Last-Minute-Sieg in Duisburg

Vor dem Spiel: Ausgangslage und Taktik

Schon wieder englische Woche für den FCS. Das im Oktober kurzfristig abgesagte Auswärtsspiel beim MSV Duisburg stand an diesem Mittwoch auf dem Plan und nach zwei Niederlagen in Folge wollte der FC wieder etwas zählbares holen. Mit einem Auswärtssieg war gar der erneute Sprung an die Tabellenspitze möglich. Die Duisburger gingen - nach schwachen Start - mit viel Aufwind in die Begegnung und konnten zuletzt zwei von drei Spielen gewinnen. Mit einem Heimsieg hatte der MSV die Möglichkeit den Sprung ins Mittelfeld zu vollziehen und sich in die gewünschten oberen Tabellenregionen zu bewegen. Zuletzt hatte man mit einem 2:0-Auswärtssieg beim TSV 1860 München überrascht. Im Vergleich zu diesem Spiel nahm Torsten Lieberknecht keine Veränderungen vor und begann wie in München mit einem 4-4-2-System und einer Raute im Mittelfeld statt dem zuvor etablierten 4-1-4-1-System. Die zuvor verletzten Ahmet Engin, Cem Sabanic, Leroy Mickels und Joshua Bitter fehlten erneut, dafür stand Moritz Stoppelkamp zum ersten Mal wieder im Aufgebot.


Beim FCS wurden nach der schmerzvollen Last-Minute-Niederlage in Uerdingen zwei personelle Veränderungen vorgenommen: Boné Uaferro und Kianz Froese rückten für Maurice Deville und Fanol Perdedaj in die Mannschaft. Taktisch blieb der FCS im gewohnten System und dieses Mal mit der Innenverteidigung Zellner/Uaferro. Marin Sverko rückte dafür auf die linke Abwehrseite und bildete den Gegensatz zu Barylla auf der rechten Seite. Jänicke und Froese spielten im zentralen Mittelfeld vor Manuel Zeitz, Mario Müller rückte wie zum Auftakt in Lübeck auf den linken Flügel. Shipnoski kam wie gewohnt über rechts und Jacob nahm wieder seine Position im Sturmzentrum ein. Neben den verletzten Spielern (Minos Gouras, Timm Golley, Rasim Bulic und Sebastian Bösel) standen auch Christopher Schorch, Mergim Fejzullahu, Teo Herr, Marius Köhl und Jonas Singer nicht im Aufgebot.



Spielbericht

Von Beginn an wurde die Geschichte des Spiels offenbart: Die Gastgeber aus Duisburg zogen sich - ähnlich wie zuletzt in München - ganz tief zurück und hatten trotz Heimspiel und trotz aller Ambitionen kein Interesse daran Fußball zu spielen. Stattdessen hieß es Bollwerk aufbauen und auf Nadelstiche zu setzen. Der FCS dagegen zeigte sich von der ersten Sekunde an offensiv, wollte den Ball am Fuß und musste dieses defensive Bollwerk der Gäste knacken. Sebastian Jacob kam nach zwei Minuten zum ersten Mal im Strafraum an den Ball, sein Abschluss wurde jedoch abgeblockt. Ansonsten gingen die Blauschwarzen in dieser Spielphase noch nicht das höchste Risiko und hielten sich meistens außerhalb des Strafraumes auf und waren auf sichere Zuspiele bedacht. So gab es einige Ecken und einmal klärte ein MSV-Verteidiger vor dem einschussbereiten Jacob. Zu Torchancen kam es trotz der gefälligen Spielanlage und dem hohen Pressing jedoch kaum, die Gastgeber waren bis zu diesem Zeitpunkt noch überhaupt nicht zu sehen. Nach 18 Minuten hatte der FCS noch mal einen Abschluss. Jacob gewann im Gegenpressing den Ball und schloss aus 20 Metern ab. Die Kugel landete klar neben dem Tor. Die erste große Chance dann nach 25 Minuten. Der FCS setzte sich auf rechts durch und die Flanke von Shipnoski fand den freien Müller. Müller muss normal mit vollem Risiko den Volleyschuss nehmen, entscheidet sich jedoch für den Versuch der Ballannahme und die Chance ist vertan. Spätestens zu diesem Zeitpunkt drängte sich das Auswärtsspiel in Uerdingen wieder in den Vordergrund. Nach etwas mehr als einer Stunde ging es beim FCS wieder über rechts, dieses Mal flankte Barylla aus dem Halbfeld und fand in der Mitte den aufgerückten Froese. Sein Kopfball ging knapp am langen Pfosten vorbei. Sieben Minuten vor dem Pausenpfiff belohnte man sich dann endlich und knackte die Duisburger durch einen der zahlreichen Standards. Ecke Barylla, Froese verlängert auf den langen Pfosten und dort ist Shipnoski frei und trifft zur hochverdienten Führung. So ging es dann auch in die Halbzeitpause.


