Erste Pleite: FCS muss sich Verl geschlagen geben

Vor dem Spiel: Ausgangslage und Taktik

Die englische Woche endete für den FCS am Sonntag mit dem nächsten Spitzenspiel. Der SC Verl kam zum zweiten Geisterspiel in den Ludwigspark. Der Mitaufsteiger war ebenfalls stark gestartet und ging mit zehn Punkten aus sechs Spielen in die Begegnung. Dies bedeutete den fünften Platz. Unter der Woche feierte man einen wichtigen Heimsieg über den 1.FC Magdeburg. Die Gäste mussten auf Lasse Jürgensen, Yannik Langesberg, Patrick Choroba, Matthais Haeder, Frederic Lach, Justin Eilers und Patrick Schikowski verzichten. Im Vergleich zum Spiel gegen Magdeburg gab es bei Verl eine Veränderung. Kapitän Stöckner (unter der Woche geschont) lief für den verletzten Innenverteidiger Jürgensen auf.


Beim FCS wurde im dritten Spiel innerhalb von sieben Tagen, einem Tag Pause weniger als die Gäste und mit einigen englischen Woche in naher Zukunft wieder die Rotationsmaschine angeworfen. Gleich fünf neue Akteure (im Vergleich zum Spiel gegen 1860, aber auch im Vergleich zum Heimspiel gegen Unterhaching waren es fünf Änderungen) brachte Lukas Kwasniok ins Spiel. Daniel Batz und die Innenverteidigung aus Marin Sverko und Boné Uaferro (Debüt im Ludwigspark) blieben unverändert. Auf der rechten Abwehrseite kehrte Sebastian Bösel in die Mannschaft zurück, er hat gegen 1860 keine Minute gespielt. Anthony Barylla rückte dafür auf die linke Seite und ersetzt dort Mario Müller. Manuel Zeitz auf der Sechs blieb auch zum Abschluss der englischen Woche eine Konstante, ebenso wie Nicklas Shipnoski auf dem rechten Flügel und Sebastian Jacob im Sturmzentrum. Die restlichen drei Positionen im Mittelfeld wurden neu besetzt: Timm Golley und Lukas Schleimer (Startelfdebüt für die 20-Jährige Leihgabe) spielten statt Tobias Jänicke und Kianz Froese auf der Acht. Markus Mendler rückte statt Jayson Breitenbach auf die linke Flügelposition und stand zum ersten Mal in dieser Saison/im Ludwigspark in der Startformation des FCS.


Am Ende dieser ersten englischen Woche standen so nur Batz, Sverko, Zeitz, Shipnoski und Jacob in allen drei Spielen in der ersten Hälfte. Die Ersatzbank besetzten Ramon Castellucci, Jayson Breitenbach, Mario Müller, Tobias Jänicke, Kianz Froese, Fanol Perdedaj (zum ersten Mal seit Lübeck im Kader) und José Vunguidica. Neben den normalen Ausfällen (Gouras und Bulic) stand auch Abwehrchef Steven Zellner (wechselhafte Corona-Tests) nicht zur Verfügung. Maurice Deville, Christopher Schorch, Jonas Singer, Mergim Fejzullahu, Teo Herr und Marius Köhl standen nicht im Kader.



