Die Lage des FCS vor Havelse

Mit Arbeitssiegen bewegte sich der 1.FCS in den letzten Wochen durch die Aufgaben in der 3.Liga. Fünf Pflichtspielsiege in Folge, darunter vier Mal in der Liga haben die emotionale sowie tabellarische Ausgangssituation gedreht. Statt der Angst um einen Fall in den Abstiegskampf konnte man sich im oberen Bereich der Tabelle festsetzen. Vor heimischer Kulisse holte man zuletzt zwei Dreier. Weder gegen Berlin noch in der Vorwoche gegen Freiburg II glänzte man dabei. Den insgesamt verdienten Erfolg gegen die Freiburger sicherte ein Kopfballtor von Kapitän Zeitz im Anschluss an einen Standard. In den Wochen zuvor holten regelmäßig die Einwechselspieler die Kohlen aus dem Feuer. Mit den Siegen konnte man Selbstvertrauen tanken.


Havelse nimmt in der 3.Liga eine Sonderrolle ein. Die Liga ist ausgeglichen, selten gehen die Malstätter als großer Favorit oder großer Außenseiter in eine Begegnung. Gegen das leicht abgeschlagene Schlusslicht ist es eine andere Situation. Dieses Mal geht der FCS als klarer Favorit in das Spiel. Diese Rollenverteilung lässt sich auch nicht verneinen. Es ist immer eine gefährliche Ausgangssituation. Jeder erwartet einen Sieg und über die ganze Saison gesehen ist Havelse mit Sicherheit auch die schwächste Mannschaft in der Spielklasse. Auf ein Spiel gesehen können sie aber immer konkurrenzfähig sein. In vielen Spielen der Saison hat der TSV dies gezeigt. Perfekte Beispiele sind die letzten Auftritte in Osnabrück und bei der unglücklichen Niederlage gegen Waldhof Mannheim. Sie werden überwiegend tief stehen, die Koschinat-Elf wird das Spiel aufziehen müssen. Die Siege zuletzt hat man eher über eine defensivere Grundausrichtung geholt. Die Malstätter werden anders agieren, werden andere Qualitäten auf den Platz bringen müssen. Womöglich braucht es auch Geduld. Auch wird man in der Defensive achtsam sein müssen. Froese, Jaeschke oder Lakenmacher sind Spieler die Einzelaktionen initiieren können. Bei Standards sorgt man regelmäßig für Gefahr.



Letzte Trainingswoche des Jahres

Die letzte Trainingswoche im Jahr 2021 hatte den üblichen Rhythmus. Regenerationseinheit am Sonntag gefolgt von einem freien Montag. Seit Dienstag befindet man sich nun in der unmittelbaren Vorbereitung auf Havelse. Jeden Tag findet eine Einheit statt. Das Jahresabschlusstraining findet am Freitag ab 14:00 Uhr statt.



Perfekter Abschluss des Jahres?

Ein richtig gutes Jahr liegt hinter dem FCS. Man konnte sich in der 3.Liga etablieren und spielt das zweitbeste Kalenderjahr in der eigenen Drittligahistorie. Insbesondere die letzte Phase vor der (kurzen) Winterpause konnte man bisher perfekt nutzen. Mit vier Siegen in Serie hat man sich schon jetzt in eine angenehme Ausgangslage für das Jahr 2022 gebracht. 33 Punkte aus der Hinrunde sind ein ausgezeichnetes Polster mit Blick auf den Klassenerhalt. So früh wie möglich die Marke von 45 Punkten zu erreichten, bleibt erstes Saisonziel. 15 Punkte beträgt der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz, mit einem Sieg würde man den Abstand definitiv weiter ausbauen. Aber auch in Sachen tatsächliches Saisonziel (im Verfolgerfeld der Tabellenspitze zu landen) kann man den nächsten Schritt gehen und nebenbei den eigenen Punkterekord zur Winterpause weiter ausbauen. Mit einem Sieg geht man mindestens als Vierter in die Winterpause und bleibt auf Tuchfühlung mit einem Aufstiegsplatz. Gerade einmal zwei Punkte beträgt der Rückstand auf Eintracht Braunschweig (Spitzenduell gegen den FCK) auf dem zweiten Platz. Waldhof Mannheim auf dem Relegationsplatz ist nur ein Zähler entfernt und am Wochenende bei Spitzenreiter Magdeburg zu Gast.



