Vorbericht: Löwenduell im Park

Der späte Sieg in Halle setzte viele Emotionen frei. Nachdem der FCS sowohl in Meppen als auch gegen Braunschweig spät Punkte verschenkte, belohnte man sich dieses Mal selbst mit den drei Punkten. Es war der perfekte Auftakt in die heiß erwartete Saisonphase. Es folgen nun drei absolute Highlights. Kommende Woche ist man im Südwestduell beim SV Waldhof Mannheim zu Gast, Anfang November wartet das Derby gegen den FCK. Wie seit Montag bekannt, droht dem Spiel eine Verlegung. Vor den beiden Duellen kommt es jedoch zum attraktiven Duell mit dem TSV 1860 München. Erstmalig treffen die beiden Teilnehmer der Play-Off-Spiele zur 3.Liga aus dem Jahr 2018 wieder vor Zuschauern aufeinander. Anstoß im Park ist am Samstag um 14:03 Uhr.







Liveübertragung

Das letzte Spiel im Free-TV für den FCS ist einige Zeit her, nun wartet die volle Auswahl. Das Heimspiel gegen die Löwen wird live beim SR, SWR und im BR übertragen. Die Übertragung beim SR beginnt um 14:00 Uhr. Auch die beiden folgenden Spiele gegen Mannheim und Kaiserslautern werden vom SR ausgestrahlt. Zusätzlich überträgt auch Pay-TV-Sender Magenta Sport.



Rekordkulisse im Park

Erstmalig seit der Rückkehr in den LuPa ist die volle Stadionkapazität nutzbar und die Euphorie rund um das neue Stadion lebt. In Verbindung mit der Ausgangslage auf einem Aufstiegsplatz eine perfekte Situation für viele Zuschauer. Die Osttribüne ist zum ersten Mal mit 4.588 FCS-Fans ausverkauft. Auch die Sitzplätze sind stark nachgefragt. Am Mittwochmittag vermeldete der FCS einen Zwischenstand von 11.300 verkauften Karten. Ob hier lediglich der Heimbereich oder das komplette Stadion (in München wurden nach dem letzten Kenntnisstand rund 700 Karten abgesetzt) ist offen. Es wird definitiv die größte Drittligakulisse der FCS-Geschichte und die größte Kulisse seit 2006 in der 2.Bundesliga gegen den OFC.



Historie zwischen den Clubs

23 Pflichtspiele gab es gegen die erste Mannschaft der Löwen in der Geschichte und die Bilanz könnte positiver aussehen. Es gab erst fünf Siege, dazu kommen acht Unentschieden und zehn Niederlagen. In Heimspielen ist die Bilanz leicht positiv. Hier gab es vier Siege, vier Unentschieden und drei Niederlagen. Im Ludwigspark (3-4-3) ist sie sogar komplett ausgeglichen. Die letzten beiden Heimspiele bestritt man in Völklingen. 2018 war es ein bitterer Donnerstag für die Malstätter. Im Hinspiel der Aufstiegsspiele zur 3.Liga geriet man früh in Rückstand und kassierte zudem schon im Laufe der ersten Hälfte eine rote Karte. In Unterzahl glich man vor der Pause aus, doch direkt nach der Halbzeit gab es den nächsten Nackenschlag. Den erneuten Ausgleich durch den eingewechselten Schmidt konterte 1860 erneut und gewann mit 3:2. Einige Tage später stiegen sie in die 3.Liga auf. Vergangene Saison traf man sich unter Geisterspielkulisse in Völklingen wieder (Rasenprobleme machten eine Austragung im Park unmöglich), durch Tore von Shipnoski und Günther-Schmidt siegte man mit 2:1. Auch das Hinspiel der letzten Saison gewann der FCS. Jacob brachte den FC früh per Kopf in Führung, vor der Pause nutzte Breitenbach eine Umschaltaktion zum 2:0. Als die Löwen im zweiten Abschnitt einen Elfmeter zugesprochen bekamen (Uaferro räumte den Spieler an der gleichen Stelle ab wie Müller 2018) wurden die Erinnerungen an das Spiel am 27.Mai 2018 wieder vollständig lebendig. Trotz Anschlusstreffer überstand der FCS jedoch die folgende Abwehrschlacht und gewann mit 2:1. Das letzte Heimspiel im Ludwigspark gab es gegen die Blauen im Dezember 2005. 7.800 Zuschauer waren in den Park gekommen und sahen keine Tore. Rund ein Jahr zuvor, im November 2004 gab es den letzten Sieg. Vor 13.000 Zuschauern ging man früh durch Bencik in Führung, Diane legte nach 13 Minuten nach. 1860 kam durch Lehmann zum Abschluss, doch in der Schlussviertelstunde festigten Hagner und Örtülü den 4:1-Heimerfolg. Auch 1978 und 1974 wurden Heimspiele gewonnen.



