Vorbericht: Spitzenspiel bei Türkgücü

Nach dem rasanten 3:3-Unentschieden gegen Wiesbaden ist der FCS vier Spiele ohne Niederlagen. In der englischen Woche bleibt den Malstättern nicht viel Zeit. Bereits am Dienstag geht es mit dem nächsten Knaller weiter: Dann ist der FC ab 19:00 Uhr zu Gast bei Mitaufsteiger Türkgücü München. Angesichts der verzerrten Tabelle stellt dieses Duell das nächste Spitzenspiel für die Mannschaft von Lukas Kwasniok in dieser Saison dar.









TV-Übertragung/Livestream

Das Auswärtsspiel ist ausschließlich über die Kanäle von Magenta Sport zu empfangen. Das Spiel wird als Einzelspiel und in der Konferenz übertragen. Alle Informationen.



Die Spielstätte/Zuschauer

Die Begegnung soll im altehrwürdigen Olympiastadion in München ausgetragen werden. Obwohl keine Zuschauer zugelassen sind wird dies für die Mannschaft des FCS ein kleines Highlight sein. Informationen rund um das Olympiastadion findet ihr HIER.



Bilanz

Einen Vergleich gab es bisher zwischen den beiden Teams nicht. Wie schon im letzten Auswärtsspiel bei Viktoria Köln ist der FCS also wieder bei einem Debütgegner zu Gast. Sie sind insgesamt der achte Debütgegner für den FCS in der 3.Liga. Auch Freundschafts- oder Jugendspiele wurden gegen die Münchner noch nicht bestritten.



Der Gegner: Türkgücü München

Der Türkgücü München e. V. (übersetzt Türkische Kraft München e. V.“) ist ein Migrantenverein (ähnlich wie der FC Kandil Saarbrücken) aus München und geht in seinen Wurzeln bis ins Jahr 1975 und zum SV Türk Gücü München zurück. Dieser Verein spielte einige Jahr in der drittklassigen Bayernliga, zuletzt 1996. 2001 ging der Verein insolvent. Als Nachfolgerverein wurde der Türkische SV München gegründet und spielte 2008 in der Kreisliga. Der Aufstieg nach oben begann ab dem Jahr 2013 und ab 2016 hatte man auch die nötigen finanziellen Mittel in der Hinterhand und verpflichtete mehrere hochklassige Spieler. Die Folge war der Durchmarsch bis in die 3.Liga.Vereinspräsident und Unternehmer Hasan Kivran ist der Mäzen des Klubs und hat bereits im letzten Regionalligajahr einen hohen Etat gestemmt. Im Sommer 2019 krempelte man so den kompletten Kader um. In der Saison 2019/20 dominierte der Aufsteiger von Beginn an die Regionalliga Bayern und hatte zum Zeitpunkt des Ligaabbruches bereits neun Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger. Auch in der 3.Liga gehört der Club nicht zu den ärmeren Vereinen und hatte in diesem Sommer wieder eine ereignisreiche Transferperiode. Das offene Ziel des Vereins ist die 2.Bundesliga und sich als München Nummers 2 zu etablieren. Im ersten Jahr ist das offizielle Saisonziel jedoch der Klassenerhalt. Für den sportlichen Erfolg soll Alexander Schmidt sorgen. Der 52-Jährige war in Deutschland auch schon Trainer von 1860 München und Jahn Regensburg und hat zu Beginn der Saison den Posten bei Türkgücü übernommen. Mit Marco Holz (2016 - 2019) steht auch ein ehemaliger FCS-Akteur im Kader der Münchner.



Transferaktivitäten

Während der FCS die Aufstiegsmannschaft weitgehend zusammenhielt ging der Mitaufsteiger einen anderen Weg uns sorgte für einen großen Umbruch. 13 Spieler haben den Club im Sommer verlassen (müssen). Julian Kirr (19/Torwart), Marcel Spitzer (21/IV), Fabio Leutenecker (30/RV), Marian Knecht (28/Sturm) und Serhat Imsak (21/ST) spielten so oder so keine Rolle. Dies gilt auch für Angreifer Emre Gürel (31), der ehemalige Elversberger war erst im Winter gekommen und hat keine Chance sich zu zeigen. Stefan Wächer (22/DM) war in der ersten Saisonphase gesetzt, verlor dann jedoch seinen Platz und spielte keine Rolle mehr. Auch Kapitän Yasin Yilmaz (OM) war kein Stammspieler mehr, kam aber zu 18 Einsätzen (10x Startelf) und verließ den Club im Sommer. Einen ähnlichen Status hatte auch Außenbahnspieler Dominik Weiß (25) mit 17 Einsätze, darunter Acht von Beginn an. Ilker Yuksel (22/Angriff) kam zu 12 Einsätze (8x Joker). Patrick Hasenhüttl war über weite Strecken der Saison im Sturm gesetzt und hatte mit 13 Saisontoren trotzdem eine gute Bilanz. Eine Vertragsverlängerung scheiterte, er wechselte zu Unterhaching. Kasim Rabihic war Stammspieler auf der rechten Außenbahn und wechselte im Sommer zum SC Verl. Auch in der Defensive ging ein Stammspieler: Mario Erb (zwischenzeitlich suspendiert) wechselte zur TSG Hoffenheim II.


