FCS springt nach Gala-Vorstellung an die Tabellenspitze

Am dritten Spieltag empfing der FCS den Halleschen FC im Ludwigspark. Es war das zweite Heimspiel in Serie, das zweite Heimspiel nach der Rückkehr in den Park und das erste Sonntagsspiel für den FC in dieser Saison. Wie schon in der Vorwoche gegen Rostock waren 900 Zuschauer zugelassen und die Haupttribüne offiziell ausverkauft. Die Gäste kamen mit drei Punkten (Sieg in Magdeburg, Niederlage gegen Ingolstadt) in den Park und sollten als etablierter Drittligist den nächsten Prüfstein für die Blau-Schwarzen abgeben. Im Vergleich zur Niederlage gegen Ingolstadt änderte sich beim HFC nur eine Personalie. Julian Derstroff war wieder fit und rückte auf die linke Außenbahn, für ihn saß Guttau lediglich auf der Reservebank. Urgestein Toni Lindenhahn fehlte erneut verletzungsbedingt. In Marcel Titsch-Revero und Terrency Boyd standen auch zwei hochgejubelte Spieler beim HFC in der Startelf. Der FCS ging mit einigen personellen Problemen ins Spiel. Minos Gouras verletzte sich im Abschlusstraining schwer und fehlt nun Wochen und Monate. Auch Sebastian Bösel (Oberschenkelprobleme) wurde nicht rechtzeitig fit/der FCS ging kein Risiko ein. Außerdem fehlten Uaferro, Perdedaj und Breitenbach (erkältet). Der FCS agierte fast mit der gleichen Mannschaft wie in der Vorwoche gegen Hansa Rostock. Lediglich Anthony Barylla feierte nach überstandener Verletzung sein Comeback und stand zum ersten Mal in dieser Saison in der Mannschaft. Er spielte statt Bösel auf der rechten Abwehrseite. Die Viererkette komplettierten Linksverteidiger Mario Müller sowie die Innenverteidigung Marin Sverko und Steven Zellner. Manuel Zeitz spielte wieder auf der Sechs und wurde flankiert von Tobias Jänicke und Timm Golley auf der Acht. Über den rechten Flügel kam wieder Shipnoski, über die linke Seite wieder Maurice Deville und Sebastian Jacob nahm die gewohnte Position im Sturmzentrum ein. Erstmalig in dieser Saison standen Jonas Singer und Rasim Bulic im Aufgebot beim FC.


