FCS vor der Generalprobe beim FC Basel

Die lange Vorbereitung neigt sich beim FCS schon wieder dem Ende entgegen. In knapp einer Woche startet man beim VfB Lübeck in die neue Drittligasaison, zuvor will man sich noch den letzten Feinschliff holen. Dafür hat man sich beim FC noch mal einen richtigen Härtetest gesucht. Zum dritten Mal in der Vorbereitung geht es über die Landesgrenzen hinaus. Nach den Spielen in Frankfurt (gegen Nancy) und in Luxemburg (gegen die luxemburgische Nationalmannschaft) geht es am Freitag in Schweiz. Dort gastiert man beim ruhmreichen FC Basel. Anstoß im St. Jakob-Park ist um 14:00 Uhr. Der St. Jakob-Park ist mit einem Verfassungsvermögen von 38.512 Zuschauern das größte Stadion in der Schweiz. Bei der Weltmeisterschaft 1954 und bei der Europameisterschaft 2008 bestritt die deutsche Nationalmannschaft jeweils ihr sigereiches Halbfinale in Basel. Die deutsche Nationalmannschaft spielte auch am letzten Freitag in der Nations Leaque dort. In der Saison 2015/16 wurde das Europa Leaque-Finale zwischen Sevilla und Liverpool im Stadion ausgetragen. Traurigerweise muss das schöne Stadion am Freitag komplett ohne Zuschauer auskommen und wird als Geisterspiel ausgetragen. Ein Livestream ist noch nicht bekannt, allerdings hat der FCB bisher alle Testspiele in einem Stream übertragen.


Der FC Basel 1893 - kurz als FC Basel oder FCB bekannt - ist der zweit erfolgreichste Schweizer Fußballclub der Geschichte (hinter den Grasshopper Zürich) und das Aushängeschild des Landes in der jüngeren Vergangenheit. Namensgebend wurde man im November 1893 gegründet. Insgesamt 20 Mal wurde Basel nationaler Meister, wobei man sich mit dem Beginn des neuen Jahrtausends eine Vormachtstellung erarbeiten konnte. Ab 2008 wurde man in neun von zehn Jahren Schweizer Meister. Auch International war man gut dabei und stand mehrmals im Achtelfinale der Champions-Leaque. Zum letzten Mal Meister wurde man 2017, anschließend verlor man die Vormachtstellung an die Yung Boys Bern. Nach zwei Vizemeisterschaften beendete man die Saison 2019/20 als Tabellendritter. Diese Saison ging bis zum 3.August. In der Europa Leaque kam man bis ins Viertelfinale, dort bestritt man am 11.August das letzte Spiel. Ende August gab es noch das Halbfinale und Finale im nationalen Pokal. Am 30.August verlor Basel das Finale gegen Bern. Eine Sommerpause gab es für die Basler nicht, schon zwei Tage nach dem Pokalfinale startete man in die "Vorbereitung" auf die Saison 2020/21. Dabei löste Ciriaco Sforza den ehemaligen österreichischen Nationaltrainer Marcel Koller ab. Viel Zeit hat der neue Club nicht. Die neue Saison in der Schweiz beginnt für Basel bereits am nächsten Sonntag mit einem Heimspiel gegen den Aufsteiger FC Vaduz. Schon Donnerstag spielt man vorher zweite Qualifikationsrunde zur Europa-Leaque beim NK Osijek aus Kroatien. Der Test gegen den FCS stellt also die Generalprobe, zugleich aber auch das einzige Testspiel vor Ligastart dar. Die Schweizer verfügen über einen starken Kader. Einige Spieler hat man im Sommer ziehen lassen, dafür die bisherigen Leihgabe Arthur Cabral gekauft. Der Angreifer aus Brasilien kostete rund 4,5 Millionen Euro. Flügelspieler Kaly Sene (19) von Juventus Turin war etwa genau so teuer. Man hat allgemein viele junge Spieler im Kader, ein Ziel ist diese Talente zu formen und dann für viel Geld zu verkaufen. Auch die eigene Nachwuchsabteilung genießt einen exzellenten Ruf. Dazu kommen erfahrene Spieler wie Fabian Frei, Luca Zuffi, Angreifer Ricky van Wolfswinkel oder Kapitän Valentin Stocker.


