Die Lage des FCS vorm Derby

Die Niederlage in Mannheim am vergangenen Samstag bedeutete einen herber Rückschlag. Das reine Ergebnis war ärgerlich, allerdings lassen sich Niederlagen im Fußball und insbesondere in der ausgeglichenen 3.Liga nicht verhindern. Sie gehören dazu und nach sechs Auswärtsspielen ohne Niederlage darf es einen solchen Rückschlag auch mal geben. Enttäuschend war der eigene Auftritt. Außer vielleicht in der Phase nach der Halbzeit hat man zu keiner Zeit sein eigenes Spiel auf das Feld gebracht, die fehlenden Torchancen waren ein Resultat einer zu schwachen Leistung. Nachdem man sich in den Spielen zuvor durchaus als eine stabile Mannschaft präsentieren konnte, musste man da einen großen Schritt zurück hinnehmen. Rund eine Woche Zeit hatten die Blauschwarzen nun, um diesen Auftritt aufzuarbeiten. Klar ist: Ein solcher Auftritt darf sich am Samstag nicht wiederholen. Es wurde vom Umfang der Einheiten her eine normale Trainingswoche absolviert. Am Sonntag gab es eine Regenerationseinheit, der Montag war gewohntermaßen der freie Tag. Seit Dienstag läuft nun mit einer täglichen Trainingseinheit die unmittelbare Vorbereitung auf das Spiel. Das Abschlusstraining ist für Freitag um 14:30 Uhr angesetzt.


Für den Samstag gilt es eine gute Mischung zwischen Emotionalität und Sachlichkeit zu finden. Es ist von den Rahmenbedingungen her ein besonderes Spiel, es hat einen großen Derbycharakter und es werden sehr viele Emotionen von den Rängen dabei sein. Dieser Tatsache muss man Rechnung tragen. Unter dem Strich ist es auf dem Platz aber ein normales Drittligaspiel. Entsprechend gibt es auch keinen Favoriten. Beide Teams liegen in der Tabelle nah zusammen und werden auch von der Qualität her keinen gewaltigen Unterschied aufweisen. Man darf sich nicht den Schneid abkaufen lassen, braucht das nötige Glück auf der eigenen Seite und vor allem muss der Kopf frei bleiben. Zu oft in den Derbys wirkt die Mannschaft gehemmt und ohne an das eigene Limit zu kommen werden Spiele in der 3.Liga nur selten gewonnen.



Personelle Situation

Das ein oder andere Fragezeichen steht hinter verschiedenen Akteuren. Definitiv keine Rolle spielen kann Luca Kerber. Der 19-Jährige stand bisher in allen Spielen in der Startelf, sah gegen Mannheim jedoch die fünfte gelbe Karte der Saison und muss gesperrt zusehen. Sein Ausfall wiegt schwer. Außerdem fehlen die Langzeitverletzten Steven Zellner und Boné Uaferro. Während Kerber in Verl und im Pokal wieder spielen kann, werden Zellner und Uaferro noch einige Zeit fehlen. Torhüter Marcel Johnen ist dagegen seit dieser Woche wieder im Trainingsbetrieb und sollte zur Verfügung stehen. Fragezeichen stehen zusätzlich hinter Sebastian Bösel, Dominik Ernst, Alexander Groiß und Adriano Grimaldi. Bösel klagte am Ende der letzten Woche im Training über Schmerzen, aus Sicherheitsgründen wurde er noch mal aus dem Mannschaftstraining genommen. Ein Einsatz am Samstag dürfte unrealistisch sein. Die anderen drei Spieler konnten nur teilweise mit dem Team trainieren. Ernst plagt sich immer wieder mit Problemen an seiner Wade. Bei ihm wird öfter unter der Woche die Belastung individuell gesteuert. Auch Grimaldi und Groiß kämpfen mit muskulären Problemen. Am Ende sollte es für die drei Akteure aber reichen können. Alle weiteren Spieler stehen den Malstättern - sofern bekannt - zur Verfügung. Aus bis zu 20 Feldspielern und drei Torhütern könnte dann die Auswahl von FCS-Trainer Uwe Koschinat bestehen. Drei Spieler - darunter ein Keeper - müssten in diesem Fall aus dem Kader gestrichen werden. Ein ausführliches Update durch den Trainer ist wie gewohnt auf der Pressekonferenz am Freitag zu erwarten.



Vorbelastete Akteure

Der FCS spielt im Vergleich zur Vorsaison einen robusteren Fußball und sammelt durch die Spielweise mehr gelbe Karte. 40 Gelbe Karten bekam man an den ersten 14 Spieltagen, in der kompletten Vorsaison waren es nur 61 Karten gewesen. In Luca Kerber ist der erste Spieler mit fünf gelben Karten gesperrt. Zwei Spieler sind mit je vier gelben Karten vorbelastet. Rechtsverteidiger Dominik Ernst sah im Spiel gegen 1860 München zum vierten Mal die gelbe Karte, Minos Gouras holte sich in Mannheim die vierte gelbe Karte ab. Bei einer weiteren Verwarnung müssen sie ein Spiel pausieren. Manuel Zeitz, Tobias Jänicke, Robin Scheu, Dennis Erdmann und Adriano Grimaldi stehen bei drei gelben Karten. Uwe Koschinat sah zwei gelbe Karten. Bei der vierten gelben Karte folgt für den Trainer eine Sperre.



