Vorbericht: Nachholspiel in Duisburg wartet

Zwei Mal in Folge hat der FCS verloren, beide Male ließ man sich in der Schlussphase die Butter vom Brot nehmen und verlor wertvolle Punkte. Gerade der Last-Minute-Gegentore in Uerdingen war so schmerzhaft wie unnötig. Es waren zwei Einschläge in die sogenannte Aufstiegseuphorie, weil auch in Uerdingen die Kleinigkeit nicht auf Seiten des FCS lag. Viel Zeit bleibt nicht, denn es ist schon wieder englische Woche und der FCS gastiert am Mittwoch im Nachholspiel beim MSV Duisburg. Das Spiel sollte ursprünglich Anfang Oktober über die Bühne gehen, der FCS war auch schon in Duisburg. Doch kurzfristig musste die Begegnung durch Corona-Fälle beim Gegner abgesetzt werden. Anstoß in der MSV-Arena ist um 19:00 Uhr.






Livestream

Das Nachholspiel wird ausschließlich bei Magenta Sport (als Einzelspiel) übertragen. Weitere Informationen.


Die Spielstätte/Zuschauer

Die Begegnung findet in der MSV-Arena in Duisburg statt. Das Stadion im Überblick.



Bilanz

Die Historie spricht vor dem Spiel nicht unbedingt für den FCS. In 23 Spielen gab es sieben Siege für den FCS, die Zebras gewannen 14 Vergleiche. In Duisburg sah der FCS in der Vergangenheit regelmäßig schlecht aus. In neun von zwölf Spielen ging es ohne Punkte wieder nach Saarbrücken. Dazu kommen zwei Unentschieden und ein Sieg. Dieser Sieg datiert vom 14.Mai 1977. Am vorletzten Spieltag der Bundesliga siegte der FCS mit 3:2 beim MSV. Roland Stegmayer brachte den FC mit 1:0 in Front, Harry Ellbracht erzielte kurz nach der Pause das 2:1 und Bernd Förster erzielte nach 63 Minuten den 3:2-Siegtreffer für die Blauschwarzen. Es war ein ganz besonderes Spiel, denn der FCS krönte mit diesem Sieg eine starke Aufholjagd (mit den legendären Siegen über Köln, dem Triumpf auf Schalke, dem 3:2-Husarenritt bei der Regenschlacht gegen Hamburg und dem 6:1 gegen die Bayern) in der Liga und hatte den Klassenerhalt quasi sicher. 1989 folgte in der 2.Bundesliga noch ein Remis. Das letzte Gastspiel in Duisburg gab es im Oktober 2013. Der FCS kam in einer prekären Lage zum MSV und zeigte eines der wenigen Highlights der Saison 2013/14. Trotz 2:0-Pausenrückstand und 3:2-Rückstand verdiente man sich vor rund 13.000 Zuschauer ein 3:3-Unentschieden. Im Rückspiel unterlag der FCS im Park mit 0:2. Den letzten Sieg gab es im Januar 2005. Demai und Bencik erzielten auf eisigem Untergrund jeweils einen Doppelpack und fegten den MSV mit 4:1 aus dem Park.



