Die Lage des FCS vor Halle

Der FCS nutzte die Länderspielpause zunächst für ein freies Wochenende. Anschließend konnte man eine Trainingswoche ohne Rücksicht auf ein Pflichtspiel bestreiten. Uwe Koschinat nutzte diese Tage um Inhalte zu vertiefen, setzte aber auch stark auf eine individuelle Belastung der Spieler. Wie bei der Pokalpause im August soll diese Maßnahme die Spieler auf ein Level bringen.


Diese Woche lag ein Fokus auf dem Pokalspiel in Mettlach und die Einheiten am Montag und Dienstag wurden angepasst. Am Mittwoch absolvierten die längerfristig eingesetzten Spieler gegen Mettlach eine Regenerationseinheit, der übrige Teil des Kaders bereitete sich auf Halle vor. Neben der Einheit am Donnerstag wartet morgen um 10:00 Uhr noch das Abschlusstraining. Anschließend macht sich der FCS-Tross auf den Weg nach Sachsen-Anhalt.


In Mettlach selbst zeigte der FCS einen souveränen Auftritt und siegte am Ende ohne Mühe mit vier Toren Unterschied. In der Liga hat man dagegen in den letzten beiden Spielen spät Punkte abgegeben. Sowohl in Meppen als auch zuhause gegen Braunschweig kassierte man den Ausgleich in den letzten Spielminuten und leistete bei den Gegentoren zu große Mithilfe. In der engen Tabelle der 3.Liga hat man durch diese Ergebnisse eine bessere Ausgangslage verpasst. Als Sechster hat man unmittelbaren Anschluss nach oben, liegt aktuell sogar nur zwei Zähler hinter einem direkten Aufstiegsplatz. Zugleich existiert kein großes Polster nach unten, der erste Abstiegsplatz ist gerade einmal fünf Zähler entfernt.


Die Gastgeber aus Halle kämpfen mit ähnlichen Personalproblemen wie vor der Länderspielpause. Sie haben mehrere langzeitverletzte Spieler zu beklagen, dazu kommt am Samstag eine Sperre und einige fragliche Spieler. Im letzten Ligaspiel in Freiburg hatten sie nur 17 Spieler im Kader, am Samstag wird die Gruppe ähnlich groß sein. Denn der ein oder andere fragliche Spieler (wie Sechser Samson) wird das Aufgebot noch ergänzen können. Wichtiger: Halle ist diese Situation gewohnt und hat sich in der Liga trotzdem gut aus der Affäre gezogen. Ähnlich wird es auch am Samstag sein.


Klar wird das beim Blick auf die mögliche Aufstellung der Hallenser stehen auch weiterhin durchgängig etablierte und starke Drittligaspieler wie Nietfeld, Titsch Rivero, Eberwein oder Boyd zur Verfügung. Wie in den meisten Drittligaspielen lässt sich auf dieser Basis kein großer Favorit ausmachen. Beide Teams begegnen sich auf Augenhöhe. Sowohl die Tagesform als auch das Spielglück werden eine gewichtige Rolle einnehmen. Dazu kommt der Heimvorteil für den HFC. Wie in Meppen wartet ein echtes Auswärtsspiel auf den FCS und durch das überdachte Stadion wird die Lautstärke auch größer sein als in Meppen. An diese Situation konnte man sich nach den Geisterspielen wieder gewöhnen.



Personelle Situation

Wie erhofft hat sich die personelle Situation des 1.FCS in der Länderspielpause beruhigt. Gänzlich ohne Sorgen gehen die Malstätter jedoch nicht in die Begegnung gegen Halle. In Steven Zellner, Sebastian Bösel und Boné Uaferro fehlen weiterhin drei Defensivspezialisten. Uaferro ist mit seinem Achillessehnenriss frühestens in der Endphase der Saison wieder eine Alternative. Zellner und Bösel sind auf dem Weg zu ihrem Comeback. Intensitäten im Mannschaftstraining oder ein komplettes Training ist bei Zellner noch ein gutes Stück entfernt und der Trainer wollte sich zuletzt nicht auf einen möglichen Rückkehrzeitpunkt festlegen.