Koschinat auf der Tribüne

Im Heimspiel gegen den SC Freiburg II sah Uwe Koschinat rund zehn Minuten vor Spielende seine vierte gelbe Karten in der laufenden Saison. In der Folge muss der FCS-Trainer am Samstag eine Sperre absitzen. Seit der Saison 2019/20 gibt es in Deutschland auch für Trainer und Offizielle gelbe und rote Karten und anders als bei den Spielern folgt eine Sperre bereits nach vier gelben Karten. Koschinat hat sich als erster FCS-Trainer eine solche Sperre eingehandelt. Co-Trainer Bernd Heemsoth wird die Rolle des Cheftrainers einnehmen. Der 55-Jährige ist seit Januar 2020 in Saarbrücken und war vorher unter anderem als Interimstrainer für Wehen Wiesbaden und Rot Weiss Ahlen aktiv.



Scheu und Zeitz gesperrt - Gouras vor Sperre

Für zwei Spieler begann die Winterpause früher. Sowohl Robin Scheu als auch Kapitän Manuel Zeitz sahen gegen Freiburg II ihre fünfte gelbe Karte der Saison und fehlen am Samstag gesperrt. Zeitz stand bisher in allen Saisonspielen in der Startformation, Scheu in den letzten drei Spielen. Kurz vor einer Gelbsperre steht Minos Gouras. Der Flügelspieler ist mit vier gelben Karten vorbelastet. Bei einer weiteren Verwarnung müsste er im ersten Spiel des Jahres 2022 (beim VfL Osnabrück) zusehen. Tobias Jänicke, Dennis Erdmann, Pius Krätschmer, Adriano Grimaldi, Julian Günther-Schmidt und Nick Galle stehen bei drei gelben Karten.



Die drei Langzeitverletzten fehlen

Neben den beiden gesperrten Spielern fehlen dem FC auch im letzten Spiel des Jahres die drei Langzeitverletzten. Jonas Hupe (Meniskusverletzung) absolviert seine Reha in Saarbrücken. Wann der Torhüter wieder auf den Trainingsplatz zurückkehren soll, ist nicht bekannt. Auf dem Trainingsplatz verweilt seit einiger Zeit auch wieder Steven Zellner. Seit letzter Woche befindet sich der Innenverteidiger sogar im Mannschaftstraining. An einen Einsatz des Abwehrchefs ist im Aufbautraining noch nicht zu denken. Boné Uaferro will nach Möglichkeit im Januar den richtigen Sprung in das individuelle Training schaffen. Sein Weg zum Comeback bleibt weit.


Alle weiteren Spieler könnten zur Verfügung stehen. Daniel Batz wird - wie schon in den Vorwochen - trotz der eingeschränkten Trainingsintensitäten spielen können, zudem kehrten Dennis Erdmann und Sebastian Bösel zum Wochenbeginn auf den Trainingsplatz zurück. Beide Akteure fehlten im letzten Heimspiel erkrankt. Bis zu 22 Spielern könnten Uwe Koschinat am Spieltag zur Verfügung. Zwei Feldspieler verpassen dann den Sprung in den Spieltagskader. Zuletzt erwischte es die Offensivspieler Marius Köhl und Tim Korzuschek. Die Pressekonferenz am Freitag wird weiteren Aufschluss über die personelle Situation bringen.



Wie könnte der FCS beginnen?

Daniel Batz wird am Samstag - wie bei allen Ligaspielen im Jahr 2021 - zwischen den Pfosten des FCS-Tores stehen. Gegen Freiburg II bekam er nur wenige Gelegenheiten zur Auszeichnung, der Keeper zeigte sich jedoch insbesondere bei hohen Bällen in den Strafraum sehr sicher. Als Teil der Achse nimmt er eine wichtige Rolle im Mannschaftsgefüge ein. Als zweiter Torhüter auf der Bank fungiert wie gewohnt Marcel Johnen. Erwartungsgemäß bieten sich ihm keine realistischen Chancen auf Spielzeiten, der 19-Jährige kann in der Rolle des Herausforderers die eigene Entwicklung antreiben.


Bei den Feldspielern muss durch die beiden Sperren definitiv für Veränderungen gesorgt werden. In der Abwehrkette sollten drei Positionen fest besetzt sein. Dies gilt für Dominik Ernst, Lukas Boeder und Mario Müller. Ernst ist die klare erste Wahl auf der Position des Rechtsverteidigers. Der 31-Jährige überzeugt Woche für Woche mit einer hohen Schlagzahl in seinem Spiel. Müller hat sich in den letzten Wochen als linker Verteidiger festgespielt und in den letzten drei Spielen war er jeweils über die volle Distanz unterwegs. Mit einer Ausnahme von drei Spielen hat er den Status als erste Wahl auf der Position mittlerweile seit Mitte September inne. Die Alternative bleibt der körperlich stärkere Nick Galle. Lukas Boeder hat in den letzten sieben Spielen immer in der Innenverteidigung begonnen und ist dort mittlerweile die Konstante und klarer Stammspieler. Der Defensivspieler fällt nicht sonderlich auf, verrichtet jedoch solide seinen Job. Eine erneute Umstellung bietet die zweite Position im Abwehrzentrum an. Dort agierte Pius Krätschmer gegen Freiburg. Nun steht Dennis Erdmann wieder zur Verfügung. Er konnte gegen Berlin und Zwickau überzeugen und dürfte folgerichtig auch am Samstag wieder das Vertrauen des Trainers ausgesprochen bekommen. Als weitere Alternative hat man Rasim Bulic in der Hinterhand.


