Vorbericht: Halle ist zweiter Gegner im Ludwigspark

Die sehnsüchtig erwartete Rückkehr in den Ludwigspark überschattete in den vergangenen Tagen und Wochen vieles, doch auch Sportlich kann der FCS zufrieden nach den zwei ersten Ligaspielen sein. Nach dem (doch etwas holprigen) Auftaktunentschieden bei Mitaufsteiger Lübeck gab es vergangenen Samstag den Heimsieg über Hansa Rostock. Vier Punkte sind eine gute Ausbeute. Am Sonntag spielt man wieder vor heimischer Kulisse und will die nächsten Punkte in Richtung Klassenerhalt holen. Mit dem Halleschen FC kommt dabei nicht nur erneut eine Mannschaft aus dem Osten der Republik nach Saarbrücken, sondern auch ein starker Gegner. Die Truppe ist seit vielen Jahren in der 3.Liga etabliert, hat viel Qualität und weiß wie es in der Spielklasse läuft. Anstoß im Park ist dieses Mal am Sonntag, 4.September 2020 um 14:00 Uhr. Der Schiedsrichter der Partie wird - wie in Corona-Zeiten üblich - erst am Spieltag bekannt gegeben.






Livestream


Eine Übertragung im Fernsehen gibt es nicht (die ARD darf nur Spiele am Samstag zeigen), das Spiel wird jedoch wie gewohnt durch Magenta Sport als Einzelspiel übertragen. Weitere Informationen.



Die Spielstätte/Zuschauer

Zum zweiten Mal nach der langen Abstinenz darf der FCS wieder im eigenen Stadion spielen, es gelten allerdings die gleichen Einschränkungen wie beim letzten Heimspiel gegen Rostock. So sind lediglich 900 Zuschauer auf der Haupttribüne zugelassen (das Stadion ist ausverkauft) und Gästefans aus Halle sind nicht zugelassen. Wir haben einige Dinge rund um den neuen Ludwigspark zusammengefasst, auch der Verein wird zum Ende der Woche hin wieder informieren.



Bilanz

Bisher gab es sechs Vergleiche zwischen den FCS und dem HFC. Die Bilanz spricht mit drei Siegen bei zwei Niederlagen leicht für den FCS. Bisher hatten die Heimmannschaften immer das gute Ende. Der FCS hat alle drei Heimspiele gegen Halle gewinnen können während man in Halle zwei Mal ohne Punkte nach Hause gefahren ist. Im November 2013 holte man (durch ein später Tor von Maurice Deville) den einzigen Punkt beim HFC. Das erste Heimspiel gab es 1991 in der 2.Bundesliga. Der FCS siegte vor 5.000 Zuschauern durch Tore von Akpoborie, Hach und Krätzer mit 3:0. Im November 2012 sah man sich im Park wieder, dieses Mal behielt der FC mit 5:0 gegen den damaligen Aufsteiger die Oberhand. Vor 3.500 Zuschauern erzielte Marcel Ziemer einen Hattrick, dazu trafen Marius Laux und Sven Sökler. Das letzte Duell gab es am 12.April 2014. 4.500 Zuschauer sahen einen 3:0-Erfolg durch Tore von Ziemer, Knipping und Korte.



Der Gegner: Hallescher FC

Der Hallesche Fußballclub wurde 1966 durch die Ausgliederung der Fußballsektion des SC Chemnie Halle gegründet und ist damit ein typischer Verein aus der ehemaligen DDR. In Anlehnung an den früheren Vereinsnamen spielt "Chemie" heute noch eine größere Rolle im Verein und der Fanszene. Spuren des Clubs gehen jedoch bis ins Jahr 1900 zurück und er entstammt der gleichnamigen Stadt Halle an der Saale. Der Verein besitzt rund 2.200 Mitglieder. Die Vereinsfarben sind rot und weiß. Die eigenen Heimspiele werden im Erdgas Sportpark ausgetragen. Dieses Stadion wurde im September 2011 eröffnet und bietet Platz für rund 15.000 Zuschauer. Im DDR-Sport fehlte man fast immer in der höchsten Spielklasse und war teilweise auch im internationalen Wettbewerb dabei. Nach der Wende begann man in der 2.Bundesliga, stieg jedoch in der ersten Saison ab. Nachdem der direkte Wiederaufstieg verpasste wurde begann ein Niedergang bis in die Verbandsliga. Von 2000 bis 2008 war man in der Oberliga Nordost aktiv und qualifizierte sich dann für die neue Regionalliga Nord. 2012 gelang der Sprung in die 3.Liga und in dieser Spielklasse hält man sich bis heute. Fast immer beendete man die Saison im Mittelfeld, 2018/19 wurde man Vierter und verpasste den Aufstieg nur knapp. 2019/20 hatte man zwar ähnliche Ambitionen und spielte auch starke erste 17 Begegnungen mit 31 Punkten und Platz 2, anschließend folgte jedoch ein rapider Abfall. Es folgten 14 Spiele ohne Sieg und nach dem 1:5 in Zwickau schien der Abstieg fast besiegelt. Ein Trainerwechsel löste die Blockade und in den letzten acht Saisonspielen verlor man nur einmal. Am vorletzten Spieltag sicherte man sich den Klassenverbleib und beendete die Spielzeit schließlich auf Platz 15. In dieser Saison soll es nun wieder ruhiger werden. Verantwortlicher Trainer ist seit Juni 2020 Florian Schnorrenberg. Er führte die Mannschaft zum Klassenerhalt und soll nun die nächsten Schritte gehen.



