mehr als gewohntes Bild. Es ist die vierte Pokalspielzeit in Folge mit dieser Paarung vor dem Finale. Die Grün-Weißen aus Homburg besitzen das Heimrecht, Anstoß wird um 18:30 Uhr sein. Ursprünglich war das Halbfinale mal für den April geplant.



Die Spielstätte/Zuschauer

Das Spiel wird im Homburger Waldstadion mit einem Fassungsvermögen von rund 16.000 Zuschauern ausgetragen. Die Haupttribüne im Waldstadion sowie die zahlreichen Stehränge im weiten Rund werden am Dienstag jedoch nur stumme Zeugen des Derbys werden. Die Gastgeber sahen sich nicht in der Lage für dieses Spiel ein Hygienekonzept auf die Beine zu stellen. Entsprechend findet das Derby als komplettes Geisterspiel statt.



Livestream

Der saarländische Rundfunk bietet als kleines Trostplaster einen (kostenlosen) Livestream im Netz an.



Schiedsrichter

Schiedsrichter am Dienstag ist Patrick Alt. Der 35-Jährige gehört zu den besten Schiedsrichtern des Saarlandes und pfeift für den SV Illingen. Seit 2010 pfeift Alt in der 3.Liga, seit 2015 ist er in der zweiten Bundesliga aktiv und hat dort mittlerweile schon 43 Spiele geleitet. Den FCS hat er seit 2008 in sechs Saarlandpokalspielen und zwei Ligaspielen gepfiffen. Es gab sieben Siege und 2010 eine Niederlage in Neunkirchen. 2012 und 2018 wurde er jeweils zum Pokalderby in Homburg angesetzt, der FCS gewann beide Spiele.



Bilanz

Im Halbfinale kommt es zum 80.Saarderby seit dem Ende des zweiten Weltkrieges. Die Historie spricht dabei bisher klar für den FCS. In 39 Duellen behielt der FCS die Oberhand, in 18 Spielen gewann der FCH. Weitere 22 Spiele (einmal folge im Pokal ein Entscheidungsspiel) endeten Unentschieden. Das Torverhältnis liegt dabei bei 147:98-Toren aus Sicht der Molschder. In der Liga kreuzten beide Clubs bis dato in 67 Spielen die Klingen. Blau-Schwarz konnte in dieser Hinsicht 31 Spiele gewinnen, 15 Spiele gingen an die Grün-Weißen und 21 Unentschieden. Das Torverhältnis in der Liga liegt bei 122:80-Toren. Dazu kommen 19 Spiele zwischen dem FCH und unserer U23 (5 Siege U23, 11 Siege FCH) und 2 Spiele zwischen dem FCS und Homburg II (2 Siege). Seit dem Jahr 2014 spielten die beiden Teams wieder regelmäßig in der gleichen Spielklasse und lieferten sich neun Ligaduelle. Die Bilanz spricht dabei leicht für den FCS. Man konnte vier Spiele gewinnen, weitere drei Begegnungen endeten Remis. Zehn Duelle gab es zwischen den Teams im Saarlandpokal. Acht Mal gewann der FCS den Vergleich, wobei einmal ein Elfmeterschießen und einmal eine Verlängerung nötig war. In zwei Spielen ging Homburg als Sieger davon, zuletzt 1996. Das letzte Pokalspiel war das Achtelfinale der Saison 2018/19 in Völklingen. Jacob brachte den FCS in Front, Marcel Carl besorgte in der Verlängerung den Siegtreffer für den FCS. Das letzte Duell gab es im November 2019, ebenfalls in Völklingen und als Spiel der Regionalliga Südwest. Vor 4.300 Zuschauern siegte der FCS mit 2:1, ein Elfmetertor von Sebastian Jacob in der 90.Spielminute sorgte für den Heimsieg der Malstätter. Allgemein hat man die letzten drei Spiele allesamt gewinnen können.



Der Gegner

Der Fußball-Club 08 Homburg-Saar e.V. wurde namensgebend im Jahr 1908 gegründet. Der Verein spielte in seiner Historie insgesamt drei Spielzeiten in der 1.Bundesliga, war über viele Jahre in der 2.Bundesliga aktiv und teilt seit langer Zeit das Schicksal etlicher Traditionsvereine. Seit 1995 kam man nicht mehr über die Regionalliga hinaus, spielte dagegen sogar viele Jahre in der viertklassigen und einige Jahre in der fünftklassigen Oberliga. Das Ziel des Vereins ist die 3.Liga. Momentan peilt man diesen Aufstieg bis 2022 an, sofern bis dahin die Rahmenbedingungen stehen. 2020 verzichtete der Club daran am Lizenzierungsverfahren der 3.Liga teilzunehmen und sorgte damit für Unmut beim Umfeld und innerhalb der Mannschaft. Von 2012 bis 2017 spielte Homburg dabei schon mal durchgängig in der Regionalliga, kam einem möglichen Aufstieg trotz teils großer Investitionen aber nie nahe. Im Gegenteil musste man im Sommer 2017 als "Geheimfavorit" sogar den Abstieg in die Oberliga hinnehmen. Der Abstieg entpuppte sich jedoch als positive Maßnahme. Man hielt den Etat in der Oberliga deckungsgleich zum Etat in der Regionalliga und ging als einzige Profimannschaft an den Start. Der direkte Wiederaufstieg war also ein Muss, die Art und Weise jedoch beeindruckend. Man "startete" mit 23 Saisonsiegen in Folge, am Ende gab man gerade einmal 12 Punkte ab und erzielte 112 Tore. 2018/19 konnte man dann unter Beweis stellen kein gewöhnlicher Aufsteiger zu sein. Man etablierter sich von Beginn an vorne in der Tabelle und wurde am Saisonende hinter Mannheim und dem FCS starker Dritter. Auch in der Spielzeit 2019/20 war man vorne mit dabei und gehörte zu den "TOP4 der Regionalliga Südwest". Zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs lag man auf Platz 4. Seit Sommer ist Matthias Mink als Trainer in Homburg aktiv. Er trainierte zuvor unter anderem den TSV Steinbach und Hessen Kassel in der Regionalliga. Sein Vertrag läuft bis Sommer 2022.



