Die Situation der Neuzugänge

Etwas mehr als ein Viertel der Saison 2021/22 sind absolviert, in der Länderspielpause bietet sich nun die Gelegenheit einen Blick auf die Sommerneuzugänge zu werfen:



Lukas Boeder (Vereinslos, zuvor Hallescher FC)

Erst Mitte September stieß der gebürtige Essener zum FCS und ist bis dato kaum zu bewerten. In Meppen saß er ohne Einsatz auf der Bank, zuletzt gegen Braunschweig kam er in der Schlussviertelstunde zu seinem Debüt. Seine Flexibilität in der Defensive soll helfen. Die Länderspielpause kann man nun zur vollständigen Integration nutzen.



Dennis Erdmann (1860 München/3.Liga)

Sportlich schlug Erdmann voll ein und gehörte auch ohne viel Vorlaufzeit an den ersten fünf Spieltagen zu den Leistungsträgern einer weitgehend stabilen Defensive. Die Ereignisse aus dem Heimspiel gegen Magdeburg haben die sportliche Seite längst überschattet, dazu kommen Knieprobleme. Sein Ausfall trifft die Defensive schwer, erst Ende Oktober darf der 30-Jährige wieder spielen.



Dominik Ernst (1.FC Magdeburg/3.Liga)

Der Rechtsverteidiger kam vor der Saison aus Magdeburg und ist eine der positiven Erscheinungen unter den Neuzugängen. Trotz der ein oder anderen kleinen Verletzungssorge stand Ernst in allen neun Saisonspielen in der Startelf und beackert die rechte Abwehrseite stets vorbildlich. Mit Leidenschaft, Zweikampfstärke und Offensivdrang konnte er den Abgang von Anthony Barylla kompensieren.



Nick Galle (Alemannia Aachen/Regionalliga West)

Der Start verlief vielversprechend. Nach einer ansprechenden Vorbereitung gehörte Galle in den ersten Wochen zum Stammpersonal und konnte stabile Leistungen zeigen. Im Laufe des Augustes fiel seine Form er und verlor nach einem gebrauchten Auftritt gegen Wiesbaden seinen Platz. Seither kam er nicht mehr zum Einsatz. Potenzial konnte Galle aufzeigen, doch fehlt in beiden Richtungen noch die Umstellung von der Regionalliga zur 3.Liga.



Dave Gnaase (KFC Uerdingen/3.Liga)

Mit großen Erwartungen kam Gnaase vor der Saison aus Uerdingen. Einer starken Vorbereitung zum Trotz läuft er dieser Ausgangslage hinterher. Zwar gehörte er bis Wiesbaden der Stammmannschaft an, blieb jedoch in der Regel blass und konnte vor allem seine fußballerischen Qualitäten kaum auf den Platz bringen. Dadurch kamen zu wenige Impulse aus dem zentralen Mittelfeld und zusätzlich auch zu wenige gewonnene Zweikämpfe. Seit Wiesbaden hat er den Stammplatz eingebüßt, zuletzt kam er zwei Mal von der Bank ehe gegen Braunschweig kein Einsatz folgte.



Alexander Groiß (Karlsruher SC/2.Bundesliga)

Verletzungsbedingt verpasste Groiß größere Teile der Vorbereitung und stand auch zu Saisonbeginn nicht zur Verfügung. Nach seiner Genesung musste er sich zunächst mit der Rolle des Jokers zufrieden geben, in den letzten vier Spielen stand er im defensiven Mittelfeld in der Startelf. Die Rolle des Abräumers vor der Abwehr kann er übernehmen, im eigenen Ballbesitz gehen ihm noch die Impulse im Offensivspiel ab. Entscheidend: Er muss über die volle Spielzeit konsequent in den Aktionen sein, darf nicht vorzeitig abschalten. Insgesamt läuft auch er noch den Erwartungen hinterher.