Spielbericht

Das Spiel der beiden Aufsteiger begann intensiv, von Beginn an schenkten sich die Teams nichts. Der FCS erwischte dabei den etwas besseren Start, doch beide Abwehrreihen hielten in der Anfangsphase dicht. Dabei waren beide Teams offensiv eingestellt und wollten sich Torchancen erspielen. Der erste Aufreger nach fünf Minuten: Golley kam im Zweikampf zu spät und haute Kurt um. Die gelbe Karte war die logische Folge. Ansonsten blieb die Begegnung zwar spannend, aber chancenarm. Der FCS setzte sich einige Male um den Strafraum der Gäste fest, kam jedoch nicht gefährlich zum Abschluss. So verbuchten die Gäste den ersten guten Versuch des Spiel. Janjic kam zentral an den Ball, verzog jedoch von außerhalb des Strafraumes (15.). Ebenfalls im Mittelpunkt: Der Rasen im Ludwigspark. Er wirkte sehr seifig, rutschig und viele Akteure auf beiden Seiten hatten ihre Standschwierigkeiten. Nach einer halben Stunde hatte dann auch der FCS die große Chance zur Führung: Bösel gewann den Ball und schickte Shipnoski steil. Frei vor dem Tor musste der Flügelspieler jedoch den langen Schritt machen und zielte in der Folge knapp über das Tor. Beide Teams hatten sich in dieser Phase eigentlich voll neutralisiert, doch das Spiel bekam sechs Minuten später eine neue Wendung. Nach einem langen Befreiungsschlag von Verl existierte keine Gefahr, der aufgerückte Daniel Batz hatte viele Möglichkeiten. Er entschied sich für den Querpass und spielte diesen Ball in die Füße von Yildirim. Der Verler tunnelte Uaferro und hatte dann keine Mühe den Ball ins Tor zu schießen. Ein kapitaler Aussetzer von Batz. Der FCS hatte bis zur Pause einen Fernschuss von Golley auf seiner Seite, einmal rutschte der Gästekeeper im Strafraum aus und ermöglichte dem FCS fast die Ausgleichschance und nach einer scharfen Flanke von Shipnoski ging der abgefälschte Ball knapp am Tor der Gäste vorbei. Batz parierte noch einmal stark gegen den Abschluss von Taz. In einem 0:0-Spiel ging der FCS mit dem Rückstand in die Pause.


Dort wechselte Lukas Kwasniok zum ersten Mal: Kianz Froese rückte für den über weite Strecken wirkungslosen Markus Mendler in die Begegnung und wie bei den letzten Einwechslungen sorgte Froese für Belebung. Doch den Gästen gehörte diese erste Phase der zweiten Hälfte. Sie hatten mehr Ballbesitz, setzten sich regelmäßig in der FCS-Hälfte fest und erspielten sich zahlreiche Eckbälle. Nach einer Stunde dann auch die große Chance zum zweiten Treffer. Doch wieder blieb Batz gegen Taz der Sieger. Im Gegenzug der überraschende Ausgleich. Der FC führte einen Einwurf schnell aus, Froese flankte auf den langen Pfosten und Barylla traf stark mit links in die Ecke. Direkt darauf kam beim FCS Jänicke für Schleimer ins Spiel und vier Minuten später kam auch Fanol Perdedaj zu seinem ersten Einsatz in der Saison. Er ersetzte Timm Golley. Sowohl Golley als auch Schleimer hatten (wie die ganze Mannschaft) ihre Probleme und konnten nur selten ihr Potenzial auf den Platz bringen. Mit dem Ausgleich hatte der FCS die starke Phase von Verl gestört, doch die Gäste blieben die aktivere Mannschaft. Torchancen gab es in dieser Phase jedoch nicht. Froese läutete die Schlussviertelstunde mit einem schönen Abschluss ein, der Keeper konnte den Ball jedoch sicher abwehren. Das Spiel entschied sich dann nach 83 Minuten. Die Molschder kamen stark nach vorne, Froese nutzte seinen Freiraum für eine Flanke aus dem Halbfeld und fand zentral Jacob. Der Angreifer berührte den Ball noch, konnte ihn jedoch nicht am Keeper vorbei spitzeln. Im Gegenzug gab es einmal mehr eine Ecke für Verl. Die Ecke ging komplett durch, segelt an Freund und Feind vorbei und am langen Pfosten hat Janjic keine Mühe mehr zum 2:1 einzuköpfen. Die Kwasniok-Elf mühte sich noch einmal und hatte wieder durch Jacob die Chance auf den Ausgleich. Doch sein Drop-Kick wurde vom Keeper der Gäste pariert und nach 93 Minuten war die erste Niederlage des FCS in dieser Saison auch besiegelt.


Fazit

Die Niederlage geht am Ende des Tages in Ordnung. Es haben zwar Kleinigkeiten entschieden, doch unter dem Strich war Verl die bessere Mannschaft in der Begegnung und wirkte in vielen Phasen präsenter und einen Tick wacher und frischer als der FCS. Sie haben eine gute Mannschaft, ein funktionierendes Kollektiv und viel Qualität in ihren Reihen und haben das auch im Spiel gezeigt. Beim FC war es ein gebrauchter Tag, viele Spieler haben nicht ihre gewohnte Leistung zeigen können und dann wird es in dieser Liga schwer zu punkten. Und trotzdem ist die Niederlage auch irgendwo bitter: Wenige Minuten vor Schluss stand es noch Unentschieden und über Jacob hast du die Chance auf die Führung und dann vielleicht doch drei dreckige Punkte. In der Spielklasse mit den zahlreichen Mannschaften auf Augenhöhe sind es Kleinigkeiten die über Spiele entscheiden. Gegen Unterhaching oder München hatte man das Spielglück auf seiner Seite, heute war es Verl. Natürlich schenkt man beide Gegentore her: Der erste Gegentreffer darf so nicht passieren, aber solche Aussetzer wie bei Batz kommen vor und auch der zweite Treffer ist eigentlich geschenkt. Man hat zahlreiche Ecken ohne Mühen verteidigt, in der Szene rutscht der Ball aber durch.


