Vorbericht: Nächster großer Härtetest für den FCS

Wie schon drei Tage zuvor in Duisburg gewann der FCS sein Heimspiel gegen Dynamo Dresden am Samstag durch einen Treffer in der letzten Sekunde und konnte mit einem sehr guten Gefühl und der verteidigten Tabellenführung aus der englischen Woche gehen. Mittlerweile stehen schon mal 19 Zähler auf dem Konto, einen besseren Start in eine Drittligasaison hatte der FCS noch nie. Man hatte nun auch einige Tage Zeit um sich auf die nächste Aufgabe vorzubereiten und einmal tief Luft zu holen. Am Freitag (das erste Freitagsspiel seit dem Wiederaufstieg für den FC) eröffnet man nun den zehnten Spieltag mit dem hochinteressanten Auswärtsspiel bei Viktoria Köln. Der Spitzenreiter ist zu Gast beim Tabellenvierten, der Tabelle nach handelt es sich um ein Spitzenspiel. Anstoß in Köln ist um 19:00 Uhr.








Livestream

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Die Spielstätte/Zuschauer

Das Spiel findet im Sportpark Höhenberg in Köln statt. Es ist mal wieder ein Geisterspiel. Der genaue Blick auf die Heimspielstätte der Viktoria findet ihr HIER



Bilanz

Viktoria Köln ist ein Debütgegner, bisher gab es noch keinen Vergleich mit dem 2011 gegründeten Club. Gegen den Vorgängerverein VfR Köln hat man in der Vorkriegszeit mal eine Begegnung absolviert. In den vergangenen Jahren hat man sich dafür sehr häufig im Rahmen der Vorbereitung getroffen und Testspiele gegeneinander bestritten. Im Februar 2019 gab es so ein 1:1-Unentschieden in der Türkei, Im Sommer 2017 siegte man in Bitburg mit 2:0, im Winter 2017 wurde an der Duisburger Sportschule getestet (2:1-Sieg), im Winter 2016 verlor man in Köln mit 1:2 und im Sommer 2014 gewann man mal mit 5:4 in Köln.



Der Gegner: Viktoria Köln

Der FC Viktoria Köln ist mit Blick auf das Umfeld gesehen einer der kleineren Vereine in der 3.Liga mit ihren zahlreichen Traditionsvereinen. Der Verein in seiner heutigen Form wurde erst im Jahr 2010 als Nachfolgeverein eines insolventen Clubs gegründet. Die Wurzeln gehen derweil zurück bis ins Jahr 1904. Bevor man den Spielbetrieb aufnahm wurde der FC Junkersdorf in den Club integriert. Statt wie üblich in der Kreisliga startete der neue Club so gleich in der Oberliga. Bereits in der Premiensaison wurde man Meister dieser Spielklasse und stieg in die Regionalliga auf. Dort etablierte man sich gleich in der Spitzengruppe. Nach einem sechsten Platz in der Aufstiegssaison wurde man im zweiten Jahr Vierter und es folgten zwei dritte Plätze. 2017 gelang die erste Meisterschaft. In den Aufstiegsspielen scheiterte man jedoch an Carl Zeiss Jena. Nach einem zweiten Platz 2018 wurde man 2019 erneut Meister und durfte dieses Mal direkt aufsteigen. In der Saison 2019/20 spielte man lange Zeit gegen den Abstieg und konnte sich fünf Spieltage vor Schluss entscheidend von der Abstiegszone absetzen. Am Ende reichte es zu 51 Punkten und einem sehr ordentlichen 12.Tabellenplatz. Der Verein (respektive die ausgegliederte GmbH) steht hat eine gute Basis und kann sich auf die Unterstützung von Mäzen Franz-Josef Wernze (ETL) verlassen. Der Etat in der Saison 2019/20 soll bei rund 5,5 Millionen Euro gelegen haben. Das Saisonziel ist sich im oberen Tabellendrittel zu etablieren, dazu steht man als "Geheimfavorit" für den Aufstieg auf vielen Zetteln. Die sportlichen Ziele umsetzen soll Pavel Dotchev. Der 55-Jährige steht seit dem Beginn der letzten Saison bei den Kölnern unter Vertrag und hat die Mannschaft ein gutes Stück entwickeln können.



