Serie: Der Hallesche FC im Detail

Mit dem Aufstieg in die 3.Liga findet sich der FCS nach einigen Jahren in der Regionalliga wieder in einer komplett anderen Spielklasse wider. Es gibt neue Gegner und neue Aufgaben. Während die regelmäßigen Gegner in der Regionalliga Südwest bekannt waren, sind die bevorstehenden Gegner Neuland. Neunzehnhundertdrei.de sorgt für Abhilfe und wird die sportliche Seite - in Anlehnung an die traditionelle Vorschau des Kickers - aller Drittligagegner in der Saison 2020/21 beleuchten. An allen Wochentagen gibt es gleich zwei Teams in der Vorschau. Im achten Teil der Serie dreht sich alles um den Halleschen FC und den zweiten Heimspielgegner des FCS.






Ausgangslage


Eine turbulente Saison liegt hinter dem Halleschen FC (der Verein). Man ist mit großen Erwartungen in die Saison, die Mannschaft erfüllte ihr Soll und lag nach 17 Spielen auf Platz 2. Es folgte der große Absturz bis auf einen Abstiegsplatz, am Ende hielt man gerade so die Klasse. Ein wichtiger Punkt: Der Trainerwechsel zu Florian Schnorrenberg und der 43-Jährige ist auch in dieser Saison der Trainer beim HFC. Mit einem offiziellen Saisonziel für die neunte Drittligasaison in Folge hält man sich in Halle noch brav zurück. Eine Zittersaison wie 2019/20 wird man jedoch unter allen Umständen vermeiden und lieber wieder den Blick nach oben werfen wollen. Ursprünglich wollte man den Etat für diese Spielzeit erhöhen, angesichts von Corona hat man diesen Plan wieder verworfen. 2019/20 ging man mit rund sieben Millionen Euro in die Saison.



Wer ist weg?


NameAlterPositionLigaeinsätze 19/20Neuer VereinSpielklasse
Sebastian Mai26IV28Dynamo Dresden3.Liga
Erik Henschel23RV0HSC HannoverRegionalliga
Jan Washausen31DM17Unbekannt
Björn Jopek27ZM21Unbekannt
Bentley Baxter Bahn28ZM34Hansa Rostock3.LIga
Florian Hansch25RM25SV Sandhausen (Leihende)2.Bundesliga
Mario Hilßner25RM14SC Paderborn (Leihende)2.Bundesliga
Patrick Göbel27RM19Unbekannt
Felix Drinkuth25LM27SC Paderborn (Leihende)2.Bundesliga
Pascal Sohm28ST36Dynamo Dresden3.LIga



Die letzte Saison hat ihre Spuren hinterlassen, ein Umbruch ist erfolgt. Zehn Spieler haben den Club verlassen. Mit Innenverteidiger & Kapitän Sebastian Mai sowie Angreifer Pascal Sohm (12 Saisontore) hat man zwei Eckpfeiler der letzten Saison an Dynamo Dresden verloren. Sechser Bentley Baxter Bahn wechselte zu Hansa Rostock, auch er war ein Stammspieler. Leihe Florian Hansch hatte sich im zweiten Halbjahr als Rechtsverteidiger festgespielt und ging zurück zu Sandhausen. Felix Drinkuth (Zwickau) und Mario Hilßner (Leihe) waren fester Bestandteil auf dem Flügel, jedoch keine durchgängigen Stammspieler. Patrick Göbel (Stammspieler bis zu seiner Verletzung) spielte auf der gleichen Position. Eine ähnliche Siutation hatte Björn Jopek im zentralen Mittelfeld während Jan Washausen mehr und mehr aus der Mannschaft verdrängt wurde. Keine Rolle spielte Rechtsverteidiger Erik Henschel.


Wer ist neu?


NameAlterPositionLigaeinsätze 19/20Alter VereinSpielklasse
Sören Reddemann24IV34Chemnitzer FC3.Liga
Lukas Boeder23IV34MSV Duisburg3.LIga
Fabian Menig26RV16Admira WackerÖsterreich
Marcel Titsch Rivero30ZM18SV Wehen Wiesbaden2.Bundesliga
Julian-Maurice Derstroff28LA11SSV Jahn Regensburg2.Bundesliga
Selim Gündüz26RM10KFC Uerdingen3.Liga
Laurenz Dehl18OM9Union Berlin (Leihe)Bundesliga



Sieben neue Spieler sind da. Sören Reddemann ist ein drittligaerfahrener Innenverteidiger und war zuletzt Stammspieler beim Chemnitzer FC. Er ist ein Ersatz für Mai. Ein zweiter möglicher Ersatz ist Lukas Boeder (23). Er war in der vergangenen Saison Stammspieler beim MSV Duisburg. In Fabian Menig (zuletzt in Österreich aktiv) hat man dazu einen drittligaerfahrenen Rechtsverteidiger verpflichten können. Für das zentrale Mittelfeld kam der erfahrene Marcel Titsch Rivero von Zweitligaabsteiger SV Wehen Wiesbaden. Julian Derstroff und Selim Gündüz fangen den Aderlass auf den Flügeln auf. Derstroff konnte sich in Regensburg und der 2.Liga nicht durchsetzen, in der 3.Liga hat es dies jedoch bereits unter Beweis gestellt. Gündüz ist ebenfalls zweitligaerfahren, kam letzte Saison in Uerdingen jedoch nie wirklich an und kam nur auf zehn Einsätze. Von Union Berlin wurde zudem der 18-Jährige Laurenz Dehl ausgeliehen.




