Vorbericht: Derbyzeit im Ludwigspark!

Über 28 Jahre musste der FCS auf diesen Tag warten. Ein Pflichtheimspiel gegen den Rivalen vom 1.FC Kaiserslautern steht an und als Gegner steht nicht die zweite Mannschaft des Clubs auf dem Feld, sondern die Profimannschaft. Dazu dürfen Zuschauer zu diesem Derby. Zwar gab es in der vergangenen Saison das Duell schon, da wurden beide Begegnungen jedoch als Geisterspiel ausgetragen. Bei den letzten Duellen vor Zuschauern waren beide Teams noch in der Bundesliga unterwegs. Das Duell mit dem FCK wurde in den letzten Jahren sehnsüchtig erwartet und es dokumentiert eines: Nachdem man eine Ewigkeit nicht einmal im Schatten des FCK wandeln konnte, ist man mittlerweile auf Augenhöhe mit den Pfälzern angekommen. Anstoß im Park ist am Samstag um 14:03 Uhr.








Liveübertragung

Wie schon die letzten beiden Ligaspiele gegen 1860 München und bei Waldhof Mannheim wird auch das Derby am Samstag live im Free-TV übertragen. Der SR und der SWR zeigen die Begegnung. Bereits zum siebten Mal kommt der FC in den Genuss einer Free-TV-Übertragung und liegt im Ranking der Liga weit vorne. Zuvor worden die Heimspiele gegen Osnabrück, Duisburg, Türkgücü und 1860 München gezeigt. Auswärts wurden die Spiele bei Viktoria Köln und Waldhof Mannheim übertragen. Neben den ARD-Programmen überträgt auch Pay-TV-Sender Magenta Sport die Begegnung live als Einzelspiel und in der Konferenz.



Ein ausverkaufter Park

Zum vierten Mal in dieser Saison meldet der Ludwigspark ausverkauft. Erstmalig ist es seit den Kapazitätserhöhungen der Fall. Über 15.000 Zuschauer sind am Start, darunter rund 2.000 Gästefans aus Kaiserslautern. Der Zuschauerschnitt steigt auf einen Wert von über 8.600 und ist höher als zum vergleichbaren Zeitpunkt der letzten Zweitligasaison. Über 15.000 Zuschauer in einem Heimspiel gab es für den FCS zuletzt 2013 im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund. In der Liga ist es nicht nur die größte Drittligakulisse der Vereinsgeschichte, sondern auch die größte Kulisse seit 2006.



Kein 3G mehr im LuPa

Der FCS hat am Mittwoch auch offiziell bestätigt, dass auf Grundlage der neuesten Corona-Verordnung im Saarland ab sofort die 3G-Regelung im Ludwigspark keinen Bestand mehr hat. Ausnahme ist der Businessbereich auf der Haupttribüne, da dieser eine Zusammenkunft in geschlossenen Räumen miteinschließe.




Die Ausgangslage

Von den reinen Tabellenpositionen her ist das Südwestderby kein Spitzenspiel. Der Tabellensechste empfängt den Tabellenelften. Durch die ausgeglichene Spielklasse kann es aber einmal mehr ein richtungsweisendes Spiel werden, zumindest für die erste Zeit nach der Länderspielpause. Beide Teams liegen nur zwei Zähler auseinander. Mit einem Heimsieg distanziert der FCS also einen Konkurrenten erst mal auf fünf Punkte, bei einer Niederlage zieht der FCK dagegen in der Tabelle vorbei. Für beide Teams gilt es den Blick in beide Richtungen offen zu halten. Der Rückstand auf einen Aufstiegsplatz beträgt aktuell drei Punkte beim FCS, fünf Punkte beim FCK. Genau umgekehrt ist der Vorsprung auf die Abstiegsränge. Hier hat der FCK einen Puffer von drei Punkten, der FCS liegt fünf Zähler vor der gefährlichen Zone. Es bleibt eine völlig verrückte Liga. Mit einem Sieg könnte der FCS theoretisch bis auf den zweiten Platz vorstoßen, im ungünstigsten Falle würde man bis auf Platz 12 abrutschen.



