Fazit: Die Vorbereitung

Unmittelbar vor dem ersten Saisonspiel stellt sich die Frage: Wie geht die Mannschaft in das Spiel gegen den VfB Lübeck? Ist sie gut vorbereitet oder gibt es noch größere Baustellen? Die Vorbereitung begann mit zwei charmanten Auftritten gegen den FSV Frankfurt und AS Nancy Lorraine. Das neue 4-3-3 Spielsystem hatte die Mannschaft noch nicht verinnerlicht. Lukas Kwasniok sagte zum ersten Spiel „Da ging es nur gerade aus“ und so kam ein Ergebnis zustande, das dem Klassenunterschied gerecht wurde. In Nancy zeigte sich ein anderer FCS, der bei brutalen Wetterverhältnissen einem höherklassigen Gegner Paroli bieten musste. Ein toll vorbereiteter Treffer über Bösel auf Shipnoski und Mendler stand einer sehr anfälligen Abwehr entgegen. Kurz: Noch passte das System hinten und vorne nicht.


Es waren deutliche Korrekturen angesagt und das Trainerteam nutzte die folgenden Begegnungen, um Spieler auf alternativen Positionen zu testen. Aus Sicht von Lukas Kwasniok verlief dies durchaus erfolgreich: „Nun weiß ich beipielsweise, dass ich Anthony Barylla genauso auf der linken Außenverteidigerposition einsetzen kann wie auf rechts“. Beim Test in Karlsruhe wurde Sebastian Bösel, der eigentlich für die Sechserposition geholt worden war, rechts in der Abwehr eingesetzt -und er überzeugte.


Dann folgte die Pokalwoche, die Lukas Kwasniok überhaupt nicht in den Kram passte: „Ich war nicht bereit, meine Vorbereitung zu ändern, denn das Ziel, für das ich engagiert wurde, heißt Dritte Liga, nicht Pokalsieg“. Der Oberligist FV Diefflen war quasi nach zwei Minuten abgefrühstückt, doch dann mussten die Blau-Schwarzen nach Homburg. „Wir hätten das Spiel natürlich trotzdem gerne gewonnen“ sagt Kwasniok zwei Wochen später. Aber sein Team befand sich in der 4. Vorbereitungswoche und körperlich in einem Loch. Hinzu kam, dass das 4-3-3 noch nicht saß. Das Ergebnis ist bekannt: ein verdienter 3:0 Sieg für Homburg, die samstags drauf im Elfmeterschießen an Elversberg scheiterten.


Nach ein kurzen Pause folgte ein dazwischen geschobener Test gegen die Zweitauswahl der TSG Hoffenheim, die auch Marcus Mann an seine alte Wirkungsstätte zurückführte. Der sah sein Team vor allem in der erste Halbzeit deutlich im Vorteil. Die Saarbrücker Abwehr wurde vom harten Pressing der Kraichgauer enorm unter Druck gesetzt. Zeitweise sahen die Bemühungen, sich von der Wucht der anstürmenden Hoffenheimer Angreifer zu befreien, fast hilflos aus. Doch in der zweiten Halbzeit hatten die ihren Saft verbraten und der FCS konnte die Partie durch einen Treffer von Maurice Deville ausgeglichen bestreiten.

Es folgte eine Periode, die zeigte, dass die Arbeit des Trainerteams am neuen System allmählich griff. Bei der luxemburgischen Nationalmannschaft gab es zwar keine Tore, aber eine saubere Abwehrleistung. Seine Offensivqualitäten präsentierte der FCS dann gegen das Strasser-Team des FC Swift Hesperange, dem Titelanwärter der Ehrendivision in Luxemburg, bei dem sich insbesondere Kianz Froese in den Vordergrund spielte.

In Basel, dem Europaleague-Viertelfinalisten der letzten Spielzeit, war es Tobias Jänicke, der glänzte. Die Saarländer hatten den Schweizer Topverein völlig in der Hand und hätten weit höher als 5:1 gewinnen können.

Solche Tests sind schön und gut, doch sie spiegeln nur einen Teil der Wahrheit wieder. Denn am 19. September wird ein hochmotivierter VfB Lübeck in einem mit immerhin 4000 grün-weißen Fans bestückten Stadion an der Lohmühle warten. Es wird eine hitzige Partie gegen einen Gegner, der mehr noch als der FCS als Underdog in die dritte Liga starten wird.


Die Mannschaft des 1. FC Saarbrücken wird allerdings optimal vorbereitet in dieses Spiel gehen. Das neue System sitzt. Die Mannschaft agiert variabel, stellt in der Rückwärtsbewegung auf ein 4-4-2 um und kann auch „im laufenden Betrieb auf einen zweiten Sechser oder einen zweiten Stürmer umswitchen, um eine Minute später wieder die Ursprungsformation anzunehmen. Lukas Kwasniok verfügt insbesondere in der Offensive über sehr viele Möglichkeiten. Spielt Golley, spielt Perdedaj, spielen Mendler, Deville oder Froese? Scheißegal! Die können es alle und werden alles dafür tun, dass der Saisoneinstieg ein erfolgreicher wird.

Kommentare