Spielbericht: Das nächste Remis in der Fremde

Der FCS verpasste am Samstag den ersten Sieg beim SV Meppen nach über 32 Jahren! In der Hänsch-Arena fehlten den Malstättern rund zehn Minuten für den zweiten Auswärtssieg der Saison, am Ende trennten sich beide Mannschaften mit einem verdienten 2:2-Unentschieden. Adriano Grimaldi und Minos Gouras trafen für den FCS. Die Koschinat-Elf bleibt in der Spielzeit in der Fremde ungeschlagen, spielte jedoch zum vierten Mal in Serie Remis. Das Unentschieden ist am Ende ein gerechtes Ergebnis.


Trotzdem darf man aus Sicht des FCS von zwei verlorenen Punkten sprechen. Bis zum geschenkten Elfmeter nach einer halben Stunde hatte man den Gegner klar im Griff, hatte eine starke Leistung gezeigt und führte hochverdient mit zwei Toren. Grimaldi brachte den FCS schon nach sieben Minuten in Führung. Nach einem katastrophalen Rückpass der Meppener stand er frei vor dem Keeper. Bereits zuvor hätte der FC in Führung gehen.


Sieben Minuten später gab es einen weiteren stark ausgespielten Angriff des FCS, am Ende traf Gouras mit links zum 2:0. Kerber und Jacob hatten in der Folge für einen dominanten Gast die Chance auf den dritten Treffer, gegen einen solch angeknockten Gegner kann man in dieser Phase, vielleicht muss man es sogar, den dritten dritten Treffer nachlegen und das Spiel vermeintlich entscheiden. Das Spiel kippte nach einer halben Stunde. Bei einem eigentlich gänzlich ungefährlichen langer Ball in den FCS-Strafraum agierte Batz zu zögerlich und ließ den Ball fallen. Anschließend legte er Hemlein um, den fälligen Strafstoß verwandelte Tankulic sicher. Mit diesem Treffer fand Meppen zurück ins Spiel, die Malstätter bauten mehr und mehr ab und gerieten vor allem in der zweiten Hälfte zunehmend unter Druck. Man traf oft die falsche Entscheidung und schaffte es trotz eines häufig defensiven Spielstiles immer wieder in 1vs1-Situation in der Abwehr zu geraten. Bis zur 70.Minute lag der Ausgleich in der Luft, Meppen erspielte sich einige Gelegenheit.


Beim FCS dagegen ging in der Offensive quasi nichts mehr und die Wechsel (Steinkötter für Gouras/64., Deville und Gnaase für Jänicke und Jacob/72.) schwächten den FCS weiter. Angesichts der zahlreichen Ausfälle fehlt es im Kader an der Breite und gerade in der Offensive hat man aktuell keine echte Alternative zum Stammpersonal. Dieser Fakt fiel den Malstättern in Meppen auf die Füße. Denn fünf Minuten vor Spielende traf Evseev für Meppen zum verdienten Ausgleich. Unnötig aus Sicht der Koschinat-Elf: In dieser Phase hatte man den größten Druck der Meppener eigentlich schon überstanden und konnte die Begegnung wieder mehr ins Mittelfeld und in den eigenen Ballbesitz verlagern. In den verbliebenen Minuten hätte sich das Spiel auch noch komplett drehen können, Faßbender verpasste eine Großchance zum möglichen Siegtreffer.



Wie war die Kulisse?

Die größte Auswärtskulisse seit über zwei Jahren wartete in Meppen auf den FCS. 6.171 Zuschauer waren im Emslandstadion dabei, der Heimbereich war mit 5.900 Zuschauern komplett ausverkauft. Erstmalig in dieser Spielzeit gab es auf Seiten der Heimmannschaft auch einen nennenswerten Support. Ein echtes Auswärtsspiel auf den Rängen für die rund 270 mitgereisten FCS-Fans im Gästesektor.



Personal & Taktik

Die Ausfallliste der Malstätter blieb auch vor Meppen lang. Steven Zellner, Boné Uaferro, Dennis Erdmann, Sebastian Bösel, Julian Günther-Schmidt, Tim Korzuschek und Robin Scheu standen Uwe Koschinat nicht zur Verfügung. Erstmalig im Kader stand dafür der jüngste Neuzugang Lukas Boeder. Der Defensivspieler hatte nur wenige Einheiten mit dem Team absolviert und kam am Ende nicht zu seinem Debüt. Positive Nachrichten gab es von Luca Kerber und Minos Gouras. Beide Akteure fehlten zu Wochenbeginn im Training, rechtzeitig zum Spiel meldeten sie sich wieder einsatzfähig.


19 Spieler standen in Meppen im Kader, personelle Veränderungen im Vergleich zum 3:1-Sieg gegen Türkgücü München nahm Uwe Koschinat nicht vor. Daniel Batz im Tor und Tobias Jänicke im rechten Mittelfeld bestritten jeweils ihr 150.Pflichtspiel für den FC. Sebastian Jacob und Adriano Grimaldi bildeten zum zweiten Mal den Doppelsturm im 4-4-2-System.



Die Tabellensituation

Was für eine enge Tabelle! Mit dem Unentschieden fiel der FCS auf den siebten Tabellenrang zurück, doch bleibt die Aussagekraft des reinen Tabellenplatzes zum aktuellen Zeitpunkt weiter stark beschränkt. Zwischen dem zweiten Platz (am Montag noch im Einsatz) und Platz 9 liegt nur ein einziger Zähler, zwischen dem zweiten Platz und dem 16.Platz sind es gerade einmal fünf Zähler. Verschiebungen sind in diesem Tabellenbereich sehr schnell möglich und Konstanz wird sich auszahlen.



Vor der Länderspielpause - Braunschweig kommt zum Flutlichtknaller

Nach dem elften Spieltag geht die Liga erstmalig in der Saison in eine Länderspielpause. Zuvor steht am kommenden Freitag ein weiterer Leckerbissen im Ludwigspark auf dem Programm. Zweitligaabsteiger Eintracht Braunschweig kommt unter Flutlicht in den Park, der Heimbereich ist bereits ausverkauft. Rund 7.000 Zuschauer können dabei sein. Es wird die größte Heimkulisse für den FCS seit Oktober 2014 (7.011 Zuschauer in der Regionalliga gegen Kickers Offenbach) werden. Nach der Länderspielpause geht es Mitte Oktober mit dem Auswärtsspiel beim Halleschen FC weiter.



Der Saarlandpokal kommt in Sichtweite

Drei Runden im diesjährigen Saarlandpokal sind ausgespielt, unter der Woche findet nun die vierte Runde statt. Alle Teams bis zur Oberliga sind am Start. Ab der fünften Runde (Runde der Letzten 32) greifen dann auch die beiden Regionalligisten Elversberg und Homburg sowie der FCS in den Wettbewerb ein. Als Rahmentermin für diese Runde ist der 19./20.Oktober (nach dem Auswärtsspiel in Halle, vor dem Heimspiel gegen 1860 München) geplant. Die Auslosung dürfte mutmaßlich am nächsten Wochenende erfolgen.

Kommentare