Vorbericht: FCS empfängt Hansa Rostock im Ludwigspark

Die sehnsüchtig erwartete Rückkehr in den Ludwigspark überschattet dieser Tage vieles, doch nach dem Unentschieden zum Auftakt beim Mitaufsteiger VfB Lübeck steht auch der sportliche Part im Zentrum des Geschehens und der FCS peilt den ersten Sieg nach dem Wiederaufstieg an. Dabei hat man einen schweren und attraktiven Gegner vor der Brust. Der FC Hansa Rostock gibt seine Visitenkarte in Saarbrücken ab, ist der erste Gegner im neuen Ludwigspark und der erste Heimgegner nach der Rückkehr in die dritte Liga. Anstoß im Park ist am Samstag, 26.September 2020 um 14:00 Uhr. Der Schiedsrichter der Partie wird - wie in Corona-Zeiten üblich - erst am Spieltag bekannt gegeben.







TV/Livestream

Sowohl der SR (ab 13:45 Uhr) als auch der NDR übertragen das Spiel live. Da der NDR erst um 14:00 Uhr auf Sendung geht ist mit einem Anpfiff um 14:03 Uhr zu rechnen. Das Spiel kann zudem live über Magenta Sport verfolgt werden. Weitere Informationen.



Die Spielstätte/Zuschauer

Der FCS ist zurück im Park. Unter diesem Motto läuft das erste Heimspiel der Saison 2020/21. Nach über viereinhalb Jahren im Exil darf endlich wieder im Park gekickt werden, wenn auch mit Einschränkungen und vor lediglich 900 Zuschauer. Das Stadion ist natürlich ausverkauft, Gästefans aus Rostock sind leider nicht erlaubt. Wir haben einige Dinge rund um den neuen Ludwigspark zusammengefasst, weitere Informationen rund um das Stadion findet ihr in unserer Rubrik zum Ludwigspark.



Bilanz

Sechs Spielzeiten und insgesamt zwölf Pflichtspiele haben die Malstätter und die Kogge gemeinsam. Die Bilanz spricht mit sechs Siegen klar für Hansa, der FCS konnte drei Begegnungen gewinnen. In den Heimspielen ist die Bilanz positiv: Man konnte drei Siege verbuchen, dazu kommen zwei Unentschieden und eine Niederlage. 2005 verlor man in der 2.Bundesliga mit 1:2. Im Zeitraum von 2010 bis 2014 gab es regelmäßige Duelle mit Hansa. Im Oktober 2010 verlor man mit 1:2 in Rostock, für den FCS traf Özbek zur zwischenzeitlichen Führung. Im Rückspiel bezwang man die Rostocker mit 3:0. Vor 8.000 Zuschauern traf Manuel Stiefler, außerdem war Markus Fuchs doppelt erfolgreich. Mit diesem Sieg verzögerte man den Aufstieg von Hansa um einige Tage. Nach ihrer Rückkehr in der Saison 2012/13 verlor man im Ostseestadion mit 0:2, im Rückspiel gab es vor 4.600 Zuschauern ein Unentschieden. Marcel Ziemer brachte den FCS in Front (51.), Manfred Starke glich für Rostock nach 70 Minuten aus. Die letzten Vergleiche gab es in der Saison 2013/14. Im Hinspiel in Rostock erkämpfte sich der FCS ein torloses Remis, im Rückspiel besorgten Patrick Schmidt und Raffael Korte einen 2:0-Heimsieg. Es war der bisher vorletzte Sieg in der 3.Liga.




Der Gegner: FC Hansa Rostock

Der FC Hansa Rostock gehört ohne Zweifel zu den größten Traditionsvereinen in der 3.Liga. Man hat rund 14.000 Mitglieder und in normalen Spielzeiten pendelt sich auch der Zuschauerschnitt im Ostseestadion in dieser Größenordnung ein. Die Gründung des FC Hansa wird auf den 28.Dezember 1965 datiert, an diesem Tag löste sich der Club offiziell von Empor Rostock und wurde zu einem reinem Fußballclub. Empor Rostock wurde bereits 1954 als typischer Sportclub der DDR gegründet und war bis 1965 durchaus erfolgreich. Gleich vier Mal wurde man Vizemeister der DDR-Oberliga. Auch nach der Abspaltung war man ein etablierter Erstligist, rutschte aber ins Mittelfeld (mit dem ein oder anderen Ausflug in die 2.Liga) ab. Erst in der letzten DDR-Saison gelang dem Club die erste Meisterschaft und zugleich die Qualifikation für die Bundesliga. Wie alle Clubs aus der DDR geriet Hansa nach der Wende jedoch in ernste Probleme und stieg bereits in der ersten Saison als Tabellenletzter ab. Der erhoffte direkte Wiederaufstieg blieb aus, erst 1995 gelang die Rückkehr in die Bundesliga. In der Bundesliga konnte man sich zehn Jahre halten und gehört damit zu den erfolgreichsten Clubs aus der ehemaligen DDR. Nach zwei Jahren in der 2.Liga kehrte man 2007 noch mal für eine Saison in die Bundesliga zurück, in der Folge rutschte man jedoch weiter ab. 2010 verlor man die Relegation gegen Ingolstadt und stieg gar in die Drittklassigkeit ab. Der "Betriebsunfall" konnte mit dem direkten Aufstieg korrigiert werden, doch 2012 stieg man als Tabellenletzter wieder ab und vom diesem Schlag konnte sich Hansa seither nicht mehr erholen. In der Saison 2020/21 geht man schon in die neunte Drittligasaison in Folge. Der Wiederaufstieg ist zwar generell das erklärte Ziel der Hanseaten, wurde allerdings nicht offen als Saisonziel formuliert. Über Jahre spielte man nur im Mittelfeld der 3.Liga und stand 2015 kurz vor dem Absturz in die 4.Liga. 2017/18 und 2018/19 landete man auf dem sechsten Platz. In der Saison 2019/20 gab es für Hansa ein Auf- und Ab und man war den größten Teil der Saison in Schlagweite zu den Aufstiegsplätzen. Am 33.Spieltag lag man noch auf dem Relegationsplatz, im Endspurt fehlten jedoch die Ergebnisse und der Aufstieg konnte nicht erreicht werden. Wieder einmal landete man auf dem sechsten Platz. Seit Januar 2019 ist Jens Härtel für die sportliche Seite in Rostock verantwortlich. Der 51-Jährige trainierte zuvor unter anderem den 1.FC Magdeburg über viele Jahre. Kein ehemaliger FCS-Spieler steht mehr im Aufgebot der Rostocker. Adam Straith - der Kanadier stand von 2011 bis 2013 beim FCS unter Vertrag und bestritt 38 Spiele in der 3.Liga - kehrte am heutigen Mittwoch in seine Heimat zurück. In Rostock spielt der Innenverteidiger keine Rolle mehr.




