Die Lage des FCS vor Jägersburg

Wieder Aufstehen muss das Motto beim FCS sein. Weder an den Auftritten noch an den Ergebnissen der letzten beiden Spiele kann man im Rückblick Korrekturen vornehmen. Mit diesen Nackenschlägen muss man mindestens bis April 2022 leben, dann gibt es die nächsten Gelegenheiten gegen die rivalisierenden Gegner. Bis dahin stehen wieder normale Spiele an und weder die enge 3.Liga noch der KO-Modus im Landespokal lassen große Schwächen zu. Ein Sieg im Pokal, neues Selbstvertrauen tanken und dann in eineinhalb Wochen in Lotte gegen Verl wieder zur alten Stärke finden. So muss das Ziel der Malstätter lauten, um in den letzten fünf Ligaspielen des Jahres so viele Punkte und eine so gute Ausgangslage wie möglich zu erhalten. Um wieder ein anderes Gesicht zu zeigen als zuletzt. Auch schwierige Situationen, auch Krisen müssen bewältigt werden. Sich widerstandslos in das Schicksal einer negativen Spirale zu begeben kann für keine Seite eine Alternative sein. Ähnlich wie man aus den verlorenen Play-Off-Spielen gegen Würzburg oder 1860 München neue Kräfte gezogen hat.


Der erste Step auf dem Weg zurück muss ein möglichst souveräner Auftritt in Jägersburg sein. Die Rollenverteilung ist klar. Es spielt ein Dritt- gegen einen Fünftligisten, eine Profimannschaft gegen eine Amateurtruppe. Einen Oberligisten schlägt man aber nicht automatisch im Schongang und die äußeren Bedingungen nach der Derbypleite sind wie ein gemachter Boden für eine Pokalsensation. In den drei spielfreien Tagen zwischen den Spielen richtete sich der Blick beim FCS auf die Regeneration. Neben körperlicher Regeneration lag der Fokus insbesondere auf der Verarbeitung des Samstages. Es war ein herber Rückschlag und ein großer Stimmungsdämpfer für alle. Man wird jeden Tag eine Einheit absolviert, wird auch am Mittwochmorgen noch mal ein Anschwitzen bestreiten. Danach ist am Donnerstag eine Regenerationseinheit geplant, ehe man die Länderspielpause für ein freies Wochenende und Zeit zum Abschalten nutzen möchte.



Personelle Situation

Die verletzten Steven Zellner und Boné Uaferro fehlen auch am Mittwoch. Zusätzlich kann Marcel Johnen wohl noch keine Rolle spielen. Der Keeper sollte ursprünglich zu Beginn der letzten Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen, konnte jedoch nur individuell trainieren. Maurice Deville verweilt aktuell wieder im Kreise seiner Nationalmannschaft. In der Länderspielperiode stehen die letzten beiden Spiele der WM-Qualifikation an. Donnerstag spielt man in Aserbaidschan, Sonntag gegen Irland. Zu Beginn der nächsten Woche wird er dann wieder in Saarbrücken erwartet. Die Situation von Sebastian Bösel nach dem erneuten Rückschlag bleibt offen. Möglicherweise kann der Mittelfeldspieler die ersten Pflichtspielminuten der Saison sammeln. Luca Kerber ist im Gegenzug nach seiner Sperre in der Liga wieder eine Alternative. Sonstige Ausfälle oder angeschlagene Spieler sind nicht bekannt, der FCS hat für den morgigen Dienstag eine Pressekonferenz angekündigt.



Wie könnte der FCS beginnen?

Wie gewohnt gilt es im Saarlandpokal auch, die richtige Mischung zwischen Stammformation und Rotation zu finden. Allerdings kann man diesen Ansatz für Mittwoch ein gutes Stück minimieren und deutlich mehr in Richtung einer stärksten Mannschaft zu gehen. Die Zusammensetzung kann sich trotzdem klar von der Aufstellung des letzten Spieles unterscheiden. Theoretisch wäre auch eine komplette Rotation möglich. Eine beispielhafte Variante ist unten aufgeführt. Im Tor könnte Jonas Hupe zu seinem Pflichtspieldebüt für den FCS kommen. Die etatmäßige Nummer 3 profitiert vom Ausfall von Johnen und saß in den letzten Ligaspielen auf der Bank. Gegen Mettlach ließ der Trainer den zweiten Keeper ran, am Mittwoch könnte das gleiche Szenario umgesetzt werden. Stammtorhüter Daniel Batz würde dann auf der Ersatzbank Platz nehmen. Grundsätzlich muss man Hupe (immerhin schon ein Jahr Stammtorhüter beim Bonner SC in der Regionalliga) als Drittligatorwart auch ohne Spielpraxis eine solche Chancen einräumen. Allerdings hat Uwe Koschinat bei früheren Stationen die Torwartrotation im Pokal nicht in allen Phasen umgesetzt.


