Die Lage des FCS vor Mettlach

Die Rollenverteilung und die Ausgangslage vor dem Spiel sind glasklar. Es spielt ein Dritt- gegen einen Sechstligisten, es spielt eine Profi- gegen eine reine Amateurtruppe. Der 1.FCS ist der große Favorit und alles andere als der Einzug in das Achtelfinale eine große Sensation. Im normalen Szenario wird es ein deutlicher Sieg. Aus eigener Erfahrung (man kann auch den Blick auf die engen Pokalspiele anderer Drittligisten in den letzten Tagen werfen) weiß man um die Tücken in Pokalspielen. Mit dem Einzug ins DFB-Pokal-Halbfinale als Viertligist gab es das positive Beispiel, im Saarlandpokal hat man aber auch schon die umgekehrten Erfahrungen gemacht. Zwei Mal in Mettlach, in Wiesbach oder Gresaubach ist man als klarer Favorit gescheitert. Präsent dürfte auch noch das Pokalspiel in Hasborn im Jahr 2019 sein. Dort lag man bei einem Saarlandligisten mit 0:2 hinten und drehte das Spiel ab der 88.Minute noch komplett. Es wird ein anderer Gegner als noch in der Vorbereitung. Die Gastgeber haben nichts zu verlieren, können nach den Ergebnissen in der Liga aber mit einer breiten Brust in das Spiel gehen und ihr Glück probieren. Den normalen Respekt vor dem Underdog muss man haben, ein seriöser Auftritt ist nötig um das Spiel so schnell wie möglich aus dem Bereich eines Pokalfightes zu bringen.


Die Länderspielpause haben die Malstätter zunächst für eine Pause genutzt. Das Wochenende nach dem Spiel in Braunschweig war frei und bot die Gelegenheit zum Abschalten. Anschließend hat man das spielfreie Wochenende für eine ausgedehnte Trainingswoche nutzen können. Nach einem freien Samstag (ein Spieltermin am Wochenende wäre aus FCS-Sicht die optimale Situation gewesen, so musste man leicht umplanen) startete am Sonntag die unmittelbare Vorbereitung auf Mettlach und dann Halle. An allen Wochentagen wartet jeweils eine Einheit.




Personelle Situation

Weiterhin fehlen dem FCS mehrere Defensivspieler. Boné Uaferro, Steven Zellner und Sebastian Bösel stehen verletzungsbedingt nicht zur Verfügung. Uaferro fehlt nach seinem Achillessehnenriss noch bis weit in das neue Jahr und kann frühestens zum Ende der Saison hin wieder helfen. Bessere Vorzeichen gibt es bei den beiden anderen Akteuren. Zellner ist mittlerweile nicht mehr ausschließlich auf Lauftraining beschränkt, sondern kann teilweise auch schon in individuellen Übungen für sein Comeback schuften. Bis der Abwehrchef wieder eine Alternative sein kann, wird jedoch noch die ein oder andere Woche ins Land ziehen. Auch Sebastian Bösel (nach Sehnenriss) ist auf dem Weg zum Comeback und kann mehr und mehr Pensum abspulen. Nach seinen zahlreichen Rückschlägen im letzten Jahr probiert man ihn mit Augenmaß an die Belastung zurückzuführen und lässt immer mal wieder Pausen zwischen den Trainingstagen.


Dennis Erdmann müsste auch im Pokal gesperrt sein. In der Regel zählen DFB-Sperren nicht für den Landespokal, das DFB-Sportgericht sperrte den Defensivspieler zu Beginn des Septembers jedoch für jeglichen Spielbetrieb. Seine Sperre läuft noch bis zum 28.Oktober, auch in den Ligaspielen beim Halleschen FC und gegen den TSV 1860 München ist er noch gesperrt. Spielberechtigt ist er dann wieder im Auswärtsspiel beim SV Waldhof Mannheim (30.Oktober). Am kommenden Donnerstag wird ab 10:30 Uhr das Berufungsverfahren vor dem Bundesgericht des DFB verhandelt. Geleitet wird die Sitzung von Achim Späth, dem Vorsitzenden des DFB-Bundesgerichtes. Ein anderes Urteil als noch beim DFB-Sportgericht wäre eine größere Überraschung. Maurice Deville verweilt aktuell im Kreise seiner Nationalmannschaft und nimmt mit Luxemburg an der WM-Qualifikation teil. Am Samstag unterlag man Serbien mit 0:1. Deville stand in der Startelf und sammelte rund 75 Minuten Spielpraxis. Am kommenden Dienstag spielt man in Portugal. Im Training des FCS wird er erstmalig wieder am Freitag erwartet.