Bösel sollte nach seinem Sehnenriss als erster Spieler wieder zur Verfügung stehen, er steht vor einer Rückkehr in das Mannschaftstraining. Die Anzahl der Alternative erhöht Dennis Erdmann. Der Abwehrspieler ist nach der abgewandelten Strafe durch das DFB-Bundesgericht seit Mittwoch wieder spielberechtigt und darf zwei Wochen früher als bisher angenommen wieder in den Wettbewerb eingreifen. Aus sportlicher Sicht hat er seine Kniebeschwerden überstanden und stand schon zuletzt wieder voll im Training.


Fragezeichen stehen hinter Pius Krätschmer, Robin Scheu und Maurice Deville. Krätschmer hatte schon vor dem Heimspiel gegen Braunschweig mit Beschwerden im Adduktorenbereich zu kämpfen und in der Länderspielpause wurde die Belastung bei ihm individuell gesteuert. Als einziger verfügbarer Feldspieler stand er in Mettlach nicht im Kader. Nun muss es trotzdem mit muskulären Problemen passen. Maurice Deville war in der Pause mit der Nationalmannschaft unterwegs und sammelte in zwei Länderspielen rund 110 Minuten Spielpraxis. Nach dem Spiel am Dienstag in Portugal plagt auch er sich mit muskulären Problemen.


Tim Korzuschek ist zum ersten Mal seit Köln auch in der Liga wieder ein Thema. Zuletzt sammelte er im Pokal immerhin 45 Minuten Spielpraxis. Auch Robin Scheu steht wieder zur Verfügung. Der Flügelspieler hat seinen Bänderriss auskuriert, wurde jedoch von einem grippalen Infekt erwischt. Am Montag war Scheu im individuellen Training aktiv. Mittlerweile trainiert er mit dem Team.


Ohne sonstige Ausfälle & mit den drei fraglichen Spielern stehen dem FCS dann 22 Spieler zur Verfügung. Erstmalig seit Wochen müsste Uwe Koschinat folglich einen weiterne Spieler neben Torhüter Jonas Hupe aus dem Kader streichen. Spieler wie Bulic, Korzuschek oder Köhl sind denkbar.




U23-Regel

Seit dieser Saison dürfen die Drittligisten insgesamt 20 Spieler an einem Spieltag in den Kader berufen. Weiterhin müssen vier Spieler die U23-Regel erfüllen. U23-Spieler ist in der Saison 2021/22, wer nach dem 30.Juni 1998 geboren wurde. Angesichts des erweiterten Kaders hat die Bedeutung der U23-Regel abgenommen und wird für den FCS auch am Samstag keine Rolle spielen. Alle neun U23-Spieler stehen zur Verfügung, vier Akteure haben ihren Kaderplatz sicher.



Die FCS-Taktik

Mehr personelle Alternativen bedeuten auch mehr taktische Alternativen. Neben dem zuletzt etablierten flachen 4-4-2-System ist die Rückkehr zu einem 4-5-1-System denkbar. Neben dem klassischen 4-2-3-1 ist mit der Rückkehr von Günther-Schmidt auch ein 4-1-4-1-System möglich. Das System aus der Vorsaison unter Lukas Kwasniok wurde bisher von Uwe Koschinat jedoch nur im Saarlandpokal gespielt. Auch innerhalb eines 4-4-2-System sind Umstellungen hin zu einer Raute möglich. Mit den vermehrten Alternativen in der Defensive kommt die taktische Möglichkeit einer Dreierkette hinzu. Eine solche Vielfalt an taktischen Möglichkeiten hatte der FCS in der bisherigen Saison vermisst.



Wie könnte der FCS beginnen?