Eine erzwungene Umbaumaßnahme stellt das defensive Mittelfeld dar. Die Sperre von Zeitz ist schmerzhaft. Nicht nur ist Zeitz als Kapitän ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft, auch beendete er die langwierige Suche nach dem passenden Sechser an der Seite von Luca Kerber. Nach einem Jahr bei den Profis ist der 19-Jährige zum absoluten Leistungsträger aufgestiegen. Koschinat hatte über die Saison an seiner Seite viel ausprobiert, wirklich glücklich wurde man mit keiner Personalie. Für Samstag kommen nun Krätschmer, Gnaase, Bulic und Groiß in Frage. Gnaase kam nach seiner bisher enttäuschenden Saison in den letzten vier Spielen überhaupt nicht zum Einsatz, eine direkte Rückkehr in die Startelf wäre überraschend. Auch Bulic wurde nach den beiden Startelfeinsätzen im November nicht mehr berücksichtigt. Groiß war die letzten beiden Spiele als später Einwechselspieler aktiv. Sowohl Bulic als auch er sind die Überlegungen für einen Abräumer vor der Abwehr. Wahrscheinlicher dürfte jedoch ein Einsatz von Krätschmer sein. Er hat mehr Spielpraxis, mehr Qualitäten im Spiel mit Ball und mit Blick auf das erwartete Spiel braucht es fußballerische Lösungen. Die optimale Besetzung im defensiven Mittelfeld ist er - nach den bisherigen Erkenntnissen in der Saison - nicht.


Auch in der offensiven Dreierkette kommt das Trainerteam nicht um eine Veränderung herum. Scheu steht für den rechten Flügel nicht zur Verfügung. In erster Linie dürften zwei Überlegungen dominieren. Man kann die Offensive ohne Veränderungen belassen, nur Scheu direkt ersetzen. Dieser Ansatz würde für Maurice Deville sprechen. In einer Phase ohne Länderspielpause hat er sich mit guten Leistungen als Joker in den Dunstkreis der Startelf gespielt und auch in Zwickau die Rolle des rechten Flügelspielers übernommen. Der zweite Ansatz ist der Umbau im offensiven Mittelfeld, in diesem Fall zieht man Tobias Jänicke von der Zehn ins rechte Mittelfeld. Dadurch bekommt man die Möglichkeit mit Sebastian Jacob hinter der Spitze zu beginnen. Als absolutes Luxusproblem konnte man den Angreifer in den letzten Wochen zunächst auf der Bank lassen. Linksaußen dürfte wieder Julian Günther-Schmidt von Beginn an spielen. Er hat seine Chancen in den letzten Wochen genutzt und spielt aktuell auch auf der eher ungewohnten Außenbahn einen guten Part. Als weitere Alternativen hat man Tim Korzuschek und Marius Köhl. Beide Akteure standen zuletzt nicht im Kader. Auch Minos Gouras ist wieder da. Gegen Freiburg kehrte er in den Kader zurück, kam aber noch nicht zum Einsatz. Am Samstag dürfte er mit einer Trainingswoche mehr in die Rolle des Jokers rutschen, seine individuellen Qualitäten können wichtig werden. Spätestens im neuen Jahr muss Gouras dann wieder zu seiner Form finden.


Im Sturmzentrum gesetzt ist Adriano Grimaldi. Er ist der Zielspieler im FCS-Spiel, auch wenn er gegen Freiburg nicht wirklich in Szene gesetzt werden konnte. Gerade am Samstag sollte seine Präsenz im gegnerischen Strafraum wichtig werden und seine Im Verlauf der zweiten Hälfte hat man dann mit Steinkötter noch eine gute Alternative für die Offensive in der Hinterhand. Steinkötter hat in den letzten Wochen als perfekter Joker fungiert.




So könnte der FCS spielen

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Ersatzbank

Marcel Johnen (ETW)Nick GalleRasim BulicDave GnaaseAlexander GroißMarius KöhlMaurice DevilleMinos GourasJustin Steinkötter

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