Wer soll noch kommen?


Angreifer Mathias Fetsch hat seinen Stammplatz verloren und darf gehen, Torhüter Tom Müller und Mittelfeldspieler Antonios Papadopoulos überlegen von sich aus einen Wechsel. Terrence Boyd steht trotz Vertrag bei anderen Vereinen auf dem Zettel, ihn will der HFC jedoch nicht abgeben. In Sachen Neuzugängen hat man auch ohne weitere Abgänge noch einige Dinge vor. Ein Torhüter und ein zentraler Mittelfeldspieler stehen definitiv noch auf der Liste, in Halle wird man sich jedoch die nötige Zeit für Verpflichtungen nehmen. Auch im Sturmzentrum könnte sich beim HFC noch was tun.



Der Kader


24 Spieler hat man mit den wechselwilligen Akteure bisher unter Vertrag, das Gesicht der Mannschaft wird sich bis Oktober demnach noch etwas verändern. Im Tor sucht man eine Alternative zu Kai Eisele, er hatte in den letzten beiden Jahren seinen Stammplatz sicher. In der Innenverteidigung war letzte Saison Leihspieler Vollert gesetzt, der 22-Jährige steht weiterhin zur Verfügung. Mit den Neuzugangen Reddemann und Boeder kommen da zwei ernsthafte Alternative dazu, sie könnten auch gemeinsam die neue Innenverteidigung bilden. Die Lücke von Mai muss gemeinsam geschlossen werden. Das letztjährige Back-Up Kastenhofer ist weiterhin da. Auf beiden Außenverteidigerpositionen (4-2-3-1-System) ist man komplett. Die Hoffnungen auf Rechts liegen dabei einmal auf Neuzugang Fabian Menig, auch der lange verletzte Tobias Schilk kehrt zurück. Auf links konnte Winterneuzugang Sternberg noch nicht vollends überzeugen, man hofft nun auf einen Sprung. Seine Konkurrenz ist der bisherige Stammspieler Niklas Landgraf der in den letzten beiden Jahren gesetzt war und auch innen verteidigen kann. Im zentralen Mittelfeld hat man mit Titsch Rivero den Ersatz für Baxter Bahn gefunden.


Jonas Nietfeld - letzte Saison meist noch offensiver eingesetzt - könnte die Lücke auch intern auffangen. Als Partner darf man Winterneuzugang Syhre erwarten, der 25-Jährige hatte sich gleich in der Mannschaft festgespielt und kann vor der Abwehr agieren. Bleibt Papadopoulos doch, hat man noch ein vielversprechendes Talent dabei. Er hat sich bereits letzte Saison etabliert und kann Ansprüche auf die Startelf anmelden. Der Allrounder im Team ist Toni Lindenhahn. Der 29-Jährige hat seine komplette Karriere in Halle verbracht und kann beispielsweise in der Innenverteidigung spielen. Gerade wenn Halle in der Vergangenheit eine Dreierkette gespielt (Saison 2018/19) hat war das eine spielstarke Option. Vergangene Saison war er häufiger wieder im Mittelfeld unterwegs und hat hinter der Spitze gespielt. Stammspieler war Lindenhahn jedoch nicht. Auch in dieser Saison dürfte wohl eher Nietfeld die Nase vorne haben. Die direkte Konkurrenz ist der ausgeliehen Dahl. Auf den Außenpositionen hat sich einiges im Kader getan. Die Hoffnungen liegen hier auf den Neuzugängen Derstroff für die linke Seite und Gündüz für die rechte Seite. Können die Spieler an ihre früheren Leistungen anknüpfen hat sich der HFC hier klar verstärkt. Dahinter hat man den 20-Jährigen Guttau, schon letzte Saison mit 29 Einsätzen. Ein weiterer Sprung ist ihm zuzutrauen. Rechts ist wohl eher Dennis Mast die Alternative denn Shcherbakosvki (19, 6 Einsätze). Ganz vorne fehlt Pascal Sohm, auch wenn er im Saisonendspurt mehr über die Außenbahn kam. Ihn gilt es noch zu ersetzen. In Terrence Boyd hat man schon den Stoßstürmer der Mannschaft und er kann jeder Abwehr das Leben schwer machen. Fetsch wäre - sofern er bleibt - auch eine gute Alternative, trotz der eher schwächeren Saison. Mindestens ein weiterer Angreifer soll kommen um auch wieder auf das 3-5-2-System wechseln zu können.




Mögliche Aufstellung zum Saisonstart


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Stand: Mittwoch, 2.September 2020