Vorbericht: Verl kommt in den Park

Schon wieder Spitzenspiel. Nach den beiden erfolgreichen Spitzenspielen mit dem Last-Minute-Sieg gegen Unterhaching und dem hart erkämpften Auswärtssieg bei 1860 München endet die englische Woche für den aktuellen Tabellenführer mit dem dritten Spitzenspiel der jungen Saison. Am Sonntag empfängt man dabei den SC Verl. Diese Konstellation konnte so vor der Saison kaum erwartet werden, auch wenn es sich lediglich um eine Momentaufnahme handelt. Anstoß im Ludwigspark ist um 13:00 Uhr. Der Mitaufsteiger belegt mit einem guten Saisonstart den fünften Platz in der Tabelle.






Livestream

Die ARD darf nur Spiele am Samstag zeigen, entsprechend wird auch dieses Spiel lediglich durch Magenta Sport übertragen. Zur Verfügung steht am Sonntag ausschließlich das Einzelspiel. Weitere Informationen.


Die Spielstätte/Zuschauer

Die Begegnung am Sonntag ist das vierte Heimspiel nach der Rückkehr in den Park. Nachdem schon gegen Unterhaching keine Zuschauer ins Stadion durften handelt es sich auch beim Spiel gegen Verl um ein Geisterspiel. Der FCS hatte die zuvor gültigen 900 Zuschauer auf der Haupttribüne schon abgesetzt, die weiter ansteigenden Infektionszahlen im Saarland lassen jedoch keine andere Möglichkeiten zu. Trotzdem haben wir einige Dinge rund um den neuen Ludwigspark zusammengefasst.



Bilanz

Verl war ein regelmäßiger Gegner in der Regionalliga West/Südwest von 1995 bis 2000 und zehn der zwölf Vergleichen stammen aus dieser Zeit. Zum letzten Mal trafen sich die Teams in der Saison 2009/10 in der Regionalliga West. Die Bilanz sieht dabei aus FCS-Sicht positiv aus. Neun von zwölf Spielen konnten gewonnen werden, dazu kommt ein Unentschieden und zwei Niederlagen. In sechs Heimspielen gab es fünf Siege bei einer Niederlage. Gegen den SCV verlor man im Mai 1996 in Verl mit 2:3. Die Tore erzielten Choji und Nickeleit. Zuhause musste man sich im September 1998 geschlagen geben, ein Treffer von Sambo Choji reichte nicht um die 1:2-Niederlage zu hindern. Es war zugleich die letzte Niederlage und in den folgenden fünf Spielen gab es vier Siege und ein Unentschieden. 2000 gewann man auf dem Weg zum Aufstieg in die 2.Bundesliga mit 2:0. Vor 4.800 Zuschauern trafen Choji und Gerlach. Neun Jahre später gab es einen 3:1-Erfolg. Neben einem Doppelpack von Manuel Zeitz traf Nico Weißmann doppelt vor 3.500 Besuchern. Im Rückspiel musste der FCS mächtig kämpfen, siegte durch Tore von Zeitz, Weißmann und Grgic jedoch mit 3:2 und ging einen wichtigen Schritt in Richtung Aufstieg zur 3.Liga.



