Vorbericht: Der HFC wartet

Zurück in den Ligaalltag. Nach der Länderspielpause und dem souveränen Erfolg im Saarlandpokal beim SV Mettlach geht es für den FCS am Samstag in eine spannende Saisonphase. Bis zur nächsten Länderspielpause im November stehen vier Ligaspiele in 22 Tagen auf dem Programm. Nach Samstag geht es mit einem Heimspiel gegen den TSV 1860 München weiter, es folgt der Gastauftritt im Südwestduell beim SV Waldhof Mannheim sowie das Heimderby gegen den FCK. Es folgen einige Highlights, zuvor wartet am Wochenende eines der weitesten Auswärtsspiele der Saison. Ab 14:00 Uhr am Samstag sind die Malstätter zu Gast beim Halleschen FC. Mal wieder geht der FCS-Gegner mit der identischen Punktzahl in das Spiel.



Liveübertragung

Das Spiel beim HFC wird nicht in den ARD-Programmen gezeigt und lässt sich ausschließlich über die Kanaläe von Magenta Sport live verfolgen. Die Übertragung (Einzelspiel + Konferenz) beginnt um 13:45 Uhr.



Die Spielstätte

Seit dieser Saison trägt das 2011 eröffnete Stadion in Halle den Titel "Leuna-Chemie-Stadion". Es verfügt über eine Kapazität von 15.057 Zuschauerplätzen und ist komplett überdacht. Die Anlage ist in einem modernen Stil aufgebaut. Auf einer Hintertorseite (und den anschließenden Ecken) stehen die Stehplätze für den Heimbereich zur Verfügung. In der gegenüberliegenden Ecke ist der Stehbereich für Gäste angebracht. Insgesamt stehen 8.850 Stehplätze und 6.155 Sitzplätze zur Verfügung. Das Dach ist mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet. An Heimspieltagen sind aktuell 12.500 Zuschauer zugelassen, es gilt die 3G-Regel. In der Zeit vor Corona konnte der HFC zwischen 6.000 und 8.000 Zuschauer ins Stadion locken und auch in dieser Saison liegt der Schnitt bei 6.760 Besuchern. Dies bedeutet Platz 6 in der Zuschauertabelle der 3.Liga. Die meisten Zuschauer kamen zum Derby gegen Magdeburg (10.065), dazu kamen 7.300 gegen Braunschweig. Die wenigsten Besucher kamen zum Heimspiel gegen den SC Verl (5.000). Für das Spiel am Samstag stehen in allen Bereichen noch ausreichend Tickets zur Verfügung, zwischen 6.000 und 7.000 Heimfans könnten realistisch sein. Die bisherigen beiden Drittligaspiele des FCS in Halle lockten einmal 11.100 Zuschauer (Sonderaktion) und einem 7.000 Zuschauer an. Ein ausreichendes Kontingent an Stehplatzkarten ging an den FCS. Schätzungsweise 200 Saarbrücker werden die lange Reise auf sich nehmen. Karten stehen über den Online-Shop zur Verfügung.



Historie zwischen den Clubs

Bisher gab es acht Vergleiche zwischen den FCS und dem HFC. Die Bilanz spricht mit vier Siegen bei zwei Niederlagen für den FCS. Doch in den bisherigen Spielen hatten in der Regel die Heimmannschaften die Oberhand. So konnte der FCS alle vier Heimspiele gewinnen und weist dabei ein Torverhältnis von 15:0 auf. Das Hinspiel der letzten Saison gewann der FCS im Park mit 4:0. Im April 2014 sahen 4.500 Zuschauer einen 3:0-Erfolg durch Tore von Ziemer, Knipping und Korte. Gar 5:0 (Hattrick von Marcel Ziemer, dazu trafen Marius Laux und Sven Sökler) hieß das Endergebnis im Herbst 2012 und auch das erste Heimspiel 1991 gewann man durch Tore von Akpoborie, Hach und Krätzer mit 3:0. In Halle gab es dagegen erst zwei Punkt aus vier Begegnungen, auf einen Sieg beim HFC wartet man noch. Die beiden Punkten holte man in den letzten beiden Gastspielen. Im November 2013 rettete Maurice Deville durch einen späten Treffer den Punkt bei einem 1:1-Unentschieden. Im Februar diesen Jahres gab es wieder ein 1:1. Günther-Schmidt brachte den FCS in Führung, im zweiten Abschnitt glich Halle aus. Im Mai 2013 verlor man am letzten Spieltag der Saison 2012/13 vor über 11.000 Zuschauern mit 1:2 verloren. Sven Sökler traf für den FCS. Das erste Duell im Jahr 1991 verloren die Malstätter glatt mit 0:3. Die Bilanz in der 3.Liga lautet drei Siege, zwei Remis und eine Niederlage.