Transferaktivitäten

Der FCH hatte im Sommer eine Reihe von (teils schmerzhaften) Abgängen. Ersatztorwart Matthias Köpping (1.FC Köln II) spielte dabei genauso wenig eine Rolle wie Mittelfeldspieler Tim Wöhrle (TSG Balingen). Flügelspieler Ihab Darwiche wechselte zum FSV Frankfurt, konnte die Erwartungen in Homburg aber auch nicht völlig erfüllen und kam nur zu zehn Einsätzen. In der Innenverteidigung hat man Jan Eichmann und Kevin Maek ziehen gelassen. Beide Spieler waren fester Bestandteil der Mannschaft und nahe am Stammspieler, Maek war es - sofern fit - im Grunde. Maek beendete seine Profikarriere, Eichmann wechselte nach Völklingen. Fest im Kader und oft in der Startelf war auch Thomas Steinherr. Obwohl einer der Leistungsträger wurde sein Vertrag nicht verlängert. Linksverteidiger Maurice Neubauer war absoluter Stammspieler und verlängerte seinen auslaufenden Vertrag nicht. Dies gilt auch für Christopher Theisen. Er wechselte zu Viktoria Berlin und hinterlässt eine Lücke im zentralen Mittelfeld. Vier Spieler wurden bisher neu verpflichtet. Jannis Reuss ist ein Innenverteidiger. Der 20-Jährige war zuletzt Stammspieler beim SV Sandhausen II in der Oberliga. Vom Ligakonkurrenten aus Pirmasens wurde Philipp Schuck für die linke Abwehrseite verpflichtet. Der 21-Jährige kam dort zu 12 Einsätzen. Für das zentrale Mittelfeld kam Marco Hingerl. Der 24-Jährige spielte zuletzt für Großaspach in der 3.Liga und bestritt dort 23 Spiele. Der letzte externe Neuzugang ist Philipp Hoffmann. Er wurde Ende letzter Woche von Preußen Münster verpflichtet. Der ehemalige FCS-Spieler (28) ist Außenbahnspieler. Dazu wurde Niklas Doll aus der eigenen U23-Mannschaft hochgezogen.



Ehemalige FCS-Spieler

Der FCH hat mehrere ehemalige FCS-Spieler in den eigenen Reihen. In den letzten Jahren hatte man jedoch in der Regel noch mehr Spieler mit einer FCS-Vergangenheit unter Vertrag. David Salfeld (2014 - 2017), Tim Stegerer (2012 - 2014), Serkan Göcer (2012 - 2014), Philipp Hoffmann (2007 - 2014) und Marcel Carl (2018 - 2019) spielten in der Vergangenheit für den FCS.



Der Weg ins Halbfinale

Als Regionalligist hatte der FCH drei Freirunden und hat vier Pokalspiele absolviert. Los ging es in Runde 4 mit dem Auftritt beim Saarlandligisten FV Schwalbach. Ohne Mühe setzte sich der FCH mit 8:0 durch, Marceta schnürte vor 300 Zuschauern einen Viererpack. Die fünfte Runde brachte ein Auswärtsspiel beim FV Siersburg aus der Verbandsliga. Wieder war es ein Selsbtläufer, dieses Mal setzte sich der Favorit mit 4:0. Carl, Di Gregorio und Marceta (2) trafen für Homburg. Im Achtelfinale wartete mit dem SV Schwarzenbach der nächste Verbandsligist. Homburg gewann dieses Mal mit 3:1, kam jedoch nie in Bedrängnis und führte lange 3:0. Der FCH ist seit Donnerstag, 16.Juli in der Vorbereitung zur neuen Saison unterwegs und hat im Verlauf ein kleines Trainingslager und drei Testspiele bestritten. Alle drei Spiele wurden gewonnen. Los ging es schon kurz nach Trainingsstart mit einem Test beim Rheinlandligisten FC Bitburg. Der 7:0-Sieg war ohne Mühe. Einige Tage später folgte bei Verbandsligist SV Steinwenden ein 2:0-Erfolg. Die Generalprobe vor den Pokalspielen hatte man in Hasborn (Saarlandliga). 8:0 gewann der FCH. Einen gleichwertigen oder höherklassigen Gegner hatte man in der kurzen Vorbereitung nicht. Vergangenen Samstag spielte man im Saarlandpokal bei Saarlandligist TuS Herrensohr. Patrick Dulleck vor & Daniel Di Gregorio sorgten beim 2:0-Sieg für die beiden Treffer.



Aufstellung gegen die TuS Herrensohr

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