Transferaktivitäten

Der Umbruch im Sommer fiel in einem ordentlichen Ausmaß aus. 13 Spieler haben den Club verlassen, elf neue Akteure wurden dafür verpflichtet. Im Tor gab es einen Umbruch. Mark Depta (Nummer 2/3), Daniel Mesenholer (zeitweise Stammtorwart mit 18 Einsätzen) und Sebastian Patzler (10 Einsätze) verließen den Club. In der Abwehrkette musste Jan Funke (LV/7 Einsätze) gehen. Er spielte seit Winter überhaupt keine Rolle mehr. Die Leihe von Jonas Carls (kam im Winter von Schalke 04 und war Stammspieler als linker Verteidiger) endete. DAzu ging Sascha Eichmeier (LV/keine Kadernominierung). Rechts wurde Steffen Lang zum SC Verl abgegeben, er spielte verletzungsbedingt seit Winter keine Rolle mehr und war zuvor nur zeitweise eine Stammkraft gewesen. Innenverteidiger Tobias Willers (seit 2017 in Köln) beendete seine Karriere. Der 33-Jährige absolvierte in der Vorsaison noch 20 Einsätze. Außerdem endete die Leihe von Innenverteidiger Lars Dietz. Er war (wenn nicht verletzt) eine Stammkraft. Im Mittelfeld gab man Mart Ristl an den FC 08 Homburg ab, er absolvierte immerhin 21 Einsätze. Im zweiten Halbjahr wurde er kaum noch berücksichtigt. Hamza Saghiri (23) wechselte zu Waldhof Mannheim. Er war mit 32 Einsätzen (28x von Beginn an) ein Stammspieler in der Zentralen. Außenbahnspieler Richmond Tachie (Dortmund II) spielte quasi keine Rolle. Angreifer Sven Kreyer war seit 2015 in Köln, in der 3.Liga jedoch meist nur noch Joker und wechselte mit 19 Einsätzen (6x Startelf) nach Oberhausen.


Die Abgänge im Tor erforderten auch neues Personal auf dieser Position. Yannik Bangsow wurde als U23-Keeper und neue Nummer 2 von Eintracht Braunschweig ausgeliehen. Als neue Nummer 1 holte man den bundesligaerfahrenen Sebastian Mielitz zurück nach Deutschland. Der 31-Jährige spielte zuvor in Dänemark. Drei Abwehrspieler sind neu im Kader. Alexander Höck wurde aus der eigenen U19 befördert und ist wie Maximilian Rossmann ein Innenverteidiger. Der 25-Jährige kam aus Almero aus den Niederlanden und soll eine zentrale Rolle einnehmen. Als neuer Außenverteidiger kam Luca Stellwagen von Astoria Walldorf. Für das zentrale Mittelfeld kam Jeremias Loch von Zweitligaabsteiger Wiesbaden, dort kam er auf 20 Einsätze. Auch René Klingbeil kam von einem Absteiger der 2.Bundesliga (Dresden) und absolvierte dort 25 Einsätze. Die Konkurrenz auf der Position ist damit gewachsen. Außen hat man Enis Tubluk (20) von Hoffenheim II verpflichtet. Dazu kam Lucas Cueto von Preußen Münster. Der 24-Jährige spielte beim Absteiger eine ordentliche Saison. Außerdem lief man Marcel Risse vom 1.FC Köln aus. Der 30-Jährige ist eine erfahrene Option für die rechte Seite. Im Angriff kaufte man Timmy Thiele vom 1.FC Kaiserslautern aus seinem Vertrag. Thiele (29) erzielte für den FCK immerhin zehn Saisontore, war aber trotzdem nicht mehr gewollt.