In der Abwehr könnte Dennis Erdmann seine Chance bekommen. Seit dem Auftritt in Halle hat der 30-Jährige keine Sekunde mehr gespielt, der Landespokal könnte als seine Chance dienen. Sein Partner in der Innenverteidigung hängt auch mit der Situation des rechten Verteidigers zusammen. Dort ist Dominik Ernst gesetzt, hat aber immer wieder mit Problemen zu kämpfen und wird öfter in der Trainingsbelastung individuell gesteuert. Ihm könnte man eine Pause einräumen, dafür dann Lukas Boeder auf die rechte Abwehrseite ziehen. Er hat die Position auch im Pokal in Mettlach für eine Halbzeit gespielt. Zeitz, Krätschmer und Bulic sind dann noch drei Alternativen für die Innenverteidigung. Zeitz ist normal der gesetzte Spieler, auch wenn die Frage nach Innenverteidiger oder Sechser nun lautet diskutiert werden wird und muss. Links wurde zuletzt zwei Mal Galle von Beginn an aufgeboten. Überzeugen konnte er ebenso wenig wie Müller bei den Einwechslungen. Galle hatte das Pokalspiel in Mettlach genutzt um sich in den Fokus zu spielen, auf eine ähnliche Situation könnte man sich womöglich auch in Jägersburg erhoffen.


Luca Kerber fehlte im letzten Ligaspiel als ordnende Hand im Mittelfeld extrem. Weder Krätschmer noch Gnaase konnten seinen Ausfall im Ansatz kompensieren und die Probleme im zentralen Mittelfeld (schon die komplette Saison über mehr oder weniger offenkundig) wurden ohne Kerber noch deutlicher. Mittwoch dürfte er ausgeruht in die Startelf zurückkehren. Sein Partner bleibt offen, kein Spieler drängt sich auf und eine Lösung scheint nicht in Sicht. Groiß wäre als Absicherung zu Kerber eine naheliegende Wahl. Die hängende Spitze vor den beiden zentralen Mittelfeldspielern spielte in den letzten Wochen stets Sebastian Jacob. Nach überragenden Auftritten wie in Halle gehörte Jacob in den letzten beiden Spielen zu den schwächsten Akteuren. Eine Formdelle des 28-Jährigen war nach der längeren Verletzung zu erwarten. Zeitpunkt sowie Art und Weise trafen die FCS-Offensive schwer. Er könnte am Mittwoch eine Pause erhalten, ein Jacob in guter Form bleibt für die Malstätter ein echter Faustpfand. Als Alternative hat man Julian Günther-Schmidt in der Hinterhand. Mit weiterer Spielpraxis könnte er sich auch für die nächsten Ligaspiele in Position bringen.


Wie fast alle Mannschaftsteile waren zuletzt auch die offensiven Außenbahnen ein Problem. Minos Gouras taucht nach starken Saisonstart seit Wochen ab und hat seine Form verloren. Sowohl eine Pause als auch ein Einsatz mit der Möglichkeit auf Erfolgserlebnisse könnten zur Überlegung werden. Alternativ bekämen Spieler wie Tim Korzuschek und Marius - in der Liga in den letzten Wochen nicht mal im Kader - oder ein positionsfremder Spieler wie Steinkötter die Gelegenheit. Auf der rechten Seite tat sich Robin Scheu schwer. Auch durch die zahlreichen Verletzungen läuft er den Erwartungen bei seiner Verpflichtung weiter deutlich hinterher. Die Alternative ist Tobias Jänicke. Im Sturmzentrum ist Adriano Grimaldi im Normalfall die erste Wahl. Trotz seine Fähigkeiten kann er nicht - wie in den letzten beiden Spielen - nur lang angespielt werden um dann alleine gegen mehrere Gegenspieler den Ball behaupten zu sollen. Als Alternativen stehen Justin Steinkötter oder Marius Köhl parat.




Mögliche Aufstellung



Ersatzbank

Jonas Hupe (ETW)Rasim BulicMario MüllerPius KrätschmerDave GnaaseMinos GourasTim KorzuschekMarius KöhlJustin SteinkötterSebastian Jacob



Rotationself

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