Die Lage des FCS vor Verl

Der FCS rettet die Erfolgswelle weiter. Am Mittwoch holte man sich den vierten Sieg in der 3.Liga in Folge, ist immer noch ungeschlagen in dieser Saison und führt mit einem Spiel weniger gar die Tabelle in der Liga an. Der Sieg bei 1860 München tat nach den Erfahrungen vor zwei Jahren besonders gut und es war eine große kämpferische Leistung des FCS nötig um diesen starken Gegner zu schlagen. Fußballerisch war es sicher nicht der beste Auftritt in dieser Saison. Das Spiel hat zugleich gezeigt, dass die Tabellenführung weiter nur eine Momentaufnahme ist und andere Mannschaften mehr individuelle Qualität im Kader haben. Die Rolle des FCS als Außenseiter (weil Aufsteiger) ist aber eine bequeme Rolle. Diese Rolle kennt auch Verl. Und am Sonntag ist es nicht der Mitaufsteiger aus dem kleinen Verl, sondern eine richtig starke Drittligamannschaft und die Begegnung wird nicht leichter als Spiele gegen Unterhaching, Rostock oder 1860.


Das klare Ziel in einem Heimspiel sind dabei natürlich drei Punkte in Richtung Klassenerhalt. Für dieses Ziel gilt es am Ende der englischen Woche noch mal alle Kräfte zu mobilisieren. Im Vergleich zu Unterhaching - München hatte man einen Tag mehr Zeit und diese 24 Stunden werden dem FC gut tun. Doch Verl hat bereits am Dienstag gespielt und damit wie zuletzt 1860 einen ganzen Tag mehr Zeit gehabt. Der FC ist am Mittwoch nach dem Spiel mit dem Bus zurückgereist und hat am Donnerstag nicht auf dem Platz trainiert. Es standen Entspannung und Behandlung auf dem Plan. Am gestrigen Freitag und heute um 13:00 Uhr wurde auf dem Platz trainiert.



Personelle Situation

Minos Gouras ist der einzige Langzeitverletzte beim FCS und wird noch einige Wochen oder Monate fehlen. Auch Rasim Bulic steht nach seinem Handbruch noch nicht zur Verfügung. Zudem muss der FCS auf Steven Zellner verzichten. Schon gegen München fehlte er erkrankt, mittlerweile wurde er positiv auf Corona getestet und befindet sich in Quarantäne. Der restliche Kader wurde negativ getestet. Im Gegenzug hat Fanol Perdedaj trainiert und könnte - sofern das Abschlusstraining passt - in den Kader rücken. Alle anderen Spieler sind im Trainingsbetrieb und stehen Lukas Kwasniok zur Verfügung. Unter dem Strich sind es damit 24 Spieler wodurch gleich sechs Spieler den Sprung in den Kader verpassen würden.



Wie könnte der FCS beginnen?

Im gewohnten 4-1-4-1-System (auch wenn man in der zweiten Hälfte gegen 1860 auf ein 4-4-2-System umgestellt hat) wird man auch in das Spiel gegen Verl gehen. Die Unterschiede zu einem klassischen 4-3-3-System sind marginal und sicher kann man die Grundformation des FCS auch auf diese Weise ausgeben (Verl spielt ein ähnliches System). Im dritten Spiel innerhalb von sieben Tagen geht es in personeller Sicht um die große Frage auf welchen Position eine weitere Rotation möglich oder nötig ist. Das eigene Spielsystem erfordert eine hohe Laufbereitschaft und Frische. Der Trainer hat zudem nicht zuletzt in München gezeigt, dass er für Überraschungen (zumindest von Außen) in der Besetzung der Mannschaft gut ist.


Im Tor kann man wieder auf Daniel Batz zurückgreifen. Er hat gegen München eine starke Leistung gezeigt und ist zwischen den Pfosten gesetzt. In dieser Saison hat sich auch schon gezeigt wie wichtig er als sicherer Rückhalt für die Mannschaft ist und er ist ein Garant für die bisher so starke Defensivleistung.


Marin Sverko und Boné Uaferro haben zuletzt die Innenverteidigung gebildet. Obwohl der Ausfall von Zellner in einigen Szenen zu merken war, hat das Duo doch gut funktioniert. Sverko war gewohnt stark unterwegs und ließ bis auf einen Stellungsfehler zu Spielbeginn wenig anbrennen. Uaferro hatte die Elfmetersituation und wirkte nicht immer komplett sicher. Er wurde nach vielen Wochen Verletzung und nur wenigen Einheiten aber auch komplett ins kalte Wasser geworfen und hat sich dafür gut geschlagen. Da Zellner weiter fehlt könnte die Besetzung gleich bleiben, ansonsten hat man Barylla dahinter, die Situation von Schorch bleibt indes (auch nach überstandener Erkältung) schwierig. Uaferro könnte statt Barylla wieder auf die Bank rotieren. Vor Uerdingen könnte er dann eine komplette Woche trainieren und spätestens dann ist er auch auf Dauer wieder eine Option für die Startelf.


