Pressekonferenz mit OB Conradt

Nach dem üblichen Rückblick auf die Zeit seit Oktober begann die Selbstbeweihräucherung mit einigen Zahlen die im Vergleich zur Zeit der Vorgängerin besser geworden sind. Ohne Zweifel hat man im Oktober einen absoluten Scherbenhaufen vorgefunden und hat sich der Zustand der Baustelle seit dem Amtswechsel verbessert. Der Sprung von ungenügend auf mangelhaft minus ist jedoch keine beachtliche Leistung.


Anschließend ließ der OB die minimalen Hoffnungen auf einen nun klaren Plan platzen. Man könne kein Datum der Fertigstellung des Stadions oder die Versetzung in einen spielfähigen Zustand nennen. Den angekündigten Bauplan bis Ende von KW25 (21.Juni) gab es ebenfalls nicht. Stattdessen hat man noch mal die Struktur der Baustelle betrachtet und eine personelle Entscheidung getroffen. Baudezernent Heiko Lukas wurde von der Baustelle abgezogen. Diese (längst überfälligen) Punkte wollte man in den letzten Monaten nicht gehen um "weitere Verzögerungen" zu vermeiden. Jetzt geht man diesen Weg gemeinsam mit den folgerichtigen Verzögerungen. Ein Spielbetrieb in der Baustelle im Jahr 2020 ist mit Zuschauern laut Aussage des Herrn Oberbürgermeisters nicht mehr möglich. Es war vielleicht die einzige konkrete Aussage in der Pressekonferenz und eine Bankrotterklärung. Von Beginn an hat man sich keine ambitionierten Ziele (laut Oberbürgermeister wäre die Einhaltung ein "Wunder" gewesen) bei der Baustelle gesetzt und kann mittlerweile nicht mal die defensive Zielsetzung eines Spielbetriebs mit Zuschauern im Jahr 2020 halten. Der neue starke Mann ist Herrn Martin Welker, der neue Geschäftsführer der GIU.


Oberbürgermeister Uwe Conradt kündigte in der Folge weitere "Neuerungen" an. Eine wöchentliche Bauherrenrunde, ein neuer Krisenstab sowie ein täglicher Lagebericht soll erstellt werden. Entscheidungen die schon vor Monaten und Jahren überfällig gewesen wären. Abgesehen von Herrn Lukas leisten GIU und GMS laut Aussage des Oberbürgermeisters "grandiose Arbeit". Ein Tiefschlag beim Zustand dieser Baustelle.


Ein Spielen in der Baustelle ist trotzdem das Ziel und die Aufgabe. Genaue Aussagen konnte man - wie immer - nicht treffen. Weder was die Kostensituation noch die Bausituation angeht. Einen Fertigstellungstermin zu nennen wäre (wie seit Oktober 2019) "unseriös". Die vergangenen drei Wochen wurden ebenfalls nicht dazu genutzt einen fundierten Plan zu entwickeln. Welche Voraussetzungen man benötigt um im Baubetrieb im Stadion spielen zu können sind immer noch nicht abschließend geklärt worden. Diese Voraussetzungen wollte man von Januar an klären. Abstimmungen mit Sicherheitsbehörden gab es bisher nicht. Weiter sind nicht alle Ausschreibungen vergeben oder gar ausgeschrieben worden. Auch dies sollte ursprünglich schon vor Monaten geschehen.


Kurzum: Es gab in der Vergangenheit keinen Plan und man irrt weiterhin plan- und führungslos umher. Die Baustelle bleibt ein absolutes Desaster. Der Oberbürgermeister ist mit seiner Strategie seit Oktober krachend gescheitert und hat bis dato wenig mehr als Phrasendrescherei betreiben. Weiter werden die Fehler der Vergangenheit und der Vorgänger ins Licht gestellt um vom eigenen Versagen abzulenken. Weiter werden Probleme wieder und wieder erklärt statt Lösungen zu präsentieren. Der eigenen Verantwortung entzieht sich man durch eine Salamitaktik. Eine Chefsache sieht anders aus. Interessant bleibt der Betrieb an der Baustelle. Eine Vollast existiert nur in den Köpfen der Verantwortlichen. Die Ausnahme sind medienwirksame Termine wie die Pressekonferenz am Freitag. Zufälligerweise fallen sichtbare Arbeiten stets auf solche Termine.


Der neue Plan soll nach dem Willen der Verantwortlichen bis Ende Juli erarbeitet werden. Wir wünschen Herrn Welker für diese Aufgabe das nötige Glück und Geschick. Es bleibt zu hoffen, dass Herrn Welker die nötige Kompetenz besitzt um den Hühnerhaufen der Baustelle Ludwigsparkstadion in den Griff zu bekommen und dem FCS endlich die Rückkehr in den Ludwigspark zu ermöglichen. Bis zu diesem Zeitpunkt sind keine großen Fortschritte auf der Baustelle zu erwarten. Der Zeitplan ist so breit gefächert, dass die Firmen weiterhin im Urlaubsmodus ihre Arbeit verrichten können. Die Beispiele Flutlichtmasten und Bestuhlung der Tribünen sind offenkundig. Wichtige Ausschreibungen wurden mehrmals in den Sand gesetzt. Kontrollen von Ausschreibungen gibt es vom Beginn des Projektes an nicht. Die Ausschreibungen für die Nebengebäude (Bestand) hinter der Victorstribüne laufen nun bis Anfang August. Eine erfolgreiche Vergabe vorausgesetzt sollen diese Arbeiten vom 17.August bis mindestens zum 13.November 2020 laufen. Bis zu diesem Zeitpunkt kann die berühmte, hoch komplexe Verkabelung (unter anderem für die Flutlichter) nicht erfolgen. Der Aufstieg des Vereins in die 3.Liga als Druckmittel hatte ebenso keinen Erfolg wie der Saisonverzicht der Saarland Hurricanes und der drohende FCS-Umzug nach Frankfurt.


Was aufgefallen ist, der Oberbürgermeister wirkte weit weniger entspannt als bei den Veranstaltungen zuvor. Vielleicht hat er eine Ahnung davon bekommen das die Tage, Wochen, Monate und Jahre dieser ganze Irrsinn stillschweigend hingenommen wurden vorbei sind. Wie wir schon mal schrieben, wir haben nichts mehr zu verlieren und wer hofft das der Widerstand und Gegenwind mit der Online-Petition und der Demo (Menschenkette um den Ludwigspark) zu Ende sind, der ist schief gewickelt. Wir fangen gerade erst an, die Petition und Demo sind nicht das Ende, sie sind der Anfang. Bevor jemand was in diesen Sätzen liest was da nicht steht, wir meinen mit Widerstand und Gegenwind, weder Beleidigungen oder Gewalt sondern, mit Worten, womöglich weiteren Demos und anderen kreativen Dinge für unsere Sache einstehen werden, bis wir im Ludwigspark spielen!