Klar ist: Die Startaufstellung von Mettlach ist keine Referenz für Samstag. Im Gegenteil. Beim Saarlandligisten durften sich all jene Akteure über einen längeren Zeitraum austoben, die im Ligaalltag hinter ihrer Konkurrenz liegen und eher selten von Beginn an spielen. Durch die frühzeitige Rotation können alle Akteure mit normaler Frische in das Spiel gehen. Dem Trainer stehen aber auch im Vergleich zum Spiel gegen Braunschweig einige Änderungsmöglichkeiten zur Verfügung. Ausgenommen ist das Tor.


Marcel Johnen kam im Pokal zu seinem Aktivendebüt, strahlte dabei wie schon in der Vorbereitung eine gute Körpersprache aus. Torwartspezifisch musste der 19-Jährige quasi nicht aktiv werden und nun kehrt er zurück auf seine Position des zweiten Torhüters. Jonas Hupe wird auf der Tribüne sitzen. Stammtorwart ist Daniel Batz, in Mettlach nicht im Kader. In den vergangenen Spielen gab es den ein oder anderen Patzer zu viel, seine Klasse und seine Stellung beim FCS bleiben unbestritten.


In der Abwehrkette stehen auf allen Position echte Alternativen zur Verfügung. Die linke Seite sieht den gewohnten Zweikampf zwischen Mario Müller und Nick Galle. Müller hat in der Liga seit einigen Wochen die Nase vorne, Galle (vier Ligaspiele ohne Einsatz) sendete im Pokal ein großes Lebenszeichen und zeigte 90 starke Minuten.


Reicht die Vorstellung beim Saarlandligisten um sich wieder in die Startelf zu schieben?


Auf der zweiten defensiven Außenbahn bekommt Dominik Ernst in Lukas Boeder eine Konkurrenz. Der jüngste Neuzugang hat die Rolle im Pokal für eine Halbzeit übernommen. Alternativen auf der Rechtsverteidigerposition zur Verfügung zu haben ist wichtig, doch Ernst ist der gesetzte Mann. Die Zusammenarbeit mit Tobias Jänicke hat sich gut entwickelt und er kann mit seiner Lauf- und Zweikampfstärke die Position gut interpretieren.


Für Boeder waren die 90 Minuten gegen Mettlach wichtig. Er konnte Spielpraxis sammeln, sich auf zwei Positionen zeigen und muss spätestens jetzt eine vollwertige Option in den Überlegungen sein. Das gilt auch in der Innenverteidigung. Dazu kehrt Dennis Erdmann zurück. Mit nun vier Innenverteidigern hat man plötzlich ein quantitatives Überangebot an Spielern für die zwei Positionen. Die Chancen für Rasim Bulic auf einen Startelfeinsatz sind - trotz des erneut ansprechenden Pokalspieles - entsprechend gering. Im Normalfall sollten Manuel Zeitz und Dennis Erdmann zum ersten Mal seit Magdeburg die Innenverteidigung bilden.


Erdmann fehlt nach der Sperre die Spielpraxis, auch wird im ersten Spiel nach der Sperre das Augenmerk besonders auf ihn gerichtet sein. Doch er hat es zu Saisonbeginn schon einmal mit schlechten Voraussetzungen geschafft und der Trainer hat seinen Einsatz bereits auf der letzten Pressekonferenz durchblicken lassen. Mit Zeitz hat er schon gespielt, hatte im August bereits Automatismen gebildet und aus sportlicher Sicht sollte ihm ein bekannter Nebenmann helfen. Der Kapitän ist definitiv gesetzt und soll unter Koschinat wohl auch weiter im Abwehrzentrum eine Konstante sein. Es wäre aber möglich ihn nun eine Position nach vorne zu ziehen.


Die zusätzlichen Optionen sorgen auch im zentralen Mittelfeld für neue Überlegungen. Gänzlich aus allen Überlegungen raus ist Luca Kerber. Der 19-Jährige ist eine absolute Säule der Malstätter und ohne jeden Zweifel gesetzt. Gegen Braunschweig belohnte er sich für mehr und mehr Impulse in der Offensive mit seinem ersten Tor. Er ist kein reiner Sechser und seine Entwicklung ist beeindruckend. Die letzten vier Spiele agierte Groiß als sein Partner. Er übernimmt eher die Rolle des klaren Sechsers und hat auch aus diesem Grund den Vorzug vor Dave Gnaase erhalten.