Tim Korzuschek ist zum ersten Mal seit Köln wieder ein Thema. Er ist vor dem Heimspiel gegen Braunschweig wieder ins Training eingestiegen, eine Nominierung im letzten Heimspiel kam aber noch zu früh. Eineinhalb Wochen später sollte sein Zustand einen Einsatz ermöglichen. Große Hoffnungen liegen auch bei Julian Günther-Schmidt. Er stand gegen Braunschweig bereits im Kader und wurde kurz vor Spielende eingewechselt, obwohl er nur geringfügig mit der Mannschaft trainieren konnte. Nun hat er einige Trainingseinheiten mehr in den Knochen. Eine ähnliche Situation hatte grundsätzlich auch Robin Scheu, der Flügelspieler fehlte jedoch am Sonntag aus unbekannten Gründen im Training. Die Planspiele von Dominik Ernst wurden durch den Pokaltermin durcheinandergewürfelt. Ursprünglich wollte der Außenverteidiger am gestrigen Sonntag in Magdeburg an einem Abschiedsspiel teilnehmen, diesen Auftritt musste er absagen und war im Trainingsbetrieb am Start. Pius Krätschmer war am Wochenende ausschließlich im Lauftraining aktiv. Der Innenverteidiger plagte sich bereits vor dem Spiel gegen Braunschweig mit Adduktorenbeschwerden. Sonstige Ausfälle sind nicht bekannt, ein größeres Update von Vereinsseite ist vor dem Spiel nicht mehr zu erwarten. 19 Feldspieler aus dem Profikader stehen Uwe Koschinat im besten Fall zur Verfügung.



Wie könnte der FCS beginnen?

Wie gewohnt gilt es im Saarlandpokal die richtige Mischung zwischen Stammformation und Rotation zu finden. Es wird definitiv Wechsel im Vergleich zum Spiel gegen Braunschweig geben und auch eine quasi komplette Rotation wäre möglich. Allerdings spielt man keine vollständige englische Woche, hat fünf Wechsel zur Verfügung und so gibt es keinen zwingenden Grund um einen vollständigen Wechsel vorzunehmen. Sofern man einzelne Spieler überhaupt nicht in den Kader berufen oder die komplette Kaderstärke ausreizen möchte, könnten U19-Akteure wie Frederic Recktenwald (Anschlussvertrag), Yannick Ernst oder Tim Wachall (beide in der Vorbereitung zum Einsatz gekommen) in den Kader rutschen. Auch Spieler wie Metaj, Dorst, Minke oder Maas könnten für die Bank in Frage kommen. Ein oder zwei Spieler könnten dann - je nach Spielverlauf - in die Rotationsmaschine eingebaut werden.