Adriano Grimaldi (KFC Uerdingen/3.Liga)

Vier Saisontore, drei Vorlagen. Mit sieben Scorerpunkten liegt der Angreifer voll im Soll und wird im FCS-Spiel immer wertvoller. Nach langen Ausfall in der Vorsaison hat man den Stürmer über Vorbereitung und Saisonstart langsam an seine Form geführt, Stammspieler war er durchgehend. Fitnesszustand und Form haben sich über die Wochen stets verbessert und neben Toren bleibt seine Funktion als Wandspieler bestehen. Er nimmt extrem viele Bälle aus der Luft, kann Bälle halten und dann verteilen. Man muss klar seine Stärken bedienen, Bälle in die Tiefe sind nicht zielführend.



Jonas Hupe (Bonner SC/Regionalliga West)

Eine Bewertung ist nicht möglich, in der Vorbereitung hatte er einen vernünftigen Eindruck hinterlassen. Der 21-Jährige hat jedoch den Zweikampf um Marcel Johnen um die Position des zweiten Torhüter klar verloren und stand bisher nie im Kader.



Marcel Johnen (Bayer Leverkusen U19/U19-Bundesliga)

Ähnlich wie Hupe lässt sich auch die neue Nummer 2 des FCS nicht bewerten. Er saß in allen Saisonspielen auf der Bank, kam jedoch nur in der Vorbereitung zum Einsatz. Dort wusste er zu überzeugen. Der 18-Jährige gilt es großes Talent, war zuletzt auch auf einem Lehrgang des DFB und erfüllt die ihm zugedachte Rolle des Back-Ups.



Marius Köhl (RW Koblenz/Leihende)

Nach einer halbjährigen Leihe nach Koblenz kehrte das Eigengewächs im Sommer zurück. Die Zeit in Koblenz hat ihm sichtlich geholfen, er konnte eine Entwicklung durchmachen und sich an den Aktivenfußball gewöhnen. Auch durch die personellen Probleme des FCS bedingt stand er - mit Ausnahme von Braunschweig - bisher immer im Kader und kam zu vier späten Einwechslungen. Ist die Offensive komplett bleiben seine Chancen auf Einsätze oder Kadernominierungen gering.



Tim Korzuschek (FC Gießen/Regionalliga Südwest)

Einer der großen Pechvögel der bisherigen Saison ist Tim Korzuschek. Immer wieder wurde er von Verletzungen zurückgeworfen und kam noch zu keinem Pflichtspieleinsatz für den FCS. Bei den wenigen Einsätzen in der Vorbereitung hatte er den ein oder anderen fußballerischen Lichtblick, der gewünschte schnelle Flügelspieler ist er jedoch nicht. Nach der Länderspielpause sollte er wieder zur Verfügung stehen, man muss ihm jedoch Zeit einräumen.



Pius Krätschmer (1.FC Nürnberg/2.Bundesliga)

Anfang August kam Krätschmer aus Nürnberg nach Saarbrücken und konnte als Einwechselspieler zunächst Pluspunkte sammeln. Nach der Causa Erdmann rückte er seit Würzburg in die Startelf. Er ist ein schwieriger Fall. Er ist ein guter Fußballer, zeigte in den letzten Wochen auch über weite Strecken gute Auftritte. In den entscheidenden ein oder zwei Situationen zahlt er dann jedoch wie gegen Meppen und Braunschweig Lehrgeld und stellt den restlichen Auftritt in den Schatten. Diese Dinge muss er zeitig abstellen.



Frederic Recktenwald (eigene U19)

Die erwartete Rolle nimmt Frederic Recktenwald ein. Er konzentriert sich in seinem letzten Jugendjahr auf die U19 in der Bundesliga, bei der Drittligamannschaft spielt er keine Rolle. Selbst bei den Spielen ohne vollständigen Kader lässt man ihn zu Recht in der A-Jugend und verschafft ihm dort Spielpraxis.



Robin Scheu (SV Sandhausen/2.Bundesliga)

Viel Freude hatte man an Robin Scheu noch nicht. Durch eine Verletzung in der Vorbereitung verpasste er den Saisonstart und konnte eigentlich nur im Heimspiel gegen Magdeburg sein Potenzial andeuten. Dort lieferte der 26-Jährige eine starke Leistung ab. Wenige Tage später verletzte er sich gegen Wiesbaden erneut. Eine Bewertung seiner Person ist kaum möglich, für die Außenbahnen ist er der große Hoffnungsträger. Nach der Länderspielpause sollte er erstmalig wieder eine ernsthafte Alternative sein.



