Vorgestellt: Rot-Weiss Essen

Die dritte Drittligasaison nach dem Wiederaufstieg wartet ab Mitte Juli auf den FCS und mit den meisten Gegnern hat man sich schon in der letzten/den letzten beiden Saisons um Punkte duelliert. Durch Ab- und Aufstieg sind jedoch insgesamt sechs/sieben neue Gegner in der Liga vertreten. Die Spanne reicht von großen Traditionsvereinen hin zu lange versunkenen Clubs sowie von großer Attraktivität hin zu einer geringen Attraktivität. Um die Sommerpause zu überbrücken, gibt es in den kommenden Tagen jeweils einen kurzen Blick auf die neuen Gegner in der 3.Liga. Parallel zu den letzten beiden Jahren soll vor Saisonbeginn dann der sportliche Blick auf alle Teams der 3.Liga folgen. Im fünften Teil der Serie geht es heute um den Meister der Regionalliga West, den Traditionsverein RW Essen.




Stenogramm


Offizieller Name:Rot-Weiss Essen e. V.
Unternehmensform:Keine
Gründung:1.Februar 1907
Vereinsfarben:Rot-Weiß
Mitglieder:7.702Juni 2022
Ort:EssenNordrhein-Westfalen
Einwohner:ca. 580.000
Entfernung:314 KM
Stadion:Stadion an der Hafenstraße, Essen19.962
ZS-Schnitt 2021/22:9.362
Regionalliga West
ZS-Schnitt 2019/20:10.945
Regionalliga West
Bilanz:19/8/12
Letzte Duelle:Saison 2009/10
Regionalliga West
Platzierung 2021/22:1.PlatzRegionalliga West
Platzierung 2020/21:2.Platz
Regionalliga West
Größter Erfolg:Deutscher Meister1955
Ewige Tabelle 3L:Nicht gelistet




Beschreibung

Rot-Weiss Essen e. V. - gegründet im Februar 1907 als SV Vogelheim - ist einer der klangvollen Namen im deutschen Fußball. Seit 1923 tritt man unter dem heutigen Namen im Spielbetrieb auf und konnte sich schnell einen Namen als Spitzenteam machen. Nach dem zweiten Weltkrieg setzte sich dies fort. 1953 wurde Essen deutscher Pokalsieger, 1955 errang man die deutsche Meisterschaft. Heute bekanntester Spieler aus dieser Zeit ist Helmut Rahn, Siegtorschütze der deutschen Nationalmannschaft im WM-Finale 1954 in Bern. 1955 war Essen der erste deutsche Vertreter im Europapokal der Landesmeister und scheiterte in der der 1.Runde an Hibernien Edinburgh. Auch der FCS gehörte als Vertreter des damals eigenständigen Saarlandes dem Teilnehmerfeld an und verlor knapp gegen den AC Mailand. Nach der Meisterschaft begann ein leichter Abwärtstrend, 1961 stieg man aus der höchsten Spielklasse ab und gehörte auch nicht den Gründungsmitgliedern der Bundesliga an. Erst 1966 stieg man in die Bundesliga auf, bis 1977 wandelte man zwischen der Erst- und Zweitklassigkeit. Der Abstieg 1977 sollte der bisher endgültige Abschied aus der Bundesliga sein. In der Folge pendelte man zwischen der 2.Liga und der 3.Liga. Über die Jahre wurden die Aufenthalte in der 3.Spielklasse länger, die Aufenthalte in der 2.Liga geringer. 1994 gelang noch mal der Einzug ins Pokalfinale. Finanzielle Probleme legten den Club immer wieder lahm, 1998 stieg man gar in die vierte Liga ab. 2004 und 2006 gelang noch zwei Mal der Aufstieg in die 2.Liga, es folgte jeweils der direkte Wiederabstieg. 2008 verpasste man knapp die Qualifikation zur neuen 3.Liga. 2009/10 beendet man die Saison als Fünfter, nach einem Lizenzentzug ging es jedoch in die fünfte Liga. Dort stieg man direkt wieder auf und spielte von 2011 bis 2018 eine mittelmäßige Rolle in der Regionalliga West. Man landete stets im Mittelfeld der Liga und konnte den großen Ambitionen nicht gerecht werden. Ab der Saison 2019/20 gehörte RWE zu den Spitzenteams der Regionalliga West. In der abgebrochenen Saison landete man Quotienten Berechnungen auf dem dritten Platz. 2020/21 wurde man trotz 90 Punkten nur Zweiter hinter Dortmund II. Letzte Saison gelang nach Jahren in der Viertklassigkeit endlich der Aufstieg. Man setzte sich hauchdünn gegen Preußen Münster durch. Am Ende entschied die minimal bessere Tordifferenz über den Aufstieg.


