Vorletzter Test: FCS schlägt Hesperingen

Im vorletzten Testspiel vor dem Ligastart empfing der FCS am Samstag den luxemburgischen Spitzenreiter FC Swift Hesperingen im Sportfeld. Die Gäste um Trainer Jeff Strasser konnten die ersten beiden Ligaspiele gewinnen und gingen schon im Ligabetrieb in eine Länderspielpause und in das Testspiel. Sie nutzen die Begegnung, um vielen Spielern Spielpraxis zu verschaffen und rotierten in ihrer Anfangsformation. Vom System her begannen sie in einem 4-2-3-1-System. FCS-Trainer Lukas Kwasniok ging dagegen vor 700 Zuschauern seinen Weg aus der bisherigen Vorbereitung fort und setzte zum wiederholten Male auf seine Achse. Im Vergleich zum Spiel gegen Luxemburg am Dienstag gab es nur zwei Veränderungen in der Startelf: Daniel Batz rückte statt Theisen (der FC verzichtete wie angekündigt auf Testspieler) ins Tor, Minos Gouras begann für den verletzten Mendler im linken Mittelfeld. Die Viererkette bildeten erneut Sebastian Bösel, Steven Zellner, Boné Uaferro und Mario Müller. Im zentralen Mittelfeld begannen Manuel Zeitz als Sechser, Fanol Perdedaj und Tobias Jänicke besetzten die beiden Achterpositionen. Über die rechte Außenbahn kam wieder Nicklas Shipnoski und im Sturmzentrum begann Sebastian Jacob. Neun Spieler (Ramon Castellucci, Christopher Schorch, Jayson Breitenbach, Rasim Bulic, Timm Golley, Kianz Froese, Jonas Singer, Marius Köhl und José Vunguidica) nahmen auf der Bank Platz. Neben den beiden Nationalspielern und den verletzten Mendler und Barylla fehlten beim FCS auch erwartungsgemäß Teo Herr und Mergim Fejzullahu.


Hesperange startete mit etwas mehr Ballbesitz in die Begegnung, die griffigere Mannschaft war jedoch von Beginn weg der FC. Situativ wurde wieder das bekannte frühe Anlaufen praktiziert, in diesen Fällen rückte Tobias Jänicke immer wieder als zweite Spitze neben Sebastian Jacob. Einer der beiden Achter ging zudem häufig bei eigenem Ballbesitz hinter die Abwehrkette des Gegners und öffnete so Räume. Den ersten Torschuss verbuchte der FC nach sechs Minuten. Shipnoski bekam im rechten Halbfeld den Ball, spielte zu Jacob und der Stürmer behauptete den Ball geschickt. Schnittstellenpass zum durchgelaufenen Shipnoski, frei vor dem Tor schließt er zur Führung ab. Ein schöner Angriff. Nach diesem Treffer verlagerten sich die Spielanteile mehr in Richtung der Blauschwarzen. In einem Mix aus kontrollierten Spiel und schnellen Tempoveränderungen suchte die Kwasniok-Elf die Lücken in der Defensive, den durchschlagenden Erfolg hatte man gegen einen guten und aggressiven Gegner zunächst nicht mehr. Hesperange forderte den FCS und stellten die Moldschder mit vielen langen Bällen durchaus vor Probleme. Der FC stand hoch, verteidigte zeitweise beim Anlaufen sogar Mann gegen Mann in der Abwehr und es gab entsprechende Räume in der FCS-Hälfte. In der Regel verteidigte der FCS diese Bälle ebenso gut wie die zahlreichen Diagonalbälle auf ihre linke Offensive samt dem auffälligen 14er. Alle Bälle konnten jedoch nicht verteidigt werden. Nach 13 Minuten gab es keinen Druck auf den ballführenden und die Viererkette konnte den langen Ball nicht abfangen. Stolz ging an Uaferro vorbei, ging an Batz vorbei und traf aus spitzen Winkel das Tor nicht. Auch bei den Diagonalbällen stimmte die Zuordnung beim FCS nicht immer und der gut aufgelegte Sebastian Bösel hatte auf der rechten Seite alle Hände voll zu tun um seine Seite dicht zu halten. Positiv: Bei allen Schwierigkeiten und bei allem Risiko stimmte die Defensivarbeit und die Chance von Stolz war die einzige echte Torgelegenheit von Hesperange in der ersten Halbzeit. In der Offensive bemühte sich der FCS um ein variables Spiel. Immer wieder ließen sich Achter auf die Außenbahn ziehen und wollten dort für Überzahl sorgen, auch die Flügelspieler Gouras und Shipnoski tauschten die Seiten. Dazu dienten die beiden Achter als Schaltzentrale im Offensivspiel. Doch auch die Defensive der Gäste funktionierte und der FCS konnte sich nur kein Festival an Torchancen erspielen. Nach 18 Minuten hatte Jacob nach einem Querschläger von Shipnoski den zweiten Treffer auf dem Fuß, seine Direktabnahme aus der Luft landete neben dem linken Pfosten. Neun Minuten später brachte Shipnoski eine Flanke von rechts, Jänicke scheiterte im zweiten Versuch am Torhüter. Zwei Minuten vor der Halbzeit bekam Gouras auf rechts Außen den Ball, ließ zwei Gegenspieler stehen und drang in den Strafraum ein. Eine sehr starke Aktion und Gouras konnte nur durch ein Foulspiel gestoppt werden. Den fälligen Strafstoß von Jacob parierte der Keeper, im Nachschuss traf Jacob dann jedoch zum 2:0. Mit diesem Vorsprung ging es in die Halbzeit, auch weil der FCS viele vielversprechende Situationen und Ansätze nicht zu Ende spielen konnte. Da fehlte teilweise die letzte Konsequenz und die letzte Genauigkeit. Zur Pause gab es zwei Wechsel: Timm Golley kam für Fanol Perdedaj ins Spiel, außerdem ersetzte Kianz Froese Tobias Jänicke. Jänicke bekam kurz vor der Halbzeit ein böses Foul ab und könnte auch angeschlagen/als Vorsichtsmaßnahme vom Feld gegangen sein.