Der Gegner: MSV Duisburg

Der Meidericher Spielverein 02 e. V. Duisburg - kurz als MSV Duisburg bekannt - ist ein Traditionsverein aus Nordrhein-Westfalen. Gegründet wurde der Club am 2.Juni 1902. Die Vereinsfarben sind Blau und Weiß, rund 9.000 Mitglieder vereinen sich im Club. Schon seit 2001 ist die Profiabteilung in eine GmbH ausgegliedert. Duisburg etablierte sich nach dem 2.Weltkrieg in der ersten Spielklasse und war 1963 auch Gründungsmitglied der Bundesliga. Man wurde in der ersten Saison Vizemeister. In der Folge rutschte man ins (hintere) Mittelfeld ab, spielte jedoch bis 1982 durchgängig in der höchsten Spielklasse. Nach vier Jahren in der 2.Liga ging es 1986 sogar in die Drittklassigkeit. 1991 kehrte man in die Bundesliga zurück, stieg jedoch sofort wieder ab. Auch von 1993 - 1995 und 1996 - 2000 spielte man Bundesliga, konnte sich jedoch nicht mehr auf Dauer etablierten. Dies gilt auch für die Ausflüge in den Spielzeiten 2005/06 und 2007/08. Beide Male stieg man als Tabellenletzter sofort wieder ab. 2013 gab es den Lizenzentzug in Liga 2 und seither pendelt man zwischen der 2.Bundesliga und der 3.Liga. In der Saison 2018/19 stieg man als Tabellenletzter ab und in der letzten Saison wurde der Aufstieg verpasst. Der MSV spielte lange eine gute Saison und lag über Monate auf Platz 1. Spätestens mit der Corona-Pause ging der Flow verloren und man rutschte am Ende bis auf Platz 5 ab. Es war ein extremer Einbruch und angesichts von anhaltenden finanziellen Problemen eine sehr bittere Situation. Man hat seit Jahren finanzielle Probleme, die Corona-Situation hat es nur verschärft und man spricht offen davon auf Dauer sich die 3.Liga nicht leisten zu können. Entsprechend wurde auch unmittelbar nach dem Scheitern der Vorsaison der Aufstieg als Ziel ausgerufen. Dabei musste der Etat wohl leicht gekürzt werden und liegt im Spielerbereich bei kolportierten vier Millionen Euro. Den Aufstieg realisieren sollen Sportdirektor Ivo Grlic und Trainer Torsten Lieberknecht. Der ehemalige FCS-Spieler (Saison 2002/03) ist mittlerweile seit Oktober 2018 als Trainer in Duisburg aktiv.


Transferaktivitäten

Im Sommer hat sich in Duisburg auf dem Transfermarkt mehr getan als ursprünglich geplant. Es gab sieben Abgänge. Lukas Boeder (letzte Woche mit Halle im Park) war in der Vorsaison absoluter Stammspieler in der Abwehr beim MSV, sein auslaufender Vertrag wurde jedoch nicht verlängert. In Matthias Rahn (Cottbus) erhielt ein weiterer Innenverteidiger keinen Vertrag, er war jedoch auch kein Stammspieler. Auch Außenverteidiger Max Schmeling (Dortmund II) durfte gehen. Nicht geplant war der Abgang von Stammspieler Tim Albutat. Der zentrale Mittelfeldspieler wechselte trotz laufenden Vertrages zum MSV Duisburg. Auch Yassin Ben Balla hätte man gerne gehalten, er wollte seinen auslaufenden Vertrag jedoch in der 3.Liga nicht verlängern und wechselte zu Eintracht Braunschweig. Auch er fehlt nun in der Zentralen. Shootingstar Lukas Daschner (Offensives Mittelfeld, elf Saisontore) wurde gegen eine Ablösesumme an den FC St. Pauli verkauft. Auch für Angreifer Petar Sliskovic (Türkgücü München) erhielt man eine Ablösesumme, der Kroate war in Duisburg nur zweite Wahl. Wie Daschner und Albutat war auch er eigentlich fest eingeplant.


Neun Spieler sind dafür neu gekommen, dazu wurde Darius Ghindovean aus der eigenen U19 befördert. Ein Hauptaugenmerk lag auf der Defensive. Die neue Alternative auf der linken Abwehrseite ist Niko Bretschneider, der 21-Jährige kam von Hertha II und war dort Stammspieler. Maximilian Sauer spielte zuletzt für Zweitligist Greuther Fürth und kam dort zu 16 Einsätzen. Der 26-Jährige spielt auf der rechten Abwehrseite. Für die Innenverteidigung hat man Routinier Dominik Schmidt (33), letzte Saison noch mit 21 Einsätzen für Zweitligist Holstein Kiel, verpflichtet. Ebenfalls aus Kiel kam Tobias Fleckstein. Der 21-Jährige spielte dort vor allem in der zweiten Mannschaft. Der dritte neue Innenverteidiger ist Dominic Volkmer (24) von Carl Zeiss Jena. Er war dort lange Zeit suspendiert gewesen. Die schwerwiegenden Abgänge im Mittelfeld sollen Wilson Kamavuaka und Mirnes Pepic kompensieren. Kamavuaka kam aus der zweiten polnischen Liga und ist eine Option auf der Sechs. Der 30-Jährige hat auch schon für Darmstadt in der 2.Liga gespielt. Pepic (24) war in der letzten Saison noch Stammspieler bei Hansa Rostock und dort ein Kopf der Mannschaft. Für die offensive Außenbahn kam David Tomic von Stuttgart II. Im Angriff kam Orhan Ademi von Eintracht Braunschweig. Er ist die Alternative zu Vermeij, schon bei der Eintracht war er Joker. In Würzburg hat er aber schon seine Qualitäten in der 3.Liga unter Beweis gestellt.


