Vorbericht: FCS zum Auftakt zu Gast beim VfB Lübeck

Der FCS ist wieder da. 2.338 Tage nach dem feststehenden Abstieg in die Regionalliga und 2.324 Tage nach dem bisher letzten Drittligaspiel der Geschichte (der FCS verlor ein Heimspiel gegen RW Erfurt mit 0:1) bestreitet man am Wochenende endlich wieder ein Drittligaspiel. Über sechs Jahre hat der Club für die Rückkehr gekämpft, hat zwei Mal in den Aufstiegsspielen den Kürzeren gezogen und sich lange Zeit in Völklingen aufgerieben. Nun fügt sich eins ins andere. Der renovierte Ludwigspark ist endlich wieder spielfähig und steht dem Club zum ersten Heimspiel der Saison gegen Hansa Rostock wieder zur Verfügung und man ist wieder Teil der dritthöchsten deutschen Spielklasse. Zwei (scheinbar nie enden wollende) Leidenszeiten sind Historie. Bevor jedoch in der kommenden Wochen der Ball im Ludwigspark wieder rollt geht es für den FC erst mal auf Reisen. Am Samstag ist man zu Gast beim VfB Lübeck. Das Spiel gegen den Mitaufsteiger wird um 14:00 Uhr angepfiffen und im Stadion an der Lohmühle in Lübeck ausgetragen.



Livestream

Das Spiel kann live über Magenta Sport verfolgt werden. Weitere Informationen



Die Spielstätte/Zuschauer

Das Spiel wird im Stadion an der Lohmühle in Lübeck ausgetragen (Informationen zum Stadion). Der VfB darf insgesamt 1.860 Zuschauer ins Stadion lassen, Gästefans sind allerdings nicht erlaubt.



Bilanz

Eine Premiere steht an. Bisher gab es noch kein Pflichtspiel zwischen dem VfB Lübeck und dem 1.FCS.



Der Gegner: Der VfB Lübeck

Der Verein für Bewegungsspiele Lübeck von 1919 e. V. wurde 1919 als BSV Vorwärts Lübeck gegründet. Der Club besitzt rund 900 Mitglieder und die Vereinsfarben sind grün und weiß. Seit dem Ende des zweiten Weltkrieges ist man unter dem heutigen Namen aktiv. Nach dem Krieg etablierte sich Lübeck als Fahrstuhlmannschaft zwischen der ersten und zweiten Liga. Ab 1963 etablierte man sich in der neuen Regionalliga und war meistens im Mittelfeld aktiv bis man 1974 abstieg. Von 1974 bis 1993 war man zwischen der dritten und vierten Spielklasse unterwegs, erst 1995 kehrte man als Meister der Regionalliga Nord in den professionellen Fußball zurück. Zwei Jahren 2.Bundesliga folgten fünf Regionalliga und weitere zwei Jahre in der 2.Bundesliga. 2004 stieg man dort zum letzten Mal ab, obwohl man in der gleichen Saison im Halbfinale des DFB-Pokals stand. 2008 verpasste man die Qualifikation für die 3.Liga und spielte seither fast durchgängig in der 4.Liga. 2012 ging man in die Insolvenz und spielte daher 2013/14 auch ein Jahr in der fünftklassigen Oberliga. Nach dem Wiederaufstieg hat man den Verein immer weiter auf stabile Füße gestellt und sich in der Regionalliga Nord vorne etabliert. 2018/19 war man mit 74 Punkte der bester Vizemeister seit der Regionalliga-Reform 2012. Meister Wolfsburg II war minimal besser. In der Saison 2019/20 war es erneut der Zweikampf mit Wolfsburg. Bei Saisonabbruch war Lübeck mit 61 Punkten Spitzenreiter, Wolfsburg lag fünf Zähler (mit einem Spiel weniger) dahinter. Die Aufstieg muss am 22.Juni noch formal vom Verband beschlossen werden, dies ist jedoch nur eine Formsache. Zum ersten Mal seit 2008 spielt der VfB wieder in einer dritten Spielklasse und ist ein Neuling in der eingleisigen 3.Liga. Das klare Ziel in dieser Saison ist der Klassenerhalt. Dafür hat man einen Etat von rund 4,5 Millionen Euro auf die Beine gestellt. Verantwortlich für die sportliche Seite in Lübeck ist Rolf Landerl. Der 44-Jährige Österreicher ist mittlerweile seit Beginn der Saison 2016/17 in Lübeck aktiv und hat die Mannschaft zu einer absoluten Spitzenmannschaft der Regionalliga Nord geführt. Zuvor war er einige Jahre Trainer in seiner Heimat.



