Die Lage des FCS vor Braunschweig

Das Auswärtsspiel in Meppen ließ einige Sichtweisen zu. Spät kassierte man in Emsland den Ausgleich. Angesichts des Spielverlaufes ein verdientes Resultat, doch aus FCS-Sicht auch extrem unnötig. Nach zehn Spieltagen lässt sich ein erstes Fazit ziehen und die 3.Liga ist nach einem Viertel der Saison in einem gewohnt engen Gewand unterwegs. Lediglich fünf Punkte liegen zwischen dem Tabellenzweiten und dem Tabellensechszehnten, die Teams auf den Rängen Zwei bis Neun trennt ein einziger Zähler. So liegen auch der FCS und der Gast aus Braunschweig in unmittelbarer Reichweite zu den Aufstiegsrängen. Auch Spitzenreiter Magdeburg ist nur drei Punkte entfernt. Umgekehrt beträgt der Vorsprung auf einen Abstiegsplatz aktuell immerhin sieben Punkte und als Prämisse sollte dieser Puffer in den kommenden Wochen mindestens gehalten werden. Wie sehr der FCS auf Dauer in den oberen Tabellenregionen verweilen kann, hängt entscheidend von der Konstanz der Mannschaft ab. In Meppen zeigte man wie schon öfter zwei Gesichter. Einem extrem starken Auftritt bis zum Elfmeter folgte ein mäßige Stunde. Regelmäßig bietet die Spielklasse keinen Raum für einen Favoriten und so kann man das auch am Freitag sehen. Beide Teams sind Tabellennachbarn, spielen bisher eine ähnliche Saison und begegnen sich auf Augenhöhe. Tagesform, Bereitschaft und Glück werden ihre Rolle spielen.


Ein zentrales Thema bleibt die Kulisse. Inklusive der Unbekannten "Stehplätze" konnte der FCS mittlerweile wohl weit über 8.000 Karten im Heimbereich absetzen, am Ende könnten gut 9.000 FCS-Fans im LuPa verweilen. Die drei geöffneten Tribünen werden mit über 60 % der maximalen Auslastung besetzt sein, die Fantribüne sogar mit bis zu rund 90 Prozent. Es gibt berechtigte Hoffnungen auf eine nochmals verbesserte Atmosphäre und Unterstützung der Mannschaft. Dazu kommt das Flutlicht und die Spiele gegen Magdeburg und Wiesbaden haben das Potenzial im neuen Stadion offenbart. Zugleich ist die Erwartungshaltung groß und die Möglichkeit erneut Werbung für den FCS zu machen gegeben. Er werden noch mal etliche Zuschauer im Stadion sein, die die Malstätter in den letzten Jahren nicht mehr regelmäßig im Stadion verfolgt haben oder teilweise auch vom neuen Stadion gänzlich neu angelockt werden. Die Mannschaft des FCS muss diesen Druck zur Seite schieben und den Heimvorteil für sich nutzen.


Zu diesem Vorsatz gehört beispielsweise nicht in Rückstand zu geraten. Dieses Problem hatte man in vielen Heimspielen und in den letzten drei Heimspielen lag man jeweils nach einer Viertelstunde zurück. In einer Spielklasse mit so vielen Mannschaften auf Augenhöhe eine schwere Hypothek. Eine lange Trainingswoche stand durch den Freitagstermin nicht an. Nach dem Auslaufen am Sonntag war der Montag frei, am Dienstagnachmittag ging es zum ersten Ma auf den Platz. Auch Mittwoch und am heutigen Donnerstag (ab 14:30 Uhr) wird noch ein Mal trainiert, am Freitag findet das Anschwitzen statt. Der FCS geht anschließend in die Länderspielpause und ein freies Wochenende ist geplant. Ein Testspiel im Rahmen der Länderspielpause ist bisher nicht bekannt.



