Fazit: Saisonstart in der 3.Liga

Nach dem ersten Spiel in Lübeck haben schon einige die Ohren hängen lassen. Erst die Einwechselung von Neuzugang Minos Gouras hatte den träge agierenden FCS aufleben lassen, so dass am Ende noch ein Unentschieden an der Ostsee heraussprang. Den Start in Liga 3 beim vermeintlich schwächsten Team hatten sich wohl alle anders vorgestellt.


Umso erstaunlicher, was danach passierte: Lukas Kwasniok und sein Team lieferten eine Serie von vier Siegen. Was war geschehen?


Schon zum Ende der Vorbereitung wurde deutlich, dass die Mannschaft, die zeitweise wirkte, als würde sie die Aufgabenstellung des Trainerteams überfordern, mehr und mehr umsetzte, was vorgegeben wurde. Das offensive 4-3-3 entspricht dabei nicht nur den Vorstellungen des Trainers: „Ich habe mir das System ausgesucht, das zu den Spielertypen passt, die ich in der Mannschaft habe“ erklärte „Lucky“ kurz vor dem Saisonstart im saarnews-Interview. Es hat also nichts damit zu tun, dass dies auch von Pep Guardiola bevorzugt wird...

Und in der Tat: mit dem 4-3-3 können die vielen begabten Offensivkräfte, die der FCS in seinen Reihen zählt, auf mehr Einsatzzeiten hoffen. Das hat sich bis zum Spiel gegen den SC Verl bestätigt: Bis auf Jonas Singer wurden alle Offensivspieler des FCS bereits im Ligabetrieb eingesetzt. Insgesamt durften übrigens bereits 21 Spieler zum Erfolg des Teams beitragen. Lukas Kwasniok setzt also genau das um, was er angekündigt hat: „Jeder Spieler wird gebraucht“.


Dennoch gibt es Gewinner und Verlierer im Kader: Christopher Schorch, konnte sich beispielsweise nur über einen Einsatz im ersten Spiel freuen. Auch Neuzugang Jonas Singer dürfte sich mehr erhofft haben. Das gilt sicherlich nicht für Marius Köhl, Mergim Fejzullahu und Téo Herr. Sie wussten schon früh, dass es schwierig werden wird, im Ligabetrieb mitwirken zu können. Die Chance dazu besitzen sie aber nach wie vor.


Fast noch spektakulärer als die Erfolge der Mannschaft gegen Größen wie 1860 München oder Hansa Rostock war jedoch die Tatsache, dass endlich wieder im Ludwigsparkstadion gespielt werden konnte. Das erste Spiel gegen die „Kogge“ mit dem ersten Treffer des Saarländers Sebastian Jacob – das ist bereits jetzt Geschichte. Die Rückkehr löste eine regelrechte Beseeltheit bei den Anhängern aus. Immer wieder las und hörte man: Das war ein guter Tag. Und ja, das war es. Die Rückkehr ins Stadion ist für viele, die es miterleben durften, etwas ganz Besonders, in jedem Spiel.


Nun steht am Ende unserer – sicherlich mutwillig gesetzten – Startphase die Niederlage gegen den SC Verl. Sie wäre vermeidbar gewesen, denn einerseits basierten die Gegentore auf Fehlern, die wirklich nicht zum Standardrepertoire der normalerweise sehr stabilen FCS-Abwehr gehören. Andererseits ergaben sich viele Möglichkeiten, das Spiel zu drehen.


Aber auch das müssen wir Fans lernen: Der FCS wird nicht jedes Spiel gewinnen können, so wie es fast zwangsläufig in der Regionalliga zur Tagesordnung gehörte. Jedes Spiel ist ein Fight. Die Begegnungen gegen Unterhaching und 1860, aber auch gegen Verl hätten anders ausgehen können. Das wird sich auch in den nächsten Wochen und Monaten nicht ändern. Aber genau dieses enge Gefüge macht jeden Spieltag interessant und spannend. Und es ist einfach schön zu sehen, dass der FCS richtig mitmischen kann. Er kann auch den „Großen“ Paroli bieten. „Wir sollten diese Liga genießen“ sagte Lukas Kwasniok vor der Saison. Lukas, wir sind schon voll dabei!

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