Festung Ludwigspark: FCS ringt auch Unterhaching nieder

Zum dritten Heimspiel in Serie empfing der FCS - nach dem ausgefallenen Spiel in Duisburg - am Sonntag die SpVgg Unterhaching im Ludwigspark. Zum ersten Mal in dieser Saison konnte das Prädikat Spitzenspiel auf die Begegnung gesetzt werden, empfing doch der Tabellendritte den Tabellenzweiten. Es war das dritte Heimspiel nach der Rückkehr in den Ludwigspark, kurzfristig musste der FCS jedoch auf Zuschauer verzichten. Das erste Geisterspiel in der Liga gab es für die Blauschwarzen. Die Gäste aus Unterhaching waren mit einer Niederlage in die Saison gestartet, hatten danach jedoch drei Spiele in Folge gewonnen. Zuletzt gab es einen Sieg über den SV Meppen. Im Vergleich zu diesem Spiel veränderte Gästetrainer Arie van Lent seine Mannschaft nicht und ließ auch wieder das bewährte 4-2-3-1-System beginnen. Auch der wieder fitte Stierlin musste auf der Bank Platz nehmen, für ihn begann erneut Grauschopf im defensiven Mittelfeld. Beim FCS gab es gleich eine Überraschung: Manuel Zeitz - am Freitag noch als sicherer Ausfall vermeldet - stand doch in der Startformation. Er hatte am Samstag das Abschlusstraining absolviert und war dann spielbereit zum Jubiläum: Der Kapitän absolvierte sein 250.Pflichtspiel für die erste Mannschaft des FCS und hat damit eine bemerkenswerte Marke erreicht. Ansonsten hatte Lukas Kwasniok nur eine Veränderung im Vergleich zum Kantersieg gegen Halle vorgenommen: Sebastian Bösel kehrte nach überstandenen Oberschenkelproblemen wieder in die Mannschaft zurück und ersetzte Anthony Barylla auf der rechten Abwehrseite. Die Viererkette komplettierten wie gewohnt Steven Zellner, Marin Sverko und Mario Müller. Daniel Batz stand im Tor. Vor Zeitz ging wieder das Mittelfeld mit Shipnoski, Jänicke, Golley und Deville aufs Feld und im Sturmzentrum begann Sebastian Jacob. Auf der Bank saßen neben Torhüter Castellucci und Barylla noch Breitenbach, Froese, Mendler, Vunguidica und Lukas Schleimer. Für den Neuzugang war es die erste Kadernominierung beim FCS. Christopher Schorch (Rückstand nach Erkältung), Fanol Perdedaj, Boné Uaferro (beide Trainingsrückstand) sowie Teo Herr, Marius Köhl und Mergim Fejzullahu standen nicht im Aufgebot. Verletzungsbedingt fehlten noch Minos Gouras, Jonas Singer und Rasim Bulic.


Das Spiel begann mit einem offensiveren FCS. Wie schon in den beiden letzten Heimspielen gehörten die ersten zwei, drei Minuten den Blauschwarzen und sie setzten sich in der Hachinger Hälfte fest. Eine Torchance konnte sich der FCS jedoch nicht erspielen und anschließend übernahmen mehr und mehr die Gäste die Spielkontrolle und wirkten in vielen Aktionen einen Tick abgeklärter. Insbesondere das enorme Gegenpressing der Gäste stellte den FCS immer wieder vor große Probleme. Den ersten Torschuss hatte der FCS durch einen Konter. Der Abschluss von Zeitz aus 20 Metern sorgte jedoch für keine Gefahr. Im Gegenzug hatten die Gäste die erste gute Gelegenheit durch Hufnagel als sie über die linke Seite durchbrachen. Der Abschluss landete im Toraus. Doch auch der FC kam zu seinen Chancen, denn bei allen Problemen gelang es immer wieder spielerisch das Pressing der Hachinger zu überspielen. Nach 14 Minuten ging Shipnoski auf Rechts durch und den FCS nicht in Führung bringen konnte. Nach 20 Minuten spielte Batz einen Abschlag lang, Jacob ging durch und zielte per Volleyschuss aus 17 Metern knapp drüber. Beide Mannschaften begannen in der Folge sich mehr und mehr zu neutralisieren, wobei die Gäste weiterhin mehr Ballbesitz zu verzeichnen hatten und die etwas aktivere Mannschaft waren. In einem wirklich interessanten und guten Drittligaspiel wurde so auf Fehler des Gegners gelauert. Kurz vor der Pause verbuchte auch Haching noch mal eine gute Chance: Ein satter Distanzschuss fand seinen Meister in Daniel Batz, auch einen Freistoß kurz darauf parierte der Keeper. Ohne Tore, aber mit einem echten Abnutzungskampf ging es in die Kabine.