Der eingewechselte Froese war zu Beginn der zweiten Hälfte der auffälligste Spieler auf dem Feld und lieferte eine Bewerbung in Sachen Saisonstart ab. Drei Minuten nach der Pause bekam er halblinks den Ball, lupfte die Kugel über seinen Gegenspieler und hatte dann im Strafraum viel Platz für den Abschluss. Er wartete zu lange, der Abschluss versandete schließlich in der Abwehr der Gäste. Zwei Minuten später zeigte Golley einen starken Diagonalball, Shipnoski verzögerte für den rechten Verteidiger und schloss doch selbst ab. Sein Schuss aus 20 Metern ging jedoch über die Latte. Der FC dominierte das Spiel in dieser Phase komplett, befreite sich spielerisch aus allen Pressingversuchen der Luxemburger und zeigte weiter ein starkes Gegenpressing und Rückzugsverhalten. Man verpasste schlicht das dritte Tor. So auch Gouras. Nach einem Zuspiel von Shipnoski stand er frei vor dem Keeper. Die erste Situation der Gäste in Halbzeit 2 gab es nach 65 Minuten. Batz vertändelte 20 Meter vor dem Tor den Ball, rettete aber im Verbund mit Zellner. Im Gegenzug traf der FCS nach einem sauber gespielten Angriff eigentlich zum 3:0. Golley lupfte nach hinten ins Zentrum auf Jacob, Bundesligaschiedsrichter Dingert entschied jedoch trotzdem auf Abseits. Drei Minuten später scheiterte Froese nach einer Ecke am eigenen Mann, nach 70 Minuten gab es den überfälligen dritten Treffer. Müllers Gegentreffer am gegnerischen Sechszehner wurde mit einem Ballgewinn belohnt, Froese traf aus 18 Meter ins Eck. Anschließend gab es die große Wechselorgie beim FCS. Mit Schorch, Breitenbach, Bulic, Singer, Köhl und Vunguidica kamen sechs neue Spieler in die Begegnung. Der bis dahin gute Spielfluss beim FCS hielt überraschenderweise trotzdem noch einige Minuten an. Vunguidica bediente Köhl in aussichtsreicher Position, der Nachwuchsspieler stand aber wohl im Abseits. Vunguidica selbst scheiterte dann noch am Keeper, auch Breitenbachs Abschluss aus 20 Metern ging über das Tor. Nach diesen sieben, acht Minuten gab es jedoch einen massiven Bruch im FCS-Spiel und in der Folge lief nicht mehr viel zusammen. Man verlor die Ordnung, hatte gerade über die linke Abwehrseite mit Breitenbach und Köhl große Probleme und die Luxemburger nutzten diese Phase aus. Im Mittelfeld wurde man nicht gestört, den Ball durch die Abwehr konnte nicht verhindert werden und der Angreifer traf freistehend zum 3:1 (80.). Viel passierte in den letzten Minuten nicht mehr und dem FCS gelang es nicht mehr konstruktiv nach vorne zu agieren, vermied jedoch mit Mühe weitere Chancen für Hesperange. Letzter Aufreger der Begegnung war eine große Rudelbildung fünf Minuten vor Spielende.