Der Gegner: SC Verl

Der SC Verl - vollständig: Sportclub Verl von 1924 e. V. - wurde 1924 gegründet und hat mit dem Aufstieg in die 3.Liga einen der größten Erfolge in der Vereinsgeschichte geschafft. Im Kreis der Traditionsclubs und etablierten Drittligisten ist man ein Exot. Vom Umfeld her ist es ein kleiner Club. Allerdings ist man ein Exot mit Spuren in der Vergangenheit. Der Club hat sich seit 1970 immer zwischen der vierten und der dritten Liga platziert und gehalten und leistet durchgängig starke Arbeit. In einer eingleisigen 3.Liga war man dagegen noch nie Vertreten und spielte seit 2008 auch durchgängig in der Regionalliga West und war dort in der Regel auch im Mittelfeld platziert. Der Durchbruch gelang erst in letzten Saison. Man ließ in der abgebrochenen Spielzeit die ambitionierten Mannschaften der Regionalliga West wie RW Essen, RW Oberhausen, Borussia Dortmund II oder Alemannia Aachen hinter sich und profitierte gleichzeitig vom Verzicht des Meisters Rödinghausen sowie dem Wegfall der Relegation. Zum Zeitpunkt des Abbruchs lag man zwei Zähler vor Rot-Weiss Essen und hatte zugleich noch zwei Nachholspiele zu bestreiten. Hätte Verl sogar alle vier Nachholspiele im Vergleich mit Rödinghausen gewonnen, wäre man sogar Tabellenführer gewesen. Im Endeffekt also ein verdienter Aufstieg und eine eine andere Entscheidung konnte der Verband, trotz stetigem Versuch der Konkurrenz, kaum treffen. In den beiden Aufstiegsspielen gegen Lok Leipzig hatte man das bessere Ende auf seiner Seite und stieg nach zwei Unentschieden aufgrund der Auswärtstorregel in die 3.Liga auf. In der neuen Spielklasse ist man nun ein Außenseiter, dies bedingt alleine der Status des Aufsteigers und der unbekannte Name. Sportlich ist man längst kein Underdog, sondern hat eine starke Mannschaft zusammen. Die Qualität im eigenen Kader hat man auch schon in der letzten Saison im DFB-Pokal unter Beweis gestellt, dort ging es bis ins Achtelfinale. Das Ziel in Verl ist der Klassenerhalt. Trainer des Clubs ist Guerino Capretti. Der 38-Jährige (früher als Spieler beim SC Paderborn und bei Preußen Münster aktiv) ist mittlerweile schon seit April 2017 als Trainer in Verl aktiv.


Transferaktivitäten

12 Spieler wurden im Sommer abgegeben. Die meisten Abgänge stammen aus der zweiten oder gar dritten Reihe. Insgesamt neun Spieler fallen unter diese Kategorie: Luis KLante (2.Torwart), Sebastian Lange (3.Torwart), Christian Schepp (ST), Hendrik Lohmar (OM), Anton Heinz (LA), Cinar Sansar (RV), Philip Semlitz (RA), Fabio Brosowski (ST, das halbe Jahr davor schon ausgeliehen) und Jannik Schröder (DM) spielten letztes Jahr bereits keine Rolle mehr. Flügelspieler Exaucé Andzouana kam zwar zu 17 Saisoneinsätze, spielte aber nie von Beginn an und ist daher auch eher noch zur zweiten Reihe zu zählen. Die letzten beiden Abgänge waren Stammkräfte. Einmal Ron Schallenberg (22). Er kehrte nach abgelaufener Leihe zurück zum SC Paderborn. Er hat im letzten Jahr kaum eine Minute auf dem Feld verpasst. Dies gilt auch für Jan Schöppner. Der 21-Jährige war Leistungsträger und verlängerte seinen auslaufenden Vertrag nicht. Er wechselte nach Heidenheim. Sowohl Schallenberg als auch Schöppner waren im zentralen Mittelfeld gesetzt.


Elf Akteure sind im Gegenzug neu gekommen. Till Brinkmann kam aus Paderborn und ist der neue Herausforderer im Tor. Leander Siemann (Berliner AK) kam aus der Regionalliga und ist wie Lasse Jürgensen (Augsburg II) ein Innenverteidiger. Siemann war in Berlin und Jürgensen in Augsburg eine Stammkraft. Für die defensive Außenbahn kam zudem in Steffan Lang (27/von Viktoria Köln) ein sehr erfahrener Rechtsverteidiger. Er spielte in Köln jedoch keine große Rolle mehr. Im zentralen Mittelfeld hat man nach den schwerwiegenden Abgängen mit gleich vier neuen Spielern reagiert. Sascha Korb (27) kam als Stammspieler aus Schweinfurt und kann auch auf der Außenbahn in der Abwehr spielen. Barne Pernot (21) kam von Holstein Kiel. Julian Schwermann wurde von Borussia Dortmund II geholt. Der 21-Jährige hatte verletzungsbedingt ein schwieriges letztes Jahr, ist aber schon ein etablierter Regionalligaspieler gewesen. Außerdem wurde Philipp Sander von Holstein Kiel ausgeliehen. Er soll in Verl den Schritt zur Zweitligamannschaft gehen. Offensiver sind die letzten drei Neuzugänge zu Hause. Kasim Rabihic (27) war in der letzten Saison einer der Torscorer bei Türkgücü München. Justin Eilers bringt extrem viel Erfahrung mit, war aber auch eine lange Zeit vereinslos gewesen und ist mit 32 Jahren nicht mehr der jüngste Spieler. Außerdem wurde Berkan Taz von Union Berlin verpflichtet. Der 21-Jährige spielt wie die anderen beiden Akteure auf der offensiven Außenbahn.