Dort gab es beim FCS die erste Umstellung. Maurice Deville - heute nie wirklich im Spiel angekommen - musste das Feld verlassen und für ihn kam Kianz Froese in die Begegnung. Dafür rückte Golley auf die Außenbahn. Die zweite Hälfte war keine zwei Minuten alt ehe Froese auch im Mittelpunkt stand. Sein Abschluss aus zentraler Position ging knapp am Tor vorbei (49.). Aus dieser Szene folgt ein frühes Pressing und ein Ballgewinn des FCS. An der Außenlinie wird Jänicke schließlich vom bereits gelb vorbelasteten Dombrowka umgesenst. Der lange Zeit souveräne Schiedsrichter Siewer ließ in dieser Situation die Karte wie durch ein Wunder stecken und drückte mehr als beide Augen zu. Normal muss der Linksverteidiger in dieser Situation vom Feld. Die SpVgg brachte nach 55 Minuten Stroh-Engel und Schröter für Hasenhüttl und Marseiler und belebten damit ihre Offensive neu. Die Wechsel lohnten sich. Schon fünf Minuten nach der Einwechslung bekam der FCS im Pressing der Hachinger den Ball nicht aus der eigenen Gefahrenzone, Zeitz spielte den entscheidenden Fehlpass und dann ging es schnell: Dombrowka (der nicht mehr auf dem Feld sein durfte) setzt den völlig freien Schröter ein und der bringt Unterhaching in Führung. Das erste Gegentor des FCS im neuen Park. Abgezeichnet hatte sich das Gegentor nicht, aber völlig unverdient war die Führung der Gäste definitiv auch nicht. Schon zuvor hatte der FCS einige Pressingaktionen gegen sich mit Ballverlusten. Dieses Mal war der Gegentreffer die Folge. Der FCS brauchte nun seine Minuten und war erst mal nicht in der Lage für Druck nach vorne zu sorgen. Markus Mendler kam für Tobias Jänicke ins Spiel (65.), bei den Gästen ersetzte Stierlin noch Dombrowka. Die Gäste hatten sich in dieser Phase zurückgezogen und lauerten auf Kontersituationen und Umschaltmomente. 20 Minuten vor Schluss hatte Schwabl nach einer Ecke die Chance auf das 2:0, scheiterte jedoch an den vielen Beinen in der FCS-Defensive. 15 Minuten vor Spielende ging dann noch Timm Golley beim FC, für ihn kam Lukas Schleimer zu seinem Debüt im FCS-Trikot. Fünf Minuten später sollte dieser Schachzug belohnt werden. Schleimer kam auf der linken Seite an den Ball, verzögerte nach einem kurzen Blick nach oben geschickt und steckte dann durch zum eingelaufenen Mendler. Freistehend vor dem Keeper sorgt Mendler für den Ausgleich (79.). Wie schon die Führung der Gäste hatte sich auch dieses Tor nicht unbedingt abgezeichnet. Danach ging der FCS mehr auf Sieg als Unterhaching, sie hatten jedoch gleich noch zwei gute Angriffe zu verzeichnen. Die Molschder bauten Druck auf, hatten viel Ballbesitz, konnten sich jedoch nicht wirklich zu Chancen vorarbeiten. Nach 92 Minuten ging Shipnoski außen am Gegenspieler vorbei, seine starke Aktion konnte mit dem Zuspiel in die Mitte knapp nicht vollendet werden. Eine Minute später kam der Ball wieder auf Linksaußen zu Schleimer, er verlädt Schwabl und seine punktgenaue Flanke findet Jacob im Zentrum - 2:1 für den FCS in der 93.Minute und mit der letzten Aktion des Spiels.