Der 3:1-Testspielsieg ist nach diesen 90 Minuten verdient. Der FCS knüpfte über 70, 75 Minuten an die erste Hälfte in Luxemburg an und zeigte eine sehr ordentliche Leistung mit vielen guten Ansätzen. Nach zahlreichen Wechseln auf beiden Seiten wurde die letzte Viertelstunde dann stellenweise Vogelwild in den Aktionen. Es war wieder ein Testspielgegner auf guten Niveau, es war ein Gegner mit viel Körpereinsatz und man wurde sowohl in der Defensive wie auch in der Offensive gefordert. Man kann viele Erkenntnisse aus dem Spiel ziehen und hat noch den abschließenden Test in Basel um vor dem Ligastart in zwei Wochen letzte Dinge zu probieren. Gerade wenn man sich auf die Zeit bis zu den vielen Wechseln konzentriert hat man Defensive einen guten Job gemacht. Man hat nur ganz wenige Chancen zugelassen und bewies eine gute Abstimmung und ein gutes Defensivverhalten. Im Offensivspiel hat man drei Tore erzielt und sich noch die ein oder andere zusätzliche Chance erspielt. Dazu hat man ein weiteres Testspiel gehabt um an den Abläufen zu haben, die man über die komplette Vorbereitung im Spiel hatte. Zugleich hat man weiter Luft nach oben in diesem Bereich und müsste in vielen Situationen noch konsequenter Angriffe zu Ende spielen. Der Trainer übernimmt sehr viel um die Abläufe zu verinnerlichen, setzt extrem viel auf seine Achse und nach 60 Minuten am Dienstag wurden diese Spieler heute im Großteil über 70 Minuten auf dem Feld gelassen. In der Defensive haben sogar alle vier Spieler ein Spiel über 90 Minuten bestritten. Mutmaßlich wird er dies nächsten Freitag noch um einige Minuten steigern, auch wenn die Chancen anderer Spieler (wie Schorch, Froese oder Golley) unter diesem Plan ein Stück weit leiden könnten. Mit Blick auf den Ligastart wird man sich zudem zweifelsfrei noch deutlich steigern müssen, in der Vorbereitung ist dies jedoch keine neue Erkenntnis.


Spieldaten


Wettbewerb:Testspiel

Datum:Samstag, 5.September 202015:00 Uhr
Spielort:FC-Sportfeld
Zuschauer:700



Tore


SpielstandSpielminuteTorschütze
1:06.Nicklas Shipnoski
2:044.Sebastian Jacob
3:070.Kianz Froese
3:180.


Taktik


System:4-1-4-1





Aufstellung


m






Ersatzbank

Ramon CastellucciJayson Breitenbach
Christoph SchorchRasim Bulic
Timm GolleyKianz Froese
Jonas SingerMarius Köhl
José Vunguidica




Wechsel


SpielminuteEingewechseltAusgewechselt
46.Kianz FroeseTobias Jänicke
46.Timm GolleyFanol Perdedaj
70.Christopher SchorchSteven Zellner
70.
Jayson BreitenbachMario Müller
70.
Rasim BulicManuel Zeitz
70.
Jonas SingerNicklas Shipnoski
70.
Marius KöhlMinos Gouras
70.
José VunguidicaSebastian Jacob



Nicht im Kader


SpielerGrund
Mergim FejzullahuNicht berücksichtigt
Teo HerrNicht berücksichtigt
Anthony BaryllaMuskelfaserriss
Marin SverkoNationalmannschaft
Maurice DevilleNationalmannschaft
Markus Mendlerangeschlagen



Nächstes Spiel


Gegner:FC BaselSchweiz
Wettbewerb:Testspiel
Spieltermin:Freitag, 11.September14:00 Uhr
Spielort:St. Jakob-Park
Basel
Bemerkung:Zuschauerfrage noch offen

Kommentare 6

  • Und @goalgetter13 glaubst Du das Froese in Lübeck in der Startelf zu finden sein wird? Ich hoffe es, glaube aber nicht wirklich daran. Mich würde sogar nicht wirklich wundern wenn wir dort diametral zur Vorbereitung (Sprichwort Überraschung für Gegner parat haben) mit zwei 6er auflaufen würden.

    • Bisher läuft es ja scheinbar relativ klar auf

      Batz - Bösel, Zellner, Uaferro, Müller - Zeitz - Shipnoski, Perdedaj, X, X - Jacob hinaus.


      Jänicke, Deville, Golley, Gouras oder Froese sind die Optionen für bei beiden anderen Positionen. Froese hat gestern Werbung gemacht, vorher hätte ich ihn nicht in der ersten Elf gesehen. Oder man überrascht am Ende in Lübeck wirklich mit einem anderen Plan.

  • Lächerlich! Gegen die hätten es mindestens 6 Tore werden müssen! Schlechte Zukunft!

  • Find ich nix schlimmes dran. Führt zur Zeit eh nur dazu das penibel auf jeden Satz geachtet wird dem man ihm negativ auslegen kann. Wobei mich interessieren würde, ob Schorch noch immer am "nacharbeiten" ist oder so wie man es deuten könnte erstmal nicht erste Wahl sein wird.

  • Kwasniok hat sich nicht der Presse gestellt. Was ist mit dem los?

    • ..das ist eigentlich auch verständlich , wenn er durchweg im Gästebuch abfällig kritisiert wird .

      Andererseits geht Kwasniok mit seiner Mannschaft in die Endphase der Feinabstimmung , insofern hält er " Unpässlichkeiten " und Mißtöne fern .

      Durchaus normal wenn viele herabwürdigend über seine Arbeit gestikulieren und selbst seine Namensgebung verunglimpfen . Ganz schlechter Stil .