Personelle Situation

Ein Licht am Ende des Tunnels ist zu sehen, die personelle Situation des FCS könnte sich nach der Länderspielpause endlich beruhigen. Das Spiel am Freitag könnte allerdings für den ein oder anderen Akteur noch zu früh kommen. Die Langzeitverletzten fehlen ohnehin noch. Boné Uaferro ist mit seinem Achillessehnenriss frühestens in der Endphase der Saison wieder eine Alternative, Steven Zellner frühestens zum Ende des Jahres. Auf seinem Weg zum Comeback ist Zellner derzeit unter anderem in Laufeinheiten aktiv. Ein längerer Weg liegt auch noch vor Sebastian Bösel (Sehnenriss). Er absolviert mittlerweile erste individuelle Einheiten mit dem Ball, seine vollständige Genesung wird allerdings noch Zeit in Anspruch nehmen. Die Sperre gegen Dennis Erdmann läuft noch bis zum 28.Oktober. Spielberechtigt ist der Defensivspieler erst wieder am 14.Spieltag im Auswärtsspiel beim SV Waldhof Mannheim. Weiterhin nutzt der Verein die Zeit um anhaltende Knieprobleme zu kurieren, so spult Erdmann nicht das komplette Trainingspensum ab. Dazu kommen einige Akteure mit Fragezeichen. So in Person von Robin Scheu. Wie in der Vorwoche ist der Flügelspieler nach seinem Bänderriss gegen Wiesbaden überwiegend im individuellen Bereich aktiv. Ob die Zeit bis Freitag reicht ist offen, spätestens in Halle sollte Scheu dann wieder zur Alternative werden. Tim Korzuschek und Julian Günther-Schmidt sind in dieser Woche in s Mannschaftstraining zurückgekehrt, ohne jedoch in allen Einheiten das volle Programm zu absolvieren. Korzuschek saß zuletzt gegen Köln auf der Bank und hatte in der Saison mit viel Verletzungssorgen zu kämpfen. Zu einem Einsatz kam der Sommerneuzugang noch nicht. Günther-Schmidt war bis zu seiner Verletzung in Köln ein Stammspieler und hat in den letzten beiden Spielen sehr gefehlt. Die Verfügbarkeit beider Spieler ist offen. Innenverteidiger Pius Krätschmer war die letzten Tage lediglich im Lauf- und individuellen Training tätig. Er plagt sich mit Adduktorenproblemen, soll am Freitag aber zur Verfügung stehen. Ohne die vier Spieler mit einem Fragezeichen stünden dem Trainer mal wieder nur 16 Feldspieler zur Verfügung. Ein ausführliches Update ist wie gewohnt auf der heutigen Pressekonferenz zu erwarten. Unser Sepp ist zudem regelmäßig im Sportfeld als Trainingsgast aktiv.



U23-Regel

Seit dieser Saison dürfen die Drittligisten insgesamt 20 Spieler an einem Spieltag in den Kader berufen. Weiterhin müssen vier Spieler die U23-Regel erfüllen. U23-Spieler ist in der Saison 2021/22, wer nach dem 30.Juni 1998 geboren wurde. Angesichts des erweiterten Kaders hat die Bedeutung der U23-Regel abgenommen und wird für den FCS auch am Freitag keine Rolle spielen.



Die FCS-Taktik

Einige taktische Alternativen bieten sich dem Trainerteam vor Freitag. Zuletzt ist der FCS zu einem flachen 4-4-2-System statt einem 4-2-3-1-System tendiert und eine Doppelspitze dürfte auch für Freitag die Wahl sein. Variationsmöglichkeit bei zwei Stürmer ist die Anordnung im Mittelfeld (eine Raute ist denkbar), aber auch eine Umstellung zu einem 3-5-2-System.



Wie könnte der FCS beginnen?

Daniel Batz im Tor ist gesetzt, daran ändert auch der Fehler in Meppen nichts. Man hat mit Batz seit Jahren einen sicheren Rückhalt gefunden und bisweilen passieren Fehler. Sein Vertreter ist wie gewohnt der 18-Jährige Marcel Johnen. Jonas Hupe dürfte als dritter Torwart erneut den Sprung in den Kader verpassen.


