Die Lage des FCS vor Köln

Nach einem Viertel der Saison ist der FCS bestens in der 3.Liga angekommen und führt als Aufsteiger immer noch die Liga an. Mit 19 Punkten aus neun Begegnungen kann man mehr als gut Leben. Zuletzt wurden die Begegnungen der Malstätter immer spät entschieden. In fünf der letzten sechs Spiele fiel der entscheidende Treffer in der Schlussphase, oft gar in der Nachspielzeit. So hat der FCS auch die letzten beiden Spiele in Duisburg und gegen Dresden mit dem Last-Minute-Punch gewinnen können. Beide Male war der Sieg verdient, in Uerdingen oder gegen Verl hat man aber auch schon die andere Seite gesehen. Diese späten Siege sind auch Grundstein für die starke Tabellenposition, man könnte auch einige Punkte weniger auf dem Konto haben (oder gar noch zwei Zähler mehr). Die ganzen engen Spiele lassen die Situation auch vernünftig einschätzen: Vor jedem Spiel in dieser Liga steht man vor einem richtig starken Gegner mit zahlreichen individuell guten Fußballern und einem starken Mannschaftsgefüge.


Das gleiche Szenario hat man auch am Freitag wieder und das Spiel in Köln ist der nächste große Härtetest. Köln ist auch eine Mannschaft mit einer höheren Erwartungshaltung in dieser Saison und der Kader lässt diese Hoffnungen auch zu. Unabhängig von Geheimfavorit oder nicht kann da auch eine Aufstiegsmannschaft entstehen. Bei den Molschdern darf man aber genügend Selbstvertrauen mitbringen und hat in dieser Saison mit Siegen über Rostock, 1860 München oder Dynamo Dresden schon Ausrufezeicehn gesetzt. Mit einer guten Tagesleistung kann man jeden Gegner in dieser Liga ärgern und besiegen. In dieser ausgeglichenen Liga ist alles möglich und wieder können Kleinigkeiten den Ausschlag geben. Favorit ist man trotz der Tabellensituation sicher nicht. Nach der englischen Woche hatte der FCS nun mehr Zeit und hat am Sonntag sowie am freien Montag Regeneration betrieben. Seit Dienstag ist man wieder im Trainingsbetrieb und hat bis zum Spiel mehrere Einheiten absolvieren können.



Personelle Situation

Weiterhin verzichten muss der FCS auf Minos Gouras, Rasim Bulic und Sebastian Bösel. Von Gouras gibt es gute Nachrichten: Er ist diese Woche wieder ins individuelle Training eingestiegen. Auch wenn er noch einige Zeit braucht ist dies ein Licht am Ende des Tunnels nach seiner Schulterverletzung. Rasim Bulic ist letzte Woche nach seinem Handbruch wieder ins Training eingestiegen, zog sich dafür am Ende der Woche einen Muskelfaserriss zu und fehlt weiter. Weiter fehlen wird auch Sebastian Bösel. Seine muskulären Probleme sind hartnäckig, bisher ist noch keine Rückkehr ins Training erfolgt. Neben den verletzungsbedingten Ausfällen muss der FCS auch auf die beiden Nationalspieler Marin Sverko (Kroatien U21) und Maurice Deville (Luxemburg) verzichten. Sverko wird in der Folge die ersten Minuten dieser Saison verpassen. Kianz Froese fehlte bis einschließlich Mittwoch durch seine Erkältung und dürfte daher für das Spiel keine Rolle spielen. Der restliche Kader sollte Lukas Kwasniok zur Verfügung stehen, denn zumindest Mario Müller hat unter der Woche trainieren können. Unter dem Strich kämen dann 21 Akteure für den Kader in Frage.


Lediglich drei Spieler können dann nicht im Kader stehen. Mit Mergim Fejzullahu, Teo Herr und Marius Köhl dürfte es die gewohnten drei Spieler treffen. Im Umkehrschluss würden Spieler wie Christopher Schorch und Jonas Singer mal wieder den Sprung in den Kader schaffen. Insgesamt ist der Kader in der Breite stark geschwächt, trotzdem gibt das Aufgebot noch eine gute Aufstellung und auch Wechseloptionen her.


