Vorbericht: Heimknaller gegen Dresden beendet die englische Woche

Gerade einmal 65 Stunden nach dem Sieg in letzter Sekunde gegen Duisburg und dem erneuten Sprung an die Tabellenspitze der 3.Liga geht es für den FCS schon am Samstag mit dem nächsten Spiel weiter, mittlerweile ist man schon beim neunten Spieltag der Saison angekommen. Es ist ein Mammutprogramm in der 3.Liga und die Aufgabe am Wochenende könnte kaum schwieriger sein: Zweitligaabsteiger & TOP-Favorit Dynamo Dresden kommt in den Ludwigspark. Anstoß ist am Samstag wie gewohnt um 14:00 Uhr.








Livestream

An den Endgeräten herrscht am Samstag freie Auswahl. Neben der obligatorischen Übertragung durch Magenta Sport als Einzelspiel wird das Spiel auch durch die Landesprogramme der ARD übertragen. Der SR, der SWR und der MDR übertragen jeweils live. Alle Informationen.


Die Spielstätte/Zuschauer

Die Begegnung am Sonntag ist das fünfte Heimspiel nach der Rückkehr in den Park. Nachdem schon in den letzten beiden Spiele keine Zuschauer durften wird auch das Spiel gegen Dresden ein Geisterspiel sein. Trotzdem haben wir einige Dinge rund um den neuen Ludwigspark zusammengefasst.



Bilanz

Acht Vergleiche gab es bisher zwischen beiden Teams, die Statistik gibt einen Vorteil für Dresden her. Dynamo hat vier dieser acht Spiele gewonnen, dazu kommen zwei Unentschieden und zwei Siege für den FCS. Beide Siege gab es im Park, dazu kommen ein Unentschieden und eine Niederlage. Die ersten Vergleiche gab es in der Bundesligasaison 1992/93. 20.000 Zuschauer im Park sahen ein 1:1. Die Gäste gingen nach 12 Minuten durch ein Eigentor in Front, Michael Kostner glich in der Endphase per Strafstoß aus. Auch das Rückspiel in Dresden endete Remis. Von 2004 bis 2006 gab es vier Vergleich in der 2.Bundesliga. Drei Mal gewann Dresden, unter anderem am 11.März 2005. Oswald traf kurz vor der Pause und sicherte der SGD den bisher einzigen Sieg im Park. Neun Minuten später ging Dresden schon nach sechs Minuten durch Fröhlich in Führung, doch der FCS drehte die Begegnung durch einen Doppelpack von Amri. Dazu kam ein Doppelpack von Örtülü und ein Treffer von Henrich Bencik. Der FC siegte 5:1. Die letzten Duelle stammen aus der Drittligasaison 2010/11. In Dresden verlor der FCS als Aufsteiger vor über 17.000 Zuschauern mit 0:3. Im Rückspiel im Park zeigten die Blauschwarzen vor 6.000 eine beherzte Leistung. Marcus Mann brachte den FC nach 20 Minuten in Front, Nico Zimmermann legte kurz nach der Pause nach. Nach dem Anschlusstreffer durch Röttger (71.) stellte Sieger per Kopf wieder den alten Spielstand her (76.). In der Nachspielzeit verkürzte Esswein noch mal, doch der FCS siegte mit 3:2 und holte wichtige Punkte im Abstiegskampf gegen den späteren Aufsteiger.