Ohne Veränderungen auf beiden Seiten ging es weiter und die zweite Hälfte knüpfte nahtlos an den ersten Abschnitt an. Der FCS hatte viel Ballbesitz, bewegte sich fast ausschließlich in der Hälfte der Gastgeber und suchte nach dem Schlüssel ums die Abwehr zu knacken. Schon kurz nach der Pause köpfte Sverko nach einer Flanke von Shipnoski über das Tor. Es war schon fast eine Stunde gespielt, ehe sich auch der MSV mal in der Offensive zeigte. Nach einer Flanke köpfte der aufgerückte Jansen auf das Tor, Batz hatte keine Probleme. Es war die erste echte Offensivaktion im Spiel der Duisburger. Es folgte ein Doppelwechsel bei Duisburg um das Offensivspiel zu beleben, zunächst war es jedoch der FCS mit den Schlagzeilen. Einen Freistoß aus dem Halbzog zog Müller von links in den Strafraum, der freie Sverko köpfte an den Pfosten und der Abpraller fand den Weg an seinen Kopf und ins Tor. Das 2:0 nach 66 Minuten. Duisburg wechselte noch einmal und auch beim FCS gab es zwei Wechsel: Boné Uaferro (gelbbelastet) und Kianz Froese gingen aus dem Spiel und wurden durch Jayson Breitenbach und Fanol Perdedaj ersetzt. Perdedaj übernahm den Froese-Part, Breitenbach spielte als linker Verteidiger. Für ihn rückte Sverko ins Zentrum. Die Umstellung schien dem FCS aber nicht gut zu tun. Duisburg musste nun endgültig kommen und nahm nun auch tatsächlich an diesem Fußballspiel teil. Nach einem Freistoß des eingewechselten Stoppelkamps köpfte Vermeij aufs Tor, Batz konnte parieren (73.). Auf der Gegenseite hatte Jänicke die Chance die Entscheidung zu erzielen, scheiterte jedoch am Keeper (75.). Keine 60 Sekunden später kann Perdedaj den Ball im Mittelfeld nicht klären, Ademi steckt durch und Joker Budimdu trifft freistehend vor Batz zum Anschluss. Nur zwei Minuten später kommt Duisburg über rechts. Sverko klärt den Ball in den Strafraum an sich, trifft jedoch Breitenbach unglücklich am Kopf. Es ist die Vorlage für Vermeij der zum Ausgleich trifft (78.). Fünf schlechte Minuten des FCS und das Lohn schien weg. Der FC gab nicht auf, hatte nur eine Minute nach dem Ausgleich die große Chance auf die erneute Führung: Müller stand nach einer Flanke von Barylla frei, sein Kopfball wurde jedoch pariert. Kurz darauf ging Müller auch vom Feld, für ihn kam Deville (81.). Ein offensives Zeichen. In der nächsten Aktion kommt Sicker nach einem langen Ball im Zweikampf mit Jänicke zu spät und trifft ihn mit dem hohen Fuß. Der sehr kleinliche Schiedsrichter schickt den Außenverteidiger mit Rot vom Feld. Ohne Zweifel eine Fehlentscheidung. Es war ein klares Foul, aber nie im Leben eine rote Karte. Das Pendel ging nun wieder in Richtung des FCS und die Molschder spielten weiter nach vorne. Die Belohnung folgte nach 93 Minuten: Barylla flankte von rechts, den Kopfball von Shipnoski kann Torwart Weinkauf noch parieren, doch ist er gegen den Nachschuss von Jänicke machtlos. Der Last-Minute-Punch geht dieses Mal an den FCS. Im Trubel bekommt MSV-Innenverteidiger auch noch die Ampelkarte ehe das Spiel beendet wird.