Der Gegner: Hallescher FC

Der Hallesche Fußballclub wurde 1966 durch die Ausgliederung der Fußballsektion des SC Chemie Halle gegründet und ist damit ein typischer Verein aus der ehemaligen DDR. In Anlehnung an den früheren Vereinsnamen spielt "Chemie" heute noch eine größere Rolle im Verein und innerhalb der Fanszene. Die Spuren des Clubs gehen über die Ausgliederung 1966 bis ins Jahr 1900 zurück und er entstammt der gleichnamigen Stadt Halle an der Saale. Der Verein bestand zu Jahresbeginn aus 2.260 Mitgliedern. Die Vereinsfarben sind rot und weiß. Im der Zeit der DDR fehlte der Verein fast nie im Teilnehmerfeld der höchsten Spielklasse und war teilweise auch im internationalen Wettbewerb vertreten. Zu einem nationalen Titel reichte es jedoch nicht. Das beste Ergebnis war ein dritter Platz im Sommer 1971. Nach der Wende qualifizierte man sich für die 2.Bundesliga, stieg dort jedoch in der ersten Saison ab. Nachdem der direkte Wiederaufstieg verpasst wurde begann ein Niedergang bis in die Verbandsliga. Von 2000 bis 2008 war man in der Oberliga Nordost aktiv und qualifizierte sich dann für die neue Regionalliga Nord. 2012 gelang der Sprung in die 3.Liga und in dieser Spielklasse hält man sich bis heute. Fast immer beendete man die Saison im Mittelfeld, 2018/19 wurde man Vierter und verpasste den Aufstieg nur knapp. 2019/20 hatte man zwar ähnliche Ambitionen und spielte auch starke erste 17 Begegnungen mit 31 Punkten und Platz 2, anschließend folgte jedoch ein rapider Abfall. Es folgten 14 Spiele ohne Sieg und nach dem 1:5 in Zwickau schien der Abstieg fast besiegelt. Ein Trainerwechsel löste die Blockade und in den letzten acht Saisonspielen verlor man nur einmal. Am vorletzten Spieltag sicherte man sich den Klassenverbleib und beendete die Spielzeit schließlich auf Platz 15. In der vergangenen Saison wurde er ruhiger. Frühzeitig konnte sich der Club ein gutes Polster vor der Abstiegszone aufbauen und die Spielzeit unter dem Strich auf dem neunten Platz (52 Punkte) beenden. Seit Juni 2020 ist Florian Schnorrenberg als Trainer bei Halle im Amt.



Transferaktivitäten

Zehn Spieler haben den HFC im Sommer verlassen. Torhüter Kai Eisele hatte im Laufe der letzten Saison seinen Stammplatz verloren und verließ den Club, Tobias Schilk beendete verletzungsbedingt seine Karriere. Torhüter Tom Müller wechselte nach Jena. Dennis Mast kam nur zu 14 Einsätzen, der Vertrag des Flügelspielers wurde ebenso wie der Kontakt von Sechser Anthony Syhre (9 Einsätze) nicht verlängert. Auch bei FCS-Neuzugang Lukas Boeder (31 Einsätze) fanden beide Seiten nicht zusammen. Abwehrchef Stipe Vucur lehnte ein Angebot ab und wechselte nach Rumänien. Antonios Papadopoulos (DM) zog nach 35 Einsätzen einen Wechsel zu Dortmund II vor. Zusätzlich endeten die Leihen der Offensivspieler Laurenz Dehl (22 Einsätze) und Braydon Manu (in der Rückrunde Stammspieler).


Jannes Vollert konnte nach zwei Jahren als Leihgabe fest von Werder Bremen verpflichtet werden, dazu kamen drei Spieler aus der eigenen U19. Lukas Griebsch (LV), Lucas Halangk (RV) und Tom Bierschenk (ST) wurden hochgezogen. Dazu kommen insgesamt zehn externe Neuzugänge. Im Tor wurde Daniel Mesenhöer als Reaktion auf eine Verletzung nachverpflichtet, in der Abwehrkette verpflichtete man in Niklas Kreuzer (Dresden) einen erfahrener Spieler. Der 28-Jährige spielt auf der rechten Abwehrseite. Für die Innenverteidigung lieh man den 19-Jährigen Otto von Eintracht Frankfurt aus. Im Mittelfeld konnte man in Tom Zimmerschied einen neuen Spieler holen. Der 22-Jährige spielte zuletzt für Dornbirn aus der zweiten Liga Österreichs. Er ist flexibel im Mittelfeld einsetzbar. Für die Außenbahn kam zudem Justin Eilers vom SC Verl. Er hatte sich beim SCV wieder in den Fokus gespielt und soll Halle mit seiner Qualität helfen. Im offensivem Mittelfeldbereich kamen zudem Aaron Herzog von Hansa Rostock, Kebba Badjie (linke Seite) wurde von Werder Bremen ausgeliehen und Elias Löder (21) kam von Germania Halberstadt aus der Regionalliga. Im defensiven Mittelfeld kamen mit Louis Samson und Jan Löhmannsröben zwei erfahrene Spieler.