Wie schon gegen Rostock erwischte der FCS einen absoluten Traumstart. Von der ersten Sekunde an war man extrem aggressiv, extrem offensiv und brachte nach 15 Sekunden den ersten Ball in den Strafraum. Halle wurde an den eigenen Strafraum gepresst und selbst im eigenen Strafraum wurde mit Vollgas gepresst. Nach zwei Minuten eroberte sich Jacob im Strafraum den Ball, legt quer und Deville trifft aus 15 Metern in die Ecke! Erneut die sehr frühe Führung für die Blauschwarzen. Das Spiel lief auch in der Folge nur in eine Richtung. Nach fünf Minuten ging Shipnoski nach Zuspiel von Jacob durch die Abwehr, scheiterte freistehend vor dem Keeper. Das muss das 2:0 sein. Zwei Minuten später zwang erst Jänicke den HFC-Keeper zu einer guten Parade, auch der Jacob-Kopfball im Anschluss an eine weitere Flanke ging auf den Keeper. Lässt Jacob durch hat der ebenfalls frei Deville wohl keine Mühe das Ding zu versenken. Auch in der Folge begeisterte der FCS die 900 Zuschauer im Park mit Tempofußball und jagte jedem einzelnen Ball hinterher. Die Zahl der Torchancen nahm in der Folge ab, der FCS bestimmte jedoch klar das Spiel und Halle kam überhaupt nicht in die Begegnung. Die Molschder drückten, kämpften, spielten und gewannen fast alle zweite Bälle. Man musste sich nur einen Vorwurf gefallen lassen: Statt zwei oder drei Tore hatte man in der Anfangsphase nur einen Treffer erzielt. Nach 27 Minuten belohnte man sich endlich für den starken Auftritt. Wieder einmal kam der FCS über die starke linke Seite, die Flanke auf den Zweiten Pfosten legte Barylla quer und Shipnoski traf im Gewühl zum 2:0. Starke Aktion des Neuzugangs und hochverdient! Mit dem 2:0 im Rücken nahm der FCS nun einen Gang raus, stand etwas tiefer und holte tief Luft nach stürmischen 30 Minuten. Dadurch kamen die Gäste zu mehr Ballbesitz und auch mal über längere Phasen in die FCS-Hälfte. Die nächste Chancen hatte jedoch wieder der FCS. Golley schoss vorbei, Jänickes Abschluss wurde pariert. Nach 35 Minuten gab es den ersten Torschuss der Gäste: Boyd legte ab, Derstroff prüfte mit seinem Volley Batz. Der Keeper hatte keine Mühe. Spoiler: Es war die beste Chance des HFCs im gesamten Spiel. Ansonsten fielen die Gäste lediglich durch Foulspiele und eine äußerst kreative Freistoßvariante auf: Titsch Rivero verzögerte die Ausführung doppelt und sah dafür den gelben Karton. Die FCS-Defensive um das Bollwerk Zellner und Sverko stand ansonsten bombensicher und ließ nichts zu. Kurz vor der Pause düpierte Jänicke an der Strafraumkante noch mal Boeder, seinen Abschluss fischte Eisele stark aus der Ecke. Der Keeper war der mit Abstand beste Spieler der Gäste. So ging es mit dem sehr schmeichelhaften 2:0 (aus Sicht der Gäste) in die Pause.


Der HFC wechselte dort doppelt, brachte die jungen Guttau und Dehl für Eberwein und Mast ins Spiel. Lukas Kwasniok hatte keinen Grund zu wechseln und ließ seine Elf weiterspielen. Der FCS spielte nun wie in den 15 Minuten vor der Pause eher kontrolliert denn überfallartig und ließ Halle weiterhin Ballbesitz haben. Die Gäste konnten nichts damit anfangen und bissen sich in der FCS-Defensive fest. Für Torgefahr sorgte auch weiter nur der FC. Nach 53 Minuten setzte man sich einmal mehr über die starke linke Seite durch, Jacob kam im Zentrum an den Ball und schloss stark ab. Sein Schuss traf jedoch nur den Pfosten. Sieben Zeigerumdrehungen später war es dann Zeit für die Entscheidung. Der FC bekam in der eigenen Hälfte einen Freistoß zugesprochen. Der lange Ball ging über die komplette Defensive der Gäste, der durchgestartete Deville legte den Ball am Keeper der Gäste vorbei ins Tor. Aus FCS-Sicht wurden hier Erinnerungen wach an ein Gegentor in Chemnitz (1:4-Niederlage) vor vielen Jahren in der 3.Liga. Beim FCS kam in der Folge Kianz Froese für den starken Timm Golley ins Spiel. Golley scheint die Spielweise in der 3.Liga deutlich besser zu liegen als noch in der Regionalliga. Lust auf Fußball hatte der FC auch weiterhin. Der FC bediente mit einem Bilderbuch-Angriff Deville, er traf jedoch den Pfosten. Mendler feierte nach 68 Minuten sein Comeback nach Verletzung und wurde für Shipnoski eingewechselt. Der Neuzugang stand - trotz guter Leistung - dieses Mal etwas im Schatten der linken Seite. Mendler war keine zwei Minuten auf dem Feld als er nach Zuspiel von Jacob frei vor dem Tor auftauchte und das 4:0 erzielte (70.). Damit war nun auch der letzte Wille der Gäste gebrochen und der FCS machte in der Folge nicht mehr mehr als nötig. Man ließ den Ball in den eigenen Reihen laufen, gestaltete das Tempo übersichtlich und hatte trotzdem Chancen auf mehr Tore. Beim FCS kam noch Vungudica für Deville ins Spiel. Jacob erzielte noch einen Treffer aus Abseitsposition, Mendler scheiterte um einen Schritt am 5:0. Ansonsten war man gnädig mit den Gästen und pünktlich pfiff der Schiedsrichter das Spiel ab.


