Vorbericht: Südwestknaller in Mannheim

Revival. Wie schon in der Saison 2020/21 ballen sich die beiden Südwestduelle für den 1.FCS auf eine kurze Zeitspanne. Damals folgte auf ein Heimspiel gegen Kaiserslautern unmittelbar das Auswärtsspiel in Mannheim. 2021/22 das umgekehrte Bild. Zunächst geht es für den FC nach Mannheim, dann kommt der FCK in den Park. Das stets reizvolle Duell bei den Waldhöfern steigt an diesem Samstag.



Die Ausgangslage

Die Tabelle spricht von einem Spitzenspiel. Der Tabellenfünfte (inklusive Nachholspiel, der zweite Platz in einer bereinigten Tabell ist möglich) empfängt den aktuellen Tabellendritten. Zur Wahrheit gehört auch: Beim aktuellen Tabellenbild der 3.Liga handelt es sich auch beim Duell des Zwölften gegen den Elften um ein Spitzenspiel, so eng ist die Liga gestrickt. Beide Teams sind seit mittlerweile sechs Spielen ohne Niederlage. Mannheim holte in dieser Phase drei Siege, beim FCS sind es zwei Siege.



Liveübertragung

Wie schon das Heimspiel gegen 1860 München wird auch das Duell bei Waldhof Mannheim live im Free-TV übertragen. Der SR und der SWR zeigen das Spiel. Bereits zum sechsten Mal kommt der FC in den Genuss einer Free-TV-Übertragung und liegt im Ranking der Liga weit vorne. Zuvor worden die Heimspiele gegen Osnabrück, Duisburg, Türkgücü und 1860 München gezeigt. Auswärts wurde das Spiel bei Viktoria Köln übertragen. Neben den ARD-Programmen überträgt auch Pay-TV-Sender Magenta Sport die Begegnung live als Einzelspiel und in der Konferenz.



Die Südwesttabelle der 3.Liga

SVW, FCK, FCS. Seit Sommer 2020 spielen die drei Teams gemeinsam in der 3.Liga. In der internen Südwesttabelle belegt der FCS aktuell den letzten Platz. In vier Spielen gab es nur einen Sieg, insgesamt nur vier Punkte. Beide Auswärtsspiele worden verloren. Mannheim holte fünf Punkte auf fünf Spielen, Kaiserslautern führt die Liste mit neun Punkten in fünf Begegnungen an. In dieser Saison trennten sich die beiden anderen Teams mit einem Remis.



Historie zwischen den Clubs

Schon in 41 Vergleichen trafen sich die Mannschaften des FCS und von Waldhof Mannheim. Die Statistik zeigt sich aus FCS-Sicht positiv. Man liegt bei 19 Siegen, dazu kommen zehn Unentschieden und zwölf Niederlagen. In Mannheim herrscht eine ausgeglichene Bilanz. Zwanzig Spiele gab es, je acht Mal siegten die Teams. Von den zehn Duellen im Carl-Benz-Stadion konnte der FC fünf Spiele gewinnen. Vier Duelle gingen an den SVW und das erste Spiel in der Saison 1994/95 endete mit einem 2:2-Unentschieden. In der Saison 2009/10 gelang dem FCS durch zwei späte Treffer ein 2:0-Sieg in Mannheim. 2014/15, 2016/17 und 2017/18 gab es ebenfalls Siege. 2014/15 war Dennis Wegner der Torschütze zum 1:0-Siegtreffer, in der Saison 2016/17 besorgten Mendy und Schmidt an Ostermontag einen 2:0-Sieg und 2017/18 behielt der FCS durch einen Treffer von Patrick Schmidt kurz nach der Pause die Oberhand im Spitzenduell. Bisher ist es der letzte Sieg über den Waldhof. 2015/16 setzte es dagegen im Spitzenspiel eine Niederlage. Vor knapp 10.000 Zuschauer ging der FC zwar durch Okoronkwo in Front, im zweiten Abschnitt drehte Mannheim das Spiel jedoch zu einem 3:1-Erfolg. Auch in der Saison 2018/19 verlor man beim letzten Gastspiel in Mannheim. Über 14.000 Zuschauer waren zum vorentscheidenden Spiel gekommen, trotz Führung unterlag der FCS mit 2:3 und ebnete Mannheim den Aufstieg in die 3.Liga. Vergangene Saison ging man durch Mendler in Führung, kassierte am Ende jedoch eine deutliche 1:4-Klatsche. Das Rückspiel im Park gewann man dann deutlich mit 5:0. Tim Golley und Maurice Deville schnürten einen Doppelpack, dazu traf Nicklas Shipnoski.



