Vorbericht: Spitzenduell bei den Löwen

Der FCS eilt aktuell von Spitzenspiel zu Spitzenspiel. Nach dem Last-Minute-Sieg gegen Unterhaching kommt es im Rahmen der ersten englischen Woche der Saison bereits am Mittwoch zum Duell bei den Münchner Löwen. In der noch jungen Saison empfängt dabei der Tabellenführer aus München den aktuellen Tabellenzweiten vom FCS, wobei beim FCS ja noch das Nachholspiel in Duisburg aussteht. Beide Teams sind noch ungeschlagen. Zugleich ist es das erste Treffen der beiden Vereine seit den Aufstiegsspielen zur 3.Liga im Mai 2018. Eine "Revanche" für damals ist weder nötig noch möglich, doch beim FCS stehen noch einige Spieler der damaligen Mannschaft im Kader. Anstoß ist am Mittwoch unter Flutlicht (dem ersten Flutlichtspiel für den FCS seit der Rückkehr in die 3.Liga) um 19:00 Uhr. Der Schiedsrichter wird - wie aktuell üblich - erst wenige Stunden vor Spielbeginn bekannt gegeben.




Livestream

Die ARD darf eigentlich nur Spiele am Samstag zeigen, trotzdem soll nach verschiedenen Webseiten das Spiel auch vom BR im Livestream gezeigt werden. Dazu kommt wie gewohnt die Übertragung durch Magenta Sport. Es gibt sowohl ein Einzelspiel als auch eine Konferenz. Weitere Informationen.


Die Spielstätte/Zuschauer

Das Spiel wird im städtischen Stadion an der Grünwalder Straße ausgetragen, der FCS kehrt zum ersten Mal seit dem Mai 2018 in dieses Stadion zurück. Auf Zuschauer müssen die beiden Teams jedoch verzichten. Das Spiel wurde (wie die bisherigen Heimspiele von 1860 München in dieser Saison) als Geisterspiel festgelegt. Der Blick auf das Grünwalder Stadion.



Bilanz

Bisher gab es 21 Vergleiche zwischen den beiden Teams, die Bilanz spricht klar für die Löwen. Sie konnten 10 Spiele gewinnen, dazu kommen acht Unentschieden und nur drei Siege für den FCS. Bei den Löwen konnte der FCS noch nie gewinnen, holte lediglich vier Unentschieden bei sechs Niederlagen. Die ersten Vergleiche gab es in der Saison 1963/64, beide Teams waren Gründungsmitglieder der Bundesliga. Dazu spielte man in dieser Saison auch im DFB-Pokal gegeneinander. Zwei Mal führte der FCS, am Ende verlor er alle drei Spiele. Den ersten Sieg gab es 1974 in einem Heimspiel, Fazlic traf für den FCS. Der letzte Sieg stammt vom 7.November 2004. Damals siegte man im Park mit 4:1. Bencik, Diane, Hagner und Örtülü trafen. Im Rückspiel sicherte Yilmaz Örtülü dem FCS mit einem Treffer in der 89.Minute ein Unentschieden. Im letzten Auswärtsspiel verlor man 2006 in der Allianz Arena mit 0:1 und stieg in der Folge ab. Die letzten beiden Vergleiche stammen aus den Aufstiegsspielen 2018. Das Heimspiel verlor der FCS mit 2:3, das Rückspiel im Grünwalder Stadion endete Remis.