Die erste Saisonniederlage musste früher oder später kommen und jetzt gilt es sich von dieser Niederlage nicht aus der Bahn werfen zu lassen. Man hat eine normale Woche vor sich, kann wieder Kräfte tanken und dann geht es in Uerdingen wieder um Punkte.



Spieldaten


Wettbewerb:3.Liga
Datum:Sonntag, 25.Oktober13:00 Uhr
Spielort:Ludwigsparkstadion
Zuschauer:Geisterspiel



Tore


SpielstandSpielminuteTorschütze
0:136.Aygün Yildirim
1:161.Anthony Barylla
1:284.Zlatko Janjic


Taktik


System:4-1-4-1





Aufstellung


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Ersatzbank

Ramon CastellucciMario Müller
Jayson BreitenbachTobias Jänicke
Kianz FroeseMaurice Deville
José Vunguidica



Wechsel


SpielminuteEingewechseltAusgewechselt
46.Kianz FroeseMarkus Mendler
63.Tobias JänickeLukas Schleimer
67.Fanol PerdedajTimm Golley



Nicht im Kader


SpielerGrund
Mergim FejzullahuNicht berücksichtigt
Teo HerrNicht berücksichtigt
Minos GourasSchulterverletzung
Maurice DevilleNicht berücksichtigt
Steven Zellnerwechselnde Corona-Ergebnisse
Marius KöhlNicht berücksichtigt
Christopher SchorchNicht berücksichtigt
Jonas SingerNicht berücksichtigt
Rasim BulicHandbruch



Nächstes Spiel


Gegner:KFC Uerdingen
Wettbewerb:3.Liga
Spieltermin:Samstag, 31.Oktober 202014:00 Uhr
Spielort:Merkur Spiel-Arena

Bemerkung:höchstwahrscheinlich Geisterspiel

Kommentare 5

  • Ich sehe es eigentlich nicht so dramatisch. Wir waren nicht in Bestform und dennoch nah an einem Punkt und mit viel Glück kannst sogar gewinnen oder zumindest zwischenzeitlich in Führung gehen (Aktion von Jacob). Verdient wäre es allerdings nicht gewesen, Verl mit relativ wenig Fehlern im Passspiel und auch ansonsten stabil. Wieder auffällig und wenn ich mich nicht täusche jedes Spiel diese Saison, dass wird super viele Standards für den Gegner produzieren Freistöße aber noch mehr Eckbälle, da passiert dann halt auch mal was. Der Fehler von Batz und der Rückstand haben natürlich auch nicht geholfen, aber das passiert eben mal, schwamm drüber. Niederlagen gehören dazu und nun kann man in Düsseldorf gegen Uerdingen auf die Reaktion gespannt sein.

  • ich grüble immer noch über die Negativserie des Trainers in Jena . 10 Niederlagen hintereinander!


    Eine Katastrophe wäre, wenn er dort z.B. die Spieler am Anfang überfordert hatte und dieselbe Chose hier auch


    wieder abläuft. Die nächsten 4 Spiele werden es zeigen! Eine sehr anstrengende Saison steht bevor, da


    muß man seine Kräfte einteilen!!!!

  • Wir werden in den nächsten Wochen den Mittelweg zwischen Holzen und fußballerischen Lösungen finden müssen. Ich habe keine große Sorge das wir das nicht hin kriegen und dennoch ist die Niederlage ärgerlich:(

  • Kein Beinbruch und dennoch unnötig. Hat sich aber fast angekündigt. Man lies schon in den vergangenen Partien sehr viele Stadards zu und irgendwann nach einem Dutzend rutscht auch mal einer durch. Bone ist für mich auch noch nicht so weit, der bringt mit vielen Aktionen Unruhe rein, was aber erklärbar ist mit seiner Auszeit und viel anderes auch nicht ging wegen dem Ausfall Zellners.