Wie könnte der FCS beginnen?

Mit den teils schwerwiegenden Ausfällen gilt es die passende personelle Besetzung für das Spiel in Köln zu finden und sie in das gewohnte 4-1-4-1-System zu integrieren. Eine feste Veränderung des Systems dürfte kaum realistisch sein. Man hat in den letzten Spielen situationsbedingt immer mal wieder mit einem 4-4-2-System oder teils gar mit einer Dreierkette agiert. Die Grundordnung war in allen Spielen jedoch das 4-1-4-1. Daniel Batz steht im Tor außer Frage.


In der Abwehrkette gilt es den Ausfall von Sverko zu verkraften. Er ist in der FCS-Defensive gesetzt, ein Ruhepol und hat nicht ohne Grund bisher jede Minute in dieser Saison gespielt. Zuletzt spielte er zwei Mal als linker Verteidiger. Für Freitag kommen Mario Müller und Anthony Barylla in Frage. Müller ist Linksverteidiger, hat das über Jahre gespielt und macht auf der Position keine Sorgen. Zuletzt spielte er im linken Mittelfeld und eine Rückkehr öffnet dafür eine Baustelle im Mittelfeld. Barylla könnte die Seite wechseln, auch gegen Verl hat er schon auf der Seite eine gute Leistung gezeigt. Seine Flügelläufe gehen in diesem Szenario ein Stück verloren. Durch den Ausfall von Sebastian Bösel wäre dann Jayson Breitenbach die Option auf der rechten Abwehrseite. Er würde seine Chance bekommen. Vielleicht kann man ihn auch links spielen lassen (in Duisburg wurde er auch auf diese Seite eingewechselt), jedoch dürfte Barylla die Umstellung auf die ungewohnte Seite einfacher umsetzen können.


Zentral hat sich mit dem Wegfall von Sverko das Duo Steven Zellner und Boné Uaferro zementiert. Eine andere Lösung wäre eine große Überraschung. Boné Uaferro kommt von Spiel zu Spiel besser in Fahrt und dürfte mit der erworbenen Spielpraxis in den letzten fünf Spielen auch wieder bei 100% sein. Wie in Duisburg hat er auch gegen Dresden eine abgeklärte Leistung gezeigt. Der zweite Part der Innenverteidigung ist fest durch Steven Zellner geblockt. Er ist nicht nur der Abwehrchef der Mannschaft, er gehört auch zur Achse des Teams und ist mehr als gesetzt. Barylla und Breitenbach könnten bei Umstellungen im Spielverlauf zu Optionen werden, beide Akteure haben schon zentral verteidigt. Die Ausfälle dürften auch den Weg von Christopher Schorch in den Kader ebnen. Er stand zuletzt gegen Halle im Aufgebot.


Manuel Zeitz wird auch am Freitag seinen Part im defensiven Mittelfeld einnehmen. Der Kapitän ist wichtig als Abräumer vor der Abwehr, als Mentalitätsspieler für das Team und er leitet mit die meisten Angriffe beim FCS ein. Auch gegen Dresden hat er in seiner Rolle wieder einen wichtigen Part eingenommen. Dahinter hat man Fanol Perdedaj als Option.


Im Mittelfeld könnte eine Verschiebung von Müller auf Links hinten eine Umstellung erzwingen. Grundsätzlich werden die beiden zentralen Positionen neben Manuel Zeitz gesucht. Auch am Freitag sollte Tobias Jänicke wieder eine der Positionen einnehmen. Er spielt die Position routiniert, ist mit seiner hohen Arbeitsrate wichtig in diesem Bereich und kann immer wieder Impulse nach vorne. Auch ist er ein flexibler Spieler und lässt sich gerne mal auf die Außenbahn treiben. Die zweite Position nahm gegen Dresden Timm Golley ein. Neben einigen zu riskanten Aktionen hat er ein solides Spiel gemacht, hat das wichtige 1:1 vorbereitet und bleibt ein Mann für besondere Dinge. Auch in Köln ist diese Variante möglich. Er könnte allerdings auch eine Option für die linke Seite werden. Seine Konkurrenz im zentralen Mittelfeld ist in erster Linie Fanol Perdedaj. Perdedaj hat in den letzten vier Spielen immer Einsatzzeit bekommen, wirkte nach seinem Ausfall aber noch ein Stück entfernt von der Bestform. Mit jeder Woche wird er besser rein kommen und mit seiner Aggressivität ist er immer ein Thema. Auch Lukas Schleimer oder Markus Mendler sind noch in der Hinterhand.