Der Gegner: TSV 1860 München

Der Turn- und Sportverein München von 1860 e. V. - kurz bekannt unter TSV 1860 München oder 1860 München - ist einer der großen Traditionsvereine in der 3.Liga. Die Fußballabteilung existiert seit 1899. Die großen Tage liegen jedoch schon seit einiger Zeit zurück, so wurde der Club im Jahr 1966 deutscher Meister und war Gründungsmitglied der Bundesliga. Neben Erfolgen im DFB-Pokal stand man 1965 auch im Endspiel des Europapokals der Pokalsieger. Die Vereinsfarben sind Blau und Weiß. Seit dem Jahr 2002 ist die Fußballabteilung in eine GmbH ausgegliedert. Zum letzten Mal in der Bundesliga war man von 1994 bis 2004, danach spielte man bis 2017 durchgängig in der 2.Bundesliga. Im Sommer 2017 stieg man in der Relegation gegen Regensburg ab, aus finanziellen Gründen ging es direkt in die Regionalliga. Dort gelang (mit den erfolgreichen Aufstiegsspielen gegen den FCS) der sofortige Aufstieg in die 3.Liga. In den vergangenen beiden Spielzeiten erreichte man dort den zwölften und achten Platz. Letzte Saison war man dabei bis zum Schluss im Kreise der Anwärter für den Aufstieg/Relegation. Auf Sicht ist die Rückkehr in die 2.Bundesliga ein großes Thema für die Löwen. Als Trainer steht Michael Köllner in der Verantwortung. Der 50-Jährige ist seit November 2019 im Amt und zwar zuvor Trainer beim 1.FC Nürnberg. Ansonsten war er auch schon im Jugendbereich von Greuther Fürth und Jahn Regensburg aktiv. Er beerbte Aufstiegstrainer Daniel Bierofka. Der Trainer benannte vor der Saison jedoch kein konkretes Saisonziel. In Marius Willsch steht ein ehemaliger FCS-Spieler im Kader der 60er. Willsch spielte in den Spielzeiten 2016/17 für den FCS und bestritt insgesamt 48 Spiele (42 Regionalligaspiele) für die Blauschwarzen. In dieser Zeit gelangen ihm vier Tore. Beim FCS kam er über die offensiven Außenbahnen, mittlerweile ist er als rechter Verteidiger etablierten.


Transferaktivitäten

Die Löwen erlebten im Sommer einen ordentlichen Umbruch in ihrer Mannschaft. Gleich 15 Spieler haben den Club verlassen. Mit Nico Karger (27/RA), Simon Seferings (25/OM), Benjamin Kindsvater (27/LA), Hendrik Bonmann (26/TW), Kristian Böhnlein (30/ZM), Markus Ziereis (28/ST) und Eric Weeger (23/RV) spielten sieben Abgänge keine oder keine große Rolle. Noel Niemann (Bielefeld) war der Shootingstar der letzten Rückrunde (13 Einsätze, 8x Startelf). Stammspieler war er jedoch nicht. Dies galt auch für Timo Gebhardt. Der 31-Jährige kam zwar zu 27 Einsätzen, stand jedoch nur zwölf Mal in der ersten Elf. Rechtsverteidiger Herbert Paul kam auf 23 Einsätze (15x Startelf). Auch Angreifer Prince Osei Owusu war trotz 28 Einsätzen kein fester Stammspieler. Nur elf Mal spielte er von Beginn an. Ebenso hatte Kapitän Felix Weber im Laufe der Spielzeit seinen Stammplatz verloren. Stammspieler - sofern nicht verletzt - waren dagegen Innenverteidiger Aaron Berzel sowie die Mittelfeldspieler Efkan Bekiroglu und Tim Rieder. Der Kader wurde deutlich verkleinert und so gab es fünf externe Neuzugänge und vier Aufrücker aus dem eigenen Nachwuchs. Hochgezogen wurden György Szekely (25/TW), Ahanna Agbowo (18/RV), Johann Djayo (19/HS) und Matthew Durrans (21/ST). Extern kam Innenverteidiger Stephan Salger dazu. Der 30-Jährige spielte zuletzt für Arminia Bielefeld (17 Einsätze in der 2.Bundesliga) und soll seine Erfahrung in der Viererkette einbringen. Im Mittelfeld hat man Erik Tallig verpflichtet. Der 20-Jährige war in der Vorsaison bei Absteiger Chemnitz aktiv und spielte sich dort in den Vordergrund. Außerdem kehrte Richard Neudecker vom VVV Venlo aus den Niederländen nach Giesing zurück. Im Angriff wurde Tim Linsbichler (20) aus der U23 der TSG Hoffenheim verpflichtet. Dazu kommt der erfahrene Martin Pusic (32) vom SV Mattersburg.