Ein Wechsel ist im Tor zu erwarten. Der Pokal ist oftmals die Gelegenheit für den zweiten Keeper um Spielpraxis zu sammeln und Koschinat hat diesen Ansatz bei seinen früheren Stationen in den ersten Runden ebenfalls verfolgt. Stammtorhüter Daniel Batz rotiert aus dem Tor und könnte am Ende nicht einmal im Kader stehen. Letztmalig in einem Pflichtspiel nicht im Tor stand Batz im November 2019 im Pokal in Rohrbach. Es ist die Chance für Marcel Johnen. Johnen wird am heutigen Montag 19 Jahre alt und dürfte am Dienstag mit dem Pflichtspieldebüt für den FCS ein nachträgliches Geschenk erhalten. Er hat den Zweikampf um die Rolle des zweiten Torhüters gegen Jonas Hupe gewonnen, Hupe könnte gegen Mettlach erstmalig im Kader stehen. In der Abwehrkette steht die ein oder andere Alternative zum aktuellen Stammpersonal zur Verfügung. Auf der linken Seite könnte Nick Galle statt Mario Müller zum Einsatz kommen. Galle bekam seit dem Spiel gegen Wiesbaden keine Möglichkeit mehr auf einen Einsatz. Auf der rechten Seite ist normal Dominik Ernst gesetzt. Die erste Option wird Lukas Boeder sein. Der Neuzugang hat gegen Braunschweig die ersten Minuten bekommen, jetzt braucht er Spielpraxis und da bietet sich ein Pokalspiel an. Alternativ hat man Rasim Bulic oder Frederic Recktenwald in der Hinterhand. Bulic und Boeder sind auch die beiden Alternativen zu Manuel Zeitz (mit einem Einsatz wird neben Sven Sökler und Lukas Kohler zum FCS-Rekordspieler im Pokal) und Pius Krätschmer in der Innenverteidigung. Gerade bei Krätschmer muss man in der aktuellen Phase kein Risiko eingehen.


Im zentralen Mittelfeld vertraute der Trainer zuletzt auch das Duo Luca Kerber und Alexander Groiß. Die Besetzung der zweiten Position neben Luca Kerber ist in der Liga auch eine der Problemzonen. Weder Groiß noch Gnaase konnten bisher auf Dauer überzeugen. Im Pokal könnten beide Spieler nun erstmalig gemeinsam in der ersten Elf stehen und Dauerbrenner Kerber auf dieser laufintensiven Position eine Pause verschaffen. Gerade Gnaase hatte zudem in den letzten Wochen nur wenige Einsätze und Spielpraxis kann auf dem Weg in eine bessere Form behilflich sein. Weitere Optionen wären einen der Innenverteidiger nach vorne zu ziehen oder einen Sechser zugunsten einer offensiveren Aufstellung aus der Mannschaft zu nehmen.


Für die Offensive geht es ebenfalls um die richtige Einschätzung zwischen Rotation und Stammpersonal. Eine Position sollte an Julian Günther-Schmidt gehen. Nach seiner Genesung hilft ihm Spielpraxis und seine Rückkehr wird der FCS-Offensive auch im Ligabetrieb gut tun. Günther-Schmidt kann sowohl auf der Zehn als auch im Sturm selbst spielen. Entscheidend ist hier die Besetzung der anderen Position. Beginnt man mit einem der etablierten Stürmer Jacob oder Grimaldi, so kann Günther-Schmidt dahinter agieren. Für den zentralen Bereich bleiben ansonsten noch Justin Steinkötter und Marius Köhl als Alternativen. Am Ende könnte es auch auf eine Arbeitsteilung zwischen den beiden Stammangreifern hinauslaufen. Auf den Außenbahnen bleiben die üblichen Probleme bestehen. Im Grunde hat man nur die beiden Stammspieler Jänicke und Gouras. Deville fehlt durch die Nationalmannschaft, Scheu könnte erneut nicht zur Verfügung stehen. Selbst wenn Scheu eine Alternative ist, so bleibt die Frage ob er auch von Beginn an spielen könnte. Ähnliches gilt für Tim Korzuschek. Nach stetigen Verletzungen könnte er eine Option zur Rotation sein. Ob die Startelf möglich ist, ist jedoch offen. So dürfte wohl Justin Steinkötter die erste Alternative für die Außenbahn sein. Die Rolle hat er in der Liga auch schon nach seinen Einwechslungen eingenommen. Auch Marius Köhl könnte zur Überlegung werden.



Mögliche Aufstellung

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Ersatzbank

Hupe (ETW), Recktenwald, Ernst, Galle, Kerber, Wachall, Korzuschek, Gouras, Köhl, Jacob



Im Falle eines umkämpften Pokalspieles kann man mit Ernst, Galle, Kerber, Gouras und Jacob noch Akteure mit klaren Stammplatzanspruch von der Bank bringen. Bei einem entspannteren Pokalspiel sitzt dazu auch ausreichend Personal für Rotationen auf der Bank.

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