Für die rechte Seite ist eine Rückkehr von Sebastian Bösel zu erwarten. Er hat unter der Woche nicht gespielt und könnte ausgeruht in die Begegnung gehen. Dafür würde Barylla wieder aus der Mannschaft oder eben in die Innenverteidigung gehen. Auf der linken Abwehrseite hat Mario Müller wieder stark gespielt und aus der Vergangenheit weiß man, dass er drei Spiele in einer Woche kann. Er sollte gesetzt bleiben. Erste Option dürfte Sverko (dann mit der Innenverteidigung Barylla/Uaferro) sein. Ansonsten könnte Breitenbach hier wieder überraschen und den Part übernehmen. Kwasniok ist zudem auch das Außenverteidigerduo von Bösel und Barylla zuzutrauen.


Manuel Zeitz ist der gesetzte Spieler im defensiven Mittelfeld. Man muss größten Respekt haben wie er sich mit seinen Fersenproblemen durchkämpft und wie er weiter ackert. Er hat auch 180 Minuten in dieser englischen Woche schon gespielt. Wie lange (zumal ohne richtiges Training) er das Niveau halten kann muss man sehen. Als Alternative hat man Sebastian Bösel dahinter und hoffentlich bald auch wieder Fanol Perdedaj. Doch selbst wenn der Sprung in den Kader gelingt, die Startelf wird erst mal ein Stück weg sein.


Auf den Halbpositionen hat man zuletzt mit Kianz Froese und Tobias Jänicke begonnen. Am Sonntag dürfte Timm Golley wieder in die Mannschaft rücken, er hat gegen 1860 überhaupt nicht gespielt und bringt mehr Offensive mit. Mendler als sein Partner wäre die extrem offensive Variante, Schleimer eine Überraschung. Früher oder später wird er sicher seine Chance von Beginn an bekommen. So könnte wieder Jänicke von Beginn an ran, auch wenn er im letzten Spiel nicht so auffällig war. Aber insgesamt hat er es in den letzten Wochen sehr gut gemacht. Froese konnte in der Startelf nicht die gleichen Impulse bringen wie noch von der Bank.


Für den rechten Flügel hat man in Nicklas Shipnoski eine Stammkraft. Er zeigt seine Qualität in quasi jedem Spiel, gegen die Löwen wurde er nach 77 Minuten ausgewechselt. Gerade die Außenbahnen brauchen Frische, doch er ist ein junger Spieler und sollte auch ein drittes Spiel in der Woche verkraften. Zumal dieser Spielertyp so im Kader nicht ersetzt werden kann. Offener sieht es schon auf der linken Seite aus. Die Nominierung von Breitenbach gegen 1860 war auch den Fragezeichen auf dieser Position geschuldet. Ob er am Sonntag hier wieder eine Überlegung ist? Golley und Mendler sind keine typischen Spieler für die Außenbahn unter Kwasniok, Maurice Deville tut sich trotz dem Halle-Spiel noch schwer. Trotzdem ist es denkbar, dass er am Sonntag wieder in die Mannschaft rückt. Neben den beiden genannten Alternativen hat man für den Spielverlauf auch noch Schleimer oder Vunguidica für Außen.


Im Sturmzentrum liegt die Wahl auf Sebastian Jacob. Spiel für Spiel stellt er seinen Wert für den FCS unter Beweis, gibt Gas und ist in vielen Hinsichten quasi unersetzbar. Er ist der Zielspieler, er hält viele Bälle und setzt seine Mitspieler ein. Und vor dem Tor ist er bekanntermaßen in seinem Element und trifft auch in der Liga3 munter weiter. Er hat jetzt 180 Minuten in dieser Woche in den Knochen, doch die Operation im Winter scheint seinem Körper geholfen zu haben. Hätte man ihn früher definitiv schonen müssen, so kann man ihn nun wieder bringen. Trotzdem wird es im Laufe der Saison wichtig sein ihm seine Pausen zu geben.


Mögliche Aufstellung





Ersatzbank


Ramon Castellucci (ETW)Jayson Breitenbach
Boné UaferroKianz Froese
Lukas SchleimerMarkus Mendler
José Vunguidica




Nicht im Kader


Minos GourasSchulterverletzung
Rasim BulicHandbruch
Steven ZellnerKrank
Christopher Schorchnicht berücksichtigt
Fanol Perdedajnicht berücksichtigt
Jonas Singernicht berücksichtigt
Mergim Fejzullahunicht berücksichtigt
Teo Herrnicht berücksichtigt
Marius Köhlnicht berücksichtigt

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