Mit Erfolgserlebnis zurück in der Heimat

Der 1.FCS hatte am Samstag die Rückkehr in den Ludwigspark zu feiern. 1.757 nach dem letzten echten Heimspiel ging es für den FC zurück in die alte Heimat. Der FCS ist nicht mehr heimatlos und die 900 glücklichen Besucher auf der Haupttribüne (erstmalig seit 28 Jahren meldete der Ludwigspark bei einem Ligaspiel wieder offiziell ausverkauft) durften endlich wieder dort stehen und sitzen wo man am liebsten Fußball verfolgt. Es gab viele Emotionen. Ein historischer Tag für den Club. Erster Gast war Hansa Rostock, die Gäste hatten zum Auftakt gegen Duisburg mit 3:1 gewonnen. Die Gäste hatten drei Veränderungen vorgenommen: Butzen, Scherff und Breier rückten für Pulido, Litka und den verletzten Verhoek in die Mannschaft. Der FCS musste erneut auf Anthony Barylla, Boné Uaferro und Fanol Perdedaj verzichten, dafür stand Mendler wieder zur Verfügung und saß auf der Bank. Lukas Kwasniok änderte Personell auf zwei Positionen: Maurice Deville und Timm Golley rückten für Kianz Froese und Christopher Schorch in die Mannschaft. Taktisch blieb der FCS im 4-1-4-1-System. Für Schorch rückte Sverko in die Innenverteidigung, Müller kehrte auf die linke Abwehrseite zurück. Maurice Deville besetzte dafür den linken Flügel, während Golley positionsgetreu für Kianz Froese auf der Acht begann. Ansonsten blieb die Mannschaft gleich, auch Sebastian Jacob im Sturmzentrum konnte mitwirken.


Jacob stand dann auch gleich im Mittelpunkt. Er führte den Anstoß aus und verbuchte damit den ersten Ballkontakt nach der Rückkehr. 17 Sekunden später stand er dann schon an der Strafraumgrenze und gab nach einer verunglückten Klärungsaktion gegen Shipnoski den ersten Torschuss an. Kolke im Tor der Gäste parierte. Mehr Torgefahr als in 70 Minuten in Lübeck und der FCS legte gleich mit Wucht nach und drückte Hansa ganz tief. Jänicke zielte mit einer Schuss aus der zweiten Reihe knapp vorbei (2.). Zwei Minuten später setzte sich der FC wieder im Strafraum fest und nach einer Flanke von Müller köpfte Jacob aufs Tor, der Ellenbogen von Breier war im Weg. Nach kurzem Zögern gab es einen Elfmeter. Regeltechnisch ist das Ding ein klarer Strafstoß, es wird aber nicht ohne Grund so oft über die Regeln in Sachen Handspiel diskutiert. Sebastian Jacob schnappte sich den Ball und versenkte den Elfer zentral im Tor. Nach vier Minuten und 21 Sekunden ging der FCS in Führung. Jacob wird in die Geschichtsbücher als erster Torschütze im neuen Stadion eingehen, den letzten Treffer erzielte ein gewisser Felix Luz gegen Steinbach. Die Führung im Rücken beflügelte den FC nur weiter. Man hatte viel Ballbesitz, war Ballsicher und klar die bessere Mannschaft. Man kam mit viel Tempo und hatte erstmalig nach neun Minuten etwas Glück. Rostock kam über ihre linke Seite durch, in der Mitte konnte Breier den Ball nicht drücken. Ansonsten ließ der FC nichts zu und spielte weiter mit hohen Aufwand. Nach 14 Minuten kam der FCS dann auch wieder zu einer guten Chance: Golley bediente auf Rechts stark Shipnoski, dessen Hereingabe konnte der eingelaufene Deville nicht verwerten, wieder war Kolke im Weg. Kurz darauf ging ein Fernschuss von Golley knapp am Pfosten vorbei. Ein langer Ball und ein Lapsus von Zellner sorgte dann für die erste echte Torchance der Rostocker. Breier ging auf und davon, traf dann aus halbrechter Position nur die Querlatte. Da waren schon 30 Minuten gespielt. Ansonsten hatten die Gäste weiter nur wenig Fußball auf dem Schirm und fielen lediglich durch ihre robuste Spielart auf. Fünf Minuten später sorgte dann der FCS wieder für Gefahr. Man behauptete im Mittelfeld geschickt den Ball, Golley steckte durch und Jacob ging alleine auf Kolke zu. Normal eine klare Angelegenheit, doch dem Angreifer versagten dieses Mal die Nerven. So ging es mit der knappen Führung in die Pause.


