Die Lage des FCS vor Türkgücü

Die Serie von drei Spiele ohne Sieg konnte der FCS zum Auftakt der englischen Woche gegen Wiesbaden nicht fortführen, beim 3:3-Unentschieden gegen den Absteiger zeigte man sich in der Defensive zu sorglos um drei Punkte im Park zu behalten. Im Umkehrschluss zeigte man eine starke Offensive und war gegen den Zweitligaabsteiger und eine ambitionierte Mannschaft in Richtung Aufstiegsplätze wieder mindestens auf Augenhöhe unterwegs. Mit 23 Punkten aus elf Spielen steht man weiter blendend dar und grüßt in der 3.Liga von der Tabellenspitze.


Das Auswärtsspiel im Olympiastadion kann man (mal wieder) als spannende Aufgabe sehen und ein Spiel auf Augenhöhe ist zu erwarten. Der Mitaufsteiger hat im Sommer mächtig aufgerüstet, einen starken sowie breiten Kader und mit Sararer und Sliskovic zwei Ausnahmekönner in den eigenen Reihen. Sich nur auf diese beiden Spieler zu fokussieren wäre jedoch fatal, dafür ist die restliche Mannschaft zu stark. Exemplarisch sind hier Innenverteidiger Berzel oder Mittelfeldspieler Kirsch zu nennen. Allgemein ist Türkgücü eine Mannschaft die sowohl gut verteidigen kann um dann über ihr Umschaltspiel und die Offensive zu Räumen zu kommen. In dem Fall sind sie brandgefährlich. Sie können aber auch selbst Spielkontrolle haben, ruhiger spielen und eine Abwehr knacken. Es ist ein sehr ambitionierter Verein. Dazu kommt der vermeintliche Vorteil am Wochenende nicht gespielt zu haben und komplett frisch in das Spiel gehen zu können.


Der 1.FCS hat in der bisherigen Saison und in den englischen Wochen jedoch seine Möglichkeiten unter Beweis gestellt. Hat man eine gute Tagesform, und bringt seinen taktischen Plan durch kann man gegen jeden Gegner in dieser Liga mindestens auf Augenhöhe agieren und man kann auch weniger Zeit zur Regeneration über die Mannschaft ausgleichen. Regeneration war auch das große Stichwort an den beiden spielfreien Tagen. Man hat nur locker trainiert und sich vor allem taktisch auf die Begegnung vorbereitet. Am morgigen Dienstag steht noch ein Anschwitzen in München auf dem Plan. Für Lukas Kwasniok handelt es sich um das 20.Pflichtspiel (und das 15.Ligaspiel) beim FC seit seinem Amtsantritt im Januar 2020.



Personelle Situation

Minos Gouras, Rasim Bulic, Sebastian Bösel. Die üblichen drei Spieler aus den vergangenen Wochen fehlen auch beim Auswärtsspiel in München. Bei Sebastian Bösel sind die muskulären Probleme offenkundig von schwererer Art und er bleibt weiter keine Alternative. Der Neuzugang ist - so weit bekannt - noch nicht einmal ins Training zurückkehrt und wird wohl auch über die englische Woche hinaus keine Option sein. Auch Rasim Bulic muss mit seinem Muskelfaserriss weiter passen, sollte in der nächsten Zeit aber wieder ins Training einsteigen können. Dort ist Minos Gouras wieder aktiv, nach seiner Schulteroperation braucht es bei Gouras jedoch noch Geduld. Alle anderen Spieler sind laut Pressekonferenz des FCS spielbereit. Marin Sverko hat sich auf der Länderspielreise einen Cut auf dem Spann zugezogen, hätte aber schon am Samstag im Kader stehen können und wird auch in München wieder dabei sein. Am Sonntag hat er ein Lauftraining betrieben, am Montag dann mit der Mannschaft trainiert. Insgesamt reisen die Malstätter mit 20 (statt der üblichen 18) Spielern nach München. Hintergrund ist die am Montag öffentlich gewordene Fragestellung rund um den U23-Status von Marin Sverko.