Transferaktivitäten

Zwölf Spieler hat Lübeck im Sommer abgegeben. Man hat vor allem in der zweiten Reihe aufgeräumt und konnte die Aufstiegsmannschaft zusammenhalten. Torhüter Malta Schuchard war die Nummer 2/3, in der Innenverteidigung kam Hendrik Bombeck nur zu zwei Kurzeinsätzen. Zwei weitere Innenverteidiger mussten gehen. Kapitän Daniel Halke (33) bekam als Halbprofi keinen neuen Vertrag mehr und Dongsu Kim ging nach Japan zurück. Sie kämpften meist um den dritten Platz in der Dreierkette. Im zentralen Mittelfeld waren die Abgänge der Reservespieler Corvin Bock und Zeki Erkilinc gewollt. Dennis Hoins war dagegen eigentlich Stammspieler und Leistungsträger, beendete seine Karriere im Sommer jedoch aufgrund von Depressionen. Auf den Flügeln ging Kresimir Matovina, der Kroate hatte verletzungsbedingt nicht sein bestes Jahr. In der Offensive spielten die Abgänge Lucas Will und Miguel Fernandez keine wirkliche Rolle, Fabio Parduhn war regelmäßig der Joker. Mehr als schmerzhaft ist dagegen der Verlust von Allrounder Ahmet Arslan. Der 26-Jährige war die zentrale Figur in Lübeck und spielte zuvor im offensiven Mittelfeld als auch im Sturm. Letzte Saison gelangen ihm 16 Saisontore und hatte auch im Jahr zuvor über 20 Scorerpunkte. Arslan wechselte zu Rivale Kiel in die 2.Bundesliga.


Als neuen jungen Torwart hat man Michael Luyambula aus England verpflichtet. Für die Defensive kam zudem in Nico Rieble noch ein drittligaerfahrener Innenverteidiger aus Rostock. Rieble kann auch außen verteidigen. Mirko Boland kehrt aus Australien zurück nach Deutschland, der ehemalige Spieler von Eintracht Braunschweig ist im defensiven Mittelfeld zuhause und soll wie Osarenren Okungbowa die Qualität der Mannschaft erhöhen. Er kam aus Österreichs zweiter Liga. Der dritte neue zentrale Mittelfeldspieler ist Dren Feka, dazu kam mit Deters noch ein zentraler Spieler vom LSK Hansa. Er ist jedoch eher in der offensiven Rolle zu sehen. Er hat schon 3.Liga gespielt, vor allem aber in der Regionalliga Nord überzeugen können. Für die Flügel kam in Tim Kircher ebenfalls ein drittligaerfahrener Spieler aus Jena. Zuletzt legte man noch mit Sebastian Hertner (29) vom SV Darmstadt 98 nach. Auch er ist ein Außenbahnspieler. Im Angriff hat man Elsamed Ramaj (24) - im Winter von Hansa Rostock ausgeliehen - fest verpflichtet. Er kam in der kurzen Rückrunde in allen vier Spielen zum Einsatz. Nachwuchsspieler Jamie Shalom wurde aus der eigenen Jugend hochgezogen. Im Angriff sieht man ebenfalls Martin Röser. Er kam aus der zweiten Liga und soll den Abgang von Arslan kompensieren.



Die Vorbereitung

Die Lübecker hatten keine leichte Vorbereitung. Man hat sehr früh (als erster Drittligist überhaupt) begonnen und erst mal einige Zeit keine Testspiele absolviert. Anfang August gab es den ersten Test gegen Lüneburg, beim Regionalligisten siegte man mit 5:0. Eine Woche später gab es bei einem Verbandsligisten einen 3:1-Erfolg. Die Aufstiegseuphorie wurde dann im Finale des Landespokals gedämpft. Gegen Oberligist Todesfelde unterlag man überraschend mit 2:3 und verpasste den Einzug in den DFB-Pokal. In weiteren Testspielen besiegte man den Regionalligisten Heider SV mit 5:1, den Zweitligisten SC Paderborn mit 3:2 und gewann am letzten Sonntag im Landespokal gegen Oberligist Eichede locker mit 3:0. Gegen Paderborn spielte man vor allem gegen den zweiten Anzug. Man hatte eigentlich viel mehr Testspiele gegen höherklassige Teams geplant, diese Tests mussten jedoch alle kurzfristig abgesagt werden. Mal hatte der Gegner einen Corona-Verdacht, mal zu große personelle Probleme.


Aufstellung gegen den SV Eichede

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