Nach der Pause kamen die Gäste dann besser ins Spiel und hatten ein druckvolle Phase mit ein, zwei guten Gelegenheiten. Gerade der Abschluss von Vollmann verlangte Batz alles ab (50.). Danach beruhigte der FCS das Spiel wieder mehr, stand aber tiefer als noch in der ersten Hälfte und Rostock hatte nun viel Ballbesitz. Torchancen gab es jedoch kaum, die FCS-Defensive räumte alles aus dem Weg. Da der FCS auch nicht in Kontersituationen kam gab es nun nicht mehr viele Torchancen zu begutachten. Die nächste große Chance gab es erst nach rund 70 Minuten. Nach einem kurz ausgeführten Eckball schloss der eingewechselt Litka ab, Batz parierte den abgefälschten Ball mit Mühe. In dieser Phase ließen beim FCS auch die Kräfte nach und man bezahlte Tribut für den extrem hohen Aufwand in der ersten Hälfte. Trotzdem warf man sich mit großer Leidenschaft weiter in jeden Ball und hatte dann auch endlich wieder einen Konter. Shipnoski gewann einen Ball und zögerte dann einen Moment zu lange. Sein Abschluss wurde am Ende vom Keeper pariert. Kurz darauf wechselte Kwasniok zum ersten Mal und brachte den frischen Froese für Golley. Golley hatte einige starke Aktionen und hat insgesamt ein passables Spiel absolviert. Fünf Minuten später kam Minos Gouras für Deville und mit den beiden frischen Kräften gelang es nun auch wieder für mehr Entlastung zu sorgen und sich öfter in der Rostocker Hälfte zu bewegen. Sieben Minuten vor Schluss kam dann noch Jayson Breitenbach für den ausgepumpten Jacob. Er hat extreme viel für die Mannschaft gearbeitet und das mit nur zwei Trainingseinheiten in der Woche. Kwasniok stellte nun um auf ein 4-4-2-System mit Gouras und Shipnoski in der Spitze und hatte damit einen Konter für Rostock (mittlerweile häufig mit Dreierkette unterwegs) parat. Direkt danach gewann der FCS nach einem Rostocker Einwurf den Ball, Gouras und Jänicke kombinierten sich stark durch und am Ende legte Jänicke quer auf Shipnoski. Der Neuzugang setzte das Ding aus kurzer Distanz in die Ecke und entschied das Spiel (85.). Die Gäste von der Ostsee mühten sich auch in den verblieben neun Minuten (vier Minuten Nachspielzeit), konnten jedoch nicht mehr den Anschlusstreffer erzielen. Auf der anderen Seite hatte der FCS noch Konteransätze zum 3:0.