Wie könnte der FCS beginnen?

Ohne kurzfristige Ausfälle bleiben für Lukas Kwasniok einige Optionen um auf die kurze Zeit zwischen den beiden Spielen zu reagieren. Doch weder im Tor noch in Sachen System sind Änderungen zu erwarten. Daniel Batz ist zwischen den Pfosten gesetzt, dazu werden die Malstätter relativ sicher wieder in ihrem 4-1-4-1-System beginnen. Lukas Kwasniok ist definitiv ein Trainer, der Stärken und Schwächen der Gegner in seine Überlegungen einfließen lässt. Auf die taktische Grundformation beim FCS hatte dies in der bisherigen Saison jedoch noch keine Auswirkungen.


In der Viererkette fehlt Sebastian Bösel, Christopher Schorch dürfte einmal mehr Schwierigkeiten haben den Sprung in den Kader zu schaffen. Er spielte in den vergangenen Wochen quasi überhaupt keine Rolle und eine Kadernominierung wäre bereits eine Überraschung. Bei Marin Sverko gilt es das Risiko abzuschätzen.



Neben den vier Verteidigern von Samstag bleibt sonst nur noch Jayson Breitenbach als direkte Option, ansonsten hat man noch Spieler wie Perdedaj die in der Abwehr aushelfen können. Im Zentrum der weiterhin gesetzte Spieler ist Steven Zellner. Der Abwehrchef ist ungemein wichtig und kann nicht direkt Ersetzt werden. Als zweiter Innenverteidiger kommen Boné Uaferro und Anthony Barylla in Frage. Uaferro hatte gegen Wiesbaden seine Schwierigkeiten, könnte mit seiner Körpergröße jedoch wichtig sein um Kopfballstärke gegen Sliskovic zu bringen. Barylla ist hier zu klein. Ist Sverko für einen Einsatz von Beginn an bereit ist er die dritte Alternative. Mario Müller hatte auf der linken Abwehrseite defensiv im letzten Spiel seine Probleme mit den hohen Bällen, auch hier könnte Sverko für die Abwechslung sorgen. Weitere Alternativen: Jayson Breitenbach auf Links bringen oder mit Perdedaj und Barylla als Außenverteidiger zu beginnen. Die drei Spieler sind auch die Varianten auf der rechten Abwehrseite. Im Normalfall wird Barylla gesetzt sein solange er nicht auf einer anderen Position in der Viererkette eingeplant ist.


Kapitän Manuel Zeitz ist die Stammkraft im defensiven Mittelfeld. Er hat - allen Unkenrufen zum Trotz - auch in dieser Spielzeit seinen großen Wert auf dieser Position und ist der einzige Feldspieler beim FCS der in der bisherigen Saison jede Minute auf dem Feld stand. Seine Qualitäten als Abräumer vor der Abwehr sind wichtig für die Viererkette. Die Option bleibt Fanol Perdedaj. Die beiden offensiveren Positionen im Mittelfeld könnten mehr Anlass zu einer Rotation geben. Die Positionen sind sehr laufintensiv und man hat durchaus Optionen. Zuletzt hat man mit Fanol Perdedaj und Tobias Jänicke hier gespielt. Dazu könnte Timm Golley wieder ins Zentrum rücken oder Kianz Froese eine Überlegung für die Startelf sein. Ob er nach seiner Erkrankung gleich wieder dafür in Frage kommt ist eine andere Sache. Lukas Schleimer und Markus Mendler scheinen eher Außenseiterchancen zu besitzen, für Überraschungen dieser Art ist Kwasniok immer zu gebrauchen. Wichtig ist gegen Türkgücü im Mittelfeld präsent zu sein, diesen Teil des Spielfeldes zu kontrollieren und damit die Kreise ihrer Mittelfeldspieler zu beschränken.