Der Gegner: SV Waldhof Mannheim

Mit keiner anderen Mannschaft aus dem Teilnehmerfeld der 3.Liga hatte der FCS in den letzten Jahren so viele Berührungspunkte wie mit dem SV Waldhof Mannheim. Von 2014 bis 2019 spielte man gemeinsam in der Regionalliga Südwest und war regelmäßiger Konkurrent im Kampf um den Drittligaaufsteiger. Nachdem beide Teams nach Jahren den Aufstieg vollziehen konnten trifft man sich seit der letzten Saison in der 3.Liga wieder. Gegründet wurde der SV Waldhof am 11.April 1907. Die Vereinsfarben sind - parallel zu den Farben des FCS - blau und schwarz. Im September 2020 bestand der Verein aus 2.463 Mitgliedern. Die Profiabteilung des Clubs ist jedoch seit 2017 in die "SV Waldhof Mannheim 07 Spielbetriebs GmbH" ausgegliedert. Man genießt ohne Zweifel den Ruf eines Traditionsvereines. 1939 stand man in Berlin im Finale des DFB-Pokals, verlor jedoch gegen den 1.FC Nürnberg. In der Nachkriegszeit war man bis 1997 meist zweitklassig unterwegs, machte seinem Namen aber auch in der Bundesliga alle Ehre. Von 1983 bis 1990 war man Teil des deutschen Oberhauses, die beste Platzierung erreichte man 1985 mit dem sechsten Platz. In der ewigen Tabelle der Bundesliga gehört man (noch) zu den TOP30. Nach dem Abstieg 1990 setzte man sich auf Jahre im vorderen Mittelfeld der 2.Liga fest ohne jedoch den Wiederaufstieg zu vollziehen. Finanzielle Probleme plagten den Club, 1997 ging es in die Regionalliga. Man kehrte nach zwei Jahren in die Zweitklassigkeit zurück, wollte möglichst schnell in die Bundesliga und hätte dies 2001 auch fast geschafft. Am letzten Spieltag verpasste man in einem dramatischen Endspurt den Aufstieg. 2003 erfolgte dann der erneute Abstieg und die nicht erhaltene Lizenz für die Regionalliga: Der Waldhof war in der Oberliga angekommen. Erst nach fünf Jahren gelang die Rückkehr in die Regionalliga, doch 2010 wurde dem SVW erneut die Lizenz entzogen. Es gelang der direkte Wiederaufstieg und die Etablierung als TOP-Team der Regionalliga. Drei Mal in Serie scheiterte man in Relegationsspielen, 2019 folgte als Meister der lang ersehnte (und in der Saison absolut verdiente) Aufstieg in die 3.Liga. Dort spielte Mannheim eine starke Saison und lag zur Corona-Unterbrechung auf Platz 2. Danach lief nicht mehr so viel und man rutschte noch auf den neunten Platz ab. Vergangene Spielzeit fehlte Mannheim die Konstanz, die Saison beendete man auf dem achten Tabellenrang. Seit Beginn der letzten Saison steht auch Patrick Glöckner als Trainer unter Vertrag. Der 44-Jährige war zuvor Trainer beim Chemnitzer FC (wo er während der Saison kam und den Abstieg nicht mehr verhindern konnte) und Viktoria Köln. Mit Gillian Jurcher (2018 - 2020) steht ein ehemaliger FCS-Spieler im Aufgebot.



Transferaktivitäten

Elf Spieler musste oder wollte der Club im letzten Sommer ziehen lassen. Die Aufstiegshelden Markus Scholz und Dorian Diring müssen nach schweren Verletzungen den Club verlassen. Scholz spielt nun in der Regionalliga, Diring beendete seine Laufbahn. Sechser dos Santos spielte wie der während der Saison verpflichtete Außenbahnspieler Manfred Kwadwo quasi keine Rolle. Die Leihe von Offensivspieler Jastrzembski (15 Einsätze) endete. Auch Innenverteidiger Hofrath (22 Einsätze) bekam nach drei Jahren keinen neuen Vertrag mehr. Die verbliebenen fünf Abgänge hätte der Waldhof gerne gehalten. Rechtsverteidiger Marx war Stammspieler und wechselte nach Ingolstadt in die 2.Bundesliga. Als Stammkraft in die 2.Bundesliga ging es auch für Sechser Marco Schuster (Paderborn). Sein Partner in der Zentralen, Max Christiansen, ging noch einen Schritt weiter und spielt nun für Fürth in der Bundesliga. Auch die Offensivspieler Arianit Ferati und Rafael Garcia entschieden sich gegen eine Vertragsverlängerung und suchten eine neue Herausforderung.