Unter dem Strich steht der 2:0-Heimsieg in den Büchern und dieser Erfolg ist verdient. Es ist der erste Saisonsieg und der erste Sieg in der 3.Liga seit dem 12.April 2014. Damals gewann man gegen Halle mit 3:0. In der ersten Hälfte hat der FCS eine richtig starke Leistung gezeigt. Man war von Beginn an hell wach, war voll dabei und präsent. Die logische Folge war die frühe Führung und damit gleich ein besseres Gefühl als eine Woche zuvor in Lübeck. Auch danach hat man das Spiel bestimmt, war klar die bessere Mannschaft und muss sich eigentlich nur einen Vorwurf machen. Zur Pause muss man höher führen und kann dann beruhigter in die zweite Hälfte gehen. So war es wie letzte Woche für Lübeck, irgendwann muss man dem Tempo Tribut zollen und du kannst in dieser engen Liga kein Team über 90 Minuten dominieren. Entsprechend sah die zweite Hälfte aus, aber man hat zu viele Chancen für Rostock vermieden und sich auch das Glück erarbeitet, dass nicht irgendein Ball ins Netz geht. Umso wichtiger war es irgendwann doch den entscheidenden Konter zu setzen. In der Liga sind es enge Spiele, Kleinigkeiten entscheiden und heute hat man diese Kleinigkeiten auf seine Seite gezogen. Entsprechend darf man auch vollkommen zufrieden mit dem Auftritt gegen eine routinierte Mannschaft wie Rostock sein. Hansa sieht sich natürlich im Kampf um den Aufstieg und umso höher ist der Auftritt der Mannschaft zu bewerten. Man hat Fußball gespielt, teilweise sogar richtig schönen Fußball gezeigt und man hat auch Fußball gearbeitet. Manuel Zeitz ist da zu Recht als Kopf hervor gehoben worden, was er abgeräumt hat und wie er als Kapitän vorweg ist war stark und die Krönung einer richtig starken Mannschaftsleistung. Auch ein Spieler wie Bösel hat ein extrem starkes Spiel gezeigt. Es war dem ersten Heimspiel im neuen Stadion würdig und man hat zwei Dinge gesehen: Einmal wollte auch die Mannschaft dieses erste Spiel im Park mit einem Sieg gestalten und dann macht der Heimvorteil etwas vor. Auch wenn es nur 900 Zuschauer waren, so war die Stimmung doch für den FCS und nicht wie letzte Woche für Lübeck. Es ist ein anderes Gefühl. Auch die Zuschauer hatten ihren Anteil. Es ist kein volles Stadion gewesen, es ist kein Stadion mit Stehplätzen und Fankultur in der heutigen Form gewesen. Aber die Leute vor Ort haben Gas gegeben, haben Stimmung gemacht und das besser als vorher befürchtet. Am Ende hat der FC jetzt vier Punkte aus zwei Spielen und damit einen guten Start in die 3.Liga hingelegt. Es war wichtig nach dem Spiel in Lübeck jetzt eine gute Leistung zu zeigen. Am kommenden Sonntag wartet nun der Hallesche FC im zweiten Heimspiel in Folge und der FC kann dann die nächsten Punkte in Richtung Klassenerhalt sammeln.




Spieldaten


Wettbewerb:3.Liga
Datum:Samstag, 26.September 202014:00 Uhr
Spielort:Ludwigspark
Zuschauer:900 (ausverkauftkeine Gästefans



Tore


SpielstandSpielminuteTorschütze
1:05.Sebastian Jacob (HE)
2:085.Nicklas Shipnoski


Taktik


System:4-1-4-1





Aufstellung


m




Ersatzbank

Ramon CastellucciJayson Breitenbach
Minous Gouras

Markus Mendler
Kianz FroeseChristopher Schorch
José Vunguidica



Wechsel


SpielminuteEingewechseltAusgewechselt
71.Kianz FroeseTimm Golley
76.Minos GourasMaurice Deville
83.Jayson BreitenbachSebastian Jacob



Nicht im Kader


SpielerGrund
Mergim FejzullahuNicht berücksichtigt
Teo HerrNicht berücksichtigt
Anthony BaryllaMuskelfaserriss
Fanol PerdedajWadenverletzung
Boné UaferroMeniskusverletzung
Marius KöhlNicht berücksichtigt
Jonas SingerNicht berücksichtigt
Rasim BulicNicht berücksichtigt



Nächstes Spiel


Gegner:Hallescher FC
Wettbewerb:3.Liga
Spieltermin:Sonntag, 4.Oktober14:00 Uhr
Spielort:LudwigsparkstadionSaarbrücken
Bemerkung:900 Zuschauer sind zugelassen

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