Bisherige Saison & Tabellensituation

Die Viktorie erlebte einen holprigen Auftakt in die Saison. Im ersten Spiel in Mannheim wurde man in Hälfte 1 quasi überrannt, lag 0:2 zurück und sicherte sich durch eine verbesserte zweite Hälfte noch das Remis. Wunderlich und ein Eigentor besorgten die Treffer. Das folgende Heimspiel gegen Wiesbaden ging mit 0:2 verloren. Den ersten Saisonsieg konnte man in Magdeburg holen. Schon nach 17 Minuten hatten Rossmann per Kopf und Cueto eine 2:0-Führung erzielt, dieses Ergebnis hielt bis zum Ende. Der Erfolg gab Aufwind und man bezwang danach auch Ingolstadt mit 2:0. Bunjaku brachte seine Mannschaft früh in Front, in der Nachspielzeit stellte Cueto den Sieg sicher. Den dritten Erfolg in Serie holte man in Meppen. Die Gastgeber gerieten früh in Unterzahl, verschossen zudem einen Elfmeter und nach der Führung von Bunjaku (50.) schien die Viktoria klar auf Sieg-Kurs. Zwei Ampelkarten gegen Lanius und Kyere (73./76.) drehten das Spiel, zu Neunt konnte die Viktoria jedoch den knappen Vorsprung über die Runden bringen. Einen Vorsprung über die Runden bringen musste man auch gegen den FC Bayern München II. Köln ging in der ersten Viertelstunde durch Wunderlich und Thiele

mit 2:0 in Führung, verlor dann Innenverteidiger Rossmann mit einer roten Karte. Trotzdem machte Cueto noch das 3:0 (27.). Danach verteidigte Köln meistens, kassierte kurz vor Ende der ersten Hälfte den Anschlusstreffer und nach 61 Minuten stand es nur noch 2:3. Die letzten 29 Minuten lieferte Köln dann eine erfolgreiche Abwehrschlacht und gewann zum vierten Mal in Serie. Damit sprang Köln in der Tabelle auf den zweiten Platz. Die Serie riss dann in Rostock auf überraschende Art und Weise. Köln fand nie wirklich ins Spiel kassierte nach 25 Minuten einen Doppelschlag und das gleiche Szenario wiederholte sich auch direkt nach der Pause. Am Ende ging man hochverdient mit 1:5 unter. Auch im letzten Heimspiel gegen Lübeck ging man als Verlierer vom Feld. Man geriet früh in Rückstand, war in der Folge nicht kreativ genug um Lübeck Defensiv wirklich zu fordern und verlor am Ende nicht unverdient mit 0:2. Am Montag gastierte man beim MSV Duisburg. Man geriet nach 22 Minuten in Rückstand. Doch Thiele, Bunjaku (per Elfmeter) und Risse drehten verdient das Spiel zu einem 3:1-Sieg.


Die häufig als Geheimfavorit gehandelte Viktoria geht nach diesem Sieg als Tabellenvierter in den zehnten Spieltag. In neun Begegnungen gab es 16 Punkte und man liegt nur einen Punkt hinter Ingolstadt und 1860 München sowie nur drei Punkte hinter dem FCS. Man ist voll im Geschäft, absolut im Soll und spielt insgesamt eine gute Runde. Bisher gelang der Offensive 14 Treffer. Nur fünf Teams in der Liga haben öfter getroffen. Erst in zwei Spielen konnte Köln keinen eigenen Treffer erzielen. Mike Wunderlich, Lucas Cuerto und Albert Bunjako führen die interne Torjägerliste mit jeweils drei Treffern an, Timmy Thiele hat schon zwei Tore auf dem Konto. Dazu hat man bereits 14 Gegentore bekommen, es ist der höchste Wert unter den TOP11 und allgemein haben nur vier Teams mehr Gegentore bekommen. Die fünf Gegentore in Rostock spielen hier aber eine gewichtige Rolle und in drei Spielen bekam man keinen Gegentreffer. Neben der sehr starken Auswärtsbilanz (10 Punkte aus fünf Spielen, Platz 3) liegt man in der Heimtabelle im Mittelfeld. Sechs Punkte brachten die Heimsieg über Ingolstadt und Bayern II in den vier Heimspielen, dies bedeutet aktuell den neunten Platz.



Aufstellung gegen den MSV Duisburg


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