Die Südwesttabelle der 3.Liga

SVW, FCK, FCS. Seit Sommer 2020 spielen die drei Teams gemeinsam in der 3.Liga. In der internen Südwesttabelle belegt der FCS aktuell den letzten Platz. Man hat Nachholbedarf in Sachen Ergebnissen. In fünf Spielen gab es nur einen Sieg, insgesamt auch nur vier Punkte. Alle Punkte gab es im heimischen Park. Mannheim holte acht Punkte aus sechs Spielen, Kaiserslautern führt die Liste mit neun Punkten in fünf Begegnungen an. In dieser Saison trennten sich die beiden anderen Teams mit einem Remis, der FCS verlor bekanntermaßen in der Vorwoche in Mannheim.



Historie zwischen den Clubs

Während das Südwestderby über fast drei Jahrzehnte ausblieb, stand dieses Duell in der Vergangenheit häufig auf dem Plan. Insgesamt 45 Begegnungen zwischen den beiden ersten Mannschaften stehen seit dem Jahr 1945 in den Geschichtsbüchern. Die Bilanz spricht mit 22 Siegen für den FCK, der FCS steht bei 14 Erfolgen. Die Heimstatistik weist 24 Spiele mit elf Siegen für den FCS und acht Siegen für den FCK auf. Zwischen 1945 und der Gründung der Bundesliga gab es regelmäßig Duelle, unter anderem die beiden legendären Südwestpokalspiele 1955/56. Anschließend trafen sich beide Teams nur noch in den fünf Bundesligaspielzeiten des FCS und in der letzten Saison. Dort trennte man sich im Park mit einem 1:1. Redondo brachte den FCK nach einer Stunde in Front, Deville glich kurz vor Schluss mit dem Kopf aus. Das Rückspiel in Kaiserslautern verlor der FCS mit 1:2. Zeitz hatte den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt. Die letzten Ligavergleiche vor Zuschauern gab es in der Saison 1992/93. Das Hinspiel im Park konnte der FCS vor 31.000 Zuschauern mit 2:0 gewinnen. Beide Treffer gingen auf das Konto von Eric Wynalda. Es war der bisher letzte Sieg. Im Rückspiel trennten sich beide Teams Unentschieden. Yury Savichev brachte den FCS nach 22 Minuten in Führung, Bjarne Goldbaek glich mit seinem Abseitstor in der Schlussviertelstunde aus. Zum letzten Mal ein direktes Duell vor Zuschauern gab es im DFB-Pokal 1997. Der FCS verlor gegen den höherklassigen Club klar mit 0:4 und hatte keine Chance.



Der Gegner: 1.FC Kaiserslautern

Der 1.FC Kaiserslautern gehört zu den traditionsreichsten Vereine in der 3.Liga. Alleine vier Mal wurde man Deutscher Meister, dazu kommen vier Vizemeistertitel und zwei Pokalsiege. Der letzte Meistertitel gelang 1998. Der Club besitzt rund 16.500 Mitglieder und bietet neben Fußball auch noch mehrere andere Sportarten an. Dazu gehören Handball, Hockey oder Basketball. Die Vereinsfarben sind rot und weiß. Gegründet wurde der Verein im Jahre 1900. Seit Juni 2018 ist die Lizenzspielerabteilung in eine GmbH ausgegliedert. Über 90 Prozent der anwesenden Mitglieder gaben der Ausgliederung grünes Licht. Innerhalb der GmbH sind sieben sogenannte regionale Unternehmer in den Club eingestiegen. Die besten Zeiten liegen aber schon seit einigen Jahren hinter den Roten Teufeln und wie so viele Traditionsclubs kämpft man mit den Erfolgen von einst, steht im Schatten der eigenen Vergangenheit und hat Probleme mit der Erwartungshaltung im Umfeld. Über Jahrzehnte kannte man beim FCK nichts als die höchste Spielklasse und man gehörte immer wieder zu den besten Mannschaften des Landes. So auch in der Zeit vor Gründung der Bundesliga mit den Walter-Brüdern. 2005 stieg man zum zweiten Mal in die 2.Liga ab und konnte nicht wie 1996 sofort zurückkehren. Man brauchte vier Jahre für die Rückkehr und war zwischendrin schon fast in die 3.Liga abgestiegen. Nach dem Aufstieg folgten noch einmal zwei Jahre Bundesliga, ehe man sich 2012 vorerst verabschiedete. Nach drei vergeblichen Anläufen des Wiederaufstieges rutschte man ins Mittelfeld der 2.Liga ab und stieg 2018 schließlich in die 3.Liga ab. Den "Betriebsunfall" sofort zu korrigieren gelang nicht. In der Saison 2018/19 reichte es lediglich zu Platz 9 und die Mannschaft hatte früh nichts mehr mit dem Aufstieg zu tun. Die zweite Saison verlief nicht besser. Statt Aufstiegskampf hieß die Realität eher Abstiegskampf. Nach der Corona-Zwangspause konnte man zumindest diesen Worst-Case vermeiden und setzte sich schnell ins Mittelfeld ab. Am Ende reichte es zu Platz 10. Nebenbei nutzte man die Umstände der Pandemie und leitete ohne Punktabzug ein Insolvenzverfahren ein. Damit entledigte sich die GmbH ihrer Schulden und ihrer Altlasten. Sparen blieb jedoch ein Fremdwort. Man einigte sich kurzerhand darauf, eine "Kaderplanung wie gewohnt" umzusetzen und lockte im Sommer 2020 mit horrenden Gehältern. Statt dem anvisierten Kampf um den Aufstieg ging es wieder in den Abstiegskampf. Erst eine starke Phase in der Rückrunde sorgte am Ende für den Klassenerhalt. Am Ende war es Platz 14. In dieser Saison soll es nun unter Trainer Antwerpen - der 50-Jährige ist seit Februar 2021 im Amt - weiter nach oben gehen.



