Wie könnte Wiesbaden spielen?

Nachdem man im letzten Jahr einen großen Kader besaß geht man in Wiesbaden in dieser Saison wieder einen normalen Kader mit 25 Spielern. Das Aufgebot ist auf ein 4-2-3-1-System ausgerichtet und mit dieser Grundordnung hat Wiesbaden bisher auch in jeder Begegnung gespielt.


Die neue Nummer 1 im Tor ist Tim Boss, im Sommer aus Dresden gekommen. Der 27-Jährige hat jedes Spiel in dieser Saison bestritten und ist ein starker Rückhalt. Zweiter Torwart ist Matthias Hamrol (26).


Auch die linke Abwehrseite wurde im Sommer neu besetzt. Hier ist Dennis Kempe die neue Stammkraft. Der 34-Jährige hat über Jahre in der 2.Bundesliga gespielt und ist auch im Herbst seiner Karriere noch in guter Form. Dazu kommt die große Erfahrung. In dieser Saison hat er in neun von zehn Spielen über 90 Minuten gespielt, nur in Ingolstadt saß er auf der Ersatzbank. Sein Vertreter war Michel Niemeyer (24), zu Beginn der letzte Saison noch Stammspieler und seither durchgängig das Back-Up.


Die rechte Abwehrseite ist nicht so klar besetzt, denn Stammspieler Sebastian Mrowca fehlt seit Wochen verletzungsbedingt. Der Kapitän ist einer der Spieler die schon länger in Wiesbaden spielen und wird schmerzlich vermisst. Das nominelle Back-Up Marvin Ajani hat ihn zwei Mal vertreten, anschließend jedoch seinen Platz wieder verloren. Bis zum letzten Spiel hatte man dafür Innenverteidiger Sascha Mockenhaupt auf die Außenbahn gezogen, gegen Zwickau begann schließlich Moritz Kuhn. Der 29-Jährige ist eigentlich ein rechter Mittelfeldspieler, kann jedoch auch diese Position ohne Probleme spielen. Der ehemalige FCS-Jugendspieler Michael Guthörl wurde gegen Zwickau zum dritten Mal eingewechselt.


Zentral muss man auf den erfahrenen Benedikt Röcker verzichten, er konnte verletzungsbedingt in dieser Saison noch keine Rolle spielen. Ahmet Gürleyen wurde spät aus Mainz verpflichtet und kam bisher nur zu drei Kurzeinsätzen. In der Folge kämpfen Mockenhaupt, Florian Carstens und Jakov Medic um die beiden Plätze. Carstens ist Stammspieler, der Leihspieler von St. Pauli hat in der Saison immer durchgespielt wenn er durfte, jedoch auch schon zwei Spiele wegen einer Sperre verpasst. Über Wochen (Mockenhaupt auf rechts) war Jakov Medic als zweiter Innenverteidiger gesetzt. Der 22-Jährige hat die letzten acht Saisonspiele immer über 90 Minuten bestritten, gegen Zwickau wurde er jedoch ins defensive Mittelfeld vorgezogen.


Diese Option könnte Rehm auch am Samstag wieder nutzen. Medic ist ein Abräumer, kann aber auch die spielerischen Dinge auf der Sechs angehen. Er tritt dabei in Konkurrenz zu Marc Lais. Der 29-Jährige Neuzugang ist als zentraler Part geplant gewesen und hat vor Zwickau auch in jedem Spiel begonnen. Im letzten Spiel rutschte er dann auf die Ersatzbank, zuvor ging er aber auch angeschlagen aus dem Spiel gegen Ingolstadt heraus. Mit seiner Erfahrung kann er auch in die Mannschaft zurückkehren. Tim Walbrecht fehlte als Option zuletzt verletzt. Die zweite Position geht indes an Paterson Chato. Der 23-Jährige gehörte schon in der zweiten Liga schon Stamm in Wiesbaden und ist ein Schlüsselspieler für Wiesbaden. In dieser Saison zeigt er sich zudem auch noch torgefährlich (3 Saisontore).


In der offensiven Dreierreihe war zuletzt Jugend forscht angesagt. Auch ein Grund: Mit Johannes Wurtz (Knöchel-Operation) und Stefan Aigner (chronische Nervenreizung) fielen zuletzt zwei wichtige Kräfte aus. Wurtz wird Wiesbaden auch weiterhin fehlen, vor seiner Verletzung war er gut in Form und ist bester Torjäger der Wiesbadener. Aigner (33) hat erst einen Einsatz in dieser Saison gehabt, musste dort noch in der ersten Hälfte ausgewechselt werden und fiel dann mit einer Bauchmuskelzerrung aus. Der letztjährige Stammspieler im rechten Mittelfeld soll am Samstag wieder eine Option sein, möglicherweise sogar gleich von Beginn an? Im rechten Mittelfeld hat ihn einige Zeit Kuhn vertreten, zuletzt bekam jedoch der junge Hollerbach den Vorzug. Er kam im Sommer aus Stuttgarts U19 und spielt unbekümmert und mit Zug zum Tor. Den zentralen Part übernahm nach der Verletzung von Wurtz Gianluca Korte. Der beste Scorer der Hessen ist ein ganz wichtiger Spieler in der Offensive des Absteigers und ein Spieler für überraschende Elemente. Gegen Zwickau kam Korte jedoch eher über die linke Außenbahn. Stattdessen spielte Maurice Malone (20) zentral hinter der Spitze. Er ist aus Augsburg ausgeliehen und wie Hollerbach hat er sich auf Anhieb in der Mannschaft etabliert. In den letzten fünf Spielen hat er immer über 90 Minuten gespielt. Eine Variante Aigner - Korte - Malone ist denkbar. Tobias Schwede (26) ist indes bisher nur Back-Up für die Außenbahn, er kam letzte Saison noch zu 23 Einsätzen.


Auch in der Sturmspitze macht sich der Ausfall von Wurtz bemerkbar. Als echte Spitze steht nur noch Philipp Tietz zur Verfügung. Der 23-Jährige war letzte Saison ein Back-Up mit fünf Saisontore (drei Tore im letzten Spiel gegen St. Pauli), in dieser Saison steht er bei drei Saisontoren (alle per Elfmeter). Er erarbeitet sich jedoch seine Chancen und leistet auch sonst sehr viel Arbeit für seine Mannschaft. Mit Korte, Aigner oder Malone hat man dazu Spieler die einen anderen Stürmertyp spielen können. Malone geht beispielsweise sehr gerne tief in den Strafraum.



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