Im zentralen Abwehrblock ist Neuzugang Lukas Boeder nach der Trainingswoche eine größere Alternative. Er bekam in Meppen - etwas überraschend - noch nicht zu seinem Debut, nun hat er einige Trainingseinheiten mehr mit der Mannschaft absolviert. In einer etwaigen Dreierkette könnte Boeder den rechten Part spielen, die Abstimmung kann aber noch nicht Intakt sein. Bei einer Viererkette ist er so eher als wichtige Alternative zu sehen, sofern Krätschmer fit ist. Eine weitere Alternative von der Bank aus wird Rasim Bulic sein. Die Favoriten sind indes wieder Manuel Zeitz und der angesprochene Pius Krätschmer. Der Kapitän ist gesetzt, Krätschmer bewies in den letzten beiden Spielen - trotz der Ausgleich-Situation in Meppen - eine klar aufsteigende Form. In Meppen gewann er viele Zweikämpfe und Laufduelle, seine fußballerischen Qualitäten helfen im Aufbauspiel. Er muss jedoch auch den "Befreiungsschlag" lernen. Auch auf der rechten Abwehrseite ist Boeder eine Alternative, der gesetzte Mann ist Dominik Ernst. Gerade die Zusammenarbeit mit Tobias Jänicke hat sich zu eine Stärken im Offensivspiel entwickelt. Auf der linken Abwehrseite hat sich vorerst Mario Müller festgespielt und den Zweikampf gegen Nick Galle gewonnen. In den letzten drei Spielen begann immer Müller. Ein Rückwechsel zu Galle wäre der Vorzug einer defensiveren und körperlich stärkeren Alternative.


Alexander Groiß und Luca Kerber bildeten zuletzt das zentrale Mittelfeld. Kerber ist der gesetzte Spieler. Der 19-Jährige ist zu einer festen Größe der Malstätter gewachsen und spult zuverlässig seinen Part ab. Längst übernimmt er auch im Offensivspiel mehr Verantwortung und setzt sich immer öfter in Szene. Er hat in der Saison erst sieben Minuten verpasst. Groiß hat drei Spiele in Folge bestritten, bringt viel Körperlichkeit vor die Abwehr und kann mit diesen Fertigkeiten der Mannschaft helfen. Zunehmende Spielpraxis und Vertrauen sollten ihm als Bestandteil der Truppe helfen. Die Alternative ist Dave Gnaase, er hat zuletzt seine Position in der Startelf verloren und muss sich nun über Einwechslungen in seine Form bringen. Auf der linken Außenbahn ist Minos Gouras der gesetzte Spieler. Gegen Meppen reichte die Kraft nach Fieber für eine Stunde, am Freitag sollte nun auch wieder ein längerer Einsatz möglich sein. Seine individuellen Qualitäten sind für den FCS ungemein wichtig. Auf der rechten Seite ist Tobias Jänicke aktuell die erste Wahl. Er befindet sich aktuell in Hochform, funktioniert im Tandem mit Ernst immer besser und ist mit seinem Spielverständnis ein zentrales Puzzleteil der Offensive. Dazu könnten die Alternativen steigen. An den mangelnden Optionen in der Offensive hatte man in den letzten Wochen zu knacken. Robin Scheu und Tim Korzuschek könnten eventuell wieder für den Kader in Frage kommen. Dazu hat man Spieler wie Maurice Deville und Justin Steinkötter als Optionen.


Im Angriff werden erneut Adriano Grimaldi und Sebastian Jacob von Beginn an auflaufen. Grimaldi ist der Wandspieler beim FCS und erlässlich für die Option der langen Bälle, Jacob kann perfekt um Grimaldi herum agieren und dort seine Stärken einbringen. Nach seinem längeren Ausfall muss er sich von Einsatz zu Einsatz in Form bringen. Mit der erhofften Rückkehr von Julian Günther-Schmidt hätte man im Angriff endlich die erhoffte Alternative zu beiden Angreifern. Gerade gegen Meppen konnte man Offensiv nicht mehr mit Qualität nachlegen, Günther-Schmidt kann dieses Vakuum ausfüllen. Eine weitere Alternative bleibt Justin Steinkötter.



Mögliche Aufstellung

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Ersatzbank

Marcel Johnen (ETW), Rasim Bulic, Lukas Boeder, Nick Galle, Dave Gnaase, Maurice Deville, Robin Scheu, Justin Steinkötter, Julian Günther-Schmidt

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