Nicklas Shipnoski ist der Mann für die rechte Außenbahn und hat in den letzten beiden Spielen auch wieder getroffen und sich für seinen Aufwand belohnt. Er ist auf Anhieb ein Eckpfeiler beim FCS geworden und bringt riesige Qualitäten mit. Links könnte wieder Mario Müller beginnen, er hat es in den letzten beiden Spielen in Ordnung gemacht. Wie angesprochen dürfte er jedoch wieder in die Abwehrkette rücken und damit eine Position frei machen. Mit Maurice Deville fehlt zudem das Back-Up und man muss wieder basteln. Golley oder Mendler wären hier weitere Optionen, auch wenn beide Akteure in dem System eher im Zentrum zu sehen sind. Mendler hat gegen Dresden eine Halbzeit auf dem Flügel gespielt. Oder packt der Trainer wieder eine Überraschung wie Breitenbach in München aus? Im Sturmzentrum wird man wieder mit Sebastian Jacob beginnen. Vunguidica bleibt als Back-Up dahinter.




Mögliche Aufstellung


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Ersatzbank


Ramon Castellucci (ETW)Jayson Breitenbach
Christopher SchorchJonas Singer
Markus MendlerLukas Schleimer
José Vungudicia




Nicht im Kader


Minos Gourasindividuelles Training
Rasim BulicMuskelfaserriss
Sebastian Böselmuskuläre Probleme
Marin SverkoLänderspielreise
Maurice DevilleLänderspielreise
Kianz FroeseErkältung
Mergim Fejzullahunicht berücksichtigt
Teo Herrnicht berücksichtigt
Marius Köhlnicht berücksichtigt

Kommentare 4

  • @sandkastenrocker 

    ich sehe das etwas anders.

    Wir haben einen so breiten Kader mit sehr guten Spielern.

    Für Sverko rückt Perdedaj in die Startelf, falls die Aufstellung von goalie Realität ist.

    Alle anderen bleiben gleich.

    Mit Breitenbach, Mendler & Schleimer haben wir Spieler auf der Bank, die schon gezeigt haben, dass sie sich erfolgreich in die Elf einfügen können.

    Wie FCler schon geschrieben hat, wir brauchen uns vor keinem zu verstecken.

    Die Liga ist so ausgeglichen bisher, dass jeder jeden schlagen kann.

    • Gebe dir im Grundsatz recht. Zu unserem Spiel gehörte es aber auch fast immer dazu durch die Auswechslungen nochmal nachzulegen, genau das sehe ich uns eben massiv geschwächt. Hoffe natürlich trotzdem das wir was holen;)

  • Diese Liga wird qualitativ viel besser geredet als sie es tatsächlich sportlich ist. Daher ist auch morgen von Sieg, Unentschieden bis Niederlage wieder alles drin. Köln hat in der Theorie, von den Namen her und auf dem Papier einige Hochkaräter für diese Liga. Die lassen hier und da ihr können aufblitzen und dann sieht das gut aus, sie haben aber nicht immer diese Lust andernfalls müssten sie nicht 3 Liga spielen. Ich erinnere an die Lobeshymnen auf Dresden vor der Saison. Gute Namen, schaut man dann aber mal was die so im Vorjahr machten, wieviele da keine Stammspieler waren relativiert sich das alles auch wieder. Kann sein das Köln und Dresden am Ende dennoch vor uns stehen, aber niemand von denen hat die Klasse und Qualität das wir die nicht an einem Tag schlagen könnte und weil das so ist muss man auch nicht mit eingezogenen Schwanz dort auflaufen, sondern alles in Waagschale schmeißen was man hat und schauen was dabei rauskommt und wenn das dann mal eine Niederlage ist, geht die Welt auch nicht unter.

  • Wir sind durch die Ausfälle und Abstellungen schon massiv geschwächt!