Transferaktivitäten

Die schwierige letzte Saison hat ihre Spuren hinterlassen und man hat einen Umbruch vollzogen. Elf Spieler haben den Club im Sommer verlassen. Keine Rolle spielte Rechtsverteidiger Erik Henschel. Angreifer Matthias Fetsch (19 Einsätze, nur vier Spiele von Beginn an) wurde aussortiert und wechselte zu Kickers Offenbach. Felix Drinkuth (Leihe/nun Zwickau) und Mario Hilßner (Leihe/Nun Coventy) waren fester Bestandteil auf dem Flügel, jedoch keine durchgängigen Stammspieler. Leihe Florian Hansch hatte sich im zweiten Halbjahr als Rechtsverteidiger festgespielt und ging zurück zu Sandhausen.Mittelfeldspieler Jan Washausen wurde im Laufe der Saison mehr und mehr aus der Mannschaft gedrängt, im Sommer trennten sich die Wege. Patrick Göbel war lange Stammspieler, spielte im zweiten Halbjahr jedoch verletzungsbedingt keine Rolle mehr und hat den Club im Sommer ebenso verlassen wie Björn Jopek. Auch der Mittelfeldspieler war zuvor lange Verletzt gewesen. Mit Innenverteidiger & Kapitän Sebastian Mai sowie Angreifer Pascal Sohm (12 Saisontore) hat man zwei Eckpfeiler der letzten Saison verloren. Beide Spieler wechselten zu Dynamo Dresden. In Bentley Baxter Bahn ging ein weiterer Stammspieler zu Hansa Rostock.


Im Umkehrschluss hat man neun Spieler verpflichtet. Im Tor hat man Sven Müller vom Karlsruher SC verpflichtet. Der 24-Jährige soll den Konkurrenzkampf im Tor erhöhen. Sebastian Mai soll in der Innenverteidigung durch Sören Reddemann ersetzt werden. Er kam von Absteiger Chemnitz und ist ein etablierter Drittligaverteidiger, für die Außenbahn hat man Fabian Menig von Admira Wacker (Österreich) zurück nach Österreich geholt. Beide Positionen spielt Lukas Boeder. Er war zuvor bei Duisburg Stammspieler und ist ein starker Transfer. Auch im zentralen Mittelfeld hat man mit Neuverpflichtung Marcel Titsch Rivero hochwertig nachgelegt um den Abgang von Bahn zu kompensieren. Von Union Berlin wurde zudem der 18-Jährige Laurenz Dehl für das offensive Mittelfeld ausgeliehen. Sieben neue Spieler sind da. Sören Reddemann ist ein drittligaerfahrener Innenverteidiger und war zuletzt Stammspieler beim Chemnitzer FC. Er ist ein Ersatz für Mai. Ein zweiter möglicher Ersatz ist Lukas Boeder (23). Er war in der vergangenen Saison Stammspieler beim MSV Duisburg. In Fabian Menig (zuletzt in Österreich aktiv) hat man dazu einen drittligaerfahrenen Rechtsverteidiger verpflichten können. Für das zentrale Mittelfeld kam der erfahrene Marcel Titsch Rivero von Zweitligaabsteiger SV Wehen Wiesbaden. Julian Derstroff und Selim Gündüz fangen den Aderlass auf den Flügeln auf. Derstroff konnte sich in Regensburg und der 2.Liga nicht durchsetzen, in der 3.Liga hat es dies jedoch bereits unter Beweis gestellt. Gündüz ist ebenfalls zweitligaerfahren, kam letzte Saison in Uerdingen jedoch nie wirklich an und kam nur auf zehn Einsätze. Von Union Berlin wurde zudem der 18-Jährige Laurenz Dehl ausgeliehen. Die Abgänge auf den Außenbahnen hat man vordergründig mit Selim Gündüz und Julian Derstroff neu besetzt. Gündüz ist zweitligaerfahren, hatte zuletzt jedoch ein schweres Jahr in Düsseldorf. Derstroff kam von Zweitligist Regensburg nach Halle. Angreifer Michael Eberwein (24) spielte bei Holstein Kiel keine Rolle und will nun beim HFC wieder durchstarten.



Bisherige Saison

Halle war einer der Drittligisten die nicht mehr im Landespokal 2019/20 vertreten waren und konnte sich daher ohne Ablenkung auf die neue Saison vorbereiten. Die Vorbereitung verlief ordentlich, unter anderem mit Siegen gegen die U23 von Hannover 96 (2:1) und gegen HB Köge aus Dänemark (3:1). Die Generalprobe gegen Zweitligist Braunschweig verlor man im eigenen Stadion mit 1:3. Der Auftakt in die Liga verlief dann perfekt. Zum Auftakt ging es im Derby zu Magdeburg und der HFC konnte sich vollkommen verdient mit 2:0 durchsetzen. Ein Eigentor und ein Treffer von Neuzugang Derstroff sorgten für die beiden Treffer vor 5.200 Zuschauern. Im Heimauftakt gegen Ingolstadt gab es dafür einen ersten Rückschlag und Halle unterlag vor rund 2.500 Zuschauern mit 0:2. Nach zwei Spieltagen hat man demnach drei Punkte auf dem Konto und man belegt damit den elften Platz in der Tabelle. Aussagekräftig ist diese Tabelle aber eh noch nicht.



Aufstellung gegen den FC Ingolstadt


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