Der Gegner: TSV 1860 München

Der Turn- und Sportverein München von 1860 e. V. - kurz bekannt unter TSV 1860 München oder 1860 München - gehört zu den größten Traditionsvereinen im Teilnehmerfeld der diesjährigen 3.Liga. Die Fußballabteilung existiert seit 1899. Die großen Tage des Clubs liegen jedoch schon eine geraume Zeit zurück, so errang der Club im Jahr 1966 die deutscher Meisterschaft. Wenige Jahre zuvor war man eines der 16 Gründungsmitglieder der Bundesliga. Neben Erfolgen im DFB-Pokal stand man 1965 auch im Endspiel des Europapokals der Pokalsieger. Im Londoner Wembley-Stadion unterlag man vor 98.000 Zuschauern gegen West Ham United. Die Vereinsfarben sind Blau und Weiß. Seit dem Jahr 2002 ist die Fußballabteilung in eine GmbH ausgegliedert. Zum letzten Mal in der Bundesliga war man im Zeitraum von 1994 bis 2004, danach spielte man bis 2017 durchgängig in der 2.Bundesliga. Im Sommer 2017 stieg man in der Relegation gegen Regensburg ab, aus finanziellen Gründen ging es direkt in die Regionalliga. Dort gelang (mit den erfolgreichen Aufstiegsspielen gegen den FCS) der sofortige Aufstieg in die 3.Liga. Seither sind die Löwen ein fester Bestandteil dieser Spielklasse. Nach einem zwölften und einem achten Platz in den ersten beiden Spielzeiten beendete man die letzte Saison auf dem vierten Tabellenplatz. Erst am letzten Spieltag verpasste man im direkten Duell mit Ingolstadt die Relegation. Anschließend war die Zeit des Understatements vorbei und man hat öffentlich das Ziel von der Rückkehr in die 2.Bundesliga formuliert. Großartig andere Möglichkeiten standen nach der starken Saison auch kaum noch zur Verfügung. Als Trainer steht weiter Michael Köllner in der Verantwortung. Der 51-Jährige ist seit November 2019 im Amt und zwar zuvor als Trainer beim 1.FC Nürnberg aktiv. Ansonsten war er auch schon im Jugendbereich von Greuther Fürth und Jahn Regensburg tätig. Er beerbte Aufstiegstrainer Daniel Bierofka. In Marius Willsch steht ein ehemaliger FCS-Spieler im Kader der 60er. Willsch spielte von 2014 bis 2016 für den FCS und bestritt insgesamt 48 Spiele (42 Regionalligaspiele) für die Blauschwarzen. In dieser Zeit gelangen ihm vier Tore. Beim FCS kam er über die offensiven Außenbahnen, bei den Löwen ist er als rechter Verteidiger etabliert. Die letzten Monate fehlte er verletzungsbedingt.



Transferaktivitäten

Wie schon im Vorjahr setzt München auf einen eingespielten Kader und hat im Sommer nur wenige Veränderungen vorgenommen. Gerade einmal vier Spieler verließen den Club. Bei drei der vier Abgängen wollte der Club den auslaufenden Vertrag nicht verlängern. Rechtsverteidiger Agbowo, Linksverteidiger Klassen und Angreifer Durrans spielten unter Köllner keine Rolle. Mit Defensivspieler Dennis Erdmann gab es keine beiderseitige Einigung. Stammspieler war Erdmann in der abgelaufenen Saison jedoch nicht, mittlerweile spielt er für den FCS.


Auf der Zugangsseite hat man fünf neue Spieler im Kader. Nachwuchsspieler Nathan Wicht darf noch zwei Jahre im Jugendbereich aktiv sein. Wie Milos Cocic spielt er im zentralen Mittelfeld. Der 18-Jährige bekam einen Profivertrag. Als neuer Rechtsverteidiger kam Kevin Goden (22) vom 1.FC Nürnberg. Beim Zweitligisten spielte er kaum eine Rolle. Für diese Position wurde auch Yannick Deichmann vom VfB Lübeck verpflichtet. Beim Absteiger war Deichmann der überragende Akteur, agierte jedoch in der Offensive. Offensivspieler Marcel Bär kam von Eintracht Braunschweig und absolvierte in der 2.Liga immerhin 30 Einsätze.