Ein Problemfeld war die zweite zentrale Position definitiv. Mit Zeitz könnte nun ein weiterer Spieler in die Verlosung kommen und eine neue Dynamik auslösen. Bei Zeitz weiß man um die Qualitäten auf dieser Position. Er hat die Rolle über viele Jahre gespielt und könnte einen starken Abräumer vor der Abwehr geben. Es würde Kerber die aktuellen Freiheiten lassen.


Ähnlich viel Auswahl würde man sich auch auf den offensiven Außenbahnen wünschen und es gibt Lichtblicke in diese Richtung zu verzeichnen. Tobias Jänicke auf der rechten Seite und Minos Gouras auf dem linken Flügel sind die gesetzten Spieler. Gouras konnte im Pokal komplett geschont werden und seine individuellen Qualitäten sowie sein Tempo nehmen eine zentrale Bedeutung in der FCS-Offensive ein. Ein absoluter Stammspieler. Jänicke auf Rechts glänzte zuletzt mit guter Form, bildet eine starke rechte Seite mit Ernst und bleibt der bekannt intelligente Flügelspieler. Eine Alternative für beide Seiten ist Tim Korzuschek.


Nach seinen Verletzungen konnte er im Pokal sein Debüt feiern, zeigte 45 Minuten ordentliche Minuten. Für den Spielverlauf kann er eine Option als Joker werden. Dies ist maximal auch Maurice Deville, sofern er nach Länderspielreise in den Kader berufen wird. Marius Köhl besitzt trotz guter Leistung im Pokal nur geringe Chancen. Erste Wechseloption sollte Robin Scheu werden. Durch seinen grippalen Infekt konnte er in Mettlach keine Spielpraxis sammeln, körperlich muss er trotzdem weiter sein als noch gegen Braunschweig.


Die beiden Sturmspitzen werden Adriano Grimaldi und Sebastian Jacob werden. Grimaldi (im Pokal ohne Einsatz) hat sich seine zentrale Rolle in den letzten Wochen erarbeitet. Der 30-Jährige arbeitet viel, trifft dazu auch und ist ein guter Wandspieler. Auch körperlich ist er in der Zwischenzeit in einer guten Verfassung angelangt. Jacob bekam gegen Mettlach eine Hälfte für weitere Spielpraxis und konnte die Länderspielpause nutzen um den Rückstand weiter aufzuholen.


Er profitiert von Grimaldi, kann sich seinen Stärken entsprechend um den zweiten Angreifer bewegen und viele Räume nutzen. Dazu kommt mit Julian Günther-Schmidt endlich wieder eine echte Alternative. Im Pokal durfte er schon 70 Minuten ran und die Konkurrenz wird ihm eine Rückkehr in die Startelf schwierig machen. Mit seiner Person und Scheu besitzt man in der Offensive endlich wieder zwei Wechseloptionen um frischen Wind zu bringen. Diese neuen Impulse konnte die Einwechselspieler weder in Meppen noch gegen Braunschweig bringen. Dies gilt auch für Justin Steinkötter. Im Pokal mit einer ordentlichen Vorstellung, in der Liga tat er sich dagegen bisher schwer.




Mögliche Aufstellung


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Ersatzbank


Marcel Johnen (ETW)Nick GalleLukas BoederRasim BulicDave GnaaseTim KorzuschekRobin ScheuJulian Günther-SchmidtJustin Steinkötter



Nicht im Kader


Jonas HupeNicht Nominiert
Marius KöhlNicht Nominiert
Maurice DevilleMuskuläre Probleme
Steven ZellnerKnieverletzung
Boné UaferroAchillessehnenriss
Sebastian BöselTrainingsrückstand
Pius KrätschmerMuskuläre Probleme

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