Bisherige Saison

Der HFC startete mit einem 3:1-Sieg gegen den SV Meppen in die Saison. Nach frühen Rückstand war der Endstand bereits zur Pause klar. Herzog, Boyd und Nietfeld trafen. Bei Türkgücü München folgte ein 2:2. Zwei Mal lag der HFC zurück, zwei Mal glich Eberwein aus. Am dritten Spieltag kam Braunschweig nach Halle, die erste Saisonniederlage (0:2) war die Folge. Im Gegenzug fügte man Viktoria Berlin in der Folge die erste Saisonniederlage bei. Boyd traf in Berlin zum einzigen Tor des Tages. Vor 6.000 Zuschauern folgte ein weiterer 1:0-Sieg, dieses Mal im Heimspiel gegen Kaiserslautern. Zimmerschied traf mit rechts nach 20 Minuten. Im Rahmen des 6.Spieltages empfing man Freitags den SC Verl. Vor 5.000 Besuchern lieferten beide Teams ein echtes Spektakel und nach 90 Minuten ein 4:4-Unentschieden. Halle hatte zwischenzeitlich mit 2:4 in Rückstand gelegen, glich jedoch spät noch einmal aus. Auch in Zwickau teilte man sich die Punkte. Derstroff und Titsch Rivero drehten zwischenzeitlichen einen Rückstand, die Gastgeber glichen aber noch aus. Das Heimspiel gegen 1860 München war das nächste Remis. Halle ging früh in Front, kassierte nach einer halben Stunde jedoch einen Feldverweis und kassierte im zweiten Abschnitt noch den Ausgleich. Am neunten Spieltag unterlag man bei Waldhof Mannheim. Der zwischenzeitliche Ausgleich von Shcherbakovski reichte nicht zu einem Punktgewinn. Wichtiger aus HFC-Sicht: Im Rahmen des zehnten Spieltages gewann man das Heimderby gegen Magdeburg (3:2). Vor 10.000 Besuchern trafen Eberwein, Boyd und Kreuzer für den HFC. Vor der Länderspielpause holten sich die Chemiker noch einen Punkt in Freiburg ab. Einmal mehr traf Eberwein für Halle (14.), die Führung hielt bis sieben Minuten vor Spielende. Vergangenen Samstag bestritt man im Landespokal eine Begegnung bei Oberligist Sandersdorf. Boyd traf in der Verlängerung zum Sieg.



Tabellensituation

Halle geht als Tabellenneunter in den 12.Spieltag. Wie der FCS (Platz 6) hat man in der bisherigen Spielzeit 17 Punkte geholt, es steht jedoch ein minimal schlechteres Torverhältnis zu Buche. Mit 19 Treffern hat man zwei Tore mehr als der FC erzielt, zugleich aber vier Gegentreffer (17) mehr bekommen. Der HFC liegt in der großen Traube der Liga, hat gerade einmal drei Punkte Rückstand auf den zweiten Tabellenplatz und zwei Punkte Rückstand auf den dritten Platz. Mit Blick auf Dortmund II auf Platz 2 sind es demnach nur zwei Zähler Rückstand auf einen direkten Aufstiegsplatz. Nach hinten sind es fünf Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone. In der bisherigen Saison hat man zwei Spiele verloren. Gemeinsam mit einigen anderen Teams ist dies die Bestmarke der Liga. Bester Torschützer und bester Scorer ist Michael Eberwein (7 Treffer, 2 Vorlagen). Er blüht in der Rolle hinter einer Spitze ungemein auf. Ihm folgt Angreifer Boyd (3 Tore). In der Heimtabelle ist Halle auf Platz 3. Elf Punkte gab es in sechs Begegnungen, der FCS holte bei gleicher Spielanzahl einen Zähler weniger. Für den HFC gab es drei Heimsiege, zwei Unentschieden und die Niederlage gegen Braunschweig. Die beiden Spiele vor der Länderspielpause hat Halle nicht verloren, insgesamt konnte aber auch nur eines der letzten sechs Begegnungen gewonnen werden. Vier Unentschieden in diesen Spielen sind typisch für die Liga.



Aufstellung beim SC Freiburg II

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