Der FCS hätte sich kaum einen schwereren Gegner für die Generalprobe suchen können. Die Schweizer verfügen auch in dieser Saison über einen richtig starken Kader, sind eine international etablierte Mannschaften und befinden sind ohne Zweifel auf dem Niveau der Bundesliga. Es ist ein sehr anspruchsvoller Test und der FC wird noch einmal über 90 Minuten bis ans Limit gefordert werden. Man hat die Möglichkeit zum letzten Mal vor dem Ernstfall Dinge zu probieren und Spielern über einen längeren Zeitraum Spielpraxis zu gewähren. Die Steigerung zuletzt war offenkundig. Die Achse spielte eine Halbzeit gegen Hoffenheim, gegen Luxemburg war das dann über 60 Minuten der Fall und zuletzt gegen Hesperange ließ man die Truppe über 70 Minuten zusammen auf dem Feld. Freitag könnten da noch mal einige Minuten dazu kommen, auch im Winter hatte Kwasniok bei der Generalprobe erst sehr spät (nach 82 Minuten) gewechselt. Aus personeller Sicht fehlen dem FCS beim Test die verletzten Anthony Barylla und Markus Mendler, Teo Herr und Mergim Fejzullahu spielen auch weiter keine Rolle. Dafür sind die beiden Nationalspieler Marin Sverko und Maurice Deville wieder dabei. Sie haben allerdings nur eine Trainingseinheiten mit der Mannschaft vor dem Test. Fraglich ist Innenverteidiger Boné Uaferro. Ohne sonstige Ausfälle stehen damit 21 Spieler zur Verfügung, möglicherweise wird man nicht alle Spieler für den Kader nominieren oder allen Spielern Einsatzzeit ermöglichen. Die großen Fragen vor dem Spiel lauten: Zeigt Lukas Kwasniok seine geplante Startformation für Lübeck? Im Winter war es nicht komplett der Fall gewesen und er hat dann im ersten Spiel mit Nino Miotke im Mittelfeld überrascht. Und wenn er seine Planspiele offenbart: Wie viel von der bisher so klar wirkenden Achse gehört dann auch wirklich zur Startaufstellung? Denn mit Blick auf die Einsatzzeiten und die getesteten Möglichkeiten in der Vorbereitung scheinen mindestens acht Positionen fest besetzt zu sein. Im Tor gilt das für Daniel Batz, in der Innenverteidigung für Steven Zellner und Boné Uaferro. Sollte Uaferro ausfallen könnten Christopher Schorch mal wieder von Beginn an spielen, ansonsten hat man Breitenbach und Sverko als Option. Dazu kommt in der Viererkette Mario Müller als linker Verteidiger. Marin Sverko könnte diese Ordnung noch mal aufbrechen. Im defensiven Mittelfeld gehörte Kapitän Manuel Zeitz dazu, auf der Acht gilt die gleiche Situation für Fanol Perdedaj. Auf der rechten Außenbahn ist in Nicklas Shipnoski ein Neuzugang Teil dieser acht Spieler und im Angriff führt so oder so kein Weg an Sebastian Jacob vorbei. Umkämpft ist die zweite Position im zentralen Mittelfeld und auf dem linken Flügel. Dazu kann man vielleicht auch die rechte Abwehrseite zählen. Hier hatte in den letzten beiden Tests Sebastian Bösel die Möglichkeit bekommen, mit Tobias Jänicke oder Jayson Breitenbach stehen Alternativen parat. Im linken Mittelfeld fehlt der klare Stammspieler. Eventuell läuft es wie gegen Hesperange auf Minos Gouras heraus, möglicherweise hofft man auch auf Maurice Deville. Zentral sind Timm Golley, Kianz Froese und Maurice Deville erwartbare Optionen, in den letzten beiden Tests hat man hier mit Tobias Jänicke gespielt. Auf diesen beiden Positionen sucht man definitiv noch nach der Idealbesetzung, zumal Markus Mendler auch fehlt. Eine Idee wird daher sicher auch sein Maurice Deville noch mal Spielpraxis mit der Mannschaft zu verschaffen und seine Situation besser einschätzen zu können. Ein genauer Blick auf die mögliche Aufstellung zum Ligastart findet sich HIER.



Mögliche Aufstellung

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Bank

Ramon Castellucci Christopher Schorch
Marius KöhlJayson Breitenbach
Rasim BulicTimm Golley
Tobias JänickeKianz Froese
Jonas SingerJosé Vunguidica