Transferaktivitäten

Zehn Spieler haben den Verein im Sommer verlassen. Fünf Spieler spielten keine Rolle mehr. Lukas Gottwalt (IV/Frankfurt) und Dylan Esmel (LM/Koblenz) kamen zu keinem Einsatz. Auch Flügelspieler Simon Skarlatidis (Unterhaching) kam nicht über den Reservistenstatus (12 Einsätze) hinaus. Torhüter Weyand wurde verliehen. Der Vertrag mit dem Langzeitverletzten Angreifer Lukas Spalvis wurde aufgelöst. Adam Hlousek (26 Einsätze) bleibt nach dem Ende seiner Ausleihe in Polen, er war lange Zeit Stammspieler als Linksverteidiger. Auch die Leihe von Angreifer Pourie (zehn Tore, nun Würzburg) endete, der FCK zeigte kein großes Interesse an einer Weiterverpflichtung. Defensivspieler Carlo Sickinger (24 Einsätze) entschied sich zu einem Wechsel zum SV Sandhausen. Die Leihe von Anas Ouahim (OM) endete, er kehrte nach Sandhausen zurück. In Tim Rieder wollte ein Stammspieler in der Defensive den Verein verlassen. Am Ende wechselte er zu Türkgücü München.


Acht neue Spieler kamen im Sommer. Außerdem konnte Innenverteidiger Marvin Senger für eine weitere Saison von St. Pauli ausgeliehen werden, Felix Götze wurde eine weitere Spielzeit aus Augsburg ausgeliehen. Damit konnte man zwei Stammspieler der letzten Halbserie halten. Außerdem konnten in Jean Zimmer (RM) und Daniel Hanslik (ST) zwei Leistungsträger nach Ausleihen fest verpflichtet werden. Für beide Spieler zahlte der FCK eine Ablösesumme. Außenverteidiger Nils Gibs aus dem eigenen Nachwuchs erhielt einen Vertrag. Nach Leihen kehrte Lucas Röser (Türkgücü) zurück. Für die Defensive verpflichtete man Boris Tomiak (22). Der langgewachsene Innenverteidiger kam von Düsseldorf II. Ebenfalls Innenverteidiger ist Maximilian Hippe. Er kam von Borussia Dortmund II zum FCK. Im zentralen Mittelfeld zuhause ist Julian Niehaus. Der 20-Jährige Sechser war vergangene Saison als Stammspieler bei Gladbach II unterwegs. Außerdem kam für die gleiche Position noch der erfahrenere René Klingenburg von Viktoria Köln. Offensiver verordnet ist Mike Wunderlich. Auch der Routinier kam von Viktoria Köln und soll die Qualität noch mal deutlich erhöhen. Für die Außenbahn wurde Simon Stehle aus Hannover ausgeliehen. Im Angriff sicherte man sich die Dienste von Muhamed Kiprit. Der 22-Jährige kam vom KFC Uerdingen, dort gelangen ihm neun Saisontore.