Auf Seiten der Neuzugänge stehen 18 Spieler zu Buche sowie einige junge Spieler die aber bisher nur in der U19 des Vereins aktiv waren. Bei den Neuzugängen wurde viel Qualität und Routine dazu geholt. Im Tor der erfahrene René Vollath (30) aus Uerdingen verpflichtet. Er war dort am Ende Stammtorwart. Für die linke Abwehrseite kam Stefan Stangl, der 29-Jährige Österreicher spielte zuletzt für St. Pölten. Auf der anderen Seite ist Yi-young Park (26) zu Hause, der Japaner wurde vom FC St. Pauli ausgeliehen. Für die Innenverteidigung hat man Aaron Berzel von 1860 München verpflichtet, ein Qualitätstransfer. Emre Kurt (23) kam aus der Türkei zurück, spielte bisher jedoch wie Marco Raimondo-Metzger (Heimstetten) und der verletzt Erol Alkan (26/vereinslos) keine Rolle. Ende Oktober wurde zudem noch der vereinslose Filip Kusic verpflichtet, er spielte in den letzten beiden Jahren für Erzgebirge Aue. Für das zentrale Mittelfeld kam der junge Omar Sijaric aus der U19 von Heidenheim, Alexander Laukart (21) spielte zuletzt in den Niederlanden und Atakan Akkaynak wurde aus der Türkei ausgeliehen. Der österreicher Nico Gorzel (22) spielte in der letzten Saison noch für den SKN St. Pölten. Aus Österreich wurde auch Philipp Erhardt verpflichtet. Der 26-Jährige war Leistungsträger Erstligisten gewesen. Auf der Außenbahn wurde Boubacar Barry von Bremen verpflichtet, letzte Saison war er an Uerdingen ausgeliehen und spielte dort eine wichtige Rolle. Im Angriff war man besonders aktiv. Der umworbene Daniele Gabriele kam nach einer starken Saison von Absteiger Jena, Tom Boere (27) war Stammspieler beim KFC Uerdingen und kam mit verhältnismäßig wenigen Einsätzen auf neun Saisontore. Im Oktober wurde außerdem Mounir Bouziane (zuletzt Mannheim) nachverpflichtet. Königstransfer war indes Petar Slišković. Ihn hat man aus dem Vertrag beim MSV Duisburg gekauft und der 29-Jährige hat voll eingeschlagen.



Bisherige Saison & Tabellensituation

Der Aufsteiger erlebte einen rasanten Saisonstart. Im ersten Saisonspiel bei Bayern II brauchte man gerade einmal zehn Minuten bis Sararer das erste Tor erzielen konnte, am Ende rettete der eingewechselte Holz ein 2:2-Unentschieden. Es folgte ein glatter 3:0-Heimsieg über den 1.FC Kaiserslautern. Boere und ein doppelte Sliskovic sorgten für die Tore. Am dritten Spieltag lieferte man in Mannheim ein Spektakel ab. Sliskovic und Sararer brachten Türkgücü zwei Mal in Hälfte 1 in Front, nach der Pause erhöhten Sliskovic und Sorge zwischenzeitlich auf 4:2. Am Ende brachte man den Vorsprung nicht über die Zeit und spielte 4:4-Unentschieden. Auch das folgende Heimspiel gegen Wiesbaden endete Remis, dieses Mal endete es trotz vieler Chancen jedoch torlos. Erst am fünften Spieltag gab es die erste (& bisher einzige) Niederlage. In Magdeburg musste man sich mit 0:2 geschlagen geben. Man verkraftete das Spiel gut und lieferte gegen Lübeck wieder ein Spektakel, dieses Mal gewann man 4:3 über den VfB Lübeck. Boere, Erhardt, Sliskovic und Gabriele trafen. Danach wurde der Spielplan immer wieder durch Spielausfälle verzerrt. Man holte ein 1:1-Unentschieden im Heimspiel gegen den FC Ingolstadt und konnte kurz darauf auch beim FSV Zwickau gewinnen. Sararer erzielte 20 Minuten vor Schluss das einzige Tor des Tages. Zuletzt durfte man zuhause gegen den MSV Duisburg spielen. Ein Doppelpack von Sliskovic sorgte für den 2:1-Heimsieg. Der letzte Spiel beim SV Meppen musste abgesagt werden.




Aufstellung gegen den MSV Duisburg


5lxrl.png%20