Bisherige Saison

Der Saisonstart verlief für die Münchener quasi perfekt. Los ging es beim SV Meppen. Es dauerte keine drei Minuten, dann traf Lex zur Führung. Später sicherten Moll und Mölders den Auswärtssieg. Im Heimspiel gegen Magdeburg geriet man dann in Rückstand, Tallig sorgte jedoch für den Ausgleich und in der Endphase hätte 1860 das Spiel noch gewinnen können. Dies tat man dafür dann beim FSV Zwickau. Wie schon in Meppen ging man früh in Führung, dieses Mal durch Mölders in der ersten Spielminute. Nach dem schnellen Ausgleich brachte Dressel die Löwen in Halbzeit 2 den Sieg. Spätestens jetzt war der Saisonstart gelungen. Im letzten Heimspiel gegen den VfB Lübeck gab es einen deutlichen 4:1-Sieg über Lübeck. Dieses Mal geriet man früh in Rückstand, doch Mitte der ersten Hälfte drehten Willsch und Mölders die Begegnung, im zweiten Abschnitt legten Neudecker und Lex noch zwei Treffer nach. Beim FC Hansa Rostock konnte man am Samstag ein Remis erreichen. Erdmann brachte die Löwen kurz vor der Pause durch einen Kopfball in Front, im zweiten Abschnitt glich Rostock noch aus und stand zeitweise kurz vor dem 2:1. In den letzten Minuten agierte München zudem in Unterzahl.


Unter dem Strich führt 1860 damit nach fünf Spieltagen die Tabelle der 3.Liga an. Sie sind - wie der FCS und Waldhof Mannheim - in dieser Spielzeit noch ungeschlagen und haben starke elf Punkte aus fünf Spielen geholt und dabei auch fußballerisch voll überzeugen können. Mit elf Treffern stellen sie zudem die bisher stärkste Offensive der Liga. Bester Torschütze ist bereits hier wieder Sascha Mölders. Der Routinier steht bei drei Saisontoren. Ausrechenbar ist die Mannschaft aber nicht, man hat schon acht unterschiedliche Torschützen auf dem Konto. In der Heimtabelle ist München aktueller Sechster. Sie haben das Heimspiel gegen Lübeck gewonnen, dazu gab es das Unentschieden gegen Magdeburg. Schon letzte Saison war man eine Heimmacht, erst mit den Geisterspielen ging dieser Vorteil verloren. In dieser Spielzeit ist man die fehlenden Zuschauer jedoch gewohnt.


Aufstellung gegen Hansa Rostock

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Kommentare 13

  • Schorsch auch nicht mit nach München gefahren ei ei ei

    • Echt. Was ist denn da passiert? Ist der immer noch nicht körperlich Fit oder wir er nicht mehr als gut genug befunden, nicht im Kader ist schon ein Knaller, wenn er denn gesund ist.

    • Trainingsrückstand nach Erkältung

    • So wird der Kader auch immer kleiner, hat die Zwett bald einen granaten Kader. Singer, Herr, Schorsch, Fejzallua, Bulic und Köhl ohne jede Chance auf den Kader.

  • Zellner fällt aus Grippe - Scheiße. Schorsch gegen Mölders?

    • Ist Fanol wieder dabei und wie weit ist Bone? Ausgerechnet gegen die 60er fehlt Zellner...

    • Fanol fehlt weiter. Es gibt genügend Optionen, Ausfälle während einer Runde sind normal, bei den 60ern fehlt auch ein wichtiger Spieler.

    • Aber Zellner ist schon sehr Schmerzhaft oder? Der hat den Laden hinten doch zusammengehalten. Wie weit ist Bone denn wirklich? Hat der voll trainiert?

    • Kann man wie ein Loch im Kopf gebrauchen den Ausfall...

  • Wiedersehen mit Willsch...

  • Wie schon bei der Umfrage geschrieben, da steht und fällt alles mit Mölders und Lex. Dafür gibt es keine Alternative. Fussballerisch überzeugt haben sie mich nicht in den Spielen. Das ist alles sehr einfach gestrickt gepaart mit Aggressivität. In Rostock wurde sie in der zweiten Hälfte an die Wand gespielt und hatten mehr Glück als Verstand das der Siegtreffer für die Rostocker nicht fallen wollte. Wird dennoch schwer kühlen Kopf zu behalten und von den teilweisen schon schwerstasozialen nicht provozieren zu lassen.

    • Sie haben die Punkte aber geholt und ein paar Tore dabei geschossen, so ganz von nix kommt das sicher nicht.