Transferaktivitäten

Rostock hat im Sommer einen ordentlichen Umbruch vorgenommen. Gleich 14 Spieler haben den Club verlassen, wobei zwei junge Spieler (Paul Wiese und Michel Ulrich) in die Regionalliga verliehen wurde. Straith wurde ausgemustert. Ansonsten wurden in Alexander Sebald (TW), Nico Rieble (IV, nach Lübeck), Tanju Öztürk (DM/Oberhausen) und Rasmus Thellufsen (LA/Leihe von Aalborg) auch Reservisten abgegeben. In Maxi Ahlschwede und Kai Bülow beendeten zwei Routiniers ihre Karriere, Stammspieler waren sie in der letzten Saison aber nur noch zeitweise. Nico Granotowski war ein halbes Jahr vom VfL Osnabrück ausgeliehen. Absoluter Stammspieler war der Mittelfeldspieler nicht, aber doch fester Teil der Mannschaft. Einen ähnlichen Stellenwert hatte in Nikolas Nartey (ZM) eine weitere Leihgabe. Er kehrte zu Sandhausen zurück. Linksaußen Aaron Opuku war von Hamburg ausgeliehen und spielte eine starke Saison (33 Einsätze). Sein Verlust schmerzt noch mehr wie der Abgang von Daniel Hanslik. Der Stürmer spielte in der Rückrunde als Leihgabe von Kiel in Rostock und gehörte oft der Mannschaft an. Leistungsträger Mirnes Pepic (zentrales Mittelfeld) lehnte das Angebot von Rostock mit dem Ziel 2.Bundesliga ab. Am Ende wechselte er zum direkten Konkurrenten vom MSV Duisburg und stellt einen Verlust dar.


Neun Neuzugänge hat Rostock bisher verpflichtet, der ein oder andere neue Spieler soll nach Möglichkeit nach folgen. Luis Klatte von Herthas U23 ist der Sebald-Ersatz als U23-Alternative im Tor. Von Zweitligist Karlsruhe konnte man Damien Roßbach verpflichten. Der 27-Jährige war über weite Strecken der Spielzeit Stammspieler in Karlsruhe und agiert in Rostock in der Innenverteidigung. Im zentralen Mittelfeld hat man sich die Dienste von Bentley Baxter Bahn gesichert. Er war zuvor Stammspieler beim Halleschen FC und soll die Lücke von Pepic schließen. Mit Björn Rother aus Magdeburg hat man einen weiteren Spieler für diese Position verpflichtet. Außerdem kam Jan Löhmannsröben von Preußen Münster. Beide Akteure sind defensiver ausgerichtet als Bahn. Die zahlreichen Abgänge im Offensivbereich wurden quantitativ ersetzt. Maurice Litka kam von Absteiger Preußen Münster, Manuel Pulido will nach einem Seuchenjahr bei Zweitligist Osnabrück wieder durchstarten und soll den Abgang von Opuku auffangen. Auf der rechten Seite hat man sich die Dienste von Luca Schulz (14 Scorerpunkt für Fürstenwalde) und Aaron Herzog von Gladbach II gesichert. Beide Spieler fallen unter die U23-Regel.



Vorbereitung und bisherige Saison

Als letztjährige Drittligist war Rostock bis in den Juli mit der alten Saison beschäftigt und hat dann nach kurzer Ruhepause die Vorbereitung auf die neue Saison aufgenommen. Nach zwei gewonnenen Testspielen - unter anderem gegen Regionalligist Berliner AK - ging es Mitte August im Landespokal zur Sache. Hansa wurde seiner Favoritenrolle gerecht und siegte im Halbfinale gegen Verbandsligist Schönberg mit 5:0 und im Finale gegen Oberligist Torgelow mit 3:0. Es folgte noch ein Test gegen Zweitligist Eintracht Braunschweig (Rostock siegte mit 1:0), ehe es eine Woche vor dem Ligastart im Pokal gegen den VfB Stuttgart ging. Rostock hielt gut mit, musste sich am Ende jedoch knapp mit 0:1 geschlagen geben. Vergangene Woche gab es zum Ligaauftakt das Heimspiel gegen den MSV Duisburg. Rostock lag zur Pause mit 0:1 hinten, drehte dann jedoch vor 7.125 Zuschauern im Ostseestadion die Begegnung. Neuzugang Löhmannsröben erzielte den Ausgleich, der eingewechselte Pascal Breier traf dann noch doppelt.



Aufstellung gegen den MSV Duisburg

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