Bisherige Saison

Den Saisonstart hatte man sich auf dem Betzenberg anders vorgestellt. Man startete im eigenen Stadion mit einem torlosen Unentschieden gegen Eintracht Braunschweig in die Saison. Anschließend verlor man durch einen Treffer kurz vor der Halbzeitpause mit 0:1 beim SV Meppen. Im Pokal lieferte man dem Bundesligisten Gladbach war zwar einen guten Kampf, verlor am Ende aber doch mit 0:1. Der Tiefpunkt folgte bei Aufsteiger Viktoria Berlin. Hier setzte es eine 4:0-Pleite. Über die komplette Spielzeit war man chancenlos. Am vierten Spieltag gab es die ersten Tore und den ersten Sieg. Im Heimspiel gegen 1860 München trafen die Neuzugänge Klingenburg und Kiprit vor der Pause, kurz vor Schluss machte mit Wunderlich ein weiterer Neuzugang den Deckel drauf. Es war nicht der erhoffte Durchbruch. Es folgte zunächst eine 1:0-Niederlage beim Halleschen FC, dann kam man gegen den FSV Zwickau nicht über ein 1:1 hinaus. Ein Eigentor brachte Lautern in Front, nach dem Ausgleich hatte Wunderlich per Elfmeter die Chance zum späten Siegtreffer. Er verschoss jedoch. Am 7.Spieltag unterlag man in Magdeburg mit 1:0. Ein Turnaround wurde dann das Derby gegen Waldhof Mannheim. Das Spiel endete ohne Tore, allerdings musste Lautern über mehr als eine Halbzeit in doppelter Unterzahl agieren. Es folgte eine sehr starke Phase in der Liga. Durch Treffer von Hercher und Kiprit siegte man in Verl mit 2:0, bezwang anschließend auch Osnabrück auf dem Betzenberg mit 2:0. Klingenburg nach sieben Minuten und Hercher nach 25 Minuten besorgten die Tore. Beim TSV Havelse folgte ein 6:0-Auswärtssieg. Den vierten Sieg in Folge gab es Mitte Oktober im Heimspiel gegen den SC Freiburg. Lautern gewann mit 3:0. Damit hatte man auch die zwischenzeitliche Blamage im Landespokal bei Oberligist TuS Mechtersheim gut verkraftet. Die letzten beiden Spiele konnte der FCK dann nicht gewinnen. Zunächst gab es ein Unentschieden beim MSV Duisburg. Tomiak brachte Lautern kurz vor der Pause in Führung, ein Eigentor in der Endphase sorgte für das 1:1. Vergangenes Wochenende reichte den Würzburger Kickers ein Doppelschlag nach rund 25 Minuten für einen 2:0-Sieg.



Tabellensituation

Die gute Serie hat den FCK zuletzt aus der tieferen Abstiegszone in den großen, ausgeglichenen Pulk der Liga gebracht. Nach 14 Spieltagen belegt man den elften Tabellenplatz. Man konnte bisher fünf Spiele gewinnen, vier Mal trennte man sich Unentschieden und fünf Mal verließ man als Verlierer das Feld. Die resultierenden 19 Punkte bringen einen Puffer von drei Zählern auf den ersten Abstiegsplatz. Viel Luft hat man nicht. Zuletzt hat man auch die oberen Tabellenregionen im Blickfeld. Ein direkter Aufstiegsplatz ist fünf Punkte entfernt, der Relegationsplatz aktuell vier Zähler. Mit 18 Saisontreffern liegt man im Mittelwert der Liga. Die besten Torschützen sind Philipp Hercher und Mike Wunderlich. Beide Akteure werden im Mittelfeld eingesetzt und stehen bei drei Saisontoren. Es folgen einige Akteure (wie die Angreifer Hanslik und Kiprit) mit zwei Treffern. Hanslik ist mit drei Torvorlagen an der Spitze der Vorlagengeber. Defensiv hat man erst elf Treffer kassiert, alleine Vier in Berlin. Ansonsten hat man nur zuletzt gegen Würzburg mehr als einen Treffer kassiert und schon sieben Mal zu Null gespielt. In der Auswärtstabelle ist Lautern auf dem zehnten Platz zu finden. Sieben Punkten stehen aus sieben Auswärtsspielen zu Buche. Zwei Siege, ein Unentschieden und vier Niederlagen lautet die Bilanz. Die letzten drei Auswärtsspiele hat man nicht verloren.



Aufstellung gegen die Würzburger Kickers

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