Der Gegner: Dynamo Dresden

Die Sportgemeinschaft Dynamo Dresden e. V. - abgekürzt als SG Dynamo Dresden, SGD oder Dynamo - ist ein 1953 gegründeter Verein aus der sächsischen Landeshauptstadt Dresden. Zurück geht der Club auf 1950 und die üblichen Vereinsgründungen in der DDR. Die Entwicklung der SGD ist bekannt und man hat sich längst das Image eines großen Traditionsverein erschaffen. So verfügte der Club im März 2020 über mehr als 23.000 Mitglieder und kann in normalen Zeiten auf ein gewaltiges Fanpotenzial zurückgreifen. Die Vereinsfarben sind Schwarz-Gelb. Dresden hatte eine schwierige Anfangszeit und begann erst 1969 sich in der DDR-Oberliga zu etablieren. Bis 1991 verließ man die Spielklasse nicht mehr und war sehr erfolgreich. Acht Mal sicherte man sich die Meisterschaft, sieben Mal wurde man nationaler Pokalsieger. International stand man im Halbfinale des UEFA-Pokals und drei Mal im Viertelfinale des Europapokals der Landesmeister. Mit der Wende qualifizierte man sich für die gesamtdeutsche Bundesliga. Drei Spielzeiten lang hielt man die Klasse, 1995 stieg man ab und kehrte bisher nie zurück. Mit dem Abstieg ging ein Lizenzentzug einher und Dresden spielte in der Folge in der Regionalliga Nordost, 2000 ging es gar in die viertklassige Oberliga. 2004 gelang der Aufstieg in die 2.Bundesliga, konnte sich jedoch nicht etablieren und musste 2006 wieder absteigen. 2008 war man Gründungsmitglied der 3.Liga, erst 2011 gelang für drei Jahre die Rückkehr in die 2.Liga. Von 2014 bis 2016 war man wieder in der 3.Liga aktiv und die letzten vier Spielzeiten war man Zweitligist. In der Saison 2019/20 gab es einen ordentlichen Start, doch eine lange Negativserie ließ Dresden bis auf den letzten Platz abrutschen. In die Winterpause ging man mit sechs Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz. Man investierte im Winter in viele Leihgaben, konnte den Rückstand jedoch nicht mehr aufholen und muss einmal mehr zurück in die 3.Liga. Das Ziel ist der Wiederaufstieg. Die finanzielle Situation des Clubs ist - anders als oft in der Vergangenheit - gut. Man ging mit einem Eigenkapital in Höhe von etwa 10 Millionen Euro in die Saison. Die Corona-Situation trifft aber natürlich auch Dresden hart. Trainer in Dresden ist Markus Kauczinski. Er soll den Club wieder zurück in die 2.Bundesliga bringen. Der 50-Jährige ist seit Dezember 2019 im Amt, konnte den Abstieg im Sommer jedoch nicht verhindern. Mit Tim Knipping steht auch ein ehemaliges FCS-Spieler im Aufgebot. Der Innenverteidiger stand von 2012 bis 2014 beim FCS unter Vertrag.


Transferaktivitäten

Wie so oft brachte der Abstieg auch in Dresden einen gewaltigen Umbruch mit sich. Die Abgänge sind zahlreich: Stammspieler oder zumindest zum erweiterten Kreis gehörten Alexander Jeremejeff (ST/Twente Enschede), Sascha Horvath (OM/TSV Hartberg), Patrick Ebert (OM/AO Xanthi), Baris Atik (OM/Unbekannt), René Klingenburg (ZM/Viktoria Köln), Niklas Kreuzer (RV/Unbekannt), Linus Wahlqvist (RV/IFK Nörrköping), Florian Ballas (IV/Aue), Dženis Burnić (DM/1.FC Heidenheim), Patrick Schmidt (ST/1. FC Heidenheim), Brian Hamalainen (LV/Lyngby BK), Simon Makienok (ST/FC ST.Pauli), Marco Terrazzino (LM/SC Paderborn), Jannik Müller (IV/Dunajska Strede), Jannis Nikolaou (IV/Eintracht Braunschweig), Jusef Hufbauer (ZM/Anorthosis), Ondřej Petrák (DM/Slovan Bratislava) und Godsway Donyoh (ST/Maccabi Haifa). Aus der zweiten Reihe gingen dazu Tim Boss (TW/SV Wehen Wiesbaden), Osman Atilgan (RM/Preußen Münster)


Dafür wurden 19 neue Spieler verpflichtet. Stefan Kieler (TW), Maximilian Großer (IV), Ransfort Königsdöorffer (Flügel) und Simon Gollnack (ST) rückten aus der eigenen U19 auf. Dazu kamen junge Spieler wie Linksverteidiger Jonathan Meier (20/FSV Mainz 05), Sechser Paul Will (21/FC Bayern München II) oder der offensivere Mittelfeldspieler Julius Kade (21/Union Berlin). Auch Agyemang Diawusie (RM/FC Ingolstadt), Luca Stör (ST/zuvor ausgeliehen an NK Aluminij) und der vielfach umworbene Angreifer Christoph Dafener (SC Freibrg) sind noch unter 23 Jahre alt. Schlagzeilen machte man dazu mit einigen hochkarätigen Neuzugängen: Tim Knipping hat über Jahre in der 2.Liga gespielt und kam aus Regensburg. Er ist wie Sebastian Mai ein Innenverteidiger. Mai ist Dresdner, der 26-Jährige war im Vorjahr absolute Stammkraft in Halle. Mit Robin Becker (23/RV) kam zudem noch ein Stammspieler von Zweitligaaufsteiger Eintracht Braunschweig. Im Mittelfeld konnte man Yannick Stark von Darmstadt 98 verpflichten. Der 30-Jährige hatte letzte Saison noch 28 Spiele bestritten. Patrick Weihrauch kam von Arminia Bielefeld, hatte dort jedoch ein schwieriges Jahr. Der 26-Jährige ist ein überragender Spieler für die 3.Liga. Für die Außenbahn wurde Marvin Stefaniak vom VfL Wolfsburg ausgeliehen. Er war letzte Saison für Fürth in der 2.Bundesliga aktiv. Außerdem gelang die Verpflichtung von Panagiotis Vlachodimos. Der 29-Jährige war der absolute Überflieger in Großaspach und stand bei vielen Clubs auf der Liste. Dies gilt auch für die Angreifer Pascal Sohm (29) und Philipp Hosiner (31). Sohm war zuvor in Halle aktiv und erzielte in der letzten Saison zwölf Tore für den HFC. Hosiner kam bei Absteiger Chemnitz gar auf 19 Treffer.