Wer kennt sie nicht, die Essener Hafenstraße? Von 1923 an war man im Georg-Melches-Stadion unterwegs, seit 2012 hat ein Neubau auf dem Stadiongelände das alte Stadion (seit 1994 mit nur drei Tribünen) ersetzt. Das neue, moderne Stadion bietet eine Kapazität von rund 20.000 Zuschauern an und wurde von 2011 bis 2013 gebaut. Die Kosten lagen bei rund 64 Millionen Euro. In einer zweiten Ausbauphase können die vier Ecken des Stadions geschlossen und die Kapazität auf 25.000 Zuschauer erhöht werden. Auch die Erweiterung durch einen Oberrang auf bis zu 35.000 Zuschauer ist mit eingeplant worden. Rund 9.000 Stehplätze stehen zur Verfügung, der Rest ist mit Sitzplätzen sowie einem großen Business- und VIP-Bereich ausgestattet. Zuletzt wurden auf der Tribüne mit dem Gästebereich die Zäune zwischen den Blöcken umgestaltet, dadurch können einzelne Blöcke nun wahlweise für Heim- oder Gästefans genutzt werden. Die Kapazität sinkt auf 19.960 Plätze. Im Bereich Zuschauer kommt ein absolutes Schwergewicht in der 3.Liga an. Trotz der schier ewigen Zeit in der Regionalliga (und teilweise Oberliga) sind die Zuschauer dem RWE treu geblieben. Vergangene Saison lag der Zuschauerschnitt - trotz Coronaeinschränkungen - bei 9.360 Besuchern. In der letzten Saison ohne Einschränkungen war man sogar Fünfstellig unterwegs. In der 3.Liga rechnet der Club nun mit einem Schnitt von mindestens 13.000 Besuchern, alleine 7.500 Dauerkarten werden angepeilt.


Die Zeiten großer finanzieller Sorgen und der Insolvenz gehören längst der Geschichte an, auch aus finanzieller Sicht sind die Essener alles andere als ein Leichtgewicht der Liga. Der Gesamtetat soll offiziell von vier auf acht Millionen Euro angehoben werden. Zahlen zum Lizenzspieleretat werden nicht bekannt gegeben, auch dort soll im Vergleich zur Regionalliga aber deutlich aufgerüstet werden. Hauptsponsor ist seit 2019 das Essener Bau- und Immobilienunternehmen HARFID. Neben dem Sport wird auch die Geschäftsstelle ausgeweitet und zieht in ein neues Gebäude um. Das oberste Saisonziel des Aufsteigers ist der Klassenerhalt, mit den finanziellen Bedingungen muss und soll dies aber nicht das Ende der Fahnenstange sein.


30 Pflichtspiele wurden zwischen den beiden Vereinen bereits bestritten. Zum ersten Mal traf man sich 1966 in den Aufstiegsspielen zur Bundesliga, die letzten Duell sind mittlerweile schon über zwölf Jahre her. In der Saison 2009/10 spielte man gemeinsam in der Regionalliga West. Das Hinspiel in Essen gewann der FCS vor 7.500 Zuschauern mit 2:1. Marcus Mann und Michael Petry hatten getroffen. Im Rückspiel gab es im Ludwigspark ein 1:1-Unentschieden. Mann glich spät für die Malstätter aus. Insgesamt ist die Bilanz leicht positiv aus Sicht der Essener. 12 Spiele konnten gewonnen werden, für den FCS stehen lediglich zehn Siege in der Statistik. Zudem war Essen der Gast im Eröffnungsspiel für den alten Ludwigspark. Am 2.August 1953 sahen über 30.000 Zuschauer einen 3:1-Erfolg der Malstätter.

Kommentare 2

  • Die Hafenstraße ist zurück, als alter Fußballromatiker gefällt mir das ausgesprochen gut. War zweimal dort mit dem FCS, einmal bei der subventionierten Renault Aktion mit den gesponsorten Bussen und einmal mit dem BamBus und anschließender Bolognese im Bus ;)

  • Da hat auch fast keiner mehr dran geglaub das die Essener das nochmal hinbekommen. Mich freut es, werden zwei schöne Spiele.