Die FCS-Taktik

Wie viele neue Erkenntnisse zieht Uwe Koschinat aus der Niederlage in Mannheim? Und wie sehr beeinflussen diese Erkenntnisse sowie die personelle Situation die Taktik für Samstag? Es ist eine spannende Frage, nachdem zuletzt das 4-4-2-System eine klare Favoritenrolle inne hatte und sowohl Systematik als auch Abläufe gefestigt wirkten. Durch den Ausfall von Kerber ist insbesondere das zentrale Mittelfeld ein Thema. Auf dieser Position suchte man schon die komplette Saison nach einer Idealbesetzung. Ein Systemwechsel hin zu einem 4-1-4-1-System könnte in der Folge ein ernsthaftes Thema werden. Auch der Gegner spielt in den Überlegungen eine Rolle. Der FCK agiert in einem Mix aus 3-5-2 und 3-6-1-System.



Wie könnte der FCS beginnen?

Die Rollenverteilung im Tor bleibt auch vor dem 14.Spieltag intakt. Daniel Batz ist der gesetzte Mann im Tor des FC. Seit sechs Spielen gelang Batz kein Spiel zu Null mehr. Dahinter könnte Marcel Johnen nach Genesung wieder in den Kader rücken und Jonas Hupe auf die Tribüne verdrängen. In der Defensive sind Änderungen möglich und notwendig. Ein zentraler Aspekt: Rückt Kapitän Manuel Zeitz von der Innenverteidigung auf die Sechs vor und ersetzt hier Luca Kerber? Er ist ein anderer Spielertyp als Kerber und wird kaum der direkte Ersatz für Kerber sein. Zeitz hat jedoch über viele Jahre seine Qualitäten als Abräumer vor der Abwehrkette bewiesen und ist sicher eine Option. Er könnte Groiß ersetzen. Für den offensiveren Part auf der Doppelsechs kommen im bisherigen System eher Spieler wie Dave Gnaase oder Pius Krätschmer in Frage. Sie haben die spielerische Komponente um die Rolle als Achter umzusetzen. Ohne Zeitz müsste die Innenverteidigung neu sortiert werden. Lukas Boeder dürfte erneut von Beginn an auflaufen und wird nach Möglichkeit eine Planstelle in der Innenverteidigung besetzen. Sollte Rechtsverteidiger Ernst doch ausfallen, so ist Boeder auch die erste Option für die Außenbahn. Im anderen Fall ist der unermüdliche Ernst als rechter Verteidiger gesetzt. In der Innenverteidigung sind zudem Rasim Bulic, Pius Krätschmer und Dennis Erdmann die weiteren Alternativen. Bulic ist in einer Reservistenrolle, ein Startelfeinsatz darf man als unwahrscheinlich betrachten. Krätschmer war über Wochen ein fester Bestandteil der Innenverteidigung und könnte erneut die Chance auf dieser Position bekommen. Bei Erdmann wird es eine gänzliche Trainerentscheidung. Die Qualität hat er unbestritten. Seit Halle hat er aber keinen Einsatz mehr bekommen, wie bereit der Innenverteidiger ist, ist offen. Links hinten hat gegen Mannheim mal wieder Galle im Zweikampf um den Startplatz mit Mario Müller den Vorzug erhalten. Er war die Belohnung für eine aufsteigende Form, nutzen konnte Galle die Chance allerdings nur bedingt.


In der Offensive bleiben je nach System noch vier oder fünf Positionen offen. Gesetzt ist Sebastian Jacob als hängende Spitze. An ihm führt wie gewohnt kein Weg vorbei. Ähnliches gilt normal auch für Sturmtank Adriano Grimaldi. Ist der Angreifer fit, so wird er auch von Beginn an spielen. Ohne Grimaldi müsste sich das komplette Spiel der Mannschaft verändern. In dem Fall dürfte Jacob in die vorderste Front rücken. Abhängig von den weiteren Überlegungen kann Julian Günther-Schmidt entweder für Grimaldi in die Mannschaft rücken oder gemeinsam mit Jacob hinter der Spitze agieren. Jacob und Günther-Schmidt wäre eine sehr offensive Variante. Defensiver wäre Dave Gnaase oder aber Tobias Jänicke. Er hat letzte Saison diese Position in einem 4-1-4-1-System gespielt. Jänicke ist bisher in dieser Saison auf der Außenbahn unterwegs gewesen. Rückt er nach innen, bietet sich die Gelegenheit für Robin Scheu. Nach vielen verletzungsbedingten Rückschlägen sollte Scheu mittlerweile für die Startelf in Frage kommen. Sein Potenzial konnte er bei den wenigen Einsätzen zumindest andeuten. Auf der linken Seite dürfte Minos Gouras weiter erste Wahl bleiben, auch wenn er nicht mehr in der starken Form von Saisonbeginn ist.



So könnte der FCS spielen

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Ersatzbank

Marcel Johnen (ETW)Rasim BulicDennis ErdmannNick GalleAlexander GroißDave GnaaseMaurice DevilleJulian Günther-SchmidtJustin Steinkötter

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