Bisherige Saison

Der Saisonstart der Duisburg verlief zunächst schleppend. Im ersten Pflichtspiel der Saison ging es im Pokal gegen Borussia Dortmund, die Zebras waren in dem Spiel erwartungsgemäß chancenlos. Schon zur Pause lag man 0:3 hinten, am Ende verlor man mit 0:5. Zum Auftakt der 3.Liga gab es dann den schwierigen Auftakt bei Hansa Rostock. Scepanik brachte den MSV in Front, in Halbzeit 2 drehte Hansa jedoch die Begegnung. Den Fehlstart machte man dann im Heimspiel gegen den FSV Zwickau perfekt. Duisburg war lange Zeit die bessere Mannschaft, geriet nach 67 Minuten jedoch in Rückstand, Zuvor hatte der eingewechselte Mickels einen Fehlpass gespielt. Nach 74 Minuten bügelte er den Fehler wieder aus und traf zum Ausgleich. Es blieb beim verdienten Remis. Am 3.Spieltag war man in Lübeck zu Gast, beim Aufsteiger tat sich der MSV in den ersten 30 Minuten sehr schwer, kam dann immer besser ins Spiel und hatte die Chancen zur Führung. Auch nach der Pause war man bessert, kassierte in eine Druckphase jedoch den Rückstand. Vermeij köpfte in der Schlussphase den Ausgleich, den erhofften Siegtreffer gab es nicht mehr. Dann kann die Corona-Pause und man kam gestärkt aus der Pause raus: Ohne viel Vorbereitung gewann man durch ein Tor von Ademi mit 1:0 in Unterhaching. Im letzten Heimspiel waren schwindende Kräfte dann offensichtlich, gegen Uerdingen musste man sich am Ende mit 0:2 geschlagen geben. Mit einer Woche Training in den Beinen setzte man dafür letzten Samstag ein Ausrufezeichen und gewann bei 1860 München mit 2:0. Fleckstein brachte den MSV nach 62 Minuten per Kopf in Führung, in der Nachspielzeit stellte Scepanik den Endstand her.


Mit den beiden Auswärtssiegen hat man mittlerweile acht Punkte auf dem Konto und hat erst mal die Abstiegszone verlassen. Die Bilanz ist mit jeweils zwei Siegen, Unentschieden und Niederlagen ausgeglichen. Platz 16 ist der Lohn. Mit einem Sieg über den FCS würde man ins Tabellenmittelfeld springen und hätte gar wieder einen direkten Kontakt an die Tabellenspitze, zumal man noch ein Nachholspiel mehr in der Hinterhand hat. Als Problem kann man bisher die Offensive ausmachen. Duisburg hat erst sechs Tore auf dem Konto (kein Team in der Liga hat weniger Treffer erzielt), in den letzten drei Spielen gab es jedoch drei Tore. Mit gerade einmal sieben Gegentoren (nur der FCS hat weniger Treffer kassiert) stellt man dafür jedoch mit die beste Abwehr der Liga. Bester Torschütze ist Lukas Scepanik mit zwei Treffern. Nun will man auch zuhause den ersten Dreier holen. Man hatte erst zwei Heimspiele, hat gegen Uerdingen verloren und gegen Zwickau Remis gespielt und steht vorläufig auf dem letzten Platz in der Heimtabelle.




Aufstellung gegen den MSV Duisburg


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