Der Last-Minute-Punch bringt dem FCS den dritten Sieg in Folge und der Aufsteiger rockt mit zehn Punkten aus vier Spielen weiter die Liga. Ein toller Saisonstart! Der Lohn ist erst mal der zweite Tabellenplatz. Dazu hat man im Park weiter keinen Punkt abgegeben und alle drei Spiele seit der Rückkehr gewonnen. Die Gäste aus Unterhaching waren dabei der stärkste Gegner in der bisherigen Saison und es war ein typisches Drittligaspiel. Kleinigkeiten haben am Ende entschieden und der Sieg des FCS ist unter dem Strich auch etwas glücklich, alleine durch den Zeitpunkt des Siegtreffers. Im Endeffekt wäre ein Unentschieden sicher ein gerechtes Ergebnis gewesen, allerdings hat der FCS den Ausgleich als Antrieb genommen und wollte danach auch mehr das Spiel gewinnen als die Gäste. Man hat große Moral gezeigt und die drei Punkte tun richtig gut. Trotzdem war es ein extrem schweres Spiel. Haching hat mit dem Pressing extrem genervt, sie waren immer präsent und es war schwer das eigene Spiel aufzuziehen. Umso wichtiger, dass auch der FC da seine Linie gefahren ist und das eigenen Pressing nicht vernachlässigt hat. In der ein oder anderen Situation hätte trotzdem der lange Ball mal genutzt werden müssen, um den Druck der Gäste zu entgehen. Und natürlich konnte man heute gut von der Bank nachlegen. Froese hat das Spiel belebt, Mendler hat den wichtigen Ausgleich gemacht und Schleimer brachte mit den beiden Assists die Wende. Ein gutes Zeichen wenn so viel Qualität von der Bank kommen kann.




Spieldaten


Wettbewerb:3.Liga
Datum:Sonntag, 18.Oktober13:00 Uhr
Spielort:Ludwigspark
Zuschauer:Geisterspiel



Tore


SpielstandSpielminuteTorschütze
0:160.Felix Schröter
1:179.Markus Mendler
2:190.Sebastian Jacob


Taktik


System:4-1-4-1





Aufstellung


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Ersatzbank

Ramon CastellucciAnthony Barylla
Jayson BreitenbachMarkus Mendler
Kianz FroeseLukas Schleimer
José Vunguidica



Wechsel


SpielminuteEingewechseltAusgewechselt
46.Kianz FroeseMaurice Deville
65.Markus MendlerTobias Jänicke
75.Lukas SchleimerTimm Golley



Nicht im Kader


SpielerGrund
Mergim FejzullahuNicht berücksichtigt
Teo HerrNicht berücksichtigt
Minos GourasSchulterverletzung
Fanol PerdedajTrainingsrückstand
Boné UaferroTrainingsrückstand
Marius KöhlNicht berücksichtigt
Christopher SchorchErkältung
Jonas SingerMuskuläre Probleme
Rasim BulicHandbruch



Nächstes Spiel


Gegner:TSV 1860 München
Wettbewerb:3.Liga
Spieltermin:Mittwoch, 21.Oktober 202019:00 Uhr
Spielort:Städtisches Stadion an der Grunwälder StraßeMünchen
Bemerkung:Geisterspiel

Kommentare 6

  • Einfach nur Geil.

    Eijo 1
  • Wenn man sich ein paar Spiele aus der RL in Erinnerung ruft, war das Qualitativ ein massiver Schritt nach vorne, ich freue mich auf Mittwoch, auch wenn es mal eine Niederlage werden sollte!

  • Aufregendes Spiel! Jetzt wird man sehen müssen wie sich das "Auswärts" verhält.

  • Geil das mir das noch drehen konnten. Langsam werde ich auch mit Kwasniok warm;)

  • Stimmt. Also jetzt nicht im Sinne (der ist nix) finde ich das Barylla die Seite besser zu macht, kann aber auch sein das ich nur ein besseres Gefühl dabei habe. Wir hatten in der ersten Hälfte doch einige Probleme, dass Hachinger Gegenpressing bekam uns nicht, aber das man mit ähnlicher Mannschaft gegen viel schwächere Gegner schon viel schlechter gesehen und die Hachinger waren wirklich keine schlechte Mannschaft. Mit Beginn der zweiten Hälfte (und Froese) bekamen wir dann auch nach vorne (nicht direkt richtige Chancen) aber ein Gefühl das was gehen kann. Das 0:1 so ein saudummes Ding, aber das passiert halt mal. Danach relativ ruhig geblieben, für mich auf der Couch fast zu ruhig, ich hab meinen Segen mit der Niederlage schon gemacht, ich bin aber auch über all die Jahre dahingehend versaut. Der Schleimer, belebte die Aktionen genauso wie Mendler (in München vielleicht von Beginn an, also Mendler?) Da klappte nicht alles aber da waren doch sehr gute Ansätze zu sehen, sauber wie Schleimer den Ball zu Mendler durchsteckt und später auch die Flanke, da haben wir einen guten an Land gezogen glaube ich. Ich bin dennoch der Meinung, ein topfitter und in gute Form befindlicher Fanol wird uns nochmal einen Schub geben.

  • Wahnsinn welche Qualität wir immer noch einwechseln können. Diese Strassenköter entscheiden Spiele.