Bisherige Saison

Der Aufsteiger nutze seine Außenseiterrolle direkt und legte einen guten Saisonstart hin. Gleich am ersten Spieltag entführte man einen Punkt bei Zweitligaabsteiger SV Wehen Wiesbaden. Der Punkt war in einer chancenarmen Begegnung verdient. Es folgte das erste Heimspiel empfing man die zweite Mannschaft der Bayern. Gegen den Meister brachte Aktivposten Yildirim die Führung nach 17 Minuten, Routinier Janjic legte vor der Pause per Strafstoß den Grundstein zum Sieg und traf Mitte der zweiten Hälfte zum Endstand. Den Saisonstart vergoldete mit dem ersten Auswärtssieg der Vereinsgeschichte. Beim SV Meppen zeigte man eine starke Leistung, ging früh durch Yildirim in Führung und ging kurz vor der Pause mit 2:0 in Front (Tor durch Lang). Der Anschlusstreffer der Gastgeber kam zu spät. Sieben Punkte aus drei Spielen war ein fast perfekter Saisonstart. Erwartungsgemäß folgten dann auch die ersten Rückschläge in der Saison. Im Heimspiel gegen Rostock unterlag man mit 2:3 und bezahlte gegen cleverere Gäste Lehrgeld. Yildimz verkürzte nach 37 Minuten auf 1:2 und Kurz nach 54 Minuten auf 2:3, doch trotz 35 Minuten in Überzahl gelang der Ausgleich nicht mehr. Vergangenen Samstag war man in Ingolstadt zu Gast. Nach 90 Minuten musste man sich verdientermaßen mit 1:2 geschlagen geben. Sander erzielte den zwischenzeitlichen Ausgleich. Unter der Woche empfing man in Paderborn (das eigene Stadion ist nicht drittligatauglich, in Corona-Zeiten dürfen die Heimspiele aber eigentlich da ausgetragen werden, mangels Flutlicht jedoch unter der Woche nicht möglich) den 1.FC Magdeburg. Schon nach sieben Minuten brachte Janjic den Aufsteiger der Kopf in Führung, sechs Minuten nach der Pause erhöhte er frei im Strafraum auf 2:0. Nur eine Minute später bediente Yildirim Taz und es stand 3:0. Unter dem Strich konnte man mit 3:1 gewinnen.


Mit zehn Punkten aus sechs Spielen hat Verl damit insgesamt einen guten Saisonstart hingelegt. Man hat schon drei Spiele gewonnen und ist in der 3.Liga angekommen. Unter dem Strich bedeutet dies aktuell den fünften Tabellenplatz. Verl kann dabei auf seine Offensive zählen. Man hat schon elf Saisontore erzielte und gehört damit zu den stärksten Offensiven der Liga. Nur beim Auftaktspiel in Wiesbaden gab es kein eigenes Tor. Bester Torschütze ist Zlatko Janjic. Er hat schon vier Saisontore erzielte (und zusätzlich zwei Assists geliefert), dazu kommt Flügelspieler Aygün Yildirim mit drei Treffern. Auf der Gegenseite hat man bisher auch sieben Gegentore kassiert. In den drei Auswärtsspielen gab es eine durchschnittliche Bilanz. Ein Sieg, ein Remis und eine Niederlage stehen zu Buche. Man hat in Meppen gewonnen, hat in Wiesbaden einen Punkt geholt und ist auch außerhalb der Heimspiele ein gefährlicher Gegner.



Aufstellung gegen den 1.FC Magdeburg

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