Justin Steinkötter (Borussia Mönchengladbach II/Regionalliga West)

Acht Einsätze, alle von der Bank und ein Tor. Wirklich zufrieden sein kann Justin Steinkötter bisher noch nicht in Saarbrücken. Andere Offensivspieler wie Marius Köhl werden ihm teilweise als Joker vorgezogen, auch fehlen bei seinen Einwechslungen noch die Impulse. Er fällt kaum auf, ist zu fahrig in den Aktionen und bringt bei Führung auch noch nicht die erhofften Qualitäten im Konterspiel mit.

Kommentare 12

  • Schaut man sich die Fehleinkäufe, Verletztenliste und Vertragssituationen an + mögliche Abwanderungen von Gouras + Kerber an, steht uns im nächsten Sommer der nächste Umbruch bevor.

    • Da sollte die Trefferquote dann höher sein.

    • Es wird sich auch die Frage stellen ob man "Sozial" oder rein sportlich an die Sachen rangeht. Rein sportlich gesehen, dürfte man die Verträge von Bösel und Uaferro schon aus Risikogründen nicht verlängern.

  • Gnaase für mich eine einzige Enttäuschung.


    Kam als einer der ,,Königstransfers‘‘,aber konnte bislang null überzeugen.

    • Der Trainer hat Scheu als "Königstransfer" genannt. Viel mehr als Gnaase hat der aber auch nicht zustande gebracht.

    • Wie auch immer man die beiden betiteln mag, aber von zwei solche gestandenen Spielern erwarte ich auch deutlich mehr als das bisher gezeigte.

  • Grimaldi ist eine Maschine. Ein bisschen schwerfällig vielleicht aber wie der Bälle fest macht und das Spiel für Spiel oder sich in der Luft durchsetzt ist schon eine geile Nummer. Es weiß jeder was kommt und doch macht er das sehr oft erfolgreich. Bombe.

    Eijo 1
  • Was sind Krätschmer, Zeitz, Kerber, Groiß, Bösel und Gnaase? 6er.


    Bin auch weiter der Meinung das uns mehr fehlt was nicht da ist, ein OM.


    Krätschmer sollte im Mittelfeld eingesetzt werden. Seine Sachen die er da macht kann man nicht als jugendlichen Leichtsinn bezeichnen, der ist 24 Jahre. Wer da nicht erkennt wann man Hacke, Spitze spielen kann und wann nicht der lernt es auch nicht mehr. Doch man kann es lernen aber nicht in ein paar Spielen.


    Bei Steinkötter und Köhl habe ich noch keine hoffnungsvolle Aktionen gesehen. Deville hat bei seinen Kurzeinsätzen fast das selbe schlechte Niveau.

  • Teile die Einschätzungen auch. Was ich nicht verstehe ist, Groiß und Gnaase überzeugen nicht und Manu ist in der IV gebunden. Warum zum Teufel kriegt Bulic keine richtige Chance? Ich hab den noch nie richtig schlecht spielen gesehen, begreife es nicht.

    • Vorallem wenn die verletzten/gesperrten IV nach und nach zurück kommen, wird es für ihn ja nicht einfacher. Boeder, Erdmann, Zelle, wo ist da noch Platz für Rasim?

  • Wichtig ist als nächstes das Erdmann zurück kommt. Grimaldi war das Puzzle das uns vorne gefehlt hat und Erdmann ist das in der Abwehr. Wenn wir dann gefestigt sind können die anderen zu ihrer Form finden.

    Eijo 1
  • Zustimmung. Groiß, Gnaase, Steinkötter, Köhl, Galle keine Verstärkungen gegenüber dem letzten Jahr. Dazu die verletzten und gesperrten, dafür ist unsere Punktausbeute grandios.