Fazit

Ein glücklicher Sieg für die Blauschwarzen. Das Tor fällt in der 93.Minute und fast mit dem Abpfiff. Ansonsten ist der Auswärtssieg aber absolut verdient. Man hat 85 Minuten lang ein starkes Spiel gezeigt, man hat Duisburg über weite Strecken vollständig kontrolliert und Fußball gespielt. Teilweise hat es sich angefühlt wie so oft in der Regionalliga mit nur einer Mannschaft die Fußball spielen will und das war der Aufsteiger und nicht der selbsternannte Aufstiegskandidat. Nach zwei Niederlagen so zu spielen, so mutig zu sein ist ein Ausrufezeichen. Man hat sich natürlich keine 15 großen Chancen erspielt, das ist gegen so einen defensiven Gegner auch schwer. Aber man hat richtig gut gespielt und hatte seine Gelegenheiten. Manchmal muss dann auch ein Standard das Spiel öffnen und mit dem Tor von Shipnoski belohnst du dich, mit dem 2:0 in Hälfte 2 machst du an sich den Deckel auf das Spiel. Man hat sich dann aber etwas zu tief fallen gelassen. Im Nachgang muss man sich auch fragen, ob die Auswechslung von Uaferro sinnvoll war. Natürlich hatte er gelb und der Schiedsrichter war kleinlich, doch man hat fünf Minuten gebraucht um sich zu finden und da stand es schon 2:2. Man macht es in dieser Phase dem Gegner zu einfach und droht leichtfertig Punkte zu verschenken. In Duisburg ging es jetzt anders als gegen Verl oder in Uerdingen gut. Die unberechtigte rote Karte hat mit Sicherheit ihre Rolle gespielt da sie den starken Aufwind von Duisburg gebrochen hat. Trotzdem war die Reaktion (auch schon nach dem 1:2, als man gleich wieder nach vorne spielen wollte) richtig. Wir wollen aktiv sein, wir wollen Fußball spielen und der Mut der Mannschaft weiß zu gefallen. Die Belohnung ist nach acht Spieltagen wieder die Tabellenführung, vor allem aber 16 wertvolle Punkte im Kampf gegen den Abstieg. Weiter geht es schon am Samstag gegen Dynamo Dresden.


Spieldaten


Wettbewerb:3.Liga
Spieltag:4.SpieltagNachholspiel
Datum:Mittwoch, 4.November19:00 Uhr
Spielort:Schauinsland-Reisen-Arena
Duisburg
Zuschauer:Geisterspiel



Tore


SpielstandSpielminuteTorschütze
0:138.Nicklas Shipnoski
0:266.Marin Sverko
1:276.Budimbu
2:278.Vermeij
2:390.Jänicke




MinuteArtSpielerGrund
82.Rote KarteSicker (MSV)Hoher Fuß
90.Gelb-Rote KarteSchmidt (MSV)Meckern




Taktik


System:4-1-4-1





Aufstellung




Ersatzbank

Ramon CastellucciMaurice Deville
Jayson BreitenbachFanol Perdedaj
Markus MendlerLukas Schleimer
José Vunguidica



Wechsel


SpielminuteEingewechseltAusgewechselt
70.Fanol PerdedajKianz Froese
72.Jayson BreitenbachBoné Uaferro
81.Maurice DevilleMario Müller



Nicht im Kader


SpielerGrund
Mergim FejzullahuNicht berücksichtigt
Teo HerrNicht berücksichtigt
Minos GourasSchulterverletzung
Timm GolleyRückenprobleme
Sebastian Böselmuskuläre Probleme
Marius KöhlNicht berücksichtigt
Christopher SchorchNicht berücksichtigt
Jonas SingerNicht berücksichtigt
Rasim BulicHandbruch



Nächstes Spiel


Gegner:SG Dynamo Dresden
Wettbewerb:3.Liga
Spieltag:9.Spieltag
Spieltermin:Samstag, 7.November 202014:00 Uhr
Spielort:Ludwigsparkstadion
Bemerkung:Geisterspiel

Kommentare 1

  • Ich habe meinen Augen nicht getraut. Wir verlieren zwei Spiele und laufen in Duisburg wie in einem Heimspiel auf. Chaupeau!

    Eijo 1