Unerwartet deutlich schlug der FCS die Gäste aus Halle. Der Erfolg ist jedoch hochverdient und die Gäste mit dem Ergebnis noch gut bedient. Auch zwei oder drei zusätzliche Tore für den FC wären noch in Ordnung gewesen. Mit Blick auf die eigenen Chancen trifft man noch zwei Mal die Latte, dazu die Dinger von Shipnoski, Jänicke oder Mendler. Es war ein beeindruckend dominanter Auftritt und man hat sich das Spiel in Phasen unterteilt und auch mal etwas defensiver agiert. Die Spielkontrolle lag jedoch trotzdem beim FC. Gerade die ersten halbe Stunde war jedoch ein Feuerwerk an "Ball und Gegner jagen" und man muss früh höher führen. Wie schon gegen Rostock hilft auch die frühe Führung, gibt gleich Rückenwind. Man hat den Gästen aber von der ersten Seite mit dem eigenen Spielstil den Schneid abgekauft und sie sichtlich beeindruckt. Ähnlich (eigentlich sogar noch besser) als man es gegen Rostock getan hat. Dazu kommt der Zug zum Tor und auch die Arbeit gegen den Ball. Man hat nicht nur gut nach vorne gespielt, sondern auch extrem stark nach hinten. Im Thema Gegenpressing, aber auch wenn man mal den Ball nicht unmittelbar wieder erobertn konnte. Man hatte nie das Gefühl das Halle für Gefahr sorgen könnte oder kurz vor einem Tor steht. Boyd als Angreifer der Gäste wurde von Sverko und Müller komplett abgemeldet. Ein Derstroff oder Tisch-Rivero wurden von ihren Gegenspielern kalt gespielt. Man darf bei den Molschdern hochzufrieden mit der Leistung sein und die Belohnung für zwei starke Heimspiele ist die Tabellenführung als Momentaufnahme. Wichtiger sind jedoch die sieben Punkte und der gute Start. Jeder Punkt für den Klassenerhalt ist ein guter Punkt und je früher man ordentlich Zähler sammelt umso besser. Mit dem Auftreten wie in den letzten beiden Begegnungen muss man sich in der Liga definitiv nicht verstecken und es kann jedem anderen Team schwer machen. Am Besten wieder am Freitag, dann geht es zum MSV Duisburg.




Spieldaten


Wettbewerb:3.Liga

Datum:Sonntag, 3.Oktober14:00 Uhr
Spielort:Ludwigspark
Zuschauer:900 (ausverkauftkeine Gästefans



Tore


SpielstandSpielminuteTorschütze
1:002.Maurice Deville
2:027.Nicklas Shipnoski
3:060.Maurice Deville
4:070.Markus Mendler


Taktik


System:4-1-4-1





Aufstellung


m



Ersatzbank

Ramon CastellucciRasim Bulic
Jonas SingerMarkus Mendler
Kianz FroeseChristopher Schorch
José Vunguidica



Wechsel


SpielminuteEingewechseltAusgewechselt
65.Kianz FroeseTimm Golley
68.Markus MendlerNicklas Shipnoski
76.José VunguidicaMaurice Deville



Nicht im Kader


SpielerGrund
Mergim FejzullahuNicht berücksichtigt
Teo HerrNicht berücksichtigt
Minos GourasSchulterverletzung
Fanol PerdedajWadenverletzung
Boné UaferroMeniskusverletzung
Marius KöhlNicht berücksichtigt
Sebastian BöselOberschenkelprobleme
Jayson BreitenbachErkältung



Nächstes Spiel


Gegner:MSV Duisburg

Wettbewerb:3.Liga

Spieltermin:Freitag, 9.Oktober19:00 Uhr
Spielort:MSV-ArenaDuisburg
Bemerkung:Rund 6.000 Zuschauer sind zugelassenKeine Gästefans

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