Über eine der beiden Außenbahnen wird auch in diesem Spiel Nicklas Shipnoski kommen. Nachdem er gegen Wiesbaden auf der linken Seite gespielt hat könnte er nun wieder auf seine angestammte rechte Seite wechseln. Er ist gesetzt und in der aktuellen Form einfach Gold wert. Die zweite Außenbahn besetzte zuletzt Golley und er hat seine Sache ordentlich gemacht. Stärker ist er jedoch im Zentrum. Über den linken Flügel könnte man wieder Mario Müller nach vorne ziehen, ansonsten hat man mit José Vunguidica und Maurice Deville noch zwei Optionen. Mit beiden Spielern würde man mehr körperliche Robustheit ins Spiel bringen. Beide Außenbahn müssen gegen den Ball Arbeit ins Zentrum betrieben, bei eigenen Ballbesitz gilt es dagegen die breite des Spielfeldes zu nutzen. Den zentralen Part im Angriff geht einmal mehr an Sebastian Jacob. Nachdem man zuletzt vor allem seine Arbeit gegen den Ball loben konnte hat er mit dem Doppelpack gegen Wiesbaden auch noch einmal eindrucksvoll seine Qualitäten vor dem gegnerischen Tor unter Beweis gestellt.



Mögliche Aufstellung


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Ersatzbank


Ramon Castellucci (ETW)Jayson Breitenbach
Marin SverkoJonas Singer/Markus Mendler
Kianz FroeseLukas Schleimer
Timm Golley


Die Zusammensetzung des Kaders könnte schwieriger werden, sofern der DFB den U23-Status von Marin Sverko vor der Begegnung aufheben sollte. Dies hätte dann auch Auswirkungen bis mindestens zur Winterpause. Dies sind Probleme, die durch die schier unfassbare Inkompetenz des Verbandes zu Tage treten und die komplette Kaderplanung von Vereinen auf den Kopf stellen können. Im Normalfall wären Breitenbach, Shipnsoki, Schleimer und Sverko als U23-Spieler gesetzt. Möglicherweise muss nun wieder Singer oder Köhl als vierter Spieler einspringen. In der Folge müsste ein anderer Spieler Platz für Sverko machen.


Nicht im Kader


Minos Gourasindividuelles Training
Rasim BulicMuskelfaserriss
Sebastian Böselmuskuläre Probleme
Mergim Fejzullahunicht berücksichtigt
Teo Herrnicht berücksichtigt
Marius Köhlnicht berücksichtigt
Markus Mendler/Jonas Singernicht berücksichtigt
Christopher Schorchnicht berücksichtigt
José Pierre Vunguidica
nicht berücksichtigt

Kommentare 7

  • Man darf gespannt sein wie wir das heute Abend defensiv regeln. Ich habe aber vollstes Vertrauen in Trainer und Mannschaft das dies gelingt.

  • Die hängen schon gewaltig am Tropf von Sararer und können zum Teil auch richtig gut Kicken. Der Schlüssel um was zu holen wird sein es defensiv deutlich besser zu machen als gegen Wiesbaden. Wenn Froese dabei ist hat man auch noch ein Pfund in der zweiten Hälfte, dass hat er wenn er eingewechselt wurde eigentlich immer gut gemacht.

  • Ich würde so spielen lassen.


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    Eijo 2
    • Absolut auch denkbar. :)


      Ein Vorteil des Kaders ist das viele Optionen möglich sind. Und mit Kwasniok als Trainer auch noch die ein oder andere Überraschung mehr.

    • Das ist wirklich der helle Wahnsinn. Insgesamt muss man Kwasniok attestieren das er die Mannschaft wirklich heftig weiter entwickelt hat. Wenn Fanol die Performance gegen Wiesbaden auf Dauer bringen kann ist er auf der Position für mich eine echte Option und für morgen sowieso.

    • 343

    • @Jumu

      Mit der Aufstellung wäre ich auch einverstanden;)