Acht neue Spieler stießen im Umkehrschluss zur Mannschaft hinzu. Als neue Außenverteidiger wurden Niklas Sommer und Alexander Rossipal verpflichtet. Sommer wurde in Nürnberg und Stuttgart ausgebildet, spielte jedoch zuletzt in der Slowakei. Er ist Rechtsverteidiger. Rossipal kam von Zweitligist Sandhausen, der gelernte Linksverteidiger ist vielseitig einsetzbar. Für das zentrale Mittelfeld kam Fridolin Wagner vom KFC Uerdingen. Dort war Wagner ein Leistungsträger. Mit Marco Höger (31) verpflichtete man außerdem einen bundesligaerfahrenen Spieler vom 1.FC Köln. Offensiver beheimatet ist Adrien Lebeau. Der 22-Jährige kam aus Straßburg zum Waldhof. Baris Ekincier (Außenbahn) kam vom VfL Bochum. In der Offensive verpflichtete man zudem mit Marc Schnatterer einen sehr erfahrenen Spieler. Der Routinier war über Jahre für Heidenheim am Ball und zeigte dort seine Qualitäten. Lucien Hawryluk kam als zusätzlicher Reservekeeper.



Bisherige Saison

Die Mannheimer erlebten einen schwierigen Saisonstart. Zum Auftakt verlor man gleich das Heimspiel gegen Magdeburg, bereits nach zehn Minuten lag man mit 0:2 hinten. Es folgte ein 1:1-Unentschieden bei Dortmund II, Boyamba glich einen Rückstand im zweiten Spielabschnitt aus. Auch am dritten Spieltag gab es ein Remis. Gegen Würzburg geriet man zuhause früh in Rückstand, erst kurz vor Spielende glich Saghiri noch aus. Dazwischen konnte man das Landespokalspiel gegen den FV Elztal klar gewinnen (10:0), im DFB-Pokal schaltete man Bundesligist Eintracht Frankfurt aus. Seegert per Kopf und Boyamba sorgten per Doppelschlag für die Sensation. Startschuss in der Liga war das Spiel in Köln. Zur Halbzeit führte Mannheim mit 3:0, am Ende gelang ein knapper erster Saisonsieg. Martinovic per Elfmeter und ein Doppelpack von Schnatterer hatten Mannheim in Führung gebracht. Man ließ einen deutlichen 5:0-Sieg im Heimspiel gegen den SV Meppen folgen. Zum Ende der englischen Woche verlor man spät bei Viktoria Berlin. Es folgte ein 3:0-Erfolg gegen Türkgücü München. Martinovic brach nach 68 Minuten den Bann, Boyamba und Lebeau legten nach. Eine gefühlte Niederlage war das Derby beim FCK. Obwohl man über eine Halbzeit in doppelter Überzahl agieren konnte, kam man nicht über ein torloses Unentschieden hinaus. Keine Tore fielen auch am zehnten Spieltag im Auswärtsspiel in Braunschweig. Dazwischen gewann man vor 7.500 Zuschauern in Mannheim mit 2:1 gegen den HFC. Der elfte Spieltag brachte einen 2:1-Erfolg gegen den SC Verl. Einmal mehr sorgten Schnatterer und Boyamba für die Treffer. Nach einem Sieg im Landespokal wurde die Länderspielpause unfreiwillig verlängert. Zahlreiche Spieler infizierten sich mit Corona, das Auswärtsspiel bei 1860 München fiel aus. Vergangenen Samstag kehrte man in den Spielbetrieb zurück, das Heimspiel gegen den FSV Zwickau endete mit einem 1:1. Höger hatte Mannheim in Führung gebracht. Am heutigen Mittwoch wartet für Mannheim die zweite Runde im DFB-Pokal. Ab 18:30 Uhr ist Union Berlin zu Gast im Carl-Benz-Stadion.



Tabellensituation

Mit dem Remis gegen Zwickau verpasste Mannheim zwar den Sprung auf den Relegationsplatz, darf sich aber in einer guten Ausgangslage wähnen. Mit 20 Punkten aus 12 Spielen ist man im großen Pulk der Liga vertreten und kann mit einem Sieg im Nachholspiel in München sogar auf den zweiten Tabellenrang springen. Gerade nach dem mittelmäßigen Saisonstart und einigen Diskussionen rund um (fehlende) Neuzugänge konnte man sich im Laufe der Saison festigen. Kein anderes Team verliert seltener als Mannheim (zwei Pleiten). Mit 18 erzielten Treffern liegt man im Mittelfeld der Tabelle. Die besten Torschützen sind Schnatterer, Boyamba und Angreifer Martinovic. Sie alle liegen bei vier Saisontoren. Seegert und Höger trafen je doppelt. Schnatterer ist zudem mit sieben Punkten auch bester Scorer der Waldhöfer. Defensiv stellt man mit erst zehn Gegentreffern die zweitbeste Abwehr der Liga. Auch geht man als bestes Heimteam in die Begegnung. In sieben Heimspielen gab es vier Siege, zwei Unentschieden und eine Niederlage. Die drei ersten Verfolger haben indes erst sechs Heimspiele bestritten. Kein Team hat vor heimischer Kulisse öfter getroffen als Mannheim (14).



Aufstellung gegen den FSV Zwickau

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