Bisherige Saison

Der Saisonstart der Münchner sah sehr vielversprechend aus. Im ersten Saisonspiel setzte man sich gegen Zweitligaabsteiger Würzburg durch. Neuzugang Bär erzielte den einzigen Treffer des Tages. Es folgte ein torloses Unentschieden in Wiesbaden und ein Sieg im DFB-Pokal gegen Zweitligist Darmstadt. Nach 120 Minuten stand es 1:1 (Tor: Steinhart), im Elfmeterschießen gab es den Sieg. Kommende Woche spielt man in der zweiten Runde nun gegen Schalke 04. In den kommenden beiden Wochen siegte man im Landespokal jeweils mit 3:0 in Birkenfeld und beim BSC Bayreuth, in der Liga wurde es schwieriger. Im Heimspiel gegen Türkgücü geriet man in Unterzahl und dann in Rückstand. Am Ende rettete Mölders ein 1:1-Unentschieden. Es folgte beim 0:3 in Kaiserslautern die erste Saisonpleite. In eigener Überzahl gewann man das Heimspiel gegen Viktoria Köln mit 3:0 (Tore: Neudecker, Dressel, Biankadi). Dieser Sieg am fünften Spieltag war der bislang letzte Erfolg in der Liga. Es folgten zunächst zwei Unentschieden. In Braunschweig ging 1860 eine Minute vor Schluss durch einen Elfmeter von Mölders in Führung, kassierte aber doch noch den Ausgleich. Gegen Meppen kam man im Heimspiel nicht über ein 1:1 hinaus. Bär köpfte den Ausgleich. Im Landespokal bei Regionalligist Wacker Burghausen siegte man mit 5:4 im Elfmeterschießen. Nach 90 Minuten hatte es 2:2 gestanden. In der Liga setzte man unterdessen die Serie an Unentschieden fort. In Halle geriet man in Rückstand, in langer Überzahl gelang Wein lediglich der Ausgleich. Am neunten Spieltag unterlag man im Heimspiel gegen den FSV Zwickau mit 0:2. Durch die erste Heimniederlage verlor man weiter an Boden. Vor der Länderspielpause folgten zwei weitere Remis. Beim SC Verl führte die Löwen durch Biankadi, ein Traumtor in der zweiten Hälfte sorgte für das Remis. Auch das Heimspiel gegen Viktoria Berlin brachte ein 1:1. Die Gäste gingen nach einer Stunde in Führung, der eingewechselte Mölders sorgte zumindest für den Ausgleich. In der Länderspielpause war man im Viertelfinale des Landespokal gefordert. Beim Regionalligisten Buchbach tat man sich schwer, siegte durch einen Last-Minute-Treffer von Dressel mit 3:2. Zwei Mal hatte man in Rückstand gelegen. Seither gab es kein Spiel mehr. Die für letzten Samstag angesetzte Begegnung gegen Waldhof Mannheim musste durch Corona-Fälle in Mannheim abgesetzt werden.



Tabellensituation

Seit sechs Ligaspielen wartet der TSV auf einen Sieg. In diese Zeit fallen fünf der insgesamt schon sieben Unentschieden. Kein anderes Team hat öfter Remis gespielt. Dadurch gelangen in elf Spielen auch erst zwei Siege. Nur Würzburg siegte seltener. Umgekehrt stehen aber auch nur zwei Niederlage zu Buche. Wie beim FCS ist dies Bestwert der Liga. Durch die regelmäßigen Remis tritt die Mannschaft jedoch maximal auf der Stelle und ist mittlerweile bis auf den 13.Tabellenplatz zurückgefallen. Der Anspruch und die Erwartungshaltung vor der Saison waren gänzlich anders. Der Vorsprung auf einen Abstiegsplatz beträgt nur einen Punkt. Je nach den Ergebnissen am Wochenende könnte 1860 sogar auf einen solchen Platz abrutschen. Nach oben beträgt der Rückstand zum Spitzenreiter Magdeburg bereits zwölf Punkte, die weiteren Aufstiegsränge sind acht Zähler entfernt. Eine klare Hypothek, in der ausgeglichenen 3.Liga aber nicht unmöglich zu egalisieren. Man hat noch ein Nachholspiel in der Hinterhand und zwei oder drei Siege in Folge können den unmittelbaren Anschluss wiederherstellen. Ein Problem der Münchner ist die Chancenverwertung. Man konnte sich zwar viele Gelegenheiten erspielen, steht aber erst bei zehn Saisontoren. In der Liga gelang nur gegen Köln mehr als ein Tor in einem Spiel. Bester Torschütze und bester Scorer ist Angreifer Sascha Mölders (3/4). Der 36-Jährige hat allerdings seinen unumstrittenen Stammplatz im Laufe der Saison verloren. Mehr als einen Saisontreffer erzielten Biankadi und Bär (je 2). In der Fremde gab es für München bisher vier Unentschieden und eine Niederlage in Kaiserslautern. Ein Sieg fehlt noch. Mit vier Zählern liegt man in der Auswärtstabelle auf dem 17.Platz.



Aufstellung gegen Viktoria Berlin

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