Bisherige Saison & Tabellensituation

Die neue Dresdner Mannschaft startete perfekt in die Saison. Im DFB-Pokal empfang man Zweitligist Hamburg und fegte den HSV mit 4:1 von der Platze, schon nach 53 Minuten führte man mit 3:0. Stark, Becker, Daferner und Mai trafen. Auch der Start in die Liga gelang. Mai brachte die SGD im Eröffnungsspiel in Kaiserslautern nach 17 Minuten per Kopf in Führung, trotz langer Unterzahl (Gelb-Rot gegen Will kurz vor der Pause) hielt man den knappen Sieg fest. Im folgenden Heimspiel gegen Mannheim kam man dann nicht über ein 1:1 hinaus. Die Waldhöfer waren besser, gingen verdient in Führung und Dresden kämpfte sich in der zweiten Hälfte zurück. Drei Minuten vor Schluss traf Daferner zum Ausgleich. Es folgte eine klare 0:3-Pleite beim FC Bayern II und ein Arbeitssieg gegen den 1.FC Magdeburg. Gegen den sehr tief stehenden FCM erzielte Routinier Stark das einzige Tor per Abstauber. Einen 1:0-Erfolg gab es auch beim VfB Lübeck. Obwohl Dresden über 80 Minuten ein Mann mehr war tat man sich extrem schwer und die Gastgeber waren über weite Strecken sogar besser. Doch Hosiner traf nach 68 Minuten und sicherte den knappen Sieg. Trotz der Siege lief nicht alles rund und das erlebte Dynamo dann auch gegen Zwickau und in Ingolstadt. Gegen Zwickau ging man schon nach zwei Minuten in Front (Hosiner), kassierte jedoch postwendend den Ausgleich und geriet nach einer halben Stunde in Rückstand. Dieses Ergebnis blieb und man verlor nicht unverdient mit 1:2. In Ingolstadt geriet man schon nach vier Minuten durch eine Notbremse in Unterzahl, der folgende Elfmeter führte zum Rückstand. Dynamo verteidigte hart, kam jedoch nicht zum Ausgleich. Umso wichtiger war der Heimsieg letzte Woche gegen den SV Meppen. Mit dem Halbzeitpfiff traf Hosiner zur Führung, nach einer Stunde legte der starke Königsdörffer den zweiten Treffer nach und Kade besorgte in der Nachspielzeit den verdienten Sieg.


In der Tabelle belegt man aktuell den siebten Tabellenplatz. Damit wäre man am Ende der Saison nicht zufrieden, doch mit 13 Punkten aus acht Spielen steht man ordentlich dar und befindet sich im großen Pulk der Liga. Drei Punkte sind es auf Platz 13, aber auch nur ein Punkt Rückstand auf den Relegationsplatz und zwei Punkte Rückstand auf den ersten direkten Aufstiegsplatz. Obwohl man nach eigenen Verständnis zu viele schwächere Spiele dabei hatte. Es gab vier Siege, ein Remis und drei Niederlagen und Dynamo sind die Minimalisten der Liga. Man hat bisher erst acht Tore erzielt, hat sieben Gegentreffer bekommen. Defensiv ist es damit aktuell die beste Abwehr der Liga. Sie haben schon vier Mal zu NUll gespielt, hatten schon drei 1:0-Siege und allgemein hat man gegen Meppen zum ersten Mal mehr als ein eigenes Tor geschossen in der Liga. Der beste Torschütze ist Philipp Hosiner. Er steht schon wieder bei drei Treffern und ist wie in Chemnitz extrem torgefährlich. Dazu kommen vier Spieler mit je einem Treffer. In der Auswärtstabelle findet sich Dresden auf dem sechsten Platz wieder. In vier Spielen auf fremden Platz gab es zwei Siege und zwei Niederlagen. In Lübeck und in Kaiserslautern siegte man mit 1:0, zuletzt gab es in Ingolstadt die Niederlage in ewiger Unterzahl.





Aufstellung gegen den SV Meppen


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Kommentare 3

  • Sehe unsere Chancen bei 50:50. Mit ein bisschen Glück können wir den nächsten 3er holen und wenn nicht, dann eben nicht sehr schöne Augangspostition;)

  • Es wird auch gegen Dresden ein Ritt auf der Rasierklinge. Eine gute Leistung von uns und alles ist möglich, so richtig stabil waren die noch nicht man kann ihnen weh tun.

  • Wer da einen Sieg erwartet, dee ist ein